Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 25 (18.6.1915)
- Date
- 1915-06-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 460 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 25 Der Feldrabbiner Dr. B a e ck beim Oberkommando der 1. Armee (im Westen) hat das Eiserne Kreuz 2. Klasse erhalten. Mithin haben bis jetzt .4 /von den 12) Feldrabbiner, '2 im Osten (Dr. Artur Lewy und Dr. Sonderling), 2 im Westen (Dr. Wilde und Dr. Bae ck.) das Eiserne Kreuz erhalten. Attendorn. Sanitäksunteroffizier cand. med. Wolfgang V ö- Heimei, Sohn des Kaufmanns Herrn Ari Böheimer. Bartrnstein (Ostpr.). Oskar Tichauer, Offizier-Stellvertreker in einem Ulanenregiment. Berlin. Feldunterarzt Dr. Hans Braß; Unteroffizier Kurt Liebenthal; Leutnant Rechtsanwalt Alfred Weichm ann; Feldunterarzt Heinrich Zolki; Leutnant Alfons Glaser. Breslau. Dr. med. Walter Oettinger, Stabsarzt der Reserve, Privatdozent an der Universität. Frankfurt a. M. Mar Lew in, Unteroffizier im Rcherve-Futzartillerieregiment Nr. 7, Sohn des Kaufmanns Herrn Lewin. Fröndenberg tRuhr). Unteroffizier Fritz Bernstein, in zwischen seiner Verwundung erlegen. Fürth. Dr. Mar Kunreuther, Oberarzt der Reserve in der 3. Sanitätskompagnie des 3. bayerischen Armeekorps; Kriegsfreiwilliger Franz Regensburger, Sohn des He.'in Fabrikbesitzers Albert Regensburger. Göppingen. Oberarzt Dr. Krämer, bereits mit dem Bayerischen Silbernen Verdienstorden ausgezeichnet. Halle. Stabsarzt Dr. Mar Kauffmann, ausgeführt in Numm:r 23 ist zu streich m. Hamburg. Dr. Artur L i p p m a n n, Oberarzt in einem Kriegslazarett im Osten, Sohn des Kaufmanns Herrn Joseph Lippmann. Hanau. Kanonier Theodor Cassel; Unteroffizier Gustav Callmann; Unt'-roffizier Salli L ö b e n st e i n. Hannover. Oberarzt der Reserve Dr. Otto Warschauer, Sohn des Herrn Geheimen Sanitätsrats Dr. Warschauer aus Hohensalza. Mühlheim-Ruhr. Mar Kann, Kriegsfreiwilliger im Infanterieregiment Nr. 256, Sohn des Herrn Simon Kann. Nikolai (Oberfchlesien). Eesreiter Alwin Lippmann. Nürnberg. Arthur Luft, Artillerreleutnant der Landwehr bei einer Ballonabwehrabteilung des 3. Armeekorps; Dr. Marimilian Otto Steinhardt, Kriegszahnarzt der 1. bayerischen Landwehrdivision; Dr. Hermann Kronheimer, Chirurg im bayerischen Reserve-Feldlazarett Nr. 12; Ernst Blank, Unteroffizier im 14. bayerischen Infanterieregiment, Sohn des Kaufmanns Herrn Julius Blank. Pirmasens. Dr. Arthur S ch o h l, Sohn der Witwe Frau I. Schohl. Stettin. Werner B a r a s ch, Kriegsfreiwilliger, Sanitätsgefreiter im Reserve-Infanterieregiment Nr. 211, Sohn des Herrn Hugo Barasch. Treysa. Dr. Adolf K a tz e n st e i n, Assistenzarzt im Feldlazarett Nr. 7 des 18. Armeekorps, Sohn des Herrn S. Katzenstein. Würzburg. Eugen K u r z i n g e r, Unteroffizier im 9. bayerischen Infanterieregiment, Sohn des Weingrohhändlers Herrn Bernhard Kurzinger. * * * Befördert. Zu preußischen Offizieren: Berlin. Vizewachtmeister der Landwehr, Geheimrat Professor Dr. Fritz Haber, Direktor des Kaiser Wilhelm-Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie in Dahlem, zum Hauptmann der Landwehr a. D. Hanau. Kriegsfreiwilliger Hans L e r o i. Schneidemühl. Salli Edel, Offizier-Stellvertreter im Reserve- Infanterieregiment (Pomm.) Nr. 34. Stargard (Pomm.). Alfred Löwenthal, Kriegsfreiwilliger im Reserve-Infanterieregiment Nr. 9, Sohn des Kaufmanns Herrn Julius Löwenthal. * * -j- Sonstige