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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-06-18 · 25 (18.6.1915) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
25 (18.6.1915)
Date
1915-06-18
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 456 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 25 Silberne Ta pferkeits Medaille zweiter Klasse erhielten: Korporal Adolf Zwick, ung. Landwehrregiment Nr. 9; Zugssührer Martin Pollak, ung. Landwehrregiment Nr. Io; Korporal Bernhard S a l z - b erg er, ung. Landwehrregiment Nr. 14; Feldwebel Jakov Klein, Gend.-Landsturmabteilung Nr. 1; Blessiertenträger Ojias F ü n f e r, Landwehrregiment Nr. 33: Einjährig-Freiwilliger Zugssührer Julius Weiß, Jnf.- Reguuenr Nr. 43; Korporal Siegmund Both, Husarenregtnrent Nr. 5; Feldwebel Adolf Ehrlich, Zugssührer Josef Jonas urch Korporal Wolfgang Brüll, alle drei beim Infanterieregiment Nr. 68; Fähnrich d. R. Samuel Reiß, Jägerbataillon Nr. 21; Leutnant b. R. Abraham Friedman n, ung. Landwehrregiment Nr. 15; Leutnant d. R. Moriz Wohlberg, ung. Landwehrregiurent Nr. 31; Kadett d. R. Samuel Schuster und Kadett Leon Wertheim, beide beim ung. Landwehrregiment Nr. 23. Bronzene Tapferkeitsmedaille erhielten: Korporal Mechel Herzog, Landwehrregiment Nr. 33: Rechnungsunterofsizier Josef Hoffmann, Landwehrregiment Nr. 34; Vormeister Julius Spitzner, Landwehr-Feldhaubitzendivision Nr. 45; Fähnrich d. R. Moriz Bock, Infanterieregiment Nr. 64; Fähnrich d. R. Desider Lefkowicz, Infanterieregiment Nr. 51; Infanterist Karl Wiener, Landwehrregiment Nr. 24; Leg. Marek Blank, polnische Legion, Telegraphenabteilung. In dieser Nummer sind verzeichnet: 1 Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens, 1 Militärverdienstkreuz 3, Kl., 19 Signum laudis, 10 goldene Verdienstkreuze mit der Krone, 5 goldene Verdienstkreuze, 9 silberne Verdienstkreuze mit der Krone, 2 silberne Verdienstkreuze, 1 goldene Tapferkeitsmedaille, 6 silberne Tapferkeitsmedaillen 1. Klasse, 15 silberne Tapferkeitsmedaillen 2. Klasse, 7 bronzene Tapferkeitsmedaillen, zusammen 76 Auszeichnungen; davon 29 an Offiziere und Fähnriche, 17 an Militärärzte und Militärbeamte, 30 an Mannschaftspersonen. _ Auszeichnung eines L. L. österr. Ietdraööiners. K. k. Feldrabbiner Dr. Samuel Lemberg er, Rabbiner in St. Georgen in Ungarn, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem goldenen Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Dr. Lemberger ist der Sohn des sel. Rabbiners Lemberger in Rozsnyo, war Schüler der Preßburger Jeschiba und ist seit Kriegsbeginn im Felde. Weitere Auszeichnungen. Das Signum lauäis in Anerkennung tapferen und aufopferungsvollen Verhaltens vor dem Feinde wurde erteilt dem Regimentsarzt d. R. bei der k. u. k. Jnf.-Div.-Sanitätsanstalt Nr. 43 Dr. Emanuel Grobe!, erster Assistent an der Universitätsfrauenklinik in Lemberg, der seit Beginn des Feldzuges sich an der Front befindet. Der Gefreite Bernhard Weißberg des Infanterieregiments Nr. 58 war bereit, sich für seine Kämerirden zu opfern. Der Feind hatte sich auf seine Kompagnie so gut eingeschossen, daß es nötig wurde, für diese eine neue Stellung seitwärts zu suchen. Der Gefreite meldete sich nun bei Eintritt der Dunkelheit freiwillig zur Rekognoszierung eines von heftigem Feuer bestrichenen Raumes und entdeckte in diesem glücklich einen gedeckten Weg, auf welchem sich dann die Kompagnie ohne nennenswerte Verluste verschieben konnte. Der Gefreite wurde mit der silbernen TapferkeÄsmedäille 'ausgezeichnet. , Zugsführer Alois Altma n n des Feldjägerbatai'.löns Nr. 5 wurde als Nachrichtenkommandant gegen Komacin vorgeschickt. Es