Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 35 (27.8.1915)
- Date
- 1915-08-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 642 Dk. Bloch's graphist auf dem Kriegsschauplatz. 4. Zoltan, beim 19. Honved-Jnfanterieregiment, wird seit dem großen serbischen Rückzug, als sie über die Driua schwammen, vermißt. 5. Josef, beim 19. Honved-Jnfanterieregiment als Zugsführer, wurden in Serbien beide Füße durchschossen, nach viermonatiger Pflege kehrte er, und zwar diesmal auf dem nördlichen Kriegsschauplatz, zurück. 6. und 7. Jakob und sein Zwillingsbruder Leo wurden zusammen gemustert, kämpfen im 44. Infanterieregiment, sind in Galizien zur selben Zeit ertrag und kämpfen seit dem 1. Juli wieder zusammen in Rußland. 8. Der 18 jährige Emmerich, welcher erst kürzlich assentiert wurde und gleichfalls dem Verbände des 19. Honved-Jnfanterieregimentes angehört. Sein Schwiegersohn, Geza K o h n, beim 19. Honved-Jnfanterieregiment, hat in Serbien an 13 Gefechten teilgenommen, kam unversehrt auf den nördlichen Kriegsschauplatz, wo ihm gleich in den: ersten Gefechte, an dem er dort teilnahm, beide Füße durchschossen wurden. Seitdem geht er auf zwei Krücken, denn der eine Fuß ist ihm zusammengeschrumpft und er ist für immer kampfunfähig. Mathias Weinberger, Gasthausbesitzer inTisza- Ujlak, hat sechs. Söhne und einen Schwiegersohn beim Militär. Von ihnen befindet sich Karl, vom 85. Infanterieregiment, 25 Jahre alt, gegenwärtig im Typhus- Spital, nachdem er früher schon zweimal verwundet worden war. Sein Sohn Alexander, vom selben Regiment, 23 Jahre alt, Besitzer der silbernen Tapferkeitsmedaille erster Klasse, wird gegenwärtig in einem Wiener Spital gepflegt. Sein Sohn Desider, 27 Jahre alt, ist seit dem 10. Mai kriegsgefangen. Sein Schwiegersohn, Josef Löwy, dient beim 16. Husarenregiment. Außer diesen sechs Söhnen hat Herr Weinberger noch drei Söhne, unter ihnen auch den 38jähr. Adolf, der ebenfalls ausgedienter Soldat ist, sich seit zehn Jahren jedoch in Amerika befindet. Als der Krieg ausbrach, meldete er sich bei unserer dortigen Botschaft, konnte jedoch nicht heimbefördert werden. Die anderen Zwei Söhne sind noch minderjährig. Samuel Novak, Kaufmann in Stuhlweißenbnrg, hat vier Söhne und einen Schwiegersohn, welche alle, unter ihnen zwei freiwillig, Militärdienst leisten. Alle vier Söhne kämpfen gegenwärtig auf dem nördlichen Kriegsschauplatz, zwei von ihnen in der Hindenburgarmee. Frau Emilie Kellner hat fünf Söhne im Felde, und zwar bei verschiedenen Truppenkörpern. Frau Kellner wohnt Wien, 2. Bezirk. Auf dem Kette der Khre gefallen. Am 6. April fiel Kadett Erich Rehberger als Zugskommandant eines Honvedregiments. Mit ihm verloren wir jungen jüdischnationalen Techniker Wiens einen braven und tüchtigen Kollegen, der stolz war auf sein Judentum. Er gehörte zu den Schöpfern des jüdischakademischen Technikerverbandes. Wir werden ihm immer ein treues Gedenken bewahren. Ein Kamerad. Am 14. Juni erlitt der Fähnrich i. d. Res. des 55. Infanterieregiments Maximilian Friedrich S o n n e, Advokaturskandidat, während eines Sturmangriffes auf auf dem nördlichen Kriegsschauplätze den Heldentod. Sonne, ein hoffnungsvoller Jurist, der seit Kriegsbeginn im Felde stand und bei der Wiedereroberung Przemysls und anderen wichtigen Gelegenheiten seine besondere Tapferkeit bewies, wurde für sein schneidiges und tapferes Verhalten vor dem Feinde belobt und mit