Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 30 (23.7.1915)
- Date
- 1915-07-23
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 30 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 553 . Geza Pal aus Also-Lendva, im Zivilberuse Journalist in Budapest, Fähnrich des Marosvasarhelyer Honved-Jnfanterieregiments, wurde für sein heldenmütiges Verhalten vor Dem Feinde mit der silbernen Tupserkeitsmcdaille erster Klasse ausgezeichllet. Nach seiner bravourösen Heldentat geriet Geza P a l im Uszoker Passe bei der Ortschaft Hatarszög in russische Kriegsgefangenschaft und hat daher noch keine Kenntnis von seiner Auszeichnung. Paul Taster, Freiwilliger, Kadett im 15. Honv.- Jnfanterieregiment, wurde mit der Tnpferkeitsmeoaille zweiter Klasse ausgezeichnet, Der Wachtmeister des k. n. k. Ulanenregimentes „Kaiser" Nr. 4, Herr David Friedmann, hat für tapferes Verhalten vor dem Feinde die kleine ) i l b e r n e Tapferkeitsmedaille erhalten. Es war im Vorjahre zu Beginn der großen galizischen Schlachten, da hatte Wachtmeister Fried mann die Fahrküche und die Regimentstüche vor überlegen russischen Kräften mit Preisgabe seines eigenen Pferdes, das er vor die Küche spannte, gerettet. Er entging mit seinen Leuten und den: wertvollen Gepäck durch eure kühne Operation der sicheret! Gefangennahme und erhielt dafür die 'Auszeichnung. Eugen Szenes, k. n. k. Obertierarzt, wurde vom Kaiser für seine tapferen und vorzüglichen Dienste vor dem Feinde mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Dr. Alexander Koranyi, welcher vom ersten Tage der Mobilisierung seine aufopfernde Tätigkeit ausübt, wurde letzthin mit dent Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens ausgezeichnet. Richard S a r l o ist bei der allgemeinen Mobilisierung als Kadett des 71. Jnfanterieregintentes eingerückt und als Kommandant einer Maschinengewehrabteilnng auf den Kriegsschauplatz gegangen. Dort wurde er zum Fähnrich befördert. Bei dem Durchbruch bei Gorlice mußte ein Hügel verteidigt werden und S a r l o erhielt bcn Befehl, die Position bis zum letzten Manne zu haltet:. Die Russen stürmten den Hügel nnt dreifacher Uebcrtuacht drei Tage urtd drei Nächte hindurch, tvobei eine Granate in seiner Nähe einschlug und ihn fast vergrub. Sarlo erteilte jedoch weiter die erforderlichen Befehle, bis die Russen geztvungen waren, sich zurückzuziehen. Er tvurde zur Auszeichnung vorgeschlagen und erhielt am 18. Juni die silberne Tapfer keitstnedaille zweiter Klasse. („Egyenlöseg".) Das Signum laudis erhielt der k. u. k. Oberleutnant Ernst S t r a k o s ch, zugeteilt der 39. Honved-Jnsanterie- Truppendivision, der wegen seines tapferen Verhaltens vor dem Feinde schon im Dezember v. I. außertourlich zum Oberleutnant befördert wurde. Selbiger ist im Zivilberuf Verkehrsbeamter der k. k. österr. Staatsbahnen in Brünn und ein Enkel des langjährigen, gewesenen, verdienstvollen Kultuspräsidenten, Fabrikanten Jacob. Redlich in Auspitz. Oberstleutnant H u s s e r l, ist mit dem Eisernen Kronenorden dritter Klasse und dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet worden. Oberstleutnant H u s s e r l ist ein Verwandter des Wiener Obersten Husserl, des Gründers der Blau-rWeiß-Bewegung. Der Oberleutnant Fürst des Infanterieregiments Nr. 102 wurde mitdem Signum laudis ausgezeichnet. Der Hauptmann des 29. Landwehr-Infanterieregiments Max Winter besitzt das Signum laudis und das