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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-08-20 · 34 (20.8.1915) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
34 (20.8.1915)
Date
1915-08-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 34 Dr. Blocks Wochenschrift Seite 625 scheu Stellungen nähern, konnten. Er konstatierte, daß der Czarnafluh an jener Stelle nicht,' wie es die russische Karte qufweist, einen, sondern zwei Arme hat. Ohne Befehl, bezw. trotz des Befehles übersetzt er auch diesen Arm und läßt eine Brücke über ihn schlagen. Dies geschah aber schon im starken feindlichen Feuer. Die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse war der Lohn seiner Heldentaten. 25. und 26. März: An diesen Tagen gab er wieder Beweise seines beispiellosen Heldenmutes. Am 25. März hat Leutnant Dr. Lörincz, Kompagniekommandant, drei Angriffe der Russen abgeschlagen, hielt seine Position mit 86 Mann während sechseinhalb Stunden, bis Verstärkung kam. Der 25., 26. unö 27. März waren die glorreichen Tage des Regimentes. In einer 300—400 Meter breiten Front griffen zwei russische Regimenter Tage hindurch, jedoch ergebnislos, an. 1500 russische Leichen lagen ungefähr 100 Schritte von unseren eigenen Stellungen entfernt. Dr. L ö r in c z erhielt zum Andenken an die herrlichen Tage des 25. und 26. März das Signum laudis. 10. Mai: Oestlich Krukienice (Galizien) führte er ein Halbbataillon (zwei Kompagnien) gegen einen befestigten russischen Stützpunkt. Er nahm auch die -erste russische Stellung ein. Weiter kam er nicht. Die Russen gingen mit dreifacher Uebermacht zum Gegenangriff über. Dr. Lörincz vermochte wohl die übrigen Lsnien nicht zu besetzen, aber das Ziel, möglichst große russische Kräfte zu binden, war erreicht. Damals wurde er in einem Divisionsbefehle durch den Divisionärgeneral belobt. Der General schlug ihn gleichzeitig zu einer Auszeichnung vor und Se. Majestät Zeichnete den heldenmütigen Offizier mit dem Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration aus. Am 28. Mai nahm er bei Buchovice mit seiner Kompagnie an-dem denkwürdigen Angriff der Sechsundachtziger teil, in welchem Gefechte 1000 Russen, 4 Maschinengewehre, 5 Offiziere (1 Oberst) in unsere Hände gerieten. Bei einem Gefechte am 10. Juni wurde er auf seiner rechten Schulter verwundet und befindet sich jetzt nach zehnemhalbmonatigem ununterbrochenen Kampfe in einem Budapester Spitale in Pflege. Teine Wunde ist im Heilen begriffen und Dr. Lörincz wird demnächst auf den Kriegsschauplatz zurückkehren. Der ausgezeichnete Hakmudist. Richard Fleischer, ein ausgezeichneter Talmudist aus Neuhäusl, woselbst er auch als Handlungsgehilfe tätig war, befand sich bei Kriegsausbruch als zweijähriger aktiver Soldat in Komorn, als manipulierender Unteroffizier mit dem Range eines Korporals. Bevor er in den Krieg zog, wurde er zum Zugsführer befördert. Er war bereits vier Monate auf dem nördlichen Kriegsschauplätze gewesen, wo er gelegentlich seine Kameraden, welche vom-Train abgeschnitten waren und großen Hunger litten, dadurch rettete, daß er ihnen im größten Feuer Nahrungsmittel herbeischaffte, wofiir er züm Feldwebel vorrückte. Nach einer Krankheit wieder auf den nördlichen Kriegsschauplatz zurückgekehrt, hatte er sich in den letzten Wochen durch seine Tapferkeit so sehr ausgezeichnet, daß er die silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse erhielt. Für seine Frömmigkeit ist es bezeichnend, daß er in der Front, große Entbehrungen ertragend und bloß von den mitgenommenen Koscherkonserven