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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-07-09 · 28 (9.7.1915) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
28 (9.7.1915)
Date
1915-07-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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tzseile 520 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 28 Drohobycz Dr. Ritter v. Löwen st ein, als Vertreter der Wiener Kultusgemeinde der Vorsteher Dr. Heinrich Schreiber, von der „Allianz" Dr. Ka minka, ein Repräsentant derMödlinger Kultusgemeinde, die Rabbiner von Rzeszow und Sambor L e w i n, Vater und Sohn, und sonstige Honoratioren erschienen. Nach einer Ansprache des Statthalterei-Präsidenten hielt kais. Rat Lew in jun. die Festpredigt, an die sich ein Gottesdienst schloß, der mit einer begeisterten Huldigung für Kaiser und Reich unter Absingung der Voltshymne seinen rührenden Höhepunkt fand. Die Festgäste besichtigten hierauf das ausgedehnte Lager, das nach moderner Hygiene ausgestattete Spital, dem der Wiener Arzt Dr. H a l v e r n vorsteht, und vereinigten sich schließlich zu einem von der Barackenverwaltung gebotenen Imbiß, bei welchem zwischen den Vertretern der Staatsverwaltung und den Delegierten der gedachten Korporattonen Ansprachen gewechselt wurden. Zu lebhaften Kundgebungen gab die Rede, des Kultusvorstehers Dr. Schreiber Anlaß, dessen markige Worte auf den Unterschied zwischen russischer und österreichischer Kultur und Verwaltung verwiesen. Die Russen schänden die jüdischen Gotteshäuser; in Oesterreich baut die Staatsverwaltung den flüchtigen Juden würdige Andachtsstätten; sie sorgt damit auch für ihr seelisches Wohl. Dieser Tempel im Barackenlager gibt die für die Geschichte des Judentums unverwelkte Kunde, daß die Grundpfeiler jedes gesitteten Staats^ Wesens, die auf Gleichberechtigung, aber auch auf Glaubens- und Gewissensfreiheit ruhen, hierzulande auch in den Kriegsnöten nicht erschüttert worden sind. Der Tempel im Flüchtlingslager ist und bleibt ein wertvolles Zeichen, daß der Staat der gesamten Judenschaft die hingebungsvolle Vaterlandsliebe, ihren Opfermut und ihre Treue und Anhänglichkeit an Kaiser und Reich anerkennend gedenkt. Amftetteu. Am 29. Juni veranstaltete öle hiesige Kultusgemeinde anläßlich der heldenhaften Wiedereroberung Lembergs einen solennen Dankgottesdienst und eine Siegesfeier. In dem mit österreichischungarischen, deutschen und türkischen Farben nnd Blattpflanzeil geschmückten Tempel hatten sich zahlreiche Mitglieder — auch viele auS der Umgebung— mit dem Vorsteher Herrir Gottlieb Mahler aus Kemmelbach eingesundeu. Als Gaste waren erschienen: Herr Bezirkshauptmann Baron Rosenfeld, Herr Bürgermeister Kubasta. Landtagsabgeordneter k. k. Baurat Z e r d i k, Herr Schulinspektor mit den Lehrkörpern, Vertreter des Herrn Generalmajors Pichler vom k. k. Gefangenenlager in Harth bei Amstetten, viele Offiziere rc. re., die Herr Tempelvorsteher Alexander Deutsch empfing. Das Minchagcbct verrichtete Herr Salomon Fried, Religionslehrer und Kantor aus P argstall. Die kantoralen Funktionen versah in erhebendster ccaktvollster Weise Herr Oberkantor Wilh. Rabiuowitfch aus St. Pölten,. der der Einladung unseres Vorstandes Folge leistete. Unser ehrwürdiger Herr Bezirksrabbiner Dr. Ch. Verlisch hielt eine patriotische Festpredigt, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Mit dem von Herrn Rabbiner Berti sch verfaßten und vor offener Bundrslade verrichteten Gebete für den Kaiser, für die verbündeten tapferen Armeen und die Monarchie, »vorauf die ganze Festversammlung die österreichische und deutsche Kaiserhymne sang, schloß der feierliche Dankgottesdienst. Mödling. Anläßlich der Wiedereroberung von Lemberg veranstaltete der Vorsteher der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde Ferdinand D iama nt am 30. Juni'einen Festgottesdienst. In dem festlich beleuchteten Tempel waren außer den Gemeindeangehörigen erschienen: in Vertretung der k. u. k. technischen Militärakademie ein Oberst nebst einer Abordnung der hier garnisonierenden Offiziere, der Bezirkshauptmann Statthaltereiräth Josef Fuchs, der Pfarrer der hiesigen evangelischen Gemeinde W. Stiller und viele andere. Nach Vortrag von Psalmen durch Kantor Ignaz Falk hielt Rabbiner Dr. Bardowicz die Festrede. Den Schluß der schönen Feier bildete die von der hiesigen israelitischen Schuljugend recht innig und ftisch gesungene Bolkshymne. Nach vollzogener Feier wurde folgende Depesche an die Kabinettskanzlei