Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-06-11 · 24 (11.6.1915) · page 14

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
24 (11.6.1915)
Date
1915-06-11
Page
– (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3020846-3022142-3022167--24206-3049443
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 24 LcUi. 446 Dr. Bloch's Wochenschrift Wien. Das Armenambulatorium Vcs Zionistischen Zentralkomitees, II., Taborstraße 20 a, hat mit Rücksicht auf die neuesten Ereignisse beschlossen, sich auch Flüchtlingen aus den südlichen Ländern der Monarchie zur Verfügung zu stellen. Das hohe Ministerium des Innern hat eine ihm diesbezüglich zugegangene Mitteilung des Kuratoriums genehmigend zur Kenntnis genommen. Es werden demnach im Ambulatorium alle Kriegsflüchtliuge, welche in der.staatlichen Flüchtlingsfürsorge stehen, behandelt, und zwar: Augenkrankheiten Dienstag, Donnerstag, Samstag, von v J5 bis V24 Uhr (bezw. Montag, Mittwoch, Freitag von ^/ß bis y.24 Uhr); Chirurgische Leiden täglich von 1/22 biß l[ß Uhr; Frauenleiden Montag, Mittrvoch, Donnerstag, Samtag von 6 bis 7 Uhr; Hals- und.Kasenkranke Dienstag, Donnerstag, Samstag von 6 bis 7 Uhr; Haut- und Geschlechtskranke Dienstag, Donnerstag, Samstag von 1[ß bißlfß Uhr; Innere Krankheiten täglich von 1 bis 2 Uhr und täglich von Voö bis 1/ß Uhr; Kinderkrankheiten Montag, Sainstag von V/j bis y.,7 Uhr und Dienstag, Mittwoch, Donnerstag von 9 bis 10 Uhr; Nervenkranke täglich von 1fß bis 7 Uhr; Ohrenleidende Montag, Mittwoch, Freitag vorm. von. 8 bis 9 Uhr; Orthopädie Dienstag, Donnerstag, Freitag vorm, von 8 bis 9 Uhr; . Zahnkrankheiten Montag, Mittwoch, Donnerstag von 3 bis 6 Uhr. Die Ordination findet nach wie vor ohne Unterschied von Nation und Konfession statt, vollkommen unentgeltlich und unter kostenloser Verabfolgung der verordneten Medikamente. Miliscker Hatidlungsgehilfen-Verband. Unabhängige Organisation der jüdischen Handels- und Privatangestellten. Zentrale: Wien, II., Obere Donaustrasse 65. Aufruf! J üdische Volksgenossen! Die durch den Krieg verursachte Umwälzung des Wirtschaftslebens hat eine überaus grosse Anzahl von Handelsangestellten arbeitslos gemacht. Diesen in Not geratenen Kollegen und Kolleginnen zu helfen, erachten wir als Pflicht. Darüber hinaus müssen wir auch für jene Kollegen \*?chtzeitA* Vorsorgen, die nach treu erfüllter Waffenpflicht ins Zivilleben zurückkehren werden. Den erwerbslosen Mitgliedern unseres Verbandes wurden bisher die statutenmässig festgesetzten Unterstützungen gewährt. In dieser überaus schweren Zeit wenden sich aber auch zahlreiche, dem Verband nicht a ng e h ö r i g e Angestellte an uns um Hilfe. Diesen können wir aus eigenen Mitteln nicht Hilfe leisten. Wir richten nun an alle, <He in der Lage sind, die Not der postenlosen Angestellten zu lindern, die dringende Bitte 1. Alle offenen Stellen für kaufmännisches Personal uns schriftlich bekanntzugeben. 2. Den Stellenlosen-Unterstützungsfonds unseres Verbandes durch Ueberweisung einer Spende zu stärken. E s ha ndelt sich um die Rettung unverschuldet in Not geratener Existenzen. Wir hoffen keine Fehlbitte getan zu haben und sagen für jede in oberwähntem Sinne gewährte Unterstützung im Voraus herzlichsten Dank. Für die Hauptleitung des »J. H. V.