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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-06-11 · 24 (11.6.1915) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
24 (11.6.1915)
Date
1915-06-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 444 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 24 serem Fürstenhause entgegenzunehmen und den Dank für seine hochherzige Initiative in der Flüchtlingsfürsorge abzustatten. Herr Bürgermeister Franz Deutsch betonte in seiner Ansprache, daß diese Gemeinden seit jeher sich der Gewogenheit und Gunst des Fürstenhauses erfreuten und viele Privilegien demselben verdanken. Herr Bürgermeister Franz Deutsch legte Seiner Durchlaucht die-'über 300 Jahre alten, im jGemeindearchive ausbemahrten historischen, diese Privilegien betreffenden Urkunden vor, in welche Seine Durchlaucht mit Interesse Einsicht nahm, und er erwähnte auch, daß durch die Gnade Seiner Eminenz des Kardinals Fürst Karl von und zu Dietrich stein seinerzeit gestattet wurde, daß die altehrwürdige Altschulsynagoge unmittelbar an den Schloßpark angebaut werde, was gewissermaßen als dauerndes Symbol gilt, daß die Judenschaft schon damals unter dem Schutze des durchlauchtigsten Fürstenhauses stand. Seine Durchlaucht nahm die Ansprache beifällig auf, dankte den Herren für die loyale Kundgebung und erwiderte, daß er, getreu den Traditionen seiner Vorfahren, auch weiter der Jsraelitengeineinde seine Gunst zuwenden werde. Er ließ auch seinen Sohn Einsicht in die genannten Urkunden nehmen, „um auch in ihm das tolerante Gefühl für die Jsraelitengeineinde zu wecken," wie er ausdrücklich bemerkte. Emlauf für die Plenarsitzung des Kultusvorstandes am 25. Mai 1915. Im Einlaufe befinden sich Spenden: Von den Gesellschaftern der Firma Heinrich K l i n g c r anläßlich des 70. Geburtstages des Herrn Kommerzialrates Max Schweiger: Für die Armenanstalt.K 1000.— Bon Herrn Moriz Landau anläßlich des Ablebens des Herrn Dr. Max Landau s. A.: Für das Hilfskomitee . . ..K 200.— „ die Flüchtlinge.„ 200. — „ „ Armenanstalt.„ 200.— „ . Chewra-Kadischa.„ 200. — „ 800.— Durch das Bankhaus G r ü n w a l d L C o., Legat des Herrn Ignaz Klein s. A.: Für Waisenkinder der Wiener israelitischen Kultusgemeinde.K 200. — Für das Altersversorgungshaus . „ 200.— „ 400.— Bon Herrn Theodor und Frau Fanny Eißler: Für jüdische Flüchtlinge.K 100.— „ im Kriege erblindete Soldaten . . . „ 100 — „ jüdische Waisen, die ihren Vater im Kriege verloren haben.„ 100.— „ 300.— Bon Herrn Dr. Theodor Müller, Advokat, namens des Herrn Julius Frei, Bahnbeamter in Dobrowitz, als Üniversalerbe nach Katharina Frei: Für jüdische Anne.. 30.— Bethausverein „Oseh Tow" anläßlich des 75. Geburtstages des Herrn Vizepräsidenten Dr. Gustav Kohn: Für die Armen in Jerusalem.„ 50.— Tempelverein VIII. Bezirk: Spende des Herrn Jg. B a r a n y für den Wöchnerinnen-Verbaud.„ 50.— Durch Herrn Dr. Josef Winternitz für Herrn Alex. Schönberger: Spende für die Kinderausspeisung .. 48.— Unter R. L.: Spende für einen Tempelbau.„ 20.— Durch Herrn Dr. Theodor G u t m a n n jun. von „Jgnotus": Für Waisen von gefallenen jüdischen Militaristen. . . „ 20.— Unter C. W.: .Für einen erblindeten Soldaten.„ 20.— Bon Frau Hermine I a n o w i tz zur Ausspeisung ° zweier jüd. Kinder ..„ 18.— Von Herrn Heinrich P o l n a u c r für die armen Juden in Palästina .... ..... „ 10.— Von Frau Julie Langfelder für Brotverteilung . . „ 5.— Entnahme der Sammelbüchse Stadt: Für Frauen-Verein.. ... „ 45.53 Entnahme der Sammelbüchse Leopoldstadt: Für Armen-Anstalt.. . K 140.14 „ Chewra-Kadischa.. 171.70 „ den Waisenverein..' . . „ 119.69 „ den Frauenverein . . ..„ 103.86 „ die Armen in Jerusalen.„ 46.29 „ die Kinderbewahr-Anstalt.„ 35.65 „ 617.33 Entnahme der Sammelbüchse Allgemein. Krankenhaus (Beth-Pavillon) zur Erhaltung des Beth-Pavillons . . „ 4.91 Entnahme der Sammelbüchse Zentralfriedhof: Für den Waisenverein.. . „ 144.19 Entnahme der Sammelbüchse im Bethause Fünfhaus: Für Arme.„ 222.53 Entnahme der Sammelbüchse im Bethause Währing: Für Arme. „ 8.64 Weiters eine Mitteilung des Magistrates: Kenntnisnahme der k. k. n.-ö. Statthalterei von der Konstituierung des Kultusvorstandcs und des Vertreter-Kollegiums, der Wahl des Vorstandsmitgliedes Herrn Eduard Schwarz und der Kooptierung des Herrn Dr. Jakob Deutsch in den Kultusvorstand. Dankschreiben des „Vereinigten Komitees der Sefard. und Aschken. Gemeinden für rituelle Beköstigung jüdischer Soldaten am Pessachfeste" in Sarajewo für den Beitrag des Vorstandes. Dankschreiben des Vorstandsniitdliedes der isr. Kultusgemeinde Herrn Samuel B r o d für 'die Teilnahme des Vorstandes anläßlich des Ablebens seiner Gattin. Nachträgliche Spenden zur Kartoffelpessachaktion der „Weiblichen Fürsorge". Nachträglich sind wir in der angenehmen Lage, fürfolgende Spenden zu danken: Löbliche „Agudas Jisroel" in Frankfurt a. M. 100 Kronen (durch Herrn Jacob Rosenhei m), im ganzen 300 Kronen. Kosten der Verteilung an „Fürsorge" gespendet: Frau Anna D o n r e i ch 20 Kronen, Frau Jda F i g d o r 4 Kronen, Frau Dr. Bix 1.50 Kronen, Frau Hansi Schulz 1 Krone, Frau Beer 1 Krone. Aufruf an die löblichen Villen- und Schloszbesitzer in den äußeren Bezirken und der nächsten Umgebung Wiens. Die löblichen Besitzer von Villen, Landhäusern und Schlössern in Wiens nächster Umgebung könnten sich ein großes Verdienst um die arme Wiener Schuljugend erwerben, wenn sie ihre Gärten tagsüber oder auf Stunden zur Verfügung stellen wollten. Leider sind die Unterzeichneten Vereine nicht in der Lage, in diesem Jahre, in dem den Kindern eine Erholung besonders notwendig wäre, ihre Ferienheime zu eröffnen, die teilweise aln Kriegsschauplatz liegen, teilweise von Verwundeten belegt sind. Wir würden aber die Kinder in kleinen Gruppen von 12—15 Kindern unter bewährter Aufsicht gerne in Privatgärten führen, womit ein teilweiser Ersatz für die Kolonien geschaffen wäre und die Kinder doch durch einige Stunden frische Luft genießen würden:' Viele Besitzer von Villen sind im Hochsommer perreist oder benützen einen Teil des Tages ihre Gärten nicht oder nur in einzelnen Partien. Licht, Luft, Be^- wegung unserer Wiener Schuljugend verschaffen, wäre ein Werk der Gesundheitspflege und der Nächstenliebe, das unsere reichen Eltern, Kinder und mancher alleinstehende Junggeselle und manche Frau vollführen könnten und sich dadurch ohne große persönliche Opfer ein ewiges Denkmal in dankbaren Kinderherzen stiften würden. Gütige Anmeldungen nimmt die „.Weibliche Fürsorge", I., Schottengasse 10, bei Fräulein Rosa Schur entgegen. Die Vereine: „Kaiser Franz Josefs-Ferienheim", „Döblinger Israel. Frauenverein", „Gute Herzen", „Kinderschutz", „Kaiser Franz Josefs-Kinderhort", „Pestalozzi". „Providentia", „Verein zur Errichtung und Erhaltung von Kinderhorten für schulpflichtige Kinder in Wien", „Wiener Frauenverein zum Schutze armer, verlassener Kinder" (der frühere Hietzinger Frauen-Verein). %

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