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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-06-11 · 24 (11.6.1915) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
24 (11.6.1915)
Date
1915-06-11
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 24 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 435 Rußland gelöst sein. Der Haß gegen die Inder: in Rußland wird nur von der Regierung und von den herrschenden Klassen geschaffen. Ich glaube, daß es kein Volk gibt, das so wenig Haß gegen die Juden nährt, wie die russischen Volksmassen. Wenn die Beschränkungen, die die russischen Bureaukraten aus die Jude.;: gelegt haben, abaeschasft würden und die Juden das Recht zu norinaten Beziehungen mit denn russischen Volke in: ganzen Lande bekoinmen, daun wird die Judenfrage eine Zache der Vergangenheit sein. Die Lage ist ganz anders in Polen, wo die Volksmassen selbst a::tisemitisch sind. Auf den ersten Blick kann es sonderbar erscheinen, das; es einen großen Unterschied geben könne zwischen Russen und Polen in ihren Beziehungen zu den Juden, welche in ihrer Mitte wohnen. Dies ist aber leicht erklärbar. Unterdrückte Völker werden gewöhnlich engherzig durch diese Unterdrückung. Die Polen haben von dem russischen Joch lange gelitten, und es ist eine Tatsache, daß, wenn ein Knecht zum Herrscher wird, er ein noch schrecklicherer Unterdrücker wird. Die Russen aber sind eilt glückliches Volk gewesen. Sie haben sich an ihre despotische Regierung gewöhnt und fühlen ihre Last nicht allzuschwer. Deshalb haben sie weniger Vorurteile gegen ihre viel mehr unterdrückten jüdischei: Nachbarn. Die große Zahl jüdischer Soldaten, die sich jetzt an: Kriege beteiligen und so heldenhaft kämpfen, wird gewiß die Länder, für die fie dienen, von der Aufrichtigkeit des jüdischen Patriotismus überzeugen und dies wird zur Verbesserung der Lage der Juden überall dienen: eine Ausnahme kann vielleicht Rußland bilden. Ich fürchte aber, daß England durch den Bund mit Rußland schlechter geworden ist, weil England keine Sache tun will, die seinem Bundesgenossen unangenehm ist. Nicht deshalb, weil es ihn respektiert, sondern weil es ihn einfach fürchtet. Jedenfalls ist bis jetzt die Hoffnung, die viele hegten, England würde seinen Einfluß ■ auf Rußland gebrauchen, daß es die Lage der Juden verbessere, nicht verwirklicht worden. Unglücklicherweise sind die Bedingungen der Juden in England selbst auch nicht so gut wie sie früher waren. England war früher ständig unser bester Freund. In England ist der Antisemitismus unbekannt gewesen, aber jetzt, scheint es mir, sind in dieser Beziehung Symptome einer Aenderung bemerken. In Deutschland leiden die Juden nicht. Sie nehmen einen sehr prominenten Platz ein und vertreten viele hohe Stellen. Es ist wahr, daß es in Deutschland immer eine gewisse antisemitische Tendenz gegeben hat, ich denke aber, daß dieser Krieg dieser Tendenz den Garaus machen wird. Ich bin ganz überzeugt, daß der Antisemitismus:in Deutschland eine Sache der Vergangenheit sei. Was für eine Rolle Amerika und die amerikanischen Juden in dem Versuch, die Lage der Juden überall zu verbessern, spielen werden, ist schwer zu sagen. Amerika ist lveit gegangen, als es seinen Vertrag mit Rußland gekündigt hatte. Ob die Vereinigten Staaten jetzt noch weiter gehen werden, ist jetzt schwer zu beurteile!:. Es ist wohl kein Zweifel, daß, im Falle Rußland die Judenfrage in dem obengezeigten Sinne lösen würde, die Paßportfrage von selbst fallen würde und dies zu einem neuen Handelsvertrag 'zwischen Rußland und Amerika führen wird. Ich denke, daß es vorläufig für die Juden in Amerika nichts zu tun