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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-06-18 · 25 (18.6.1915) · page 7

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
25 (18.6.1915)
Date
1915-06-18
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nr. 25 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 459 Der Kaiser hat dem Stabsarzte im Honvedinfanterieregiment Dr. Desider Dobo in Anerkennung seines tapferen und aufopfernden Verhaltens vor dem Feinde das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes verliehen. Dr. Desider Dobo ist ein Sohn des angesehenen Mitgliedes der Erlauer israelitischen Kultusgemeinde Moritz Zeisler. Samuel Berger, Klempnermeister in Nagy-Kallo in Ungarn, Vater von fünf Kindern, wurde für eine heldenmütige Wasfentat, die er als Patrouillenführer vollbrachte, mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Er dürfte bei der Uebergabe von Przemyft in Gefangenschaft geraten sein. Gleichfalls aus Nagy-Kallo stammt der jüdische 2lpotheker Michael Gonda, der als Lokomotivführer einen Spitalszug unter Gefährdung seines eigenen Lebens rettete und dafür das goldene Verdienstkreüz am Bande der Tapferkeitsmedaille erhielt. Ernst Barok, Artilleriekadett beim 16. Artillerieregiment, tvelcher sich seit 6. August auf dem Kriegsschauplätze befindet, im Zivil Beamter der Stadt Budapest, erhielt für seine hervorragende Heldentat die bronzene Tapferkeitsmedaille. Es war das die erste Auszeichnung in der Batterie, welcher Barok zugeteilt ist. _ („Egyenlöseg".) Angenehme Enttäuschung. Eugen Szepeesy, Reserveleutnant im 10. Honv- Jnfantcriereaiment, Beamter der Miskolczer Agrarbank, ging am 26. August 1914 in den Krieg, hat an 26 Gefechten teilgenommen, wurde Mitte September durch einen Kopfschutz verwundet, ging am 30. Oktober wieder auf den Kriegsschguplatz zurück, von wo er am 1. Dezember init erfrorenen Füßen zurückkehrte. Seine Vorgesetzten hatten ihn wiederholt belobt. Sein Kommandant Stefan Flora machte mit bezug auf das tapfere Verhalten des Szepeesy vor den versammelten Offizieren die folgende Bemerkung: „Im Kriege haben wir hinsichtlich der jüdischen Reserveofsiziere und Mannschaften eine angenehme Enttäuschung erfahren." Szepeesy wurde für feine Tapferkeit mit dem Signum laudis ausgezeichnet. _ („Egyenlöseg".) Jüdische Inmitten im Uelde. Der Gutspächter Ludwig Stern in Gama (Ungarn) hat alle seine drei Söhne im Felde. Der älteste dient bei der Artillerie, der zweite, Ladislaus Stern, hat sich als Fähnrich bei den Vierundvierzigern ausgezeichnet und wurde für seine Tapferkeit von Seiner Majestät mit der großen goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. 'Sein dritter Sohn, 19 Jahre alt, dient gleichfalls bei den Vierundvierzigern. Max Wei.ß in Karlstadt hat sechs Söhne als Soldaten. Sie vertreten fast alle Waffengattungen. Der älteste, Josef, ist bei der Infanterie, der zweite, Paul, diente beim Korneuburger Eisenbähnregiment und geriet bei der Uebergabe von Przemyft in Gefangenschaft. Der dritte, Leopold, ist bei der Marine, der. vierte, Albert, im 25. Honvedregiment bei der Maschinengewehrabteilung, geriet bei dem Rüc^ug in Belgrad in serbische Gefangenschaft; der fünfte, Sftnon, sowie der sechste, Wladimir, befinden sich auf dem südlichen Kriegsschauplätze. Der Spiritusfabrikant Ludwig Eckstein in Nagysap hat alle drei. Söhne auf dem Kriegsschauplätze. Der älteste, Geza, 24 Jahre alt, Zugsführer im 26. Infanterieregiment, hat sich, obgleich er nicht zum Frontdienstunterofsizier ausgebildet ist, freiwillig für den Frontdienst gemeldet. Kaum war er einige Tage