Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 34 (20.8.1915)
- Date
- 1915-08-20
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 34 Dr. Bloch'S Wochenschrift Tritt' 633 Sam. Marr, Vorstand der israel. Gemeinde, Sandhaufen (Amt Heidelberg) Kr. 13.— S. Simsohn, Kantor in Sohrau (Obrrschlesien) „ 11.84 Israel. Gemeinde, Wolshagen (Bez. Kassel) „ 13.15 H. Judas, Bergheim (Elsaß) „ 5.25 Louis Wallerstein, Vorstand der israel. Synagogengemeinde, Hockenheim (Baden)- ., 13 15 Moses Hofmann, Lehrer in Rothenburg o d. Tbr. „ 40.— S. Schul, Kantor in Fordon a. d. Weichsel „ 33.68 Louis Weil, Rarchim, Deutschland „ 81.13 Vorstand der Synogogeng-meind», Bleche ode, Deutschland „ <0.— I. Rotschild, Lehrer in Heubach, Kreis Schlüchtern, . Deutschland ,. 6.57 D. Behr Heinsberg (Rheinland) „ 13.14 Meier Heller, Kantor und Lehrer, Leutershausen, Baden „ 39.17 A. Ratz, Oberkantor, Hagenau im Elsaß „ 73.91 Kantor Dreyfutz, Kembs (Eisatz) „ 5.91 D. Baracker, Lehrer, Odenbach (Rheinpsalz) „ 35.52 Wir danken allen geehrten Spendern auss herzlichste und bitten, da jetzt, bei dem siegreichen Vorgehen der verbündeten Truppen, die Rückkehr in die Heimat für unsere erili'rten Kollegen in nahe Aussicht gestellt ist, uns auch fernechin in unserem Bestreben den Erilierten -auch bei der Wiederausrichtung ihrer Heimstätten beizustehen, nach Kräften zu unterstützen. Das Komitee: Don Fuchs Oberkantor der israelitischen Kultusgemeinde im Stadt-Tempel. Wien, 1. Bez., Postgasse 16, Postsparkassen-Rr. 28127, Obmann. M. M a t y a s, M. B. Kaufmann, I. Schleifer, Erste Kantoren. L. Müller, S. Löwy, Oberkantoren.;. I. Löwit, Kantor und Chordirigent. Z. S m o t r i tz k y, B. I l m e r, M. W e i tz m a n n, Kantoren. Verein „Nactisike hadath“ Wen. II., Ob. Augartenstratze 40. Zugunsten der Ausspeisungsaktion sind für die notleidenden Flüchtlinge dem obigen Vereine nachstehende Spenden-zug.'kommen: B. Fischer, Plauen und Dankow.cz, Antwerpen, durch Jakob März Kr. 50.—; Faust Hammerseid, Wertheimer und Siegmann durch Jakob März Kr. 10.—; Frau Fanny Breit durch Frau Sternberg Kri 20.—; S. Kronfeld, Kiesling Kr. 10.—; Heinrich Bober Kr. 10.—; k. k. Staatsbahnrat und Ingenieur Ernst Brod Kr. 10.—; Sammlung Frau Kurze.' Kr. 10.—; Sammlung Frau Edelstein Kr. 6.—; Jonas Knopp durch Sternberg Kr. 5.—; Iosefine Mano, Polankow, durch Frau Kurzer Kr. 4.—; Sophie Färber, Znaim Kr. 3.—; Sigm. Barber Kr. 3.—; H. Eisner Kr. 1.—; zusammen Kr. 142.—. Spenden für den Verein werden gebeten durch unseren Kassier Herrn Simon Sternberg, 2. Bez., Rembrandtstratze 39, oder durch Posterlagschein 106318 zu überweisen. Anläßlich des Allerhöchsten Eeburtsfestes Seiner Majestät des Kaisers fand Mittwoch, den 18. August d. I., um 8 Uhr vorm., in unserem Vereinslokale in Anwesenheit des Vorstandes und sämtlicher Flüchtlinge ein solenner Gottesdienst statt, wob;i zum Schlüsse die Kaiserhymne gesungen wurde. Kaiser Franz Josef I.