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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-06-25 · 26 (25.6.1915) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
26 (25.6.1915)
Date
1915-06-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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26 Dr. Blüch's Wochenschrift Sette 481 .Martha Stiaßny und Frau Clotilde Benedikt als Schriftführerinnen aufopfernd wirken/ und der jetzt noch in Fräulein Mely Gelb Haus ein jugendliches, sehr tätiges, Vorstandsmitglied gewonnen hat, nicht an .die Oeffentlichkeit gedrängt und versorgt bis jetzt seine Agenden ausschließlich aus seinen gewöhnlichen Mitteln, Beiträgen und Spenden seiner Gönner. Wir sind überzeugt, daß der Verein aber auf weite Kreise rechnen kann, wenn er bis Zur Erschöpfung seiner Mittel fortfahren wird, nebst der Kriegsfürsorge sich in gewohnter Weise seiner Schützlinge, der erwerbslosen Frauen und Familien, anzunehmen. Aufruf zur Lrbensmittelverteilung für Kriegserholungsstätten an die Wiener Schuljugend! Liebe Schüler und Schülerinnen der Volks-, Bürger-, Mittel- und Handelsschulen Wiens! Ihr habt ein Jahr tüchtiger Arbeit hinter Euch, in dem Ihr Eltern und Lehrern in schwerer Zeit durch Euren Fleiß viel Freude bereitet habt. Ihr werdet jetzt die wohlverdienten Ferien genießen; viele von Euch werden die Eltern aus das Land oder ins Gebirge schicken, viele von Euch werden wohl dieses Jahr in Wien bleiben müssen, aber in Gärten Erholung haben, sich mit Eltern und Geschwistern fröhlich zum wohlbereiteten Tisch setzen. So jung Ihr seid, habt Ihr durch den Kriegs den Ernst des Lebens kennen gelernt und wißt, daß wir in diesem Jahre nicht so viele arme Kinder in Ferienkolonien fortsenden können wie sonst. Eure Mütter und Eure Väter, die nicht im Felde sind, haben alle das Ihrige zur Linderung der Not beigetragen. Aber auch Du, liebe Wiener Schuljugend, sollst der Kameraden gedenken, die nicht liebende Elternhand aufs Land führen, denen die Mutter auch nicht das Notwendigste auf den Tisch setzen kann. Seid gut, liebe Schüler, und bittet Eure Eltern, am Tage des Schulschlusses oder einige Tage vor oder nachher, nachdem Ihr stolz mit Euren Zeugnissen nach Hause kommt, Euch zu erlauben, mindestens ein Kilo von einem guten Nahrungsmittel: Kaffee, Kakao, Schokolade, Zucker, Kartoffeln, Reis, Hülsenfrüchte, Trockenmilch, Tee oder was sonst Euch oder Euren lieben Eltern paßt, an die untenstehenden Adressen selbst abzugeben, wo man Euch jede Spende dankbar bestätigen wird: Es wird Euch die Landluft dann gewiß besser behagen, Euer Tisch zu Hause wird Euch besser schmecken, wenn Ihr, so jung Ihr seid, Eure Pflicht gls Wiener getan habt. Wer von seinem Taschengelde zum selben Zwecke spenden kann, wird es gewiß aus vollem Herzen tun, damit wir mit Euren Spenden Eure Kameraden, die nicht in so schönen Wohnungen leben können wie Ihr, über den Sommer durch gute Kost und frische Luft in Kriegserholungsstätten gesund erhalten können. . Helft uns. liebe Schuljugend, Ihr, unser Glück, unser Stolz, unsere Zukunft! Der lieben Jugend mit besten Grüßen die in der Kinderfürsorge vereinigten Vereine: Ferienheim „Seehospiz", „Gute Herzen". „Kaiser Franz Josefs-Kinderhort", Elternverein „Pestalozzi". , Kinderschuh", „Ausspeisung für arme Kinder im 16. Bezirk", „Döblinger .Frauenverein", „Providentia". „Wiener Frauenverein züm Schutze armer, verlassener Kinder", „Verein zur Errichtung und Erhaltung von Horten für schulpflichtige Kinder". Gütige Spenden nehmen von Euch entgegen: 1. Bezirk: „Kinde.rfürso'rge", Schottengasse 10; Frau Josefine Glöckner -K r a me r, Rathausstr. 