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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-07-09 · 28 (9.7.1915) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
28 (9.7.1915)
Date
1915-07-09
Page
– (sequence 11)
Language
German
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«r. 28 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite b21 rede, in welcher er in ergreifender Weise die hervorfragenden Eigenschaften des Verblichenen als Richter und Mensch schilderte; „er war ein gerechter Richter, der auch vor dem obersten Richter Gnade finden wird". Olmsttz. (Trauergottesdienst.) Montag, den 27. Juni, fand um halb 6 Uhr nachmittags im irsrael. Tempel anläßlich des Sterbetages des Erzherzogs Franz Ferdinand und seiner Gemahlin ein feierlicher, militärischer Gottesdienst statt. Die Gedächtnisrede hielt der Feldprediger Dr. Sicher. In ergreifenden Worten schilderte er die Tugenden des verblichenen Thronfolgers, ganz besonders aber als Vorbild in der Liebe zur Faimilie, zum Vaterland und zur Religion. Die vom Herzen kommenden Worte machten auf das Militär, das sehr zahlreich erschienen war, einen tiefempfundenen Eindruck. Nachdem noch der Infanterist des 54. Infanterieregiments, Oberkantor N a ch i m o v i c z aus Wien, das Gedächtnisgebet für die Verblichenen in der altehrwürdigen herrlichen Melodie gesungen hatte, schloß die militärische Feier — Um 7 Uhr fand aus demselben Anlaß ein Zivilgottesdienst statt, wobei Rabbiner Dr. Oppenheim in gewohnter schwungvoller Weise ein formvollendetes Lebensbild des Thronfolgers entwarf. Oberkantor Schlesinger sang meisterhaft das Gedächtnisgebet. Anwesend war der gesamte Kultusvorstand mit dem Präsidenten Herrn kais. Rat Fische-1 sowie Zivil- und Militärdeputationen, darunter Herr Major Dvorak, Herr Realschuldirektor Zerha n, Herr Professor H i r s ch u. a. Mit der Absingung der Volkshymne schlossen die beiden Feierlichkeiten. Franzensbad. Die Unterfertigten sind ermächtigt und beauftragt, im Namen sämtlicher Kriegsflüchtlinge, die im Bereiche der isr. Kultusgemeinde Franzensbad untergebracht sind, dem allverehrten Herrn Vorsteher und Stadtrat Theodor Spie gl sowie dessen Gemahlin Frau Louise Spie gl für ihre rastlose Tätigkeit und ihr mühevolles Wirken, um die Not der Unglücklichen zu lindern, ihren innigsten Dank austzudrücken. Freudig erfüllen wir diese Aufgabe, nachdem wir selbst auch von der Wohltätigkeit der genannten Herrschaft überzeugt sind. Schon in den ersten Tagen unserer Ankunft überzeugten wir uns von der Gutherzigkeit des Herrn Spie gl, indem er bei der Sjtadtgemeinde Franzens^- bad erwirkte, daß den Flüchtlingen statt einem gemeinsamen Strohlager einzelne, schöne Wohnungen unentgeltlich zugewiesen wurden; so strengte Herr Spie gl sich unaufhörlich an, bis ihm eine tückische Krankheit überxfiel. Kaum war es ihm aber möglich, das Bett zu verlassen, entfaltete er persönlich eine umfangreiche Korrespondenz mit hervorragenden Wohltätern, wohltätigen Vereinen und Gemeinden Oesterreichs, Deutschlands und selbst der Schweiz, von wo größere Geldbeträge zugekwiesen wurden, welche ermöglichten, den besonders Bedürftigen stets Unterstützungen zu geben, was — dank der guten Handhabung — noch, heute geschieht. So werden auch für verschiedene Medikamente monatlich zirka 100 Kronen in der Apotheke bezahlt. Ganz be?