der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Als Kompagniekommandant wurde er, mutig vorstürmend, von einer feindlichen Kugel ins Herz getroffen. Wochenschrift Nr. 35 Kettentod eines zwanzigjährigen Kompagnie-I führers. Geradezu erschütternd wirkt die Nachricht über den Tod des jugendlichen Leutnants Wilhelm Spunberg. Er war erst am 15. März d. I. aus der Wiener-Neustädter Militärakademie als aktiver Leutnant ausgemustert worden, ging bald mit einem Marschbataillon auf den nördlichen Kriegsschauplatz und ist am 2. Juli als Kommandant einer Kompagnie während eines Gefechtes in Rußland infolge eines Herzschusses gefallen. Dieser hoffnungsvolle Offizier, der kurz vorher für eine a. h. Auszeichnung eingegeben wurde, war der Sohn des in: Jahre 1904 in Lemberg verstorbenen Hauptmann- Rechnungsführers David Spunberg und ein Stiefsohn des kürzlich ausgezeichneten Hauptmann-Rechnungsführers Schulz. Die tiefbetrübte Mutter muß der schwere Verlust ihres einzigen Sohnes umso schwerer treffen, als sie erst vor kurzer Zeit ihre Tochter durch den Tod verloren hat.; '! Are Hrüder Saborsky. Die drei Brüder Saborsky, Johann, Eugen u’ifö Andreas, sind alle drei Reserveoffiziere und alle drei haben seit Ausbruch des Krieges an der Front den Dienst gemacht. Johann war Artillerieoberleutnant und Munitionsinspektionskommandant. Er diente zusammen mit seinem Bruder Eugen bei einer Batterie, dieser war jedoch draußen bei den Geschützen. Die Ambition Johanns ließ ihn nicht bei der weniger gefährlichen Stelle und er ließ sich daher gleichfalls zu den Geschütze,: versetzen. Er kämpfte auf dem Plateau von Doberdo. Am 26. Juli erhielt er den Befehl, um 3 Uhr morgens mit seiner ganzen Batterie in die Schwarmlinie vorzurücken. Die Brüder ließen die Geschütze vorwärtsbringen und in der Nähe des Schützengrabens durchbohrte eine feindliche Kugel den linken Arm des Johann Saborsky. „Gehe zum Verbandsplatz, ich übernehme das Kommando," sprach Eugen. „Das wirst du nicht tun, unseren ersten Gruß werde ich von hier den Italienern zuseüden." Und er grlrg m:t blutendem Arm vorwärts. Fm Graben brachte er das Geschütz in schußfertige Stellung. Der Feuerwerker kommandiert den Schuß und die Kanone feuert ab. In dem Augenblicke, als das Geschütz losdonnerte, greift Oberleutnant Johann Saborsky sich an die Stirne. Eine italienische Kugel hat ihn getroffen. Sein jüngerer Bruder eilt auf ihn zu, aber es war schon zu spät. Johann vermochte nur noch mit sterbender Stimme zu sagen: „Gib acht auf die Batterie! Laß sie dir nicht lebend erbeuten. Es lebe das Vaterland!" Dann starb ev. Bei Polazzo wurde er begraben. Der Tote, der bereits Besitzerdes Signum laudis war, wurde für eine Auszeichnung ln Vorschlag gebracht. jEugen Saborsky aber hat mit der von seinem älteren Bruder übernommenen Batterie mit großem Erfolge gegen die Italiener weiter gearbeitet. _ („Egyenlöseg.") Aas Testament eines jüdischen Soldaten. Eugen Zoltan, Fähnrich im 86. Infanterieregiment, war seit Kriegsausbruch auf dem Kriegsschauplatz. Bon einer serbischen Kugel verwundet, lag er in einen: Spitale hinter der Front, verlangte aber nach drei Wochen, kaum daß seine Wunde geheilt war, wieder auf den Kriegsschauplatz zurückgeschickt zu werden. Im Winter kämpfte er in Galizien, wurde typhuskrank, wollte jedoch nicht ins Innere des Landes gebracht werden, bloß deshalb, um gleich nach seiner Genesung wieder im Lager der Kämpfenden sein zu können. Anläßlich der Emission