gelang ihm, im feindlichen Feuer nahe an den Feind heranzukommen und er ließ sich in seiner Beobachtung trotz des lebhaften Schießens nicht vertreiben, so daß es ihm gelang, die Aufstellung des Gegners genau festzustellen. Die detaillierte Meldung kam dem Kommando bei einem späteren Angriffe besonders zustatten. Einen Tag später beunruhigte er als Feldwachkommandant den Feind , und konnte wieder wertvolle Nachrichten einbringen. Er erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse. Eine Heldentat unter schwierigen Umständen hat der Korporal Jan Krochmal des Ulanenregimeuts Nr. 3 vollbracht, das sich aus Grodekjägern ergänzt. Krochmal hatte die Aufgabe, eine Straßenbrücke zur Sprengung vorzubereiten, diese jedoch erst später auf Befehl durchzuführen. Der Korporal wartete mit noch einem Ulanen auf diesen Befehl. Gegen Mittag kamen die Rüssen und eröffneten sofort ein heftiges Gewehr- und Maschinengewehrfeuer auf die Brücke. Um nun die Pferde zu retten, schickte Krochmal diese mit seinem Begleiter in das nächste Dorf, er selbst aber blieb unverzagt allein, trotz der heftigsten Bedrängnis, noch vier Stunden lang auf seinem Posten, his endlich um vier Uhr nachmittags der erlösende Befehl kam. Um ihn auszuführen, mußte sich der Korporal mehrere Minuten lang vollkommen ungedeckt dem feindlichen Feuer aussetzen. Durch seine Tapferkeit war jedoch ermöglicht worden, daß sich alle noch im Vorfelde befindlichen Patrouillen und Nachrichtendetachements zurückziehen konnten und die nachdrängenden Russen ein Hindernis Vorständen, das ihr Nachdrängen unmöglich machte. Krochmal bekam die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse. Der Sanitätszugsführer Titular-Wachtmeifter Stefan Meller des Ulanenregiments Nr. 3 hat den Verwundeten treueste Kameradschaft, unter eigener Lebensgefahr, gehalten und dafür die silberne Tapferkeitsmedaille erhalten. Ohne sich um das heftige Gewehr- und Granatfeuer der Russen zu kümmern, versorgte er in einem Gefecht im offenen Terrain 15 verwundete Ulanen und 45 Jäger und holte zwischen den einschlagenden Granaten zwei im Sumpfe steckengebliebene Ulanen heraus. Um 10 Uhr abends verließ seine Eskadron den in Brand geschossenen Ort, Meller aber blieb zurück, schaffte die Verwundeten aus den brennenden Häusern, holte selbst einige Wagen aus benachbarten Dörfern und schaffte alle Verwundeten in die nächste Divisions-Sanitätsanstalt. Zum Höbe ßrnst Weichls. Dem zu Beginn des Krieges gefallenen Einjährig- Freiwilligen Rudolf Reicht widmete die „Oesterreichische Wochenschrift" in der Nummer vom 21. Mai d. I. ehrende Worte des Gedenkens. Drei Tage vorher hatte auch sein ältester Bruder, Reserveleutnant Ernst Reicht, den Heldentod gefunden. Zwei brave, hoffnungsvolle Söhne haben die allzu hartgeprüften Eltern innerhalb weniger Monate verloren und grenzenlos ist ihre Trauer. Von ihnen, denen ein grausames Geschick soviel des bittersten Leides auferlegt hat, daß wir es kaunt zu fassen vermögen, wendet sich unser tränengefeuchteter Blick der großen Schar von Vätern und Müttern zu, die das gleiche Schicksal erlitten oder zu gewärtigen haben. Wissen wir doch, daß der große Kampf, den unsere Armee gegen ein in der Geschichte unerhörtes Ausmaß von Feinden zu führen gezwungen ist, so unsäglich viele, prächtige Opfer erfordert. Ernst Reicht war solch ein Opfer, das, von glühendem Patriotismus durchdrungen, sein Leben freudig für des Vaterlandes Ehre in die Schanze schlug. Eine allerhöchste Auszeichnung wird das Andenken dieses tapferen Offiziers bei seinem Regimente stärken und befestigen. Paul Gräber. v

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