Auszeichnungen. Gotha. Dr. Kurt Bereut, Inhaber des Eisernen Kreuzes und des Bayerischen Verdienstordens mit Krone und Schwertern ist mit dem Sachsen-Ernestinischen Hausorden ausgezeichnet worden. Greiz. Unteroffizier der Reserve Arno Stern, Sohn des verstorbenen Fabrikanten Herrn Mar Stern, Inhaber des Eisernen Kreuzes,, ist durch Verleihung der Württembergischen- Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet worden. Müllhenn (Baden). Wehrmann Hans H e i m a n n, Sohn des Herrn Salo Heimann, verdiente sich die Badische Silberne Verdienstmedaille am Bande der Militärischen Karl Friedrich-Verdienstmedaille. Mürzeshenn (Baden). Sglly Türkheimer, Vizewachtmeister im Reserve-Dragonerregiment Nr. 21, Inhaber des Eisernen Kreuzes, ist die Badische Verdienstmedaille verliehen worden. Nürnberg. Feldlazarettinspektor Otto Geist erwarb sich das Bayerische Militärverdienstkreuz 2. Klasse. Ruhrort. Stabsarzt Dr. Adolf Goldschmidt erhielt das Oldenburgifche Friedrich August-Verdienstkreuz. England wird russisch! Entfernung der jüdischen Minister — über Befehl Mutzlands. Das neue englische Kabinett schweigt gehorsam zu den Judenverfolgungen in Ruffland. Die in London erscheinende jüdische Zeitung „World" meldet, daß die Entfernung der bisherigen jüdischen Minister aus dem englischen Kabinett auf die direkte Beeinflussung Rußlands zurückzuführen sei. Da die Entfernung Herbert Samuels als Generalpostmeister nicht leicht durchführbar war, beschloß die Regierung Has Verbleiben Samuels -auf seinem Posten, aber ohne einen Sitz im Kabinett. Die Veranlassung zu diesem Vorgehen waren die Proteste jüdischer englischer Minister gegen die Verfolgung der Juden in Rußland. Nach der Bildung des neuen Kabinetts in England erfolgte dann die vorher bereits beschlossene, aber eine Zeitlang aufgeschobene Verordnung betreffend Ausweisung sämtlicher Juden aus Kurland und dem Gouvernement Kowno. Aus WrzempA verschleppte Juden. Wie „Rjetsch" meldet, sind in Moskau 100 I u d e u mit ihren Kindern e i n g e t r o f f e n, die die Russen aus Przemysl verschleppt und nach dem hohen Norden verbannt haben. Are Stadtverordnung in Dortmund und die russischen Juden. Die Stadtverordnung in Dortmund hat eine Anzahl russischer Juden als Straßenbahnschaffner angestellt. Die deutsche Wititärverwattung Human gegen russtch-jüdische Kefangene. Im hiesigen Gefangenenlager, in welchem anfangs nur vier Franzosen jüdischen Glaubens und neun russische Zivilgefangene sich befinden, sind seit Anfang März noch ungefähr 180 russische jüdische Gefangene interniert. Seit Mitte September wird dort alle drei Wochen Gottesdienst mit Predigt abgehalten. Zu Pessach erhielten die Gefangenen 3 Pfund Mazzoth. Auch werden sie mit Gebetbüchern und sonstigen Ritualien, wonach sie sich besonders sehnen, von hier aus versorgt. Die gefangenen Juden werden von ihren nichtjüdischen russischen Kameraden vielfach beschimpft, indem man ihnen Feigheit unh Vaterlandsverrat vorwirft. Man droht, bei der Rückkehr mit ihnen abzurechnen, ja, sie schon bei der Fahrt nach Rußland aus dem Eisenbahnwagen zu werfen. Unsere russischen Glaubensgenossen haben endlich die Geduld verloren und sich an die militärische Lagerverwaltung beschwerdeführend gewandt, die sofort mit strengen Strafen eingeschritten ist. Welch traurige Aussicht bietet sich da nach der Rückkehr den jüdischen russischen Kriegern!