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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-08-20 · 34 (20.8.1915) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
34 (20.8.1915)
Date
1915-08-20
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Sette 628 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 34 Zum würlternbergHchcn Offizier: Buchau a. F. Offizier-Stellvertreter Siegbert Einstein, Inhaber des Eisernen Kreuzes und der Württembergifchrn silbernen Tapferkeitsined aille. Zum Leutnant: Frankfurt a. M. Bernhard Trier, zurzeit auf dem östlichen Kriegsschauplätze. Zum Leutnant der Laudwehr-Jnfanterie, 2. Aufg. .Gießen. Mendelsohir, Offizier-Aspirant, Landsturm- Jnsantcriebataillon. * Zu Leutnants der Landwehr-Pioniere, 2. Aufg. Düsseldorf. Karl Weil, bei der k. u. k. Armee im Süden. Rockehausen. Jakob Krämer. Zum Stabsarzt. Berlin. Dr. Löwenheim. Sonstige Auszeichnungen. Berlin. Das Mecklenburgische Verdienstkreuz erhielt Arthur Piek (9t. d. E. K.). Chemnitz. Das Mecklenburgische Verdienstkreuz 2. Klasse erhielt Dr. med. Berliner, Oberarzt beim Stabe des 2. Bataillons des Infanterieregiments Nr. 362. Frankfurt a. M. Gefreiter Artur Heinemann verdiente sich die Hessische Tapferkeitsmedai.le und das Anhalti'ch: Verdienstkceuz. — Rechtsanwalt Dr. Carleoach, Leutnant der Reserve im ersten bayerischen Reserve-Feldartilleriereginlent, Inhaber des Eisernen Kreuzes, erwarb sich den Bayerischen Militärverdienstorden mit Schwertern. Fürth. Artur Bär lein, Leutnant der Reserve im ersten bayerischen Reserve-Feldartillerieregiment, Inhaber des Eisernen Kreuzes, erhielt den Bayerischen Verdienstorden vierter Klasse mit Krone und Schwertern. Gau-Odernheim. Assistenzarzt Otto Köhler, erhielt das Hessische Militärsanitätskreuz. Lehrcnsteinsed bei Heilbronn Landsturmmann Wolf Hirschheim er ist die Württembergischr Silberne Verdienstmedaille für Tapferkeit und Treue verliehen worden. Nürnberg. Stabsarzt Dr. K r o n a ch e r, Martin Stahl, Oberleutnant der Landwehr im 6. bayerischen Feldartillerieregiment, beide Inhaber des Eisernen Kreuzes, erhielten den Bayerischen Verdienstorden vierter Klasse mit Krone und Schwertern. — Das Bayerische Militär-Verdienstkceuz 2. Klasse mit Krone und Schwertern erhielt Fritz Pfeiffer, Offizier-Stellvertreter eines Landsturmbataillons, Bruder des bereits mit dem Eisernen Kreuze ausgezeichneten Hans Pfeiffer. — Das Bayerische Verdienstkreuz 3, Kl. mit Krone und Schwertern erhielt Berthold Maas, Inhaber der gleichnamigen Firma- Windsheim. Justin Walter, Unteroffizier im 6. bayeichen Feldartillerieregiment, verdiente sich das Bayerische Mintärverdienstkreuz mit Krone und Schwertern. Würzburg. Julius K a tz m a n n, Leutnantder Reserve im Feldartillerieregiment Nr. 21 und Inhaber des Eisernen Kreuzes, ist mit dem Bayerichen MilitäroerLimstorden ausgezeichnet worden. Von den nach Außkand verfchkeppten Geiseln. Der Oberrabbiner aus Jaslo Josef Rubin wurde von den Russen als Geisel mitgeschleppt, weil er sich weigerte, beim Gottesdienst das Gebet für den Zaren anstatt wie bisher für Kaiser Franz Joses vor der Bundeslade zu verrichten. Als Geisel wurde er zunächst nach Lemberg geschleppt, wo er vier Wochen im Gefängnis blieb. Bon dort sollte er nach Kiew zu Fuß gebracht werden, allein angesehene Juden habet! den Russen fünfzig Rubel .geschenkt, dafür, daß man ihm gestatte, die Strecke per Bahn zurückzulegen.' Von Kiew aus hat er bereits seinen Angehörigen die Ankunft bestätigt. Aus dem deutschen Keere. Der