-HuldigungLemp l, 2. Bezirk, Pazmanitengasse 6. Die in unserem Tempel noch übrigen Tenrpelsitze wrrden in der Vereinskanzlei täglich von 2 bis 3 Uhr nachmittags und von 6 bis 7 Uhr abends abgegeben. Mit Rücksicht auf den allgemeinen wirtschaftlichen Notstand wurden die Preise entsprechend herabgesetzt. _ Der Vorstand. Hebräische Sprachkurse. Wie bereits berichtet, eröffnete der Jüdische Handlungsgehilfe n-V e r b a n d im August neue Unterrichtsfurse in hebräischer Sprache für Anfänger und Vorgeschrittene. Die Kurse stehen unter ber bewährten Leitung des Herrn Israel Kästenbaum. (Methode Iwrith b'iwrith.) An dem Unterrichte können Damen und Herren teilnehwen. (Regiebeitrag Kr. 1.— monatlich.) Anmeldungen werden noch Samstag, den 21. d. M., von 8—9 Uhr abends, und Sonntag, den 22. d. M., von 10—11 Uhr, in der Verbands- . kanzlei, 2. Bez., Obere Donaustratze 65, entgegengenommen. Wien. (Goldene Hochzeit.) Samstag, den 21. d. M., .9 Uhr voftnittags, findet im israel. Tempel, 2. Bez., Leopoldsgasse, die goldene Hochgeitsfeier des Ehepaares Chaim Schwarzstein, 2. Bez., Flohgasse 10, statt. Herr und Frau Schwarzstein, die sich trotz kümmerlicher Verhältnisse anständig und würdig fortgebracht haben und sich deshalb in ihrem engeren Bekanntenkreise der besten Sympathien erfreuen, begehen in körperlicher und geistiger Frische das Fest der goldenen Hochzeit und sei aus diesem Anlasse dieses würdige Paar der Wohltätigkeit edler Menschen,'reunde emp,ohlen. Dr. Henry Bar und Joachim Bak. Zwei schwere Todesfälle aus einer Familie haben wir heute unseren Leser-n zu vermelden. Aus Atlanta, der Hauptstadt des Staates Georgia in den Vereinigten Staaten, langt die Trauerbotschaft ein, daß Dr. Henry Bak daselbst gestorben ist. Dr. Henry Bak entstammte einer angesehenen ungarischen Gelehrtenfamilie, machte aber seine medizinischen Studien Ende der 1866er- und anfangs der 1870er-Iahre unter Rokitansky, Hyrtl, Skoda, Billroth rc. hier in Wien, ging dann zur Absolvierung von Spezialstudien zu Riemeyer nach Winz bürg, zu Traube nach Berlin, zu Relaton nach Paris und 1873 nach Louisville in Amerika und von da nach Chicago, woselbst er sich als ausübender Arzt niederlietz. Hier erschien von ihm in englischer Sprache ein Buch über die auf ihrem Höhepunkt stehende Wiener Hochschule, welches in amerikanischen Aerztekreisen große Verbreitung erlangte. Von hier aus verbreitete sich sein Ruf als Arzt und Internist derart über die Vereinigten Staaten, dätz er eine Berufung an die Universität von San Franziska erhielt und daraufhin Chicago verließ. In San Franziska ward sein großes Haus ein geschätzter Sammelpunkt der Kunst un) Wissenschaft und eine wahre Zufluchts- und Probestäite für die damals rege Einwanderung österreichischer und deutscher Künstler und Gelehrter sowie es bekannt war, daß er für Arme und Hilf: bedürftige stets ein offenes Herz und geradezu eine verschwenderische Hand hatte. Aus allen Teilen Amerikas von Heilungsbedürftigcn aufgesucht, hat sich Dr. Henry Bak überarbeitet und mutzte er klimatischer Verhältnisse halber San Franziska verlassen und nach dem Südstaate Georgia übrrsiede.'n, in dessen Hauptstadt Atlanta er eben sein ehrenvolles Leben abschlotz. Bemerkt sei, daß Doktor Henry Bak seit seiner Jugend auch po.itisch und publ Misch tätig war. Er war einer der ersten, der .gleich nach 1866 