Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 25 (18.6.1915)
- Date
- 1915-06-18
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Sette 458 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 25 ratter, ein stolzbeseellcr Sohn seines Stammes, dessen Verlust in dem geselligen Leben seines Wirkungskreises eine unersetzliche Lücke hinterlassen wird, ein gütiger Gatte, ein treues Kind seiner schmerzgeprüsten Eltern, die die Zierde unserer Gemeinde sind: Herr Emanuel Hein und Frau Eecilie, geb. E r o a g. Möge seine Familie in ihrem berechtigten Schmerz um ein blühendes Mitglied Trost finden im Hinblick auf die welthistorisch: Zeit, in welcher sie, wie viele ungezählte Tausende, die Liebe für das Vaterland mit dem Teuersten besiegeln und mit dem Leben ihrer Lieblinge die drohende Gefahr von den Pforten der teuren Heimat scheuchen. Der verklärte Held aber wöge vor dem Herrn der Heerscharen ffür die Seinen beten, datz er sie fürder /bewahre vor jedem Leid.- Pietas. Aus dem Iekdpostörref eines jüdischen Weservekeulnants. .Heute überschritten wir einen kampfberühmten Paß (Uszoker), ungefährdet wie im tiefsteil Friedeli. Die Spuren der hier ausgefochtenen Kämpfe, nach denelr wir eifrig spähten, bekamen wir erst hinter der Paßhöhe zu sehen. Da freilich war der Boden wie durchpflügt von Schützengräben, einem seltsamen Gewirr von dicht hintereinander und hart gegeneinander angelegten Schanzen. Eines der Werke zeigte in erschütternder Deutlichkeit, daß es seinem. Zwecke gedient hatte bis zum blutigen Ende. Ueber der Brüstung der Deckung erhoben sich die Kreuze derer, die hier gefallen find, wie das Gesetz es befahl. Und einer von ihnen war sogar ein „Sohn des Gesetzes", ich meine unseres Gesetzes, ein Jude. „Katz Jakob" las ich im Vorbeimarsch auf dem Holztäfelchen, das unter den Kreuzen merkwürdig hervorftach und vielleicht nicht ohne Absicht durch seine Gestalt, ein oben gerundetes Rechteck, an die Gesetzestafeln vom Sinai in ihrer typischen Darstellungsform erinnerte. Sein Ende reiht diesen jüdischen Kämpfer unter jene Gerechten, deren Andenken zum Segen dient. — Wie gewaltig klingt doch eigentlich unser Baal milcliomoh, Herr des Krieges. Der Deutsche nennt selbst den Führer nur Feldherrn.... Aus der ungarische« Rerchshiilfle. Sotdatcuölut. Josef Steine.r, Oberleutnant des Debrecziner 3. Honvedinfanterieregimentes, ging anläßlich der allgemeinen Mobilisierung auf den Kriegsschauplatz. Auf dem nördlichen Kriegsschauplätze hatte er sich durch seinen Heldenmut und seine todesverachtende Tapferkeit so sehr ausgezeichnet, daß der 26 jährige Offizier zum Hauptmann ernannt wurde und das Signum laudis erhielt. Im weiteren Verlaufe der Kämpfe erhielt er einen Halsschuß. Schwerverwundet wurde er nach Hause gebracht und, obgleich wieder genesen, ist er bis auf weiteres unfähig, laut zu sprechen. Der heldenmütige Hauptmann fand jedoch zu Hause keine Ruhe und meldete sich jetzt als Feldpilot, um seinem Vaterlande auch weiter eines Soldatenkindes würdig zu dienen. Hauptmann Josef Steiner ist ein Sohn des verstorbenen Obersten Gabriel Steiner, der gleichfalls wegen seiner soldatischen Tilgenden und seiner hohen Intelligenz in großem Ansehen stand. („Egyenlöseg".) Auszeichnungen. Honvedleutnant der Reserve Elemer Levai erhielt das Signum laudis am Bande der Tapferkeitsmedaille. In der Begründung wird hervorgehoben, daß Leutnant Levai mit Tapferkeit und unerschütterlicher Energie seine Kompagnie in den Karpathen zweimal gegen russische Uebermacht zu siegreichem Sturm geführt hat. Elemer Levai ist ein Sohn des Professors der