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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-08-20 · 34 (20.8.1915) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
34 (20.8.1915)
Date
1915-08-20
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Nr. 34 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 629 und die ineinander greifende Verbindung zwischen den ägyptischen mesopotamischen und syrischen Arabern eure Unterbrechung erfahren würde. Es ist nur zu begreiflich, daß diese antiarabische Schrift unter den Arabern großer Erbitterung begegnet ist. Auch die Engländer sind jetzt sehr eifrig in der Verbreitung, von .Palästinaschriften. So verbreiten sie eine anonyme Flugschrift, in welcher von der Autonomie Palästina die Rede ist- und es entspricht ganz des während des Krieges schon so oft zutage getretenen Mangels an Wahrheitsliebe der Engländer, daß sie zur selben Zeit auch für die Araber zugeschnittene Flugschriften herausgeben und vertreiben, in denen sie den Arabern ein einheitliches arabisches Reich versprechen und von einem jüdischen Palästina nichts ivissen wollen. Kakgen und Karg in der Amtsstube. Die „Polnischen Nachrichten" melden aus Piotrkow: Dem „Dziennik Narodowy" wird aus Zarnow (Gouvernement Radom) geschrieben: In der Mitte des jüdischen Friedhofes, auf der Stätte, wo einst die Gräber waren, stehen vier Galgen. Ueber diese Galgen erzählt die Bevölkerung der gänzlich in Trümmern liegenden Stadt haarsträubende Dinge. Zum Stadtkommandanten in Zar - now wurde der Stabshauptmann der 23. Division des 3. kaukasischen Regiments, ein gewisser L u s z e z e w s --- kij, bestellt. Dieses saddistisch angelegte Individuum konnte nicht einen einzigen Tag vorübergehen lassen, ohne einige Menschen zu hängen. Er ließ Polen und Juden massenhaft wegen kleinster Vergehen oder auch gänzlich ohne Grund hängen. Die Parteien wurden in einem Zimmer empfangen, wo ein Galgen en miniature aufgestellt war und wo sich ein Sarg befand. Die In teresscnten begrüßte er mit den Worten: „Hund, du sollst die volle Wahrheit sagen, sollst lasse ich dich aufhängen und in diesem Sarge ins Jenseits befördern." * * In Slupa Wolia bei Kielce haben die Kosaken, kurz ehe die Russen den Ort räumen mußten, am 15. Mai noch eine himmelschreiende Schandtat verübt. Einige Kosaken kamen zu dem jüdischen Bürger I e ch i e! Kestenberg, 45 Jahre alt, und verlangten die Herausgabe seiner Tochter. Er weigerte sich entschieden, dies zu tun. Als die Kosaken gewaltsam in das Zimmer der Tochter eindringen wollten, leistete ihnen der Vater Widerstand. Die Kosaken zerstachen und zerhackten den Unglücklichen und schändeten dann vor der Leiche des Vaters die Tochter; dann raubten sie das ganze Haus aus. Die entsetzliche Tat hat auf die jüdische Bevölkerung, die 300 Familien zählt, einen erschütternden Eindruck gemacht. Militärische Durchsuchung der großen Petersburger Synagoge. Aus Petersburg erhält die „Frankfurter Zeitung" auf Umwegen die Nachricht, daß die Militärbehörden an den jüdischen Pfingsttagen in der großen Petersburger Synagoge zur Zeit des Gottesdienstes eine gründliche Durchsuchung vorna h meu. Man glaubte, daß in der Thoralade Vorrichtungen für drahtlose Telegraphie angebracht seien. Brief aus der Gefangenschaft. Herr I. Stern, 2. Bezirk, Glockengasse 25, erhielt von seinem Neffen, einem Wiener Bankbeamten, der als Kadett an: 3. September v. I. als Schwerverwundeter in russische Gefangenschaft geriet, am 7. d. M. eine vom 26. Mai datierte Karte aus Sibirien an der chinesischen Grenze, in der er unter anderem schreibt: „Ihr müßt gewiß auch jetzt schwere Zeiten durcbmachen, umsomehr als, wie ich gehört habe, unser ehemaliger Geschäftsfreund A Katzelmach zur Konkurrenz übergegangen ist. Ich will j. doch hoffen, daß dies auf den weiteren guten Geschäftsgang keinen großen Einfluß machen wird“. * * * Robert Heller, Kadett im k. u. k. Feldjägerbat. 