Militärverdienstkreuz. Ire fünf Söyrre des Ialmudltzoraleyrers. In Nagytapolcsarn) lebt der bekannte und hochgeachtete Lehrer der dortigen Talmudthoraschule Chaim Fürst, der seit vierzig Jahren seines frommen Lehrecamtes waltet. Vor dem Kriege hatte er fünf Söhne, von denen nun einer, Joses F ü r st, auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Joses Fürst war Großkausmann in Wien, ein angesehenes! Mitglied Der orthodoxen Schisfschul. Nachdem er eingerückt war, meldete er sich freiwillig in eine Marschkompagnie nach Galizien. Er harre sich wiederholt ausgezeichnet. In der Nacht des Schnbuoth- Festes war er einer der ersten, die damals bei Stryj zum Sturme gingen, und dort traf ihn auch die rötliche Kugel. Zu Tode verletzt, wurde er nach Ungvar gebracht, wo ihm die dortige Chewra-Kadifcha ein dem Helden und dem Gottesfürchtigen würdiges Leichenbegängnis veranstaltete. Fürst war 30 Jahre alt und hatte die Tochter des Nagytapolcsatlyer Rabbiners Ignatz S ch w e i g e r zur Frau. — Auch die übrigen vier Söhne des Talnrudthoralehrers Chaim Fürst versehen jetzt ihren Militärdienst und drei von ihnen känrpsen tapfer aus den Kriegsschauplätzen. Der eine, Eugen, in Galizien, Bela als Fähnrich auf denr südlichen Kriegsschauplatz, Julius wird gegenwärtig, schwer verwundet, im erzherzoglichen Zita- Spital in Budapest gepflegt. Der jüngste, Hugo, befindet sich in Komorn in Ausbildung. Ire Ketdentalerr eines MataiTonshorrriken. Feldwebel Josef Zucker des k. u. k. Infanterieregiments Nr. 20, geboren zu Jauernig, Bezirk Freiwaldau (Oesterr.-Schlesien), war sieben Monate Regimentshornist und bis zu seiner Verwundung Bataillonshornist. Er rückte als Musikeleve zum Regiment ein und stand zuletzt als Regiments- und Bataillonshornist bis jetzt in Verwendung. Am 7. August v. I. zog er mit seinen! Regiment ins Feld. Beim Nachtgefecht vonr 5. aus den 6. September v. I., welches bei Grody l Russisch-Polen) stattfand, gab er das Signal zum Sturmangriff. Im November vorigen Jahres, als das Regiment im Feuergefecht stand, überbrachte Feldwebel Zucker im heftigsten Kugelregen und Gewehrfeuer der Nachbartruppe sehr wichtige Meldungen. Hiebei wurde ihm sein Pferd erschossen. Trotzdem er von den Russen verfolgt wurde, ging er 300 Schritte zurück, sattelte sein Pferd komplett ab und meldete sich sodann bei seinem Regimentskommandanten. Am 2. Mai d. I. lag Zucker in einem der vordersten Schützengräben.; Im stärksten Feuer ging er ans seiner Deckung, labte einen schwer Verwundeten und brachte ihn unter Lebensgefahr zur nächsten deutschen Schwarmlinie. Am 5. Mai d. I. stürmte Zucker mit einem Zugsführer und drei Mann bei Jedlesche ein Haus und eine Scheune und machte dreißig Russen zu Gefangenen, während er selbst nur einen Mann verlor. Erwürbe für sein tapferes Verhalten mit der großen silbernen Tapferkeitsmedaille und außerdem vom Generalobersten Mackensen mit der deutschen Kriegsverdienstmedaille ausgezeichnet. Feldwebel Zucker wurde am 15. Mai d. I. bei Jaroslau am linken Unterschenkel verwundet und sieht seiner Genesung im St. Elisabethspital in Wien entgegen. ^Leutnant Krnst Weicht. Leutnant i. d. R. Ernst Reicht, Besitzer des Miii tärverdienstkreuzes Dritter Klasse mit Der Kriegsdekoration, wurde vom-nördlichen Kriegsschauplatz, wo er den Helsen tod fand, nach erfolgter Exhumierung nach Wien überführt und aus dem Zentralsriedhose mit militärischem Kondukt bestattet.