Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 24 (11.6.1915)
- Date
- 1915-06-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 24 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 437 dem ausgezeichneten Feldwebel dafür, daß er nicht nur dem Vaterlande, sondern auch seinem Glauben einen Dienst erwiesen habe und überbrachte ihm die Glückwünsche der israelitischen Kulrusgemeinde. Die Erzherzoginnen sprachen dem dekorierten Unteroffizier mit schmeichelhaften Worten ihre Anerkennung aus. Weitere Auszeichnungen. Jäger Josef Ho ff mann des Feldjägerbaraillons Nr. 12 rückte als 42 Jahre alter Mann freiwillig auf Kriegsdauer zum Bataillon ein und erwarb sich bald durch sein tapferes, unverdrossenes, dienstfreudiges Benehmen das vollste Vertrauen und das uneingeschränkte Lob seines Kommandanten. Er machte mit der ersten Marschkompagnie die Gefechte bei Rawaruska mit und überbrachte im heftigsten feindlichen Feuer als Bataillonsordonnanz alle Befehle rasch und sicher, meldete sich freiwillig zu alten schweren Unternehmungen und wirkte äußerst beispielgebend und aneifernd auf die übrige Mannschaft. Er erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse. Unterjäger, Titularzugsführer Ferdinand Tandler des Feldjägerbataillons Nr. 12 ist ein Unteroffizier, von echtem Soldatengeist durchdrungen, tüchtig, tapfer und unerschrocken, bei allen Gelegenheiten ein leuchtendes Beispiel. Ganz besonders zeichnete er sich beim Judenfriedhof Radymno aus, wo er im heftigsten feindlichen Kugelregen verwundete Kameraden, die schon 48 Stundet: vor der eigenen Stellung hilflos lagen, in Sicherheit brachte. Er erhielt die silberne Tapserkeiksmedaille erster Klasse. Stabsfeldwebel Heinrich S ch a r f des Feldjägerbat. Nr. 12 bemerkte im Gefecht südlich Czesniki, daß sich bei seiner schiver kämpfenden Kompagnie Munitionsmangel fühlbar machte. Die Munitionstragtiere waren in: feindlichen Schrapnellfeuer zufammeugebrochen. In: heftigsten feindlichen Feuer trug er nun persönlich Munitiousvcrschläge zur Kompagnie und ermöglichte so feiner vor: feindlicher Uebermacht hart bedrängten Kompagnie das Ausharren. Trotzdem er hiebei verwundet wurde, verließ er die Feuerlinie erst, als alle Munition an die Plänkler verteilt war. Er erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse. Unterjäger Rudolf Raab des Feldjägerbataillons Nr. 2 bediente als Gewehrvormcifter im Gefechte Desnica seii: Maschinengelvehr trotz des heftigsten und wirksamsten feindlichen Feuers mit derselben Ruhe, Kaltblütigkeit und Umsicht wie am Uebungsplatze. Trotzdem die Geschosse hageldicht um ihn einschlugen, befolgte er die Befehle des Abteilungskommandanten tadellos und trug dazu wesentlich bei, daß der Feind nicht nur von der Offensive zur Defensive übergehen mußte, sondern schließlich den Rückzug antrat. In Ermangelung eines Schutzschildes mußte Unterjäger Raab das Gewehr ungedeckt bedienen. Er erhielt die silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse. Am 2. Juni ist, von einer feindlichen Kugel getroffen, auf dem Felde der Ehre Menasche Glasberg vom Jnfanterierregiment Nr. 80 gefallen. Er war ein guter Kamerad und ein tapferer Soldat. Sein Heldenmut fand bereits die verdiente Anerkennung, er wurde vor einem Monat mit der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Ehre seinem Andenken! Korporal Josef Mann vom k. u. k. Ulanenregiment Erzherzog Franz Ferdinand Nr. 7 war als aktiver Diener zu