gibt, als Geld für die Kriegsleidenden zu sammeln. Wir müssen natürlich beständig auf der Wache seii:, um eine feste Stellung nehmen zu können, wenn der paffende Augenblick kommen wird — aber nicht jetzt. Wenn man anfangen lvird, von Friedensverhandlungen zu sprechen, dann wird es für Körperschaften wie das „American Jewifh Committee", den „Bnei- Brith"-Orden und andere Organisationen zweckmäßig sein, etwas zusammen zu tun. Worin sich ihre Tätigkeit ansdrücken wird, ist schrver zu sagen. Es ist schwer zu entscheiden, ob es ratsam sein wird, bei den Friedensverhandlungen spezielle jüdische Vertreter zu haben für die speziellen jüdischen Interessen. Jedenfalls, was nötig fein wird zu tun in der richtigen Zeit soll von den: „American Jewish Committee" eingeleitet werden, da dies jetzt der passendere Faktor jüdischer Bereinigung in Amerika ist." Kriegsdekoralionen jüdischer Offiziere und Soldaten. Seine Majestät der Kaiser hat verliehen: den Orden der Eisernen K r o n e 3. K lass e mit der Kriegsdekoration für vorzügliche Dienstleistung den: Oberst Ludwig Kraus, Traininspizierender des H. Korps: das Ritterkreuz des Franz Jo s e f - Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes für vorzügliche und aufopferungsvolle Dienstleistung vor dem Feinde dem Oberstabsarzt 2. Klaffe Dr. Julius Reich, Sanitätschef der 54. Jnfanterie-Truppen-Divifion: den Stabsärzten Dr. Karl Wertheim. Kommandant des Feldspitals Nr. 4 4, Dr. Hermann E b e l, Kommandant des Fetdspitäls Nr. 7 44, und Dr. Bernhard Falk. Koinmandant des Reservespitals Rzeszow: das Militärverdien st kreu z 3. K lass e mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Major Salomon A d l e r, Infanterieregiment Nr. 64; dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant d. R. Franz Heller, Infanterieregiment Nr. 19; den Leutnants d. R. Isidor Klein und Leo Markovics, ung. Landwehrregiment Nr. 9: das 8 i <r n n im 1 a. u <1 i s am Bande des Militärver dienstkrenzes (kaiserliche belobende Anerkennung« für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde den Oberärzten d. R. Dr. Julius Unger, Infanterieregiment Nr. 48. Dr. Johann Rosen z w e i g. Feldkanonenregiment Nr. 28, Dr. Ephraim Tobelsohn, Jnfanteriedivisions-Sanitätsanstalt Nr. 55, Dr. Hugo Kantor, Infanterieregiment Nr. 98: dem Oberstabsarzt 1. Klaffe Dr. Alfred Herz. Sanirütschef des Militärkommandos Innsbruck (erhielt gleichzeitig das Eiserne Kreuz 2. Klasse K den: Rcgimentsarzt Dr. Heinrich Trav i n s k i, Kommandant der Kavallerie-Divisions-Sanitätsanstalt Nr. 3: den Leutnants d. R. Isidor Pick, Jügerbataillon Nr. 29. Ernst Fischer, Infanterieregiment Nr. 39, Kamillo Roth, Feldkanonenregiment 15: den Oberleutnants d. R. Ludwig T r a m e r. Traindivision Nr. 3, und Michael Wertheim, Armeegruppe Szurmay: den Assistenzärzten d. R. Dr. Adalbert Popper, Infanterieregiment Nr. 72, Dr. Samuel Rosen tat, Infanterieregiment Nr. 58, Dr. JosefGeiger, Feldkanonenregiment Nr. 14. Tr. Isidor Klein, ung. Landwehrregiment Nr. 10, Dr. Hugo Deut s ch, Infanterieregiment Nr. 72; das goldene B e r d i e n st k r e u z mit d e r Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzüg liehe Dienstleistung vor dem Feinde dem Lentnanrrech nungsführer Robert B o d e n st e i n, Feldspital 1 : für aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde den Assi stenzärzten Qx. Marzell Adle r, Jnfanterie-Divisions Sanitütsanstalt Nr. 33, Tr. Albert Löw, Krankenhaltstation Piotrkow, Dr. Philipp Steiner, ung. Land' Wehrregiment Nr. 13; dem Assistenzarzt-Stellvertreter Dr. Maximilian Neumann, Garnisonsspital Nr. 23;

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