- sonders aber ist die Beschaffung der Mazzos hervorzujheben, Au der auch Se. Wrw. Herb Rabbiner Dr. Spitzer viel beigetragen hat. Die beiden Herren haben es verstanden, durch ihren persönlichen Einfluß, und ihre Bekanntschaft namhafte Spenden für diesen Zweck zu beschaffen, die ermöglichten, daß zu Ostern die Mazzos zu 0.92 bis. 1.28 Kronen pro Kilogramm zu haben waren, während diese anderswo 2—3 Kronen kosteten. Betont muß aber noch werden, daß die Barackenbef wohner in Asch durchwegs die Mazzos umsonst bekamen und unter anderem auch Geldunterstützungen erhalten. Ferner ist es der Frau Louise Lpiegl zu verdanken, daß während des Winters über hundert Kisten Kleidungsstücke — zum Teil neue — an die Flüchtlinge verteilt wurden, wobei außer der Genannten die Frau Rabbiner Dr. Spitzer und Herr Moritz S P i e g l viel mitgewirkt haben, und noch immer wird von dieser Seite für uns gesorgt. Herr Theodor Spie gl war es auch, der bei der Behörde wegen der Neubekleidung der Flüchtlinge intervenierte, und dank seiner Bemühungen sind wir auch von dieser beteilt worden; noch vieles wäre aufzuzählen, für das wir jedoch schon ohnehin die Worte des Dankes nicht besitzen. Zum Zeichen der ewigen Dankbarkeit gedenken wir auch noch des Herrn Doktor S t e i n s b e r g, der die Flüchtlinge in unentgeltliche Behandlung und Heilung nahm. Mendel Esriel 2 t r o z e. Berisch Zeisel, Nisko (Galizien). Samuel Wolf Klein, Mielec (Galizien). L. Rosenstrauch, Podgorze- Krakau. Juda Süßkind, Limanowa. Osias Zeisel, Nisko (Gal.). Moses Wachs mann, Podgorze-Krakau. Das Andenken Mar Szabolcsis. Der Ausschuß des Israelitischen Landesfonds beschloß einstimmig, dem verstorbenen Redakteur des „Egyenlöseg", Max Szabolcsi, aus Spenden des ungarischen Judentums ein Grabdenkmal zu setzen. Diesem Beschlüsse entsprechend, veröffentlichen das Kuratorium und der Vorstand des Landesfonds einen von dem Präsidenten Baron Adolf Kohner und von Dr. Alexander Mezei unterfertigten Aufruf, dessen Schlußpassus folgendermaßen lautet: „Wir wenden uns auf Grund des uns durch den Ausschuß des Landesfonds erteilten pietätvollen Auftrages ergriffen an das ungarische Judentum, das Max Szabolcsi stets zu den Sehnigen zählte, und fordern unsere Glaubensgenossen auf, Max Szabolcsi ein Grabdenkmal zu setzen. Mögen das Monument und die sich daran knüpfende pietätvolle Aktion ein bleibendes Zeichen des Dankes unserer Konfession sein, und jeder ungarische Jude, der sich mit unseren gemeinsamen Kämpfen und den verdienstvollen Bestrebungen des Verstorbenen identifizier^ möge zur Errichtung des Denkmals beitragen. Die Spenden sind an den Kassier Ludwig B a u m g a r t e n (Budapest, V., Nagykorona-utca 18) zu senden. Wir werden die emgelaufepen Spenden bei der Vaterländischen Bank hinterlegen und im „Egyenlöseg" quittieren. Wir erwarten vertrauensvoll, daß das ungarische Judentum an dieser Bewegung teilnehmen und alles ins Werk setzen wird, damit das Ergebnis der Konfession würdig sei. Wir empfehlen unseren Aufruf dem pietätvollen (Gefühl und der Liebe unserer Glaubensgenossen." Hier sei erwähnr. daß Bischof Dr. Desider Balthasar an den Sohn des Verstorbenen, Dr. Ludwig Szabolcsi, ein in den wärmsten Worten gehaltenes Beileidsschreiben gerichtet hat. Kin beachtenswertes Gesetz der Legislatur van Newyork. Die gesetzgebenden Körperschaften des Staates Newyork haben eine interessante Gesetzesvorlage angenommen, und in Rechtskraft treten lassen. Hiernach ist der Mißbrauch der Bezeichnung „Koscher" bei sonstiger strenger Bestrafung von nun ab verboten. Für den Verkauf von Fleisch mit der Bezeichnung „Koscher", trotzdem es nicht im Sinne der rabbinischen Entscheidung als rituell genießbar angesehen werden kann, sind erhebliche Strafen festgesetzt. *

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