Sr. Majestät abgesandt: An die Kabinetts-Kanzlei Sr. Majestät ' ü Wien. Die zu einem feierlichen Gottesdienst versammelte israelitische Kultusgemeinde Mödling bittet, aus Anlaß der Wiedereroberung von Lemberg die ehrfurchtvollsten tiefenrpfitndenen Glückwünsche und die Versicherung unwandelbarer Treue für Eure kaiserliche und königliche apostolische Majestät und das glorreiche Herrscherhaus an den Stufen des allerhöchsten Thrones alleruntertänigst niederlegen zu dürfen.' Gott erhalte, Gott beschütze. Eure Majestät! Für den im Felde stehenden Vorsteher Oberleutnant Dr. Ernst M o s e r der Stellvertreter: . . Ferdinand Diamant Rabbiner Dr. Leo Bardowicz. Deutschbrod. Anläßlich der Eroberung der Stadt Lemberg wurde Samstag, am 26. Juni, nachmittags um 4 Uhr, im hiesigen Bethause für die jüdische Schuljugend der Volksuird Bürgerschulen und des k. k. Obergymnasiums eine Feier abgehalten. Nach dem Mincha-Gebete hielt unser Herr Rabbiner Dr. Leo Verlisch an die Jugend eine Ansprache, in der derselbe die Bedeutung dieses großen Sieges erklärte. Mit dem Absingen der Bolkshymne von den Schulkindern schloß die Feier. — Aus deinselben Anlasse fand Mittwoch, den 30. Juni, um 2 Uhr nachmittags, im hell und schön beleuchteten Tempel eine Feier statt. Bor der Lade war die Büste unseres allgeliebten Kaisers, umgeben von schönen Blumen, ausgestellt. Erschienen waren: der hiesige Vorstand, fast alle Gemeindemitglieder, alle Flüchtlinge des hiesigen Sprengels, die Vertreter fast aller Behörden, so vor allem Bezirkshauptmann Herr S ch ne i d er - S o u ku p mit dem Kommissär Herrn Kobosil, Bezirksschulinspektor Herr Professor Stransky, Gymnasialdrrektor Herr I e l l i n e k, wie auch Vertreter vom Gemeindeamt und Bezirksausschuß. Nach dem Mincha-Geb-t trug unser Herr Rabbiner bei offener Bundeslade zuerst ein Gebet für den Sieg, dann ein Gebet für den Kaiser vor, worauf dann unser Herr Rabbiner eine formvollendete Ansprache hielt, - die auf alle Anrvesenden den tiefsten Eindruck machte. Mit der Volkshymne wurde die schöne Feier geschloffen- . Brüx. (Ob e-rl.-andes gerichtsrat SchüH gestorben.) Die „Bvüxer Zeitung" vom 1- Juli meldet: . Gestern in den Morgenstunden ist nach. langem Leiden Herr k. k. Oberlandesgerichtsrat Eduard S ch ütz gestorben. Diese Trauerbotschaft ist geeignet, in allm Kreisen der Bevölkerung die innigste Anteilnahme wachzurufen. Ein edler Mensch, von hohem Seelenadehist Mhingegangen. Eine Fülle von Bescheidenheit, verbunden mit sonniger Ruhe und aufrichtiger Liebenswürdigkeit, atmete das Wesen des Heimgegangenen und machte ihn allen, die ihn kannten, liebenswert. Die allgemeine erkennung und Hochschätzung, die Herr Oberlandesg^- richtsrat Schütz in. reichstem Maße sich zu erweMp verstand, Hutten vor allem ihren Grund nicht nur sn den ausgezeichneten Eigenschaften seines Geistes, sondern auch in jenen seines Gemütes, insbesondere in der . hohen Auffassung, die er von seinen: . Amte und dem Rechse hätte. Ihm war sein Amt nicht Erwerb, sondern BeHs, das Recht nicht , bloß eine Wohlfahrtseinrichtung,.j ffyrpdern die erhabene Göttin, als. die es den. Alten gast. Darum empfand er die Inanspruchnahme seiner.Dienste als die hohe Forderung der Erfüllung der von ihm übernommenen Pflichten, und darum opferte evZMe Kraft nicht nur, wenn es sich um das allgentönw Beste, sondern auch, wenn es sich um das Wohl' unfcj'j Wehe des Einzelnen handelte. Seine auf einem reichen! leben beruhende Veranlagung, seine tiefe Religiosität NNd Herzensgüte befähigten ihn, den Rechtssuchenden zgm edlen Schirmer und Schützer von Wahrheit uno'Pechs zu werden. Nach - einer langen Reihe arbeits- und schaffensfreudiger Jahre suchte Herr. Oberlandesgerjchss- . rat Schütz die wohlverdiente Ruhe auf. Nichtlanffe war sie ihm vergönnt; ein qualvolles LeidestürffMe ihm den ruhigen Genuß.eines sonnigen Lebensabends- Nun hat ihn der Tod von allem Leid erlöst. Ehre seinem Gedenken! — Oberlandesgerichtsrat S chütz war stets treu dem Glauben seiner Väter und manifestierte feige Zugehörigkeit zum Judentum auf schöne Weise.' Ex. wpr Mitglied der „Israelitischen Allianz", der „Israelitischem Union", sowie aller jüdischen Vereine in Brüx, die;,Kr reichlich unterstützte. Seine Beerdigung fand Freitag, am 2. Juli, in Brüx unter zahlreicher -Beteiligung der Bevölkerung ohne Unterschied der Konfessionen -statt. Sämtliche Behörden waren durch Deputationen yevtreten. Rabbiner Professor Dr. Bi ach hielt die Trauer-

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