15; Papierhandl unW Kärntnerring 2; Frau Jenny M e s s in g, Dominikanerbastei 7; 2. Bezirk: Elternverein „Pestalozzi", Sperlgasse 32; Frau Rabbiner Dr. Margarethe G r u n w a l d, Ferdinandsstraße 23; Klaviervirtuosin Fräulein GiselaSpringer, Floßgasse Nr. 4; Frau Dr. Olga <2 t ein dl, Stefaniestraße 4; 3. Bezirk: Frau Kommerzialrat Jda Politzer, Ltrohgasse 13; 4. und 5. Bezirk: Frau Bergrat Lilly Bauer, Tilgnerstr. 3; Ferien heim aus speisung (Palais Baron Königs Wärter), Möllwaldplatz 5; 6. und 7. Bezirk: Frau Generaldirektor Philipp Porges, Hosstallstraße 5 a; Frau Dr. Adele Fried mann, Schottenfeldgasse 43; Frau Hermine Kadisch, Lindengasse 32: 8. Bezirk: Frau Nina Nobel, Feldgasse 13; 0. Bezirk: Frau Dozent Sofie Grünfeld, Porzellangasse 4; Schriftstellerin Frau Dr. Else E h r l i ch - F r ä n k e l, Porzellangasse 48; Frau Dr. Adele Zins. Währingerstraße 16; Professor Benedikt. Mariannengasse 1; 10. Bezirk: Frau Rabbiner Dr. Anna Mandel. Gudrunstraße 142; 11. Bezirk: Frau Emma Wolf und Frau Dr. Irma Keßler. Simmeringer Hauptstraße Nr. 54; 13. Bezirk: Frau Kommerzialrat Ella Z i r n e r- Zwieback, Neue Welt 9; Frau kais. Rat Laura Krenberger, Äuhosstraße 222; 18. Bezirk: Fräulein Elise von Goldberger, Lazaristengasse 12; k. u k. Hofburgschaw'piele in Ferdinande S ch m i t t l e i n - P r e ch tler, Karl Ludwigstraß" 82; Frau Dr. Therese Herzberg - F r ä n k e l. Juliengasse 54; Frau Dr. T i s cf» - l e r, Neustift am Walde 51; 19. Bezirk: Frau Victoria P 0 h l - M e i s e r und. Frau En.my P e t k 0 - H a n e r, Peter Jordanstraße.62; Frau Sofie Ouittner. Peter aasse 6; Frau Helene Ledere r. Cottageaasse 49; 20. Be: Jordanstr. 19; Frau Dr. Sidon'e Kahn, Gatterburg zirk: Frau Dr. Emilie Weiß, Klosterneuburgerstraße 13; Frau Gisela Bräun er. Pasettigasse 24; 21. Bezirk: Frau Henriette G r ü n w a l d. Hauptstraße 22; Frau Dr. Ignaz H 0 f m a n n. Donauseldstraße 21; Mauer bei Wien:. Frau Gottlob B e t t e l h t nt, Promenadegasse 27; Frau B'rtha D 0 rnrei ch, .20. Bezirk, Dresdnerstraße 77. Mar Szabolcsi s. A. Die ungarische Judenschaft hat einen großen Verlust erlitten. Der Chefredakteur und Herausgeber des führenden Organes her neologen Judenschast in Ungarn „Egyenlöseg", Max Szabolcsi, ist in Barawn-Füred, wo er von einem langen Leiden Erholung suchte, im Alter von 58 Jahren plötzlich gestorben. Mar Szabolcsi war, wie alle jüdischen Journalisten, welche ihre Tätigkeit in dem letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts begannen, eine Kamvsnatur. Der Tisza-Eszlarer Prozeß und seine unmittelbaren Folgen haben, w'e so manchem anderen, auch Max Szabolcsi, der ursprünglich für die rabbinische Laufbahn bestimmt war, die Feder zur Verteidigung der bedrohten Rechte des Judentums in die Hand gedrückt. Und wahrlich, es gibt wen'ge. welche von der Feder, dieser scharfen Waffe in der Hand eines Fähigen, mit solcher Schneidigkeit und Sicherheit Gebrauch zu machen verstanden, wie Mar Szabolcsi während seiner dreißigjährigen Publizistenlaufbahn. Wie jeder Kämpfende, hatte Max Szabolcsi naturgemäß auch seine Gegner, welche ihn jedoch nicht niederzudrücken vermochten, sondern eher ihn veranlaßten, desto unnachsichtiger für sein Ziel einzutreten und zu kämpfen. Szabolcsi vertrat in Wort und Schrift das Prin.^ip der Magyarisierung und Assimilation der ungarischen Judenschast und innerhalb der Judenschaft den Standpunkt der Einheitlichkeit gegenüber der Spaltung in Neologen und Orthodoxen. Mit diesen seinen Gesichtspunkten und mit dem schwärmerischen glühenden Patriotismus für das

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