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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-09-03 · 36 (3.9.1915) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
36 (3.9.1915)
Date
1915-09-03
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 33 Dr. Vloch's Wochrnschrist Seitr 665 Zeichnung für die Mannschaft. Besonders ist es mir lieb, daß diese Auszeichnung gerade jener bekommt, der mit anderen Hunderten Ausgezeichneten seiner Glaubensgenossen dazu beitragen wird, das alte Märchen von der Minderwertigkeit des jüdischen Soldaten zu zerstören. Gleichzeitig tat sich besonders der Kadettaspirant Wasserbauer hervor, der für seine Tapferkeit schon zweimal ausgezeichnet worden ist." Kokdenes Werdienstkreuz. Dori Szücs, Fabriksleiter der Ziegelfabriksakriengesellschaft, ist ctm 1. August vorigen Jahres anläßlich der ersten Mobilisierung zum 19. Jügerbataillon als Kadett eingerückt. Im vorigen Monate wurde er bereits als Leutnant in Anerkennung seiner militärischen Verdienste mit dem goldenen Verdienstkreuze ausgezeichnet. Seit seinem Einrücken versieht er ununterbrochen militärischen Dienst. Der ausgezeichnete heldenmütige Leutnant ist — wie „Egyenlöseg" hervorhebt — ein Neffe des Generaldirektors Hofrat Franz erzekely, der bekannten führenden Persönlichkeit der ungarischen Judenschaft. Oberleutnant Ludwig Szekel y, Sohn des Schneidermeisters Eugen W e i s z in Moor, hat der Heeresleitung als Feldpostmanipulant und Nachrichtenkurier auf dem nördlichen Kriegsschauplätze große Dienste geleistet. Oft hat er, unter Gefährdung seines Lebens, inmitten des feindlichen Feuers wichtige Postsendungen zugestellt. Seine Majestät hat den tapferen Offizier mit dem. goldenen Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Auch der zweite Sohn des Herrn Weis z, Ernst, dient als Husar. („Egyenlöseg.") Für freiwillige Dienstleistung im Garnisonsspital Nr. 2 ist dem Jnspektionsrat der Wiener Produktenbörse Medizinalrät Dr. Heinrich Haas e das Ehrenzeichen zweiter Klasse vom Roten Kreuz mit der Kriegsdekoration verliehen worden. Auszeichnung eines Iekdraöbiners. > In Anerkennung der besonderen Verdienste uni die militärische Sanitätspflege im Kriege wurde der Feldrabbiner Lorenz Adler, leitender Militärseelsorger der dritten Armee, vom Erzherzog Franz Salvator mit dem Ehrenabzeichen des Roten Kreuzes zweiter Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. HHerttutmmL Wossak. Desider P o l l a k, Landsturm-Oberleutnant in den: 11. Honved-Jnfanterieregiment, ging unmittelbar nach der Mobilisierung mit seinem Regiment auf den nördlichen Kriegsschauplatz, wo er an den erfolgreichen Operationen des Regimentes an mehreren Kämpfen tcilnahm, so an den Schlachten bei Kulikow und Lemberg. Bald darauf erkrankte er und mußte zu Hause gepflegt werden. Am 17. Dezember ging er an der Spitze der von ihm ausgebildeten Rekrutenkompagnie als Kommandant der ersten Kompagnie des 11. Honoed-Jnsanterieregimentes abermals auf den nördlichen Kriegsschauplatz. Hier wurde er für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Signum laudis ausgezeichnet. Inzwischen wurde er vom Leutnant zürn Oberleutnant befördert. Er nahm auch an den siegreichen Schlachten der am 2. Mai begonnenen erfolgreichen Offensive teil, so hatte er den Durchbruch bei Gorlice sowie die Kämpfe bei Tarnow und Jaroslau mitgemacht. Anläßlich der Kümpfe bei Radymno richtete sein Regiment — wie dies ein Augenzeuge der Familie des Oberleutnants schrieb — einmal vier verlustreiche und erfolglose Sturmalkgriffe hintereinander gegen eine wichtige