Pester israelitischen Kultusgemeinde Isidor Levai, dessen Zweiter Sohn bei der Honvedartillerie kämpft. Dr. Arthur Gabor, Regimentsarzt, 31 Jahre alt, kämpfte zuerst auf dem südlichen Kriegsschauplatz, woselbst er schwer verwundet wurde. Nach seiner Wiederherstellung war er Monate hindurch Kommandant der zwischen dem nördlichen Kreigsschauplatz und Budapest .verkehrenden Spitalszüge, in welcher Eigenschaft er übermenschliche Arbeit leistete und wiederholt belobt wurde. Gegenwärtig ist er Kommandant des Epidemiespitals in Kaschau, wy er vom Honvedminister, als dieser das Spital besuchte, für die überaus pedante und einwandfreie Leitung persönlich belobt wurde. Jetzt erhielt Dr. Gabor „für seine heldenmütige und aufopfernde Haltung vor dem Feinde" das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes. Dr. Arthur Gabor ist ein Sohn des Arztes Dr. Eduard G o t t l i e b in Csantaver. Koloman Biro, Bankbeamter, rückte zu Beginn des Krieges als Einjährig-Freiwilligen-Korporal zum 7. Infanterieregiment ein. Er nahm am nördlichen Kriegsschauplatz an mehreren Schlachten teil, brachte es im Verlaufe weniger Wochen bis zum Fähnrich und wurde jetzt mit der silbernen Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse ausgezeichnet. Alexander Waldmann, welcher als Fähnrich des Araber Hausregimentes seit Beginn des Krieges auf dem Kriegsschauplätze in Dienst stand, fand, von einer feindlichen Kugel getroffen, auf dem nördlichen Kriegsschauplatz den Heldentod. Waldmann wurde für seinen Heldenmut mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und kurz vor seinem Tode für eine neue Auszeichnung vorgeschlagen. Der Eperieser Advokat Dr. Arthur L i ch t i g, Rescrveleutnant des 67. Infanterieregiments, wurde von Seiner Majestät in Anerkennung seiner tapferen Haltung vor dem Feind.e mit dem Militärv.erdieustkreuze dritter Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Dr. Lichtig erhielt diese Auszeichnung für eine Heldentat, durch welche er eine von den Russen besetzte Höhe im Sturm eroberte und 300 Gefangene machte. Alexander Schlesinger, Freiwilliger, erhielt für seine außerordentliche Tapferkeit die große silberne Tapferkeitsmedaille und wurde zum Fähnrich befördert. Der vollständig verwaiste junge Held ging gleich anläßlich der ersten Mobilisierung freiwillig auf den Kriegsschauplatz, wo er sich wiederholt auszeichnete und von seinen Offizieren der Mannschaft als nachahmenswertes Beispiel angeführt wurde. > Hauptmann Alexander Schlesinger war Kommandant jenes' Feldjägerbataillons Nr. 29, welchem die Aufgabe zufiel, anläßlich des Angriffes gegen Magiern aus einer Deckung hervorzustürzen und die Russen zu überfallen. Der Hauptmann gab um 4 Uhr früh das Zeichen zum Angriff. Unaufhaltsam stürmte er mit seinen Leuten vorwärts. Mitten im Angriff, um 6 Uhr morgens, trafen den tapferen Hauvtmann zwei Kopfschüsse, er aber verließ trotz seiner schweren Verwundung die Seinigen nicht. Er ließ seine Wunde mit einem Notverband verbinden und blieb 13 Stunden lang verwundet wie er war an der Spitze seiner Truppe. Am anderen Morgen übernahm er, wie wenn nichts geschehen wäre, abermals das Kommando. Für seine Mustergiltige Pflichterfüllung erhielt er das Militärverdienstkreuz am Bande der Kriegsdekoration. Josef V i d o r, Leutnant, Beamter des Wiener Bankvereines, Sohn des Raaber Handelsschulprofessors Salomon Vidor, wurde von Seiner Majestät für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet. Dies ist bereits die zweite Auszeichnung des Leutnants Vidor, welcher noch am .14. Februar das Signum laudis erhalten hatte.