hier in Wien für einen engen brüderlichen Anschluß Oesterreichs an Deutschland in Wort und Schrift kämpfte. Er war auch in Amerika ein unermüdlicher Kämpfer für die dem Deutschtum gebührende Stellung in Staat und Gesellschaft und bildeten seine diesbezüglichen, sowohl deutschen als auch englischen publizistischen Leistungen oft den Ausgangs- und Kernpunkt für Neugestaltungen, die den draußen lebenden Oesterreichern und Deutschen gleichmäßig zugute kamen. Dr. Henry Bak hat ein Alter von 69 Jahren erreicht und hinterläßt eine Witwe Mit zwei Söhnten und drei Töchtern, die durchwegs geachtete Stellungen einnehmen und bei den ihrem Vater von allen Seiten dargebrachten letzten großen Ehrenbezeigungen versammelt waren. Nun gelangt die Nachricht an uns, daß in Budapest der pensionierte Kommunalschulprosessor Joachim Bak, ein älterer Bruder des vorigen, am 10. d. M., ebenfalls gestorben ist. Auch dieser hat ein ehrenvolles Leben als Schulmann hinter sich. Er war ein Iugendbildner, der es verstanden hat, bei der ihm anoertrauten Jugend nicht nur Interesse, sondern wahre Liebe zur Schule hervorzurufen. Eine bedeutsame Episode aus dem Werdegang dieses Mannes mag denselben wohl am besten charakterisieren. In seiner Heimatstadt Szegedin wurde er, der als Erster seiner Klasse rangiert zu sein verdiente — damals wurden die Schüler in allen Schulen noch nach ihren Erfolgen nummeriert — als Dritter hinaufgesetzt. Der in seinem Ehrgeiz dadurch stark gekränkte Knabe weigerte sich daraufhin bei Beginn des nächsten Schuljahres die Schule unter demselben Oberlehrer weiter zu besuchen. Er wurde nun von seinem Vater absichtlich zu einem schweren Handwerk in die Lehre gegeben, damit er desto rascher reuig in die Schule zurückkehrte. Der schwächliche Knabe ertrug aber alle Strapazen des Handwertz mit musterhafter Geduld und mtt ebensolchem Eifer und blieb in seiner Abneigung gegen den ungerechten Oberlehrer bei seinem Handwerk. Tagsüber bei der schweren Arbeit (Gelbgietzerei), setzte er nachts seine unterbrochenen Studien als Autodidakt fort. Als er dann nach Absolvierung der L.hrlingszeit, des Gefellentums und der damals obligaten Wanderzeit, seine Meisterschaft erlangt und gezeigt hatte, daß er auf jedem Gebiete seine Pflicht zu erfüllen verstand, ging er nach Budapest und bestand alle Prüfungen der Lehrerpräparandie ganz ausgezeichnet. Er wurde nun Hauptschullehrer in Fünskirchen, später in Leva und als er alsbald auch die weiteren höheren Prüfungen bestanden hatte, wurde er als Professor an die Kommunalschule nach Temesvar berufen, woselbst er in ehrenvollster belobtester Weise über 30 Jahre tätig war. Erwähnen wir noch, daß der Verstorbene sehr geschützte fachwissenschaftliche und pädagogische Arbeiten, nicht nur an inländische deutsche und ungarische, sondern auch französische und englische Zeitungen in den Originalsprachen geliefert hat, dann wird man mit uns wohl übereinstimmen, daß hier ein Selfmademan ersten Ranges, wie solche heute leider sehr selten anzutreffen sind, die Augen für immer geschlossen hat. Der Dahingeschiedene hat ein Alter von 80 Jahren erreicht und fand das Leichenbegängnis