Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 24 (11.6.1915)
- Date
- 1915-06-11
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 24 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 415 Wir danken ganz ergebenst für die infolge dieses Aufrufes in letzter Nummer dieses Blattes von ungenannt sein wollenden Spendern in Neustift am Walde, am Galizynberge und in der Lainzerstraße großmütig zur Verfügung gestellten Villengärten. Kriegsferienheime. An unsere geschätzten Gönner und Kinderfreunde auf dem Lande und in den Sommerfrischen! Durch die gegenwärtige Kriegslage find die Unterzeichneten Vereine zu ihrem größten Bedauern nicht in der Lage, ihre Ferienkolonien zu eröffnen, indem die schwierige Beschaffung der Lebensmittel, die Belegung mit Verwundeten und die unterbrochene Bahnverbindung Verschickung in großem Maße unmöglich macht. Durch diese traurigen Umstände sind wir verhindert, der unterernährten und schwächlichen Wiener _ Schuljugend ihre gewohnte Ferienerholung zu verschaffen und die armen Kinder werden an die heiße und in diesem Jahre besonders überfüllte Großstadt gefesselt. Bei den patriotischen Gefühlen und dem Opfermut unserer Mitbürger sind wir überzeugt, daß viele kinderlose und auch mit Kindern gesegnete Familien, bei denen ein Kind mehr nicht viel Mühe und Aufwand macht, gerne ein oder zwei Kinder zu sich aufs Land nehmep würden. Noch vor der öffentlichen Bekanntmachung der Notwendigkeit dieser Ferienfreiplätze haben sich einzelne wohlwollende Familien an uns gewendet mit dem Ersuchen, ihnen arme, vorzügliche Schüler als Gespielen ihrer Kinder in die Sommerfrische zuzuwenden, und so eine Art Kriegsferienpatenschaft übernommen, die auf die eigenen Kinder nur von Wohltuender, erziehlicher Wirkung sein kann. Wir sind überzeugt, daß unser Aufruf Widerhall finbcn wird und manche Frau auf denn Lande, die das Glück eigener Kinder noch-entbehrte, in dem Aufblühen und Gedeihen des Pfleglings reichen Ersatz für das kleine Opfer finden wird. Geneigte Anmeldungen möge man an die Kanzlei des Ferienheims, IX., Türkenstraße 17, richten, von wo aus gut bekannte, wohlerzogene und nicht mit Krankheiten behaftete Kinder zugewiesen werden. Wir werden den Wünschen der Parteien Rechnung tragen und bei der Austeilung streng individualisieren. Wir sind auch gerne bereit, minder begüterten Familien einen Verpflegsbeitrag zu gewähren. Die Vereine: „Kaiser Franz Josefs-Ferienheim", „Döblinger Israel. Frauenverein", „Gute Herzen", „Kinderschutz", „Kaiser Franz Josefs-Kinderhort", „Pestalozzi". „Providentia", „Verein zur Errichtung und Erhaltung von Kinderhorten für schulpflichtige Kinder in Wien", „Wiener Frauenverein zum Schutze armer, verlassener Kinder" (der frühere Hietzinger Frauen-Verein). Spenden für die notleidenden Juden in Palästina. Für die notleidenden Juden in Palästina sind uns von Herrn Dr. Mordche W. Rappaport Kr. 5.— zugekommen. Durch Herrn Rabbiner Dr. G r u n w a l d: Herr Präsident der israelitischen Kultusgemeinde Graz S. Rendi Kr. 100.—, von Herrn Salomon Khuner, Bürgerschullehrer Kr. 10.—. Die 481 Kronenspende der israelitischen Kultnsgemeinde Baden, in letzter Nummer ausgewiesen, verteilt sich wie folgt: Israelitische Kultusgemeinde Kr. 100.-', Wilhelm Mandl 50.—, Sigm. Nausnitz 50.—, Dr. Alfred Berger 50.—, Taussig 10.—, S. 2uri 8. , Simon Mandl 4.—, Albert Mandl 5.—, Emil Hoff mann 10.—, Alb. Deutsch 10.—, Dr. Rappaport 5.—, Offenberg 5.—, Math. Adler 10.—, Alfr. Morgenstern 10.—, Alois Fleischmann 10.—, Eichenbaum 5—, Prof. David Kohn 5.