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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-07-23 · 30 (23.7.1915) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
30 (23.7.1915)
Date
1915-07-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite 561 Nr. SO Dr. Bloch's Wochcnschrift Dies gilt aber allein für die hier in Frage kommen- .den städtischen Ansiedlungen. Die landwirtschasVlichen Kolonien jedoch, die mit Recht als ein Glanzpunkt des Landes angesehen werden, können vorderhand mit dem altansässigen Menschenvorrat nicht rechnen. Für sie eignen sich nur landwirtschaftlich vorgebildete Ansiedler, wie sie die zionistische Kulturarbeit und verwandte Bestrebungen ins Land einführen. Auch diesen Ackerbaukolonien würde durch eine Gesundung und Erstarkung der städtischen Siedlungen ein kräftiger Rückhalt' erstehen. Es würden ihnen nennenswerte Absatzgebiete für ihre Produkte im Lande selbst, überhaupt alle die Vorteile geboten werden, die sich aus dem einander ergänzenden Verkehr zwischen Stadt und Land ergeben. Um eine solche Sanierung der gegenwärtig zumeist recht trostlosen ökonomischen Lage der städtischen Bevölkerung Palästinas herbeizuführen, setzt jetzt, wie in anderen Ländern bereits geschehen, auch bei uns in Oesterreich spät, aber nicht zu spät, ein Unternehmen ein, wie es in dem vor Monatsfrist in dieser Zeitschrift in dem Aufruf des „Zentralhilfs.fonds für Palästina" und der „Hilfskommission 1915" klar Umrissen wurde. Das bisher an verschiedenen Stellen unsystematisch gesammelte und darum vielfach zersplitterte Palästinageld soll in ganz Oesterreich für die österreichischen Juden im Heiligen Lande einheitlich gesammelt und kaufmännisch verwaltet werden. Für den augenblicklich dringendsten Zweck, die Milderung des Notstandes, konnten bereits in den ersten beiden Monaten aus Oesterreich für österreichische Glaubensgenossen in Palästina etwa 30.000 Kronen dorthin gesandt werden.*) Ein Anfang, der zur Hoffnung aus weitere Erfolge berechtigt. Auch die bisherigeil Eingänge für den Zentralhilfsfonds, dem sich in der oben skizzierten Richtung weiterblickende Ziele erschließen, dürsten die Beteiligten zum Ausharren auf dem betretenen Wege ermutigen. Daß diese Arbeiten gerade jetzt einsetzen,!vo alles für patriotische Zwecke in Anspruch genommen wird, findet seine Begründung in den einleitenden Worten dieses Aufsatzes. Es handelt sich darum, Landsleuten, die in unverschuldete bittere Not geraten sind, Hilfe zu bringen. Wer soll sich ihrer annehmen, wenn nicht wir mit gutem Beispiel vorangehen? Diese Rettungsaktion bedeutet aber zugleich die Erhaltung einer österreichischen Kolonie, deren hohe Intelligenz und moralische Qualität ihr für die Zukunft bei richtiger Behandlung eine Bedeutung limso eher verheißen, als die gegenwärtigen politischen Beziehungen Oesterreichs zur Türkei dem Lande Palästina günstige Entwicklungsmöglichkeiten zu versprechen scheinen. Während Hasenanlagen, Weg:bauten, Bewässerung. Beforstung, ' Entsumpfung. und andere für die ökonomische Erttwicblung des Landes unentbehrlichen Vorkehrungen sich früher unter dem alten Regime des Entgegenkommens der türkischen Regierung nicht in dem erwünschten Maße erfreuten, wird sich jetzt mit den leitenden Kreisen der Hohen Pforte leicht eine Verständigung zugunsten einer lvörmeren Berücksichtigung Palästinas erzielen lassen. Weshalb die neue österreichische Palästinaarbeit zunächst und in erster Reihe den österreichischen Glaubensgenossen im Heiligen Lande sich widmet, ist bereits in». Aufruf angedeutet. Es handelt sich um eine Gruppe, die bisher einzig und allein aus Galizien Unterstützungen bezog und durch das Geschick dieses Kronlandes dieser Bezüge verlustig gegangen ist. Da von anderen Seiten *) Darunter 5000 K, die an den beiden letzten Pessachtagen in Gotteshäusern der Wiener Kultusgemeinde gespendet worden waren. ein Ersatz nicht zu erwarten stand, ergab sich für die übrige Judenheit Oesterreichs die religiöse, sittliche, patriotische und nationale Verpflichtung, jenen Verlassenen beizuspringen.