Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 30 (23.7.1915)
- Date
- 1915-07-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Ni.30 Sette 554 Dr. Bloch's Wochenschrift Jer Sohn des Höerkantors von Aaza. Kand. jur. Emanuel Beregi, der heldenmütige Fähnrich des Debrecziner 3. Honved-Jnfanterieregimeutes, Besitzer der silbernen Tapferkeitsmedaille zweiter und erster Klasse, von dessen herrlichen Wasfentaten wiederholt geschrieben wurde, ist in einem Budapester Spitale am 3. d. M. gestorben. Am 9. Mai wurde er, während er heldenmütig kämpfte, von einer feindlichen .Kugel getroffen, und schwer verwundet auf die Budapester zweite chirurgische Klinik gebracht, wo er trotz aufopferungsvoller Pflege starb und am 5. d. M. unter überaus großer Beteiligung auf dem jüdischen Friedhofe in Budapest zur ewigen Ruhe bestattet wurde. Der erschütterndste Moment des Leichenbegängnisses, welches mit militärischem Pomp vollzogen wurde, war wohl, als der Vater des im 22. Lebensjahre verstorbenen Helden, der weithin bekannte Oberkantor der Bajaer Kultusgemeinde Salomon Berger, vor dem Sarg hintrat, das „El mole rachamim" rezitierte und schluchzend rief: „Es nischmas beni. . ." („Die Seele meines Sohnes.") Der junge Held wurde in der Heldenabteilung des jüdischen Friedhofes beerdigt. In den heißen Jsonzokämpfen am 30. v. M. fielen Fähnrich d. R. Ernst Schwed, Kandidat der Rechte in Brünn, und Kadett d. R. Siegfried T i ch o aus Boskowitz, Hörer der Technischen Hochschule in 'Brünn. An die Mutter des Fähnrichs Schwed wurde der Heldentod chres Sohnes vom Oberleutnant in einem Schreiben mitgeteilt, aus dem wir nachstehende Stelle herausheben: „Ihr Herr Sohn zeichnete sich durch Tapferkeit, Mut und Unerschrockenheit aus. Umso schmerzlicher empfinde ich die traurige Pflicht Ihnen mitzuteilen zu müssen, daß Herr Fähnrich Schwed an der Spitze seines Zuges als Held gefallen ist. Sein Grab wurde von der Mannschaft geschmückt, die ihn geliebt hat." Frttdek. (Verwundet und gefangen.) Der Bankbeamte der Kreditanstalt, Filiale Mähr.-Ostrau, Kadett Herr Alfred Weiß, der einzige Sohn des Oberkantors Herrn Salomon Weih, wurde nach Mitteilungen auf dem russischen Kriegsschauplätze durch Verrat russischer Bauern verwundet und gefangen. Kadett Alfred W e i h - des k. u. k. Znfanterieregrments Nr. 1 machte nebst vielen Gefechten die Schlachten bei Krasnik, Lublin u. v. a. voriges Jahr mit; erkrankt, war er in Kolm und Troppau, stationierte dann in Benisch und rückte dann in die Karpathen ab, , wo er die schweren Kämpfe am Dnjester und in Bessarabien mitmachte. Möge er heil und gesund zurückkehren. Mistel. (Doppelte Auszeichnung.) Der ehemalige Gastwirt in Friedet und Verwandter des Weinreisenden Herrn Herm. L ö w v in Mistek, Herr Adolf K o h n, rückte als Korporal zum k. k. Landwehr-Infanterieregiment Nr. 32 ein. Er wurde auf Patrouille mit 17 Mann geschickt und stieh aus starke russische Uebermacht. Er sandte 2 Mann um Hilfe, doch diese kamen überhaupt nicht mehr. Während dessen erhielt K o h n vier Schüsse in die Brust und die Arme, holte aber trotzdem selbst Hilfe und so kam es, dah 2400 Russen gefangen genommen wurden. Für die wackere Tat erhielt K o h n, der überdies zum Feldwebel befördert wurde, die goldene Medaille und wird überdies die silberne Tapferkeitsmedaille 1. Klasse erhalten. Er wurde in Troppau ausgeheilt und sehnt sich darnach, wieder auf das Schlachtfeld zu kommen. HHumierrrng und Keimöeförderurig Gefallener und auf dem Kriegsfchauptahe Gestorbener. Mit Rücksicht darauf, daß die jüdischen Friedhofverwaltungen und Beerdigungsvereine jetzt sehr häufig von Parteien mit dem Ersuchen um Heimbeförderung der auf