—, Hugo Unger 2.-. Kalmus zun. 10.—, Adolf Kohn 5.—, I. Löwinger 10. — , Alexandrine 3.—, Hasterlik 3.—, Pisk oen. 5.—, M. Spitzer 2.—. Silberpfennig 10~—, Saul jun. 2.—, Leopold Blau 3.—, Pisk zun. 1.—, Ch. Raab 10.—, S. Bardach 2.—, R. Austerlitz 1.—, Theuntcimt 10.—, Frl. M. Eichner 10.—, David Schey 10.—, Nathan Schey 5.—, S. Lipschitz 20.—, Oberrabbiner W. Reich 10.—; zusammen Kr. 481.—. Spende Kr. 2.— für den Hilfsverein der Notleidenden m Palästina von Bernhard A m st e r anläßlich des Todestages seiner gottseligen Schwester Frau Rebekka Fischer. Aufruf zur Errichtung einer Speiseanstalt für Angehörige des Handels- und Mittelstandes. Die Not der Zeit ist groß und macht sich in allen Schichten geltend. Von der Ueberzeugung ausgehend, daß zahlreiche Am gehörige, insbesondere des Handels-, aber auch des übrigen Mittelstandes die rationelle Verpflegung nicht mehr tit Einklang mit dem Einkommen und den hohen Lebensmittelpreisen zu bringen vermögen, hat schon vor geraumer Zeit in den Kreisen des Unterzeichneten Vereines den Entschluß entstehen lassen, eine Speiseanstalt für die kaufmännischen und Mittelstandskreise zu errichten, wo ein schmackhaftes Mittagessen zu mäßigem Preise und in einer den Einrichtungen der akademischen Mensa nachgebildeten Weise verabreicht werden wird. Die außerordentlichen Anforderungen jedoch, die an die gemeinnützige Tätigkeit des Vereines auf seinem Hauptarbeitsgebiete gestellt werden und die Mittel des Vereines fast ganz absorbieren, veranlassen denselben, an die breite Oeffentlichkeit, insbesondere an die interessierten kaufmännischen und industriellen Verbände, Korporationen, sowie an die Herren Chefs unserer einheimischen Firmen mit der innigen Bitte heranzutreten, unser zeitgemäßes, ja notwendiges Bestreben durch Beiträge zu fördern, da die Kosten der nicht auf Gewinn berechneten Aktion nicht unbeträchtlich sind. Spenden für den gedachten Zweck nimmt die Administration der „Oesterr- Wochenschrift", Wien, 2. Bezirk, Praterstraße 9, entgegen. Der Verein zur Errichtung von Volksküchen, Wien. 2. Bezirk, .Krummbaumgasse 8. (Gegr. 1879.) Brockensammlung für jüdische Arme. Täglich treffen Flüchtlinge aus Südtirol ein, die in wilder Haft, ohne auch nur das Nötigste mitgenommen zu haben, ihre Heimat verlassen mußten. „Die Reise von Triest nach Wien," so erzählt mir eine Triestinerin, „dauerte vier Tage. Der Zug hielt an allen größeren Stationen, überall verlangten Flüchtlinge, wiewohl kein Platz war, nritgenommen zu werden. Da ein Zug, der in 40 Güterwagen 300 Flüchtlinge beförderte, vorangegangen war, gab es an den Bahnhöfen, die der.Zug passierte, keinerlei Erfrischung." Die Mehrzahl der Flüchtlinge werden nach den Barackenlagern abgeschoben, aber wer irgendwie kann, sucht diesem traurigen Schicksal zu entgehen und in Wien Unterkunft zu finden. An leerstehenden Wohnungen ist kein Mangel; aber es fehlt an Einrichtnngsgegenständen, an Betten, Tischen, Stühlen. Gerne möchten wir den vielen, die in der Brockensammlung vorsprechen, Helsen, aber unser Vorrat ist erschöpft; daher unsere Bitte: „Edle Menschen, gedenket der Heimatlosen! Spendet ihnen von Euerem Uebersluß, was Euch entbehrlich! Viel Hunderte, die daheim im sonnigen Süden in Wohlstand, lebten, sind zu Bettlern geworden!" Die Verteilungen finden Dienstags und Freitags im Vereinslokale, Alserstraße Nr. 42, statt. Meldungen, bezw. abzuholende Gegenstände bittet man an den Obmann der Brockensammlung, Herrn S. Bauer, Lerchenfelderstraße 71, zu senden. I. B.