Höhe, deren Besetzung von entscheidendem Einflüsse auf die Eroberung von Przemyfl war, bis schließlich diese Stellung nach dein fünsten Sturm von den heldenmütigen Honveds wenn auch fast dezimiert — gelang. In diesen Angriffskümpfen ist auch Oberleutnant P o l l a k mit einem Teile seiner Kompagnie in Gefangenschaft geraten. Anläßlich dieser Kämpfe geschah es, daß er an der Spitze seiner Kompagnie zur Lösung einer wichtigen "Aufgabe vorgeschickt wurde. Sie lösten diese Aufgabe so erfolgreich, daß sie 500 Russen gefangennahmen. Für diese tapfere Tat gratulierte ihm fein General öffentlich vorder ganzen Front und ließ ihn hochleben. Jetzt wurde dem in Gefangenschaft geratenen Helden von Seiner Majestät in Anerkennung des tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Militärverdienstkreuz dritter Klaffe mit der Kriegsdekoration verliehen. < „Egyenlöseg".) Vom Aorporat zum ^Leutnant. Ladislaus Stern, Sohlt des Grundbesitzers Ludwig Stern, 20 Jahre alt, wurde für seine vorbildliche Tapferkeit auf dem Schlachtfelde vom Korporal zum Leutnant befördert. Er kanr als Einjährig-Freiwilliger Korporal auf das Schlachtfeld, wo er sich als Patronillenführer auszeichnete. Er wurde deshalb zum Kadetlaspiranteu befördert. Juzloischeli wurde er verwundet, käinvfte aber im Winter bereits in den Karpathen. Anläßlich eines heftigen Sturmangriffes sind sämtliche Offiziere der Kompagnie teils gefallen, teils wurden sie verwundet, so daß die Kompagnie ohne Führer fast gänzlich zerstreut wurde. Ladislaus Ster n sammelte die Reste der Kompagnie, ungefähr 60—70 Manu. Auch das Maschinengetvehr der Kompagnie war in die Hände der Russen gefallen. Der entschlossene Kadettaspirant gab '.um den Befehl, daß das Maschinengewehr um jeder; Preis wiedergcwonnen werden müsse. Der Russe war damals schon weit fort mit seiner Beute. Ladislaus Stern rannte den Russen mit seiner reduzierten Kompagnie nach und holte sie auch bald ein. Nach kurzem erfolgreichen Kampfe hat die 44. Kompagnie nicht nur ihr eigenes Maschinengewehr zurückerobert, sondern auch dasjenige der Russen erbeutet und überdies noch 80 Gefangene eingebracht. In diesem entschlossenen Gefecht erhielt Ladislaus S t e r n einen Schuß in den Hals, der jedoch zum Glück keine schioerere Verletzung verursachte. Für diese seine Heldentat wurde er sofort zum Fähnrich ernannt und gleichzeitig mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Zwei Monate später ging Ladislaus Steril abermals auf beit Kriegsschauplatz und hat in den letzten Tagen sich wieder solchermaßen tapfer erwiesen, daß er außertourlich zuni Leutnant befördert wurde. („Egyenlöseg".} Jüdische Inmitten im Jetde. Die Witwe David Schaffer in Bacsfeketehegy hat acht Söhne, welche alle im Dienste des Vaterlandes stehen. Martin Schaffe r, Kaufmann, 35 Jahre alt, dient im k. u. k. 86. Inf.-Reg., ist am 27. Juli 1914 eingerückt, hat an den galizifchen Kämpfen teilgenommen und befindet sich jetzt infolge einer auf dem Kriegsschauplätze akquirierten Krankheit im Spirale. Julius Schaffer, Kaufmann, Vater zweier Kinder, dient im 6. Honved- Jnfanterieregiment, ist am 27. Juli 1914 eingerückt, hat an den südlichen Kämpfen teilgenommen, von dorr zurückgekehrt, erhielt er eine Auszeichnung. Aar 10. Mai kanr er auf den russischen Kriegsschauplatz, wo er als Patrouille inmitten der Erfüllung seiner Pflicht in Gcfangenschaft geriet. Armin Schaffer, Kaufmann, dient im 23. Honved-Jnfanterieregiment, ist um 27. Juli 1914 eingerückt, seit Beginn des Krieges rvar er mrt seinem

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