dem Kriegsschauplätze gefallener oder sollst verstorbener Angehörigen ausgesucht: werden, dürfte auch für die Leser dieses Blattes ein Erlaß des königlich-ungarischen Honvedministeriums von Interesse sein, welcher vor einigen Tagen an die Kommanden der Honvedbezirke ergangen ist. Hiernach gelten für die Zukunft die fohgenden Grundsätze: Die Gesuche wegen Exhumierung und Abtransport sind bei dem für den Aufenthaltsort des Eilrschreiters kompetenten Militärkommando einzubringen. Das kompetente Armee-Etappenkommando entscheidet danil im Einvernehmen mit der kompetenten Verwaltilugsbehörde erster Instanz unter Berücksichtigung der vom Etappenoberkommando betreffend den Transport infizierter Leichen herausgegebenen Verordnungen und fordert im Falle der Bewilligung den Petenten auf, den Zeitpunkt, in welchem er die Exhumierung wünscht, rechtzeitig auf telegraphischem Wege bekanntzugeben. Exhumierungen können nur aus Einzelgräbern erfolgen. Diesbezüglich erwähnt die Verordnung, daß in Oesterreich die Leichell der an Flecktyphus, Blattern, asiatischer Cholera oder Pest, in Ungarn überdies der an Rotlauf ilnd Diphtheritis Verstorbenen, beziehungsweise Heren Beförderung erst nach einem Jahre nach dem Ableben gestattet werden kann. Für Bosnien und die Herzegowina gelten in dieser Beziehung die Bestimmungen der Verordnung der Landesregierung vom 12. Mai 1879. Gesuche um Exhumierung und Beförderung von Leicheil, welche in Orten begraben sind, wo noch keine Verwaltungsbehörden erster Instanz, beziehungsweise Militärkommanden fungieren, werden prinzipiell abgewiesen. Das Publikum wird aufmerksam gemacht, daß es wünschenswert ist, daß die Exhuimierung der Gefallenen und auf dem Kriegsschauplätze Verstorbenen und der Abtransport der Leichen auf die Zeit nach dem Kriege verschoben werde, und daß die Eisenbahnverwaltungen für solche Abtransporte, welche erst nach Abschluß des Krieges durchgeführt werden, eine fünszigprozentige Gebührenermäßigung in Aussicht gestellt haben. Vor dem Aeinde gefallen. Der Sohn einer angesehenen Familie in Reichwaldau (Oesterr.-Schlesien), Oberleutnant des Landsturm-Infam terieregiments Nr. 31 Emil Kortmeny, hat als Kömpagniekommandant am nördlichen Kriegsschauplatz den Heldentod gefunden. Er wurde in Tarnogrod, Russisch- Polen, begraben. Feldrabbiner Dr. Tauber hielt die Grabrede, in der er die militärischen Tugenden des Gefallenen in bewegten Worten pries. Mit Emil Kortimen y verliert auch die österreichische Kaufmannschaft einen Mann von hervorragender allgemeiner Bildung und einen speziellen Kenner auf dem Gebiete des Getreideexportes. Nach Vollendung seiner Studien an der Wiener Handelsakademie wendete er sich nach Antwerpen, wo er zuletzt durch viele Jahre bei der Getreideexportfirma Danon freres die Stelle eines Bürochefs bekleidete. Bei Ausbruch des Krieges kehrte er als Reserveleutnant nach Oesterreich zurück, avancierte im Mai zum Oberleutnant und machte den Bewegungskrieg in Galizien mit. Er rückte mit der Armee des Erzherzogs Josef Ferdinand über den Dunajec, Wislok und San bis an die russische Grenze vor, trug, wie er sich zuletzt äußerte, feilten Teil zur Vertreibung der Russen aus Galizien bei und fand, 38 Jahre alt, jenseits der Grenze den Heldentod. Die Familie hat Schritte -eingeleitet, seine Leiche aus der fremden Erde nach Oderberg zu überführen, wo er seine letzte Ruhestätte finden wird. Oberleutnant Enül Kortmeny war ein Enkel des Rabbiners Hoffman n. Der Ketdentod.. Oberleutnant Arpad Katona war seil August im Felde gestanden und hatte den Feldzug gegen Serbien mitgemacht. Dann war er mit seinem Regiment in die Karpathen versetzt worden und hatte von hier aus den