23, Sohn des Armenrates Hugo Heller in Wien, geriet in russische Gefangenschaft und befindet sich gegenwärtig in Tomsk. Korrespondenzen. Kaisers Keburlstag. Zum zweitenmale feierten die Völker Oesterreich- Ungarns, feierte unsere sieg- und glorreiche Armee das Geburtsfest ihres erlauchten und vielgeliebten Herrschers mitten im Waffengetümmel und Kriegslärm. In ernster, sturmbewegter Zeit richten sich aller Blicke auf den Monarchen, der friedliebend, wie wenige Herrscher, sich gezwungen sah, zun: Schutz gegen den Angriff raublustiger und heimtückischer Gegner das Schwert zu ziehen. Er hat das kostbare Gut des Friedens emsig gehütet, solange die Sicherheit und die Würde des Staates es erlaubte, aber der Friedenskaiser vergaß nicht an den notwendigen Schutz für seine Völker, und als die entscheidungsschwere, schicksalsvolle Stunde kam, da er sein Heer und seine Flotte zum Kampf aufrufen mußte, fanden unsere Feinde ein starkes, einiges und entschlossenes Oesterreich-Ungarn vor. Den: Wort ihres teuren väterlichen Herrschers folgend, warfen sich die Völker der Habsburgischen Monarchie mutig und siegesbewußt dem übermächtigen Feinde entgegen. Denn alle wußten und fühlten, daß ihr Kaiser nur für eine gerechte und heilige Sache zur scharfen Wehr gegriffen habe, und an seinem leuchtenden Vorbild entzündeten sich ihre Herzen. Nichts mag wohl für unsere Gegner eine bitterere Enttäuschung gewesen sein, als dieses mächtige Aufflammen der Vaterlandsliebe in unserem Staate, den sie ohnmächtig, hilfloser Verwirrung anheimgefallen wähnten. Unter allen Völkern Oesterreichs ist keines, welches mit innigerem Danke und mit heißerer Liebe zu den: allgütigen Kaiser emporblickt als der jüdische Volksstamm, welcher Seiner Großmut und Seiner Weisheit Freiheit und Licht verdankt, und welchem Seine hohe Güte durch eine lange Regierung stets den gnädigsten Schutz gewährt hat. Wir danken aber auch unserem erlauchten Kaiser dafür, daß Sein scharfes Schwert im Vereine mit dem Seiner glorreichen Verbündeten die Zwingburgen des Zarismus zerschmettert hat und die jahrhundertalten Fesseln des jüdischen Volkes in den westlichen Provinzen Rußlands zerrissen und gelöst hat. In allen jüdischen Gotteshäusern der österreichischungarischen Monarchie wurden Dankgebete zum Himmel emporgesendet, daß eine gnädige Vorsehung unseren greisen Monarchen jugendfrisch und geisteskräftig zu unserem Glücke uns erhalten hat und heiße Bittgebete, daß es dem allgütigen Vater im Himmel gefallen möge, ihn noch lange Jahre an der Spitze der Habsburger Monarchie zu erhalten, gekrönt von der Glorie des Sieges nach einem ruhmreichen Frieden, den er seinem Reiche erstritten. Zur Frage des Gemeindebundes. Ich will auch Herrn .Kultusvorsteher S. B r o d nicht ohne Antwort lassen. Er möchte „im Bunde der Dritte" sein und er sei willkommen; allein er möge bedenken, daß ein „Dreibund", dank dem..Dritten", neue-

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