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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-08-06 · 32 (6.8.1915) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
32 (6.8.1915)
Date
1915-08-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 590 9t r. 32 Dr. Bloch's Wochenschrift linker Flügel wurde nach' 11 Uhr nachts von der russischen Uebermacht durchbrochen, wodurch der rechte Flügel der Gefahr der Umzingelung ausgesetzt war. Der rechte Flügel hatte noch keine Telephonverbindung und konnte somit keinen Befehl Zum Rückzug erhalten. Beim Major war nur ich allein, und er befahl mir, daß, insofern ich der Patrouille des rechten Flügels nicht begegnen sollte, ich auf die Spitze des -Berges hinaufzugehen und den oben befindlichen, kommandierenden Offizier von der gefährlichen Lage zu verständigen habe. Den Befehl erhielt ich natürlich schriftlich. Ich allein habe mich hieraus nachts in furchtbarem Wetter in der Nähe des Feindes und zwischen seinen Patrouillen in zwei Meter hohem Schnee auf dem mir unbekannten Weg gemacht. Einmal verlor ich die Richtung -und ging schnurstracks gegen den Feind, und dies erfuhr ich dadurch, daß mich beiläufig in der Mitte des Bergrückens der Kugelregen des Feindes empfing. Ich aber, mich in den Schnee verkriechend, habe mir unter dem Schnee einen Weg gebahnt, natürlich in entgegengesetzter Richtung. Nach bitterem dreistündigen Wandern erreichte ich unsere erste Patrouille, welche dann den schriftlichen Besicht an seinen Bestimmungsort übermittelte. Hierdurch fiitb die gefährdeten Bataillone der sicheren Einkreisung entgangen Ich bin ganz durchnäßt, ohne Schuhsohlen, mit durchschossener Mütze zum Major zurückgekehrt, damals wurde aber auch unsere Telephonstation schon stark beschossen. Jüdische Kamitie» im Jette. Ernst G o m b o s, Kadett der 4. Feldjägerkompagnie, erhielt dieser Tage in Anerkennung seiner Tapferkeit auf dem nördlichen Kriegsschauplätze das Eiserne Kreuz. Zur Beskidenarmee eingeteilt, nahm er an den viele Tage hindurch währenden blutigen 'Kämpfen um bcn Besitz der Kobrlahöhe im Laborcztale teil und erhielt dort für die erfolgreiche Durchführung eines wagemutigen Aufklärungsdienstes nebst der außertourlichen Beförderung die obenerwähnte Auszeichnung. Merkwürdig ist, daß die deutsche Auszeichnung ihm früher zuteil wurde, als diejenige seitens seines eigenen Armeekorps. Der ausgezeichnete junge Mann hat an dem allerersten großen Durchbruche und den damit verbundenen blutigen Kämpfen bei Gorliec teilgenommen, wo ihm beide Füße durchschossen wurden. Er ist seitdem wieder genesen und hat sich neuerlich zum Dienste gemeldet. Sein älterer Bruder, Bela Gombos, Techniker im vierten Jahrgange, Maschineningenieur, dient seit Kriegsbegiun beim Eisenbahnregiment in Korneuburg und leistet jetzt bei der im Gefolge der siegreich vordringenden Armeen zu verrichtenden Eisenbahnbauarbeit wertvolle Dienste. Sein jüngerer Bruder wird jetzt in Prag ausgebildet und marschiert in nächster Zeit ins Feld, und schließlich tvurde nun auch der Vater, Benjamin Gonrbos in der Altersklasse der 43- bis 50 jährigen Landstürmer eingereiht. Vater Gombos hat seinerzeit beim 4. Honved-Husarenregiment gedient. Witwe Adolf Fuchs aus Barscstelep hat jetzt fünf Söhne beim Militär, und zwar Dr. Isidor Fuchs, Arzt, Dr. Franz F u ch s, Advokat, Dr. Sigmund F u ch s, Apotheker, Moritz Fuchs, Grundbesitzer, und Josef Fuchs. Außer dem letzteren sind sämtliche Brüder Offiziere. Bernhard Steiner, Beamter in Budapest, hat vier Söhne auf dem Kriegsschauplatz. Stefan, der