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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-07-30 · 31 (30.7.1915) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
31 (30.7.1915)
Date
1915-07-30
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 581 Nr. 31 kolonienvereines, als langjähriger Vorsteher des Humanitären Vereines „Chesed Weemeth", des „Hilfsvereines für jüdische Mittelschüler", als Ortsvertreter der Wiener „Israel. Allianz" usw. Auch die jungjüdische Bewegung und viele von ihr in; Leben gerufenen Institutionen, so insbesondere der „Bezal.l", der „Jüd. Turnverein" und andere fanden an ihm einen verständnisvollen Förderer, wie er überhaupt für alle jüdisch-kulturellen Bestrebungen der Jugend großes Interesse bekundete und künstlerisch begabten Jünglingen gerne an die.Hand ging. Was jedoch den Verewigten vor allem lallgemeine Sympathien sicherte, das waren seine vornehmen menschlichen Eigenschaften. Sein Charakterbild spiegelte seltene Biederkeit und Geradheit wieder, die ihn aus der Reihe der Alltagspolitiker sehr vorteilhaft hervortreten ließ. Er war überall da, wo es eine gerechte Sache zu vertreten galt; während er, besonders in den letzten Jahren, oft in den Hintergrund trat, wenn der von der Majorität beschrittene Weg seiner vornehmen Gesinnung zu widerstreben schien. Mag es ihm auch manchmal an der für die Leitung eines so großen Gemeinwesens nötigen Impulsivität gefehlt haben, so gab es oft Situationen, in denen gerade seine ruhige, besonnene, von taktvollem Empfinden geleitete Anschauung allseits Beachtung und Würdigung fand. Für die ihm allseits entgegengebrachte Wertschätzung mag auch der Umstand sprechen, daß er bei den Wahlen in den Kultusrat im Jahre 1910 auch von der zionistischen Opposition daher nahezu einstimmig mitgewählt wurde. Sein Tod reißt eine Lücke in die Lemberger Gemeinde, die einen ihrer würdigsten und treuesten Söhne verloren hat. Ehre seinem Andenken. Jakob B o d e k. Die irdische Hülle wurde nach Wien überführt und hier ag der Seite seines ihm im Tode vorangegangenen Bruders am 20. Juli unter großer Teilnahme zur ewigen Ruhe gebettet. Deutfchbrod. Dienstag, iden 20i. d. M., nachmittags 'am 2l; 2 Uhr, fand das Leichenbegängnis der sehr geehrten und hier in allen Kreisen der Bevölkerung hochangesehenen Frau Barbara Mahler — welche Samstag nachts im 83, Lebensjahre sanft verschieden ist — Mutter der hiesigen Fabrikanten Herren Brüder Mahler, statt. Die Verblichene, welche mit allen weiblichen, jüdisch-religiösen und jüdisch-traditionellen Tugenden geschmückt war, erfreute sich bis in das höchste Greisenalter allgemeiner Verehrung, die sich beim imposanten Leichenbegängnis zeigte. In der schönen einstöckigen Villa der Herren Brüder Mahler, war die Verstorbene —. von vielen Kränzen und schönen Blumengewinden umgeben — ausgebahrt. Rach dem El mole rachmin hielt im Hause unser Herr Rabbiner Doktor Leo Bertisch eine kurze böhmische Ansprache, worauf der ganze Zug sich in Bewegung setzte. Voran schritten die Werkführer der Fabrik, die Kränze trugen, dann folgten in Reih' und Glied die Arbeiter, die Arbeiterinnen und die Beamten. Hinter dem Wagen gingen die Leidtragenden, dann alle Gemeindemilglieder mit den Frauen und endlich eine große Schar der christlichen Bevölkerung. Am Friedhofe hielt wieder unser Herr Rabbiner — nach dem Hazur tannin — eine schwungvolle böhmische Rede, in der er hauptsächlich die fromme und religiöse Erziehung der Kinder hervorhob, nach Welcher er in einem böhmischen Gebete im Namen der Kinder, Verwandten und Bekannten von der Verstorbenen Abschied nahm. — Die hiesigen Herren Mahler spendeten für die hiesige Chewra Kadischa ä Kr. 100.—, der dritte Bruder, Herr Mahler aus Jglau Kr. 100.—, die anderen Kinder ü Kr. 50.—; zusammen Kr. 500.—. Jglau (Todesfall). Eines tragischen jähen Todes starb hier Frau Berta B l a n, Gattin des Geschäftsmannes Herrn Heinrich B l a n, in der schönsten Blüte ihres Lebens und wurde am 25. Juli unter ungemein zahlreicher Beteiligung aller Schichten der Bevölkerung zu Grabe getragen. Die Heimgegangene erfreute sich zahlreicher Sympathien. _ Tod des Oberkantors der israelitischen Kultusgemeülde in Karlsbad, Jakob Weifz, in serbischer Gefangenschaft. In Monastir in Serbien ist der Oberkantor der hiesigen israelitischen ' Kultusgemeinde, Herr Jakob Weiß, an Darmtyphus erlegen. Der Verstorbene wirkte seit 15 Jahren an der Karlsbader Synagoge und galt wegen seiner wunderbaren Gesangskunst und seiner hervorragend schönen Stimme als einer der ersten Repräsentanten dieses Berufes. Auch war er seiner persönlichen Eigenschaften und seines einfachen bescheidenen Wesens Halber allgemein beliebt und geschätzt. Als er im September vorigen