*) Von irgend welchem Chauvinismus kann hierbei nicht die Rede sein. Jedes Zusammengehen mit Parallelaktionen in anderen Ländern muß willkomuten geheißen werden und kann nur der guten Sache diellew Und um diese allein handelt es sich. Kriegsdekoralionen jüdischer Hffiziere und Soldaten. Se. Majestät der Kaiser, hat verliehen: das Ritterkreuz des Franz Josef- Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Stabsarzt Dr. Abraham Stepler, Kav.- Division Nr. 3; angeordnet, daß neuerlich die allerhöchste belobende Anerkennung ausgesprochen werde (Silberne Verdienstmedaille am Bande des Militärverdienstkreuzes) dem Leutnant d. R. Oskar Deutsch, Infanterieregiment Nr. 2; verliehen das Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Oberleutnants d. R. Leo P o l l a f:. 7. Armeekommando, Salomon Friedländer, Infanterieregiment Nr. 85, Arnold K l e i n z e l l e r, Infanterieregiment Nr. 57, Ernst Steiner, reit. Artilleriedivision Nr. 6, Rudolf Blumental, Landwehrregiment Nr. 32, Edmunds R o s e n b e r g, Landfturmbataillon Nr. 89, Artur ^Ätiglitz, Infanterieregiment Nr. 960, Gustav Reich- Infanterieregiment Nr. 67. Karl Holzer, Infanterieregiment Nr. 13, Hugo Kaufmann, schwere Haubitzendivision Nr. 14; den Leutnartts d. R. Karl Klepetar, Infanterieregiment Nr. 64, Leopold Fische r, Infanterieregiment Nr. 75, Dr. Ephraim A l e x a n d r o w i c z, Infanterieregiment Nr. 77, Heinrich Licht, Infanterieregiment Nr. 60, Oskar Fischer, Infanterieregiment Nr. 93, Rudolf Rosenberg, Feldkanonenregiment Nr. 3, Franz Singer, Infanterieregiment Nr. 26, Arnold Roth, Infanterieregiment Nr. 78, Hugo Naschitz, Traindivision Nr. 4, Friedrich Rosenbaum, Landwehrregiment Nr. 15, Hermann Stapler, Infanterieregiment Nr. 13, Heinrich .Helle r, schwere Haubitzendivision Nr. 4, Abel F erb er, recte Wachsberger, Fest.-Artilleriebat. Nr. 6, Philipp Wechsberg, Fest.-Artillerieregiment Nr. 2; für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde den Assistenzärzten Dr. Moses Rübenfeld, Infanterieregiment Nr. 90, Dr. Oskar K a r p l n s, Landwehrregiment Nr. 32, Dr. Hugo Politzer, Husarenregiment Nr. 5, Dr. Artur Rosenbaum, Jnsanterie-Divisions-Sanitätsanstalt Nr. 45, Dr. Marzell Kornfeld, Landwehr-Infanterieregiment Nr. 28; dem Regimentsarzt Dr. Karl Steinmetz, Jnsanterie-Div.- Saniftätsanstalt Nr. 34; das goldene Verdien stkreuz mit der K voitc am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde den Oberärzten Dr. Ignaz Abel es, Jnf.-Div.-Sanitätsanstalt Nr. 45, Dr. Joses Reiß, Landwehr-Jnfanterie- *) Ter Rabbiner einer kleineren, aber hochangesehenen Gemeinde, der bereits sehr Erhebliches für diese Aktion erzielt hat, schreibt in einem Privatbrief über seine Sammeltätigkeit: „Ich habe die Absicht, kein Mitglied meiner Gemeinde auszulassen und auch den geringsten Beitrag dem guten Werke zuzuführen. In den Volks- und Bürgerschulen ist ebenso wie im Gymnasium und in der Realschule die Samnllung noch vor Schulschluß beendet worden und ergab in den einzelnen Schulen je ca. 50 K". Vivat sequena!

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