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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-08-20 · 34 (20.8.1915) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
34 (20.8.1915)
Date
1915-08-20
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Lc tk 634 Dr. Bloch'ü Wocheuschrifl Nr. 34 eben in Budapest unter Teilnahme der zahlreichen Familien und der besten Gesellschaftskreise statt. Beide Dahingeschiedene roaren Brüder unseres verehrt:« Mitbürgers, des Herrn Bezirksrates Philipp B a k, der von den beiden so rasch aufeinander folgenden Trauerfällen in seiner Fami.ie schwer getroffen ist. Austritt« aus dem Judentum vom 8. bis 14. August 1915. Adel Alfred Leo, Handlungsgehilfe, ged. 8. Juni 1884 in Budweis, XIV., Sechshausergürtel 3. Jerusalem Erwin Dr., k. k. Auskulant, ged. 27. April 1881 in Nikolsburg, XIII, Auhofstrasse 7a. Krans Juliana, geb 13. Jänner 1496 in Wien, IV., Flciscbmanngasse 5. Rosenzweig Margaretha, recte Rade, geh. 28. Juli 1882 in Czernowitz, Bukowina, Linke Wienzeile, 168. Mäh risch-Ostrau. Der Kaiser hat die von dein Rabbinerstellvertreter Doktor Rubin Faerber unter dem Titel „Unser Kaiser, ein Sendbote Gottes," vorgelegte Sammlung von Predigten für die Familienfideikommissionsbibliothek angenommen und anbefohlen, daß dem Verfasser der Dank bekanntzugeben sei. Innsbruck. (Militärgottesdienst für die Garnisonen Jnnsbrud—6chwaz—H all i. T.) Anläßlich der Geburtstagsfeier Sr. Majestät des Kaisers, hat in der hiesigen Synagoge für die jüdische Mannschaft der Garnisonen Innsbruck— Schwaz—Hall ein Festgottesdienst staltgesunden. Nach Absolvierung des gesanglichen Teiles der Feier durch Herrn Kantor Fingerhut hielt der Landesrabbiner Herr Dr, Link eine von patriotischem Geiste getragene Rede, worauf die Vorstandsdamen des israelitischen Frauenvereines, die Frauen Dannhauser, Dubsky, A b e l e s, die Mannschaft mit Liebesgaben bedachten. Außerdem hat der genannte Verein zur Feier des Tages 100 Kr. für die Prothesenaktion, 50 Kr. für Erblindete der k. u. k. Wehrmacht, 25 Kr. für die Juden in Palästina und 25 Kr. für die Tiroler Landesschützen gespendet. Bad Luhatschowitz. In dem reizend gelegenen Badeorte Luhatschowitz wurde am 8. August als Vorfeier zum Geburtsfeste Sr. Majestät unseres geliebten Kaisers ein „Musikalisch-deklamatorischer Abend veranstaltet. Ein Komitee, bestehend aus den Damen Frau Johanna Beer^ Frau Lina Kupfer, Frau Adele Ieilt n e k, Frau Vilma Schönbeck, Frau Regine S ch ö n b e ck, den Herren Albert Löw, Ehrw. Dr. Nürnberger, Ehrw. Dr. Hoff, Dr. Otto Müller, Professor S. S ch e i r m a n aus Kolomea, bemühte sich den Abend zu einem glanzvollen Feste zu gestalten. Die Mitwirkenden boten hervorragende Leistungen. Ehrw. Herr Dr. Nürnberger aus llng.-Brod hielt an das zahlreich erschienene Publikum eine .schwungvolle, patriotische Ansprache. Di; Damen Frau Vilma Schönbeck, Frl. Marianne Kupfer, Frl. Minna Zwilling, Frl. Olga I e l l i n e k, Frl. Ella I e l I i n e k, Frl. Olga Langer^ Frl. Emmy Sonnenschein, Frl. Flora S ch ö n b e r g, Frl. Trude Nasch, die Herren Alfred W i n a r d t, Edgar Zwilling, Erich Brauner, E. Gottlieb und eine reizende Kinderschar wurden durch reichen und ehrenden Beifall und unzähligen Blumenspenden für ihr ernstes Bemühen belohnt. Herzlichen Dank gebührt Herrn Badedirektor Z a j e c, Herrn Inspektor H o l o n b y und dem verdienstvollen Bürgermeister Herrn Emanuel V e p f c f für die bereitwillige Ueberlassung des großen Lesesaales, der Bühne, des Klaviers u. a. m. Das Reinerträgnis von 400 Kronen wurde Kriegsfürsorgezwecken zugeführt. Pretzburg. (Israel Weiner.) Es wäre eine Unterlassung unserer publizistischen Pflichten, wenn wir es verabsäumten, dem kürzlich im 95. Lebensjahre dahinge'chiedenen Ph.lanthropen den geb/ihrenden Nachruf zu widmen. Er war unter unseren, durch ihren Wohltätigkeitssinn hervorragenden israelitischen Mitbürgern wohl die markanteste Persönlichkeit. Bis in die Sechzigerjahre des vorigen Jahrhunderts zurück reicht W e i n e r s humanitäre Wirksamkeit, da er als Schulvater der Kultusgemeinde für das materielle Wohl der Lehrer sowohl als für die hygienisch: Instandhaltung der alten Volksschule im Schulhof stets eifrig bedacht war. Später entwickelte er eine besondere Sorgfalt für die Winterbekleidung der armen Schulkinder beiderlei Geschlechts, indem er nicht nur aus eigenem materielle Opfer brachte, sondern auch durch