Jahres zu Kriegsdiensten einberufen wurde, verwendete man ihn infolge seiner Sprachkenntnisse zunächst hier im Lokaldienste; allein bald darauf bekam er den Einrückungsbefehl und wurde an die serbische Front kommandiert, woselbst er «m 9. November in der Schlacht bei Semendria in Gefangenschaft geriet und nach Nisch verschickt wurde. Anfangs ging es ihm dort nicht schlecht, er wurde jedoch bald nach Monastir transportiert, wo die mörderische Typhusepidemie, die täglich Hunderte von Menschen dahinrasfte, herrschte. Auch Weiß fiel ihr am 26. März d. I. zum Opfer. Schon vor Wochen langte hier die Nachricht von seinem Ableben ein, doch die Hoffnung, es könne sich vielleicht um eine Namensverwechslung handeln, wurde nicht aufgegeben; allein eingeleitete genaue Nachforschungen haben die Richtigkeit der traurigen Nachricht bestätigt. Oberkantor Weiß, welcher im 41. Lebensjahre stand, hinterlätzt eine Witwe und drei Kinder; er war von Geburt Ungar. Nikolsburg. Aus Anlaß des Abschlusses des vom Herrn Rabbiner Dr. L e w i n durchgeführten Flüchtlingskatasters wurde Sr. Ehrwürden nachstehender Dank Sr. Erzellenz des Herrn k. k. Statthalters in Mähren übermittelt: ' K. k. Bezirkshauptmannschaft Njkolsburg 1 Zahl: 17380/91. 23. Juli 1915. Sr. Ehrwürden dem Herrn Dr. Moritz L e w i n, Rabbiner in Nikolsburg. Euer Ehrwürden haben dem k. k. Statthalterei-Präsidium ein Eremplar des von Ihnen seit Beginn der ersten Evakuierung Galiziens' angelegten Katasters der in den westlichen Ländern der Monarchie weilenden Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina überreicht, aus dem der gegenwärtige Aufenthalt vieler Tausende Flüchtlinge mittels cir.es besonders sorgfältig und übersichtlich verfaßten Namensverzeichnisses rafchestens festgestellt werden kann. Das k k. Statthalterei-Präjidium hat di^en wertvollen Behelf zur Ausforschung vermißter Flüchtlinge bereits seiner, dem Interesse der Flüchtlinge und der Staatsverwaltung in gleicher Weise dienenden Bestimmung zugeführt. Aus Grund der Ermächtigung des t. k. Statthalterei-Präsidiums vom 19. Juli 1915, Z. 45549, gereicht es mir tzum Vergnügen, Euer Ehrwürden für dieses mit großer Mühe und Sorgfalt verfaßte Werk, wie auch für Ihre vielseitigen, die Bestrebungen der Regierung und besonders des hiesigen Amtes stets unterstützenden Bemühungen zum Wähle der jüdischen Flüchtlinge den Dank Sr. Exzellenz des Herrn k. k. Statthalters in Mähren bekanntgeben zu können. Der k. k. Bezirkshauptmann: Kretschmer. Bukarest. In letzter Zeit hat Seine Majestät König Ferdinand die Führer der Juden, Doktoren Beck, Niem i r o w e r und Ster n, nacheinander in Audienz empfangen. Rabbiner Dr. Beck huldigte ihm namens seiner Gemeinde. Mit Rabbiner Dr. I. Niemrrower unterhielt sich der König über Judentum und Juden. Dr. S t e r ri überbrachte die Wünsche der von ihm ge leiteten Union einheimischer Juden. Ein bedeutender Professor der Theologie, Nazarie, verdächtigte in einer Broschüre „die Moral des Talmuds". Tie Rabbiner Dr. Niemirower und Ch. S chor antworteten in Broschüren, Dr. Beck in der Zeitung. Zürich. Die zahlreichen Juden in Galizien haben durch die Besetzung ihres Landes und durch die gezwungene Auswanderung sehr viel erleiden und erdulden müssen Die Befreiung Galiziens von der Russenherrschaft hat begreiflicherweise bei den Juden den größten Jubel ausgelöst. Auch die in Zürich weilenden Juden dieses Landes haben anläßlich des großen Sieges der Zentralmächte und der Befreiung Lembergs ihrer Freude kundgegeben und ein Huldigungstelegramm an ihren Kaiser gesandt, daß von den Herren Ch. I. E i ß und Rabbiner Dr. Ch. Lauer unterzeichnet war. Hierauf lief vom hiesigen k. u. k. österr.-ungar. Generalkonsul Herrn Ritter Ernst von M a u r i g folgendes Dankschreiben ein: Heber Allerhöchsten Auftrag beehrt sich das k u. k. Generalkonsulat Euer Hochwohlgeboren den Dank Seiner k. u. k. Apostolischen Majestät für die im Namen der in Zürich weilenden Juden aus Galizien anläßlich der Wiedereroberung Lembergs an Allerhöchstdiefelbe gerichtete Huldigungsdepesche zu verdolmetschen. Der k. u. k. Generalkonsul: _ Maurig m. p. Wer weiß? Käs Benjamin, Berhometh, K^irk Wiznih, Bukowina, derzeit in Budweis, sucht seine Eltern, und zwar Mutter Käs Malte, Vater Haller Mordcko Laib, welche zuletzt in Kafsow in Galizien waren. Ungarische Zeitungen werden gebeten, diese Anfrage gleichfalls zu veröffentlichen, weil die Vermutung besteht, daß die Gesuchten sich noch in Oberungarn befinden. Rosa Schwarz, Wien, 2. Bez., Sterneckplatz 22, Tür 7. sucht ihre Schwiegereltern Herfch und Jenty Schwarz und dessen Töchter Jetti und Malcia, letzter Wohnort Dolchomo^ciska bei Sandowa - Wiänia.

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