und von erreichbaren Koschexspeisen lebend, bisher nicht rituell zubereitete Kost jioch:nicht angerührt hat. Rudolf Fleischer ist) ein Brüder des Verfassers des ungarischen Werkes für die jüdische Jugend „Vier Söhne Sigmund Fleischer" (Meszaros), und des Schriftstellers Leopold Fleischer, Redakteurs des „Rite bachurim". Der Kekd van Ireiüofel. Auf dem italienischen Kriegsschauplatz, in den, Tiroler Alpen, steht der 2500 Meter hohe Freikchtzl, jSftei Italiener hatten diese Bergspitze vor Ausbruch des^pieges besetzt. Vom Szegediner 46. Infanterieregiment meldeten sich nun 25f0 Mann freiwillig zur Rückeroberung der Bergspitze. Ihr Führer wurde Franz Földesi, ein Bankbeamter aus Szegedin, der einzige Sohn einer in Mako lebenden Witwe, welcher sich gleichfalls zu diesem waghalsigen Unternehmen freiwillig gemeldet hatte. Von 7 Uhr abends bis 4 Uhr morgens klettern die Szegediner ^Jungen ununterbrochen die Felsen hinan. Um 4 Uhr morgens sehen sie sich den Italienern gegenüber. Fähnrich Földesi eröffnet den'Kampf. Um 8 Uhr morgens hißte Franz Földesi auf dem Freikofel die ungarische Fahne. Wir hatten den Berg ein für allemal von den Italienern zurückerobert. Földesi erhielt für seine Heldentat die große goldene Tapferkeitsmedaille, nachdem er 'bereits auf dem russischen Kriegsschauplätze für einen von ihm unternommenen nächtlichen Sturmangriff und für die erfolgreiche Durchführung einer Umzingelung die große silberne, die kleine silberne und die bronzene Tapferkeitsmedaille erhalten hatte. („Egyeulöseg.") Der Heldenmut der polnischen Juden. Budapest, 3. August. „Az Eft" bringt hochinteressante Schilderungen aus den Kämpfen um Lemberg. Hiernach waren die berühmten Szek.lertru-ppen zur Erstürmung der Lemberger Landstraße ausersehen. In eine stark gedichtete SDklerkompagnie wurden 400 polnische Juden, sämtlich alte Laudftürmer mit langen Bärten und Ringellöckchen, eingerciht und der Pefehl gegeben, die polnischen Juden nicht anzutreiben, wenn sie während des Sturmes Zurückbleiben würden. Der Sturm begann. Die Szekler liefen mit außergewöhnlicher Heftigkeit gegen die Russen an und schlugen mit Doppelspaten und Gewehrkolben rücksichtslos drein, obwohl der Feind die Angreifer durch ein fürchterliches Feuer fernzuhalten versuchte. Die polnischen Juden machten ohne Ausnahme den Sturm begeistert mit. Sie hatten ihre Gebetriemen um die Stirn gewickelt und riefelt während des Anlaufes den alttestamentarischen Kampfruf: Sch'ma Jisroel (höre, Israel!). In diesem leidenschaftlichen Kampfe kam der ganze Haß des polnischen Judentums gegen seine Bedrücker elementar zum Ausbruch. Die außergewöhnliche tapfere Haltung dieser polnischen Juden, die allgemein bewundert wird, hatte eine bedeutungsvolle Wirkung, denn nach einstündigem heißen und blutigen Ringen wurde die Ruffenfront durchbrochen und die Landstraße von den Szeklern und den polnischen Juden genommen. Verein „Jüdische Kultur" im Kriege. Vom Verein „Jüdische Kultur" sind sämtliche aktive Mitglieder ohne Ausnahme im Dienste des Vaterlandes; von den Alten Herren zehn, davon sechs Landsturmingenieure. Fast alte sind im Felde, einige bereits dekoriert, andere verwundet oder kriegsgefangen. Jüdische Ilamilien im Aelde. Der Holzhändler Moriz L ö w y in Teschest -ist löse man uns schreibt, ein Altersgenosse unseres Kaisers. Heer L ö w y, der am 18. August sein 85. Geburtsfeft feiert, ist am 18. August 1830 geboren und erfreut iich vollster geistiger und körperlicher Frische. Dreizehn Jahre hat

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