Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 24 (11.6.1915)
- Date
- 1915-06-11
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 449 will daher mit der Bitte ungenannt zu bleiben, einen kleinen Tropfen aus den großen drückenden Stein gießen. Mit gleicher Post erlege ich aus Ihr Konto der Postsparkasse Sit. 2.—. Wer schnell Hilst, Hilst doppelt. Kind zur Adoption gesucht. Brod, 24. Mai 1915. An' die löbl. Redaktion Volt Dr. Bloch's „Oesterreichische Wochenschrift" Wien. Ein gutsituiertes, kinderloses Ehepaar, Herr und Frau Moritz R e i n, wohnhaft in Kobas, einem Dorfe unweit von Brod, möchte ein 10- bis 12 jähriges Waisenmädchcn anllehmen, dasselbe wie ein eigenes Kind behandeln und, so die Zeit kommen wird, es entsprechend verheiraten. Ich zweifle nicht, daß unter den unglücklichen galizischen Flüchtlingen solche Kinder sich befinden; vielleicht wären Sie, geehrter Herr Redakteur, geneigt, hier die Vermittlerrolle zu übernehmen. Weitere nähere Auskünfte zu erteilen bin ich gerne bereit. Hochachtungsvoll Paul Stern, Rabbiner. Wien (Spenden). Zwecks Beschaffung von Ritualien (Eebetriemen, Schaufädenkleider, Taschengebeibücher) für verwundete israelitische Soldaten sind eingegangen bei Frau Dr. Ludwig Rieß, 9. Bez., Alserstraße 50: Frau Jakobine S u e l 1 Paar Tefilin, 1 Gebetbuch, 1 Schaufädenkleid; Herr Leopold F l e i s ch m a n n, Gänserndorf, 1 Paar Tefilin, 4 Talesim; Herr Sigmund Wechsb e r g, Friedland, 2 Paar Tefilin, 1 Talis, diverse Gebetbücher; N. N. durch den Patriotischen Hilfsverein vom Roten Kreuz 2 Paar Tefilin. — Alte Talesim, Tefilin sowie hebräische Bücher, Bibeleremplare sind zu senden an Frau Dr. Ludwig Rieß, 9. Bez., Alserstraße 50. Auch wird in Loko auf iWunsch ubgeholt. Danksagung. An die hochlöbl. Bloch'sche „Wochenschrift" ,'Wien. Ich bitte im Namen meiner Glaubensgenossen einige Zeilen in Ihrer geschätzten Wochenschrift zu veröffentlichen: Anläßlich der verflossenen Osterfeiertage wurde uns sowie auch den Kriegsgefangenen seitens der israel. Kultusgemeinde in Wien eine rituelle Kost verabreicht, sowie für Gebetabhaltung gesorgt, wofür ich im Namen meiner Glaubensgenossen meinen herzlichsten Dank ausspreche. Speziell gebührt Herrn Rabbiner Verlisch aus Amstetten, der sich mit wahrer Fürsorge dieser Einrichtung und Abhaltung der Gebetstunden sowie der Verköstigung wärmstens annahm, unser Dank, umsomehr, als Herr Rabbiner B erlisch keine Zeit und Mühe sparte und einige Male zu uns herüberkam, um sich zu überzeugen, daß alle vollauf befriedigt werden. Hoffentlich hat Uns das nächstjährige Pessachfest einen siegreichen Frieden gebracht, welchen wir schon im Kreise unserer Angehörigen verbringen können. Mit vorzüglicher Hochachtung Robert K o h n, Zugsführer. B ar akenspital des k. u. k. Kriegsgefangenenlagers in Wieselburg a. d. k. Fortbildungskurse für isr. Religionslehrer aus Galizien, 1. Bez., Seitenslettengasse 4. Der feierliche Schluß, des Kurses findet Montag, den 14. Juni, um 9 Ahr vormittags, statt. 1. Vortrag des Prof. Dr. Majer Balaban: „Rechte und Pflichten der israelitischen Religionslehrer." 2. Schlußrede des Leiters Prof. Dr. M. Scharr. 