Reichstagsabgeordnete Dr. Ludwig Haas- Karlsruhe, der als Unteroffizier der "Landwehr in den Krieg gezogen war, sich schon nach kurzer Zeit das Eiserne Kreuz 2. Klasse holte und einige Monate später zum Offizier befördert wurde, erhielt kürzlich das Eiserne Kreuz 1. Klasse. Dr. Haas ist Ausschußmitglied des Vereines zur Abwehr des Antisemitismus; aus der Generalversammlung des Vereines im Jahre 1912 hielt er eitlen Vortrag über „Deutschtum und Judentum". — Zu den jüdischen Rittern des Eisernen Kreuzes 1. Klasse, deren es bisher etwa 15 gibt, gehört ferner der Offiziersstellververtreter Wilhelm Frankl aus Frankfurt a. M., Flugzeugführer in einer Feldsliegerabteilung. — Den Heldentod fand vor kurzem der mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl. ausgezeichnete und zum Offizier ernannte Lehrer ain jüdischen Lehrerseminar zu Berlin Gottfried Send e r. Daß er eine tapfere Natur war, das hat er ilicht nur in diesem Kriege bewiesen, sondern auch schon früher durch eine kühne Tat, wegen derer ihn die Rettungsmedaille zierte. — Der königliche Regierungsbaumeister Alexander B ä r w a l d aus Lichterfelde ist zunr Leutnant zur See bei der Matrosenartillerie befördert worden, und befehligt jetzt ein Festungsforts. Schon vor längerer Zeit erhielt er das Eiserne Kreuz. Vor hundert Jahren. Daß cs vor hundert Jahren schon Offiziere jüdischer Religion in Bayern gab, zu einer Zeit, da die Juden unter schwerem Drucke und unter demütigender Zurücksetzung schmachteten, ist wohl wenig bekannt. Ein Sohn des hochangesehenen Parneß der Jndengemeinde zu Mt. Uehlfeld in Mittelfranken war um 1815 Offizier der Nationalgarde. Das betreffende Dekret verdient als Denkmal seiner Zeit der Vergessenheit entrissen zu werden. Es lautet: „Seine Majestät der König usw. geruhen hiermit, den Simon Hirsch Rose n - s e l d als Hberlieutnant bei Allerhöchst Ihrer Nationalgarde III. Klasse des Landwehr-Bataillons Neustadt allergnädigst zu ernennen, in welcher Eigenschaft derselbe von Jedermann anzuerkennen und zu achten ist. Ansbach, den 29. Juli 1815. König. Bawr'sches General-Commissariat des Rezatkreiscs. Daerburg." — Ein Bruder des also Ausgezeichneten war der erste wissenschaftlich vorgebildete Rabbiner in Bayern, S a m s o n Wolf Rosenfeld, ein eifriger Vorkämpfer der Emanzipation. Fast hundert Jahre später wurde wieder ein jüdischer Krieger aus dem zur Kleingemeinde gewordenen Uehlfeld Leut-, nant in einem bayerischen Infanterieregiment. Zur KriegsMeralur üöer Datästina. Die Palästinafrage nimmt in der Kriegsliteratur einen ziemlich großen Platz ein. So weist L. M. im „Egyenlöseg" ans ein Buch eines arabischen Autors, Abdallah al Fahra, hin, welches den Titel „The relalion betweim Turkey and ßussia.“ (Die Beziehungen zwischen der Türkei und Rußland) führt. Sehr bezeichnend für die arabische Auffassung ist es, daß der Autor in seinem Buche Rußland anklagt, daß es die Juden in Palästina ansiedle, um auch auf solche Weise sich in Palästina eine Interessensphäre zu schaffen. Zu dieser Richtung gehört auch eine "Anzahl arabischer Zeitungsartikel, in welchen gegen die palästinensischen Plätze der Juden agitiertwird. Die gerade entgegengesetzte Ansicht vertritt ein türkischer Autor, Osman Ar a n i, der in einer ,,,Les juifs en Tiu-qiiie“ betitelten Broschüre auseincrndersetzt, daß. ganz gut davon gesprochen werden könne, daß das Türkentum ein jüdisches Palästina schaffe, weil dadurch ein Damm gegen das arabische Element errichtet würde

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