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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-28 · 22 (28.5.1915) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
22 (28.5.1915)
Date
1915-05-28
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 22 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 407 Won Herrn Feldrabbiner Professor Dr. Arnold Frankfurter 10K., von Frau SalaSchönkel 3K., Frau Sabine Templer aus Krakau, dzt. Wien (anläßlich Schewnaus-Haskara) 2 Kronen. Spenden für galizische Flüchtlinge. Für galizische Flüchtlinge sind uns von Herrn Rabbiner Professor Doktor Guttmann (Breslau) 30 Kronen, durch Herrn Rabbiner Doktor I. Drobinsky von Herrn Bezirksrabbiner I. L. Deutsch in Ludbreg 21 Kronen, als Resultat einer Sammlung: von Sandor Klein (Baranja) 10 Kr., Jak. Schlesinger 5 Kr., Frau W. Schey er 5 Kr., H. Hirschsohn 2 Kr., .... 3 Kr., Emanuel Rosenfeld (Hozenica) 2 Kr., von der Beamtenschaft der Petroleum-Produkten-Betriebsgesellschast, Wien, 1. Bezirk, Renngasse 6, durch Herrn Paul Gräber 30 Kr. zugekommen. Neunte ordentliche Generalversammlung des ,.Hietzinger Frauenvereines zum Schutze armer, verlassener Kinder". Dienstag, den 11. Mai 1915, fand im Saale des „Wissenschaftlichen Klub" die 9. ordentliche Generalversammlung des Hietzinger Frauenvereins zum Schutze armer, verlassener Kinder statt. Dieser so ersprießlich wirkende Verein hatte im abgelaufenen Vereinsjahr weit über 300 Kinder in seinem Schutze. Sie wurden von den Damen des Vereines regelmäßig überwacht und es geschah alles, was für das Wohl der Kinder erforderlich schien. Die rührige Präsidentin, Frau Dr. Laura Krenberger, hatte Gelegenheit eine große Anzahl Gäste zu begrüßen, unter anderem Herrn Rabbiner Dr. T a g l i ch t und Frau, Frau Direktor Regine U l l m a n n, Herrn Kultusvorsteher Mar Zirner, die Delegierten Frau Professor Roth (Frauenverein, I.), Sofie Waltuch (Bikur Chaulim), Professor Theumann (Providentia), Frau