3. Eventualia. Wien. (Nachahmenswert!) Anläßlich des silbernen Hochzeitsfestes des Herrn Samuel Salzer spendete uns Herr Simon M a n h e i t für Vereinszwecke dreißig Kronen. Wir sprechen dem hochherzigen Spender, der jede Gelegenheit ergreift, um unseren Verein zu fördern, auf diesem Wege unseren innigsten Dank aus. Jüdischer Verein „Einheit". Austritte aus dem Judentum vom 30. Mai bis 5. Juni 1915. Fachs Johanna, geb. 15. Juli 1894 in Wien, VII., Zollergasse 21. Helmreich Paniine, Schneiderin, geboren 6. Juni 1895 in Wien, XVI., Thaliastrasse 82. Klaber Heinrich, geb. 25. März 1881 in Wien, XX., Dresdner skr. 51. Mayer Unzarins, Maschinist, geb. 18. Oktober 1888 in Zalesczyki, XI., Dorfgasse 37, II. Stock, Tür 13. Stern Gisela, Abteilungs-Leiterin, geb. 26. März 1894 in Wien, XX., Otbmargasse 25. Sternberg Julius, Doktor, Arzt, geb. 19. November 1867 in Wien, I., Seilergasse 14. Werner Alice, Private, geb. 4. April 1889 in Wien, VII., Burgg. 79. Reichenberg. Seine am Grabe des Herrn Alois N e u m a n n, Mitglied des Herrenhauses, Präsident der Reichenberger Handels¬ und Gewerbekammer, am 16. November 1914 gehaltene Rede, ließ Herr Professor Dr. Emil H o f m a n n, Rabbiner, auf vielfachem Wunsch dem Druck übergeben und bestimmte den Erlös dieses Nachrufes der Kriegshilfsstelle der Stadt Reichenberg. Herr Siegmund Schönau, Vertreter der „New-Pork" in Wien, der seit 1864 im Reichenberger Kammerbezirk kommerziell tätig ist und ein Jugendgesährte des nun selig Dahingeschiedenen war, hat 100 Eremplare dieses Nachrufes dem erwähnten Zwecke zugeführt. Herr Schönau hat sich in Anbetracht, daß er nicht stur lange Jahre als Gesellschafter der Firma Jrmenbach & C o. in Reichenberg für die Tuchindustrie dieser Stadt gewirkt, sondern auch als Exporteur 1881—1900 für die Gablonzer Bijouterie-Industrie als Gesellschafter der Firmen Schönau & Kreisch, Gablonz und Wien, sowie S. Schönau & Fde. Hautrive, Gablonz und Paris, verpflichtet gefühlt, 50 Eremplare des Nachrufes für bei ihm bekannten Wiener Jndustriekreisen zu übernehmen und hat die erzielten Ueberzahlungen von Kr. 1500.— dreierlei Zwecken als Spenden zugeführt, u. zw. Kr. 500.— der Reichenberger Kriegshilfsstelle und je Kr. 500.— den Hilfskomitees der beiden israelitischen Kultusgemeinden für die polnischen Flüchtlinge in Reichenberg und Gablonz. Moritz Schwarz in Anfcha. „Da§ ist fürwahr ein Mensch gewesen, Und das heißt ein Kämpfer sein." Ein langes, müh- und ehrenvolles Leben, auf dem Gipfel treuerfüllter Pflichten, liebe- und glückumsponnen, fand plötzlich seinen Abschluß. Ganz unerwartet, auf einer Reise in Prag, traf ihn jäh des Todes Ruf; ferne der Stätte, wo die Wiege feines Glückes stand, lvo er inmitten rastlosen Schaffens für das weitere Ansehen eines.großen Welthauses, für eine zu ihm aufblickende, ihn abgöttisch liebende Familie und hochverehrende Gönner wirkte. Er suchte und fand fein Glück in dem Wöhle anderer und nun deckt sein Grab die Scholle jenes Rotlandes um Auscha, aus dem in fleißiger Wahrnehmung kaufmännischen Geistes der irdischen Güter volles Maß erwuchs. Von der Natur mit vorzüglichen Eigenschaften des Geistes und Herzens ausgerüstet, war der Verblichene schon von Jugend an, als er in das Geschäftshaus seines Vaters eintrat, das Muster eines strebenden, tüchtigen jungen Mannes. Das Unternehmen gewann unter seiner umsichtigen Leitung, im Vereine mit seinen Brüdern, mit den Jahren immer mehr an Umfang und Bedeutung als eines der renommiertesten Handelshäuser der Hopfenbranche, das im In- und Ausland stets größtes Vertrauen genoß und heute mit an erster Stelle steht. Wie es ihm stets ein Bedürfnis gewesen, mit reinem Willen sein Wissen zu mehren, sein Denken zu läutern, fein Urteil zu reifen, so wuchs er mit seinen größeren Zwecken als Geschäftsmann, der die Zeit begriff und mit ihr ging, in regsamer Tatkraft, gepaart mit freundlichem Wesen, zu jener seltenen Autorität heran, die nur durch eine hohe Meinung über ihre zuverlässige Treue und vertrauenswürdige Verständigkeit erstehen und sich behaupten kann.