persönliche Sammeltätigkeit alljährlich im Spätherbst bei den besser situierten Glaubensgenossen so viel Geld, Stoffe, Wirkwaren rc. sammelte, daß er zu Beginn des Winters zirka 100 Schulkinder mit warmer Kleidung, Schuhen, Mützen rc. versehen konnte. Zur Sicherung dieses seines wahrhaft großzügigen Wohltätigkeitsaktes hat Israel Weiner bei der hiesigen Stadtgemeinde mehrere tausend Kronen Stiftungsgenüsse hinterlegt, damit auch nach seinem Ableben aus dieser Stiftung allwinterlich arme Schulkinder bekleidet werden können. Weit mehr noch aber als durch diese wahrhaft väterliche Kinderfürsorge hat dieser Menschenfreund für seine armen Mitbürger durch die vor 26 Jahren durch ihn erfolgte Gründung des hiesigen israel. Volksküchenvereines gewirkt, er agitierte durch energische Sammeltätigkeit für die Schaffung eines Fondes, arrangierte tagtäglich in persönlicher Dienstleistung den Küchen- und Ausfpeisungsbetrieb, besorgte selbst den Speisemarkenverkauf und war länger als 20 Jahre hindurch sozusagen dieISeele dieser für die Aermstett un,erer Armen so segensreich wirkenden Institution, die sich im Kriegsjahr für die zahlreichen israelitischen Flüchtlinge ganz besonders bewährt, zumal an dem so äußerst niedrigen Speisentarif von nur 4 Heller pro Eemüseportion rc. trotz der enormen Teuerung bis heute nichts geändert wurde. Als Israel Weiner seinen 80. Geburtstag feierte, überreichte ihm Dr. Leopold Stein s. A., als damaliger Vereinspräses einen silbernen Pokal, an seinem 90. Geburtstag vor 5 Jahren L. Wiener ein prachtvolles Kunst-Ehrendiplom als Ehrenökonom der Volksküche; das lebensgroße Porträt des nunmehr Verewigten ziert den Speisesaal der Volksküche seit vielen Jahren. An diesem seinen 90. Geburtstage wurden ihm aber auch von vielen Seiten die gebührenden Ehrenbezeigungen in verschiedenen Adressen, Deputationen rc. dargebracht, so z. B. vom hiesigen israel. Altersversorgungshause, vom israel. Knabenwaisenhaus, vom israel. Waisenmädchenverein, vom israel. Iünglingsoerein, vom ,,Oser Dalim", von der Ehewra-Kadischa rc.; in allen diesen Instituten wirkte Israel Weliner jahrzehnte hindurch als Direktions- oder Ausschußmitglied in verdirnstvollfter, opferwilligster Weise. Und so mußte denn auch dieser Nestor des wohltätigen Pozsöny von uns scheiden; sein leuchtendes Beispiel aber und sein Andenken werden stets unter allen fortleben, die ihn gekannt und mit ihm gemeinsam zu wirken das Glück hatten. Feuilleton. Der Feldrabbirrrr. Einen stimmungsvollen Bericht über oie Begegnung seines Berichterstatters Arpad Pasztor mit einem Feldrabbiner finden wir in einer der letzten Nummern des „Ez Est": „Bart, Zwicker, sonngebräuntes Gesicht, gedrungene Gestalt, feldgraue Hose, schwarzer Priesterrock, mit drei goldenen Borten am Aermel, Offiziersmütze, an seiner Brust die Tapserkeitsmedaille am weißen Bande. In dieser Gestalt stelle ich den Dr. Samuel Lemberger vor, den Rabbiner von Szent-György, jetzt Feldrabbiner der Armee des FML. Hadffy. Es war in Kaschau. Zwischen den Schielten sehe ich den Feldrabbiner, in seiner Hand die neueste Nummer des „Berliner Tageblatt", eilt er zurück in sein Abteil. Es ist sicher Lemberger, von dem ich dieser Tage las, daß er ausgezeichnet wurde. Ich stelle mich vor, er ist es wirklich. Der Zug setzt sich in Bewegung. Kurz darauf kommt er in unser Abteil. Zusammen fahren wir bis Eperjes; er von dort weiter bis Lemberg oder tucitn möglich nach Lemberg. Sein Truppenkörper ist der Armee Mackensen zugeteilt. „Haben Sie Mackensen schon gesehen?" „Ja. . . . Wie alle deutschen Heerführer ist auch er an die äußerste Front gekommen und untersuchte die Schützengräben." „Wo waren Sie beim Durchbruch von Gorlice, ehrwürdiger Herr?" „Unter Gorlice. Mit dem reformierten Geistlichen Michael Ivo lvar ich zusammen in einem Geschützstand. Eine drei Kilometer lange Schlachtlinie übersahen wir. In dieser Entfernung arbeiteten 120 bis 135 Geschütze, hinter der Geschützlinie auch zwei 30 5 Mörser. Diesem Feuer war es nicht möglich zu widerstehen. Von der ersten Linie brachte man einen russischen Gefangenen. Als man ihn nach rücklvärts brachte, begannen unsere Mörser zu sprechen. Er warf sich zu Boden, machte das Kreuz und begann zu beten. Auf unsere Frage, lvarum er dies tue, erwiderte er bleich, daß man auch in den Schützengräben bete, wenn sich ein Geschoß der 30 5 er nähere."

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