« Bernhard Grfinhut Karl Blnme I. Schriftführer I. Obmann-Stellvertreter Geldsendungen werden auf Postsparkassen-Konlo Nr. 82633 erbeten und in der »Oesterreichischen Wochenschrift« quittiert. Wien. (Jüdisches Museum.) Zu den eminenten Bildungsstätten, die für die Kenntnis jüdischer Geschichte und jüdischen Lebens, namentlich bei unserer Heranwachsenden Jugend, von besonderer Wichtigkeit sind, gehören die im 2. Wiener Bezirke, Malzgasse 16, untergebrachten Sammlungen des Jüdischen Museums, die Sonntag und Samstag, von 11—1 Uhr vorm, — vor den heurigen Sommerferien noch bis Ende Juni — zum allgemeinen Besuche geöffnet sind. Mit großem Interesse werden von alten und neuen Besuchern — denn jeder kommt auf seine Rechnung — die einzelnen Objekte, an die sich oft eine ganze Geschichte knüpft, besichtigt. So sieht man unter anderem jetzt neben. der Sabbatstube in einer Vitrine eine ganze Reihe interessanter Briefe vor Mendelssohn, von ihm selbst und seinen Zeitgenossen usw. Was in so manchen alten Gemeinden und jüdischen Häusern fast unbeachtet schlummert, es kommt im Jüdischen Museum zur Geltung, und soll alles, was mit unserem jüdischen Familien- und Gemeindeleben zusammenhängt, geschenk- oder leihweise unserem Wiener Jüdischen Museum zur Aufstellung zugesührt werden. M. A. Unser berühmter Mitarbeiter Schriftsteller Leo Heezberg- Fränkrl gestorben. Am 5. d. M. starb in Teplitz-Schönau, wohin er sich nach seiner Pensionierung zurückgezogen hatte, der langjährige Sekretär der Handels- und Gewerbekammer in Brody im Ruhestande Leo Herzberg-Fränkel in seinem 88. Lebensjahre. In jüngeren Jahren war der Verstorbene als Schriftführer und als einer der Führer des Deutschtums in Galizien eine weitbekannte Persönlichkeit. Schon als Jüngling machte er an der Seite Adolf F i s ch h o f s im Jahre 1848 die Freiheitsbewegung, in Wien mit, übernahm dann die Stelle eines Sekretärs der deutschen Handelskammer in Brody, trat in freundschaftliche Beziehungen zu Ludwig August Frankl, Leopold K o m p e r t, Ignaz K u r a n d a, Max Friedländer und Michael Et ienne, auf deren Veranlassung er viele Jahrzehnte als Korrespondent der „Neuen Freien Presse" tätig war. Bis in die letzten Jahre war er literarisch tätig, alle Zeitvorgänge mit regem Interesse begleitend. Durch seine Novellensammlung, auf ethnographische Grundlage, „Polnische ^Juden", die in drei Auflagen erschien und in mehrere Sprachen übersetzt wurde, zog er die Aufmerksamkeit weiterer, namentlich literarischer Kreise auf sich. Leo H erzb erg- Fränkel war auch Mitarbeiter an dem von weiland Kronprinz Rudolf geschaffenen Werke „Die österreichischungarische Monarchie in Wort und Bild". Der „Oesterr. Wochenschrift" war er seit ihrem Bestände ein treuer Mitarbeiter. Der Heimgegangene hinterläßt eine Tochter, die Frau des Apothekers Mährer in Teplitz, und einen Sohn, den bekannten Wiener Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Ludwig H erzb erg-Fränkel. Sein älterer Sohn Dr. Siegmund Herzberg-Fränkel, Professor an der Universität in Czernowitz und namhafter Historiker, starb, wie erinnerlich, während der Tagung der 13. Versammlung deutscher Historiker in Wien, am 18. September 1913, eines jähen Todes. Eine eingehende Würdigung dieser interessanten literarischen Persönlichkeit behalten wir uns vor. Nächstenliebe. Ein pensionierter Bahnbeamter hat eine Flüchtlingsfrau wegen Bettelns angezeigt und ihre Verhaftung veranlaßt. Aus den Mienen der Angesprochenen erkannte er, daß sich manche von ihnen belästigt fühlten. Er glaubte scheinbar, eine wackere Tat zu begehen, als er sich zum Generalanwalt jener mitleidigen Theaterbesucher

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.