auf dem Kriegsschauplätze, führte er seine Abteilung anläßlich der Erstürmung einer Höhe mit solchem Heldenmut, daß er es zuwege brachte, eine fünfzigfache feindliche Uebermacht^so lange zu binden, bis unsererseits Hilfe herankam. Für diese seine Heldentat heftete ihm am nächsten Tage der Regimentskommandant außertourlich die silberne Tapferkeirsmedaille zweiter Klasse auf die Brust. Bier Monate lang war er im Schützengraben und nahm an zahlreichen Stürmen teil. Einmal blieben von der ganzen Kompagnie bloß sechs Mann zurück; es war am 14. April, als das 26. Infanterieregiment sich bei der Einnahme einer Höhe so sehr ausgezeichnet hatte. Bei dem dreitägigen Sturm erhielt Eckstein um zwei Uhr nach Mitternacht einen Schuß in die Hand, aber er ließ seine Abteilung nicht im Stiche. Erst nach dem vollendeten Siege begab er sich auf den Verbandsplatz und wurde jetzt für die Tapferkeitsmedaille erster Klasse vorgeschlagen. Der zweite Sohn, Simon, Einjährig-Freiwilliger Korporal, gleichfalls im 26. Infanterieregiment. 21 Jahre alt, ging am 11. Dezember 1914 auf den Kriegsschauplatz. Er kämpfte erst in Russisch-Polen, an der Nida, nahm an der größten Winterschlacht teil, kam dann im Januar mit seinem Megimente in die Karpathen, wo er gleichfalls in großen Schlachten mitkämpfte, bis er im Februar infolge Bauchtyphus drei Monate lang zwischen Leben ^und Tod schwebte. Der jüngste Sohn, Ladislaus, 19 Jahre alt, hielt es zu Hause nicht aus, nachdem seine zwei älteren Brüder bereits als Soldaten in den Krieg gezogen waren. Sein Vater mußte ihm die Einwilligung geben, gleichfalls in den Dienst des Vaterlandes als aktiver Soldat treten zu dürfen. Am 6. Oktober meldete er sich freiwillig bei dem Neutraer 14. Honvedinfanterieregiment. jedoch mit der Bedingung, daß er sofort auf den .Kriegs schauplatz geschickt werde. Seinem Wunsche wurde null fährt. Anfangs Dezember kam er aus Rurswch-Polen mit erfrorenen Füßen in ein Spital, aber schon Ende Januar befand er sich abermals auf dem Kriegsschauplatz. Am 24. März wurde er durch eine Granate schwer verwundet. („Egyenlöseg") Gedenkstein für die jüdischen Helden des Jahres 1848. Aus Budapest wird uns berichtet: Wie noch erinnerlich, hat die Budapester Chewra-Kadischa, welche Eigentümerin und Verwalterin des jüdischen Friedhofes in Budapest ist, vor ungefähr eineinhalb Jahren die irdischen Ueberreste der in dem alten und Inzwischen aufgelassenen Friedhofe in der Lehelgasse bestattet gewesenen jüdischen Helden des Jahres 1848 in dem neuen Friedhof in Rakos-Keresztur überführen und dort^ in einem prachtvollen Ehrengrab wieder bestatten lassen. Dieses Grab ziert nun seit einigen Tagen ein herrlicher monumentaler Gedenkstein, ein meisterhaftes Werk des bekannten Architekten Bela L a i t a. Ueber der Inschrift prangt das Relief eines Löwen, des jüdischen Symbols der Tapferkeit. Die ungarische Inschrift hat den bekannten Schriftsteller Alexander Mezey zum Verfasser, während die. auf der Rückseite befindliche hebräische Inschrift noch von dem unvergeßlichen Meister der hebräischeil Sprache, Professor Wilhelm Bacher, stammt. Auszeichnungen jüdischer'Krieger mit dem Eisernen Kreuze. (Bisher wurden 2967 mitgeieilt, in der vorliegenden Nummer 31, zusammen 2998.) Das Eiserne Kreuz 1. Klasse erhielt wiederum (und zwar zum 8. Male) ein jüdischer Krieger.' Benny Bassen, ein Rheinländer aus Hülchrath (bei Neutz) war bereits mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnet worden. Die erste Klasse wurde ihm zugleich mit seiner Beförderung zum Feldwebelleutnant überreicht.

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