älteste, ist Kadettfeldwebel beim 1. Honved-Jnsanterieregiment, Josef, Mediziner, Kadett, Emmerich, Einjährig-Freiwilliger, Zugsführer, und Michael, Einjahrig-Freiwilliger. Während die ersten drei feit Kriegsbeginn ununterbrochen in 'Her Feuerlinie sind, dient der letzte, Michael, erst seit 15. Mai im Verbände des ersten Honved-Jnfanterieregimentes. Von den vier Brüdern hat der Einjährig-Freiwillige Zugsführer Emmerich auf dkm nördlichen Kriegsschaplatzeu bei Kukovce den Heldentod gefunden. Moritz Waldner, Haus- und Grundbesitzer in Lugos, hat zwei Söhne und drei Schwiegersöhne, welche sämtlich eingerückt'sind, und zwar: Eugen Wa'l'dner, Husarenzugsführer beim 4. Husarenregiment, ist von dem ersten Moment des Krieges angefangen, ununterbrochen auf dem Kriegsschauplätze. Wilhelm Waldner, Zugsführer bei der 7. Feldhaubitzdivision, befindet sich mit einer Unterbrechung von drei Wochen gleichfalls seit Kriegsbeginn auf dem Kriegsschauplatz. Vor: feinen Schwiegersöhnen ist Josef R i g o, Feldwebel im 46. Infanterieregiment, mehrfach ausgezeichnet, hat acht Monate hindurch als Ordonnanz zu Pferde auf dem Kriegsschauplätze gedient und ist jetzt infolge erlittener Verwundung dem leichteren Dienste zugeteilt. Seine anderen Schwiegersöhne, Moritz Riesz, Wachtmeister beim Infanterieregiment Nr. 101, und Bela H a l m o s, kämpfen auf dem italienischen Kriegsschauplätze. Besonders hervorzuheben ist der folgende Fall: In der Gemeinde Csavoly in Ungarn wohnen im ganzen drei jühische Familien, deren sechs Mitglieder in den Krieg gezogen snid. Darunter hat eine Familie, und zwar der Kaufmann Alois Heiszler, drei Söhne in den Krieg geschickt. Alle drei, und zwar Franz, Alexander und Ludwig Heiszler, befinden sich auf dem Kriegsschauplätze. Leutnant Stern. Landsturmleutnant Michael Stern, Bahnbeamter in Szegedin, ist am 25. Juni' in der' bei' Winäey in Russisch-Polen gelieferten Schlacht Im Ulter von 39 Jahren den Heldentod gestorben. Der Verblichene entstammt einer angesehenen jüdischen Familie und war auch in: Zivilleben ein Mann, der sich stets unerschrocken für jede gerechte Sache einsetzte, und ganz besonders als Jude für die Rechte des Judentums mannhaft eintrat. Seine Angehörigen wurden durch folgende ehrenvolle Zuschrift von seinem Ableben verständigt: , „Ich muß Ihnen eine traurige Nachricht mitteilen. Herr Leutnant Michael Stern ist am 25. d. M. in den Nachmittagsstunden in der bei Winary (Russisch- PoleN) am Ufer der Weichsel, 12 Kilometer nördlich von Sandomierz, stattgefundenen Schlacht den Heldentod gestorben. Er war ein bis zur Waghalsigkeit tapferer Soldat, der in dem heftigsten feindlichen Feuer mit bewundernswerter Ruhe seine Abteilung führte. In der ersten Hälfte des Monates Juni wurde er für eine Auszeichnung vorgeschlagen. Wir werden sein Andenken pietätvoll bewahren. Mit patriotischem Gruß Dr. Koloman Dezsö, Leutnant." _ („Egyenlöseg".) Kadett Isaak Israet. Kadett Isaak Israel aus Banjaluka ist am 24. v. M., um 1/3 Uhr nachts, beim Dorfe Okna an der bessarabischen Grenze von einer feindlichen Kugel ins Herz getroffen, auf dem Felde der Ehre gefallen. Isaak Israel entstammte einer angesehenen sephardischen Familie, war als Führer in der zionistischen Bewegung in Bosnien und Herzegowina anerkannte. Daß Kadett Isaak Israel, welcher im bosnischchetzegowinischen Infanterieregimente Nr. 2 in Graz diente, und sich freiwillig in das Marschbataillon meldete, auch als Soldat seine Pflicht tat, und dem Judentum Ehre bereitete, geht aus

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