Kriegsbeginn der Sanitätsabteilung zugeteilt und wurde anläßlich der Rettung eines schwerverwundeten Offiziers aus dichtem Schrapnellregen zur Anerkennnng für seine außerordentlich mutvolle Tapferkeit mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet und zum Zugsführer befördert. Seit Mitte Januar blieb jede Nachricht von ihm aus und das Regimentskommando teilte auf Anfrage mit, daß derselbe nach einem Gefecht in den Karpathen vom 30. Januar 1915 vermißt werde. Am 28. v. M. langte endlich bei feiner Schwägerin Netti Mann in Stockerau eine österreichische Feldpostkarte mit folgendem Inhalt ein: „Liebe Schwägerin! Nachdem ich Ende Januar bei einem Patrouillengange verwundet wurde, geriet ich in Gefangenschaft und wurde in einem galizischen Spital auskuriert. Doch fühlte ich mich nicht länger bei den Rusfenhunden behaglich und entfloh. Auf dem Durchmarsch besuchte ich Deine und meine Eltern in Zollkiew und fand sie gesund und sonst auch alles so ziemlich in Ordnung. Nun bin ich zu meinem Regiment und meinem geliebten Vaterlande zurückgekehrt und freue mich — wenn ich Urlaub bekommen sollte —, Dir alles andere mündlich zu berichten. Einstweilen innigste Grüße Dein Josef." Der Wiener Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Ezechiel Fried mann, der trotz seiner 64 Jahre im Sommer freiwillig zum Etappenkommando auf dem nördlichen Kriegsschauplätze eingerückt ist, wurde zum Hauptmann befördert. Sein Sohn, Dr. Wilhelm Friedmann, Privatdozent an der Universität Leipzig, ist bei den Kämpfen an: San in Kriegsgefangenschaft geraten und befindet sich zu Kansk in Sibirien. Kriegsfreiwilliger Josef S e i f t e r im 80. Infanterieregiment, 6. Kompagnie, wurde wegen besonderer Tapferkeit vor dem Feinde am 15. Februar zum Gefreiten befördert und erhielt am 8. 2lpril die silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse. Bei einem Patrouillengang an: 16. Mai wurde er am nördlichen Kriegsschauplatz rötlich verletzt. Josef S erster, 18 Jahre alt, Kontorist der Firma A. und B. Hofbauer in Wien, hat sich bei der allgemeinen Mobilisierung freiwillig gemeldet. Die silberne Tapferkeitsmedaille erhielt Einj.-Feeiw. Med. Feldwebel Karl Bloch des Infanterieregiments Nr. 4 (Deutschmeister). Der junge Held, der inzwischen zum Fähnrich befördert wurde, erwarb diese für Mediziner seltene Auszeichnung auf dem nördlichen Kriegsschauplätze für die mit außerordentlicher Bravour mitten im heftigen Schrapnell- und Gewehrfeuer bewirkte Rettung von siebzehn verwundeten Soldaten aus einem in Brand geschossenen Hause. Nicht nur Mut und Unerschrockenheit, sondern auch Nächstenliebe und treue Kameradschaft kennzeichnen diese wackere Tat. Fähnrich Bloch ist der Sohn des Herrn Alfred Bloch, Prokuristen der hierorts hochangesehenen Firma I. Feitler. Yeun Monate im Ietde. Leutnant d. R. Michael A b r a h a m o w i c z, Infanterieregiment Nr. 4, seit neun Monaten im Felde, erhielt das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit .Krieg-s dekoration. Zugsführer Erwin Hirschenhauser aus Znaim hat für tapferes Verhalten vor dem Feinde die kleine silberne Tapferkeitsmedaille erhalten. Er hat, obwohl in der Brust verwundet, feine Truppe gegen den Feind geführt. Er weilt jetzt, mit der Kugel in der Brust, im Truppenspital in Znaim. Das silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille erhielt der Rechnungsuuteroffizier erster Klasse Ludwig S e g e r aus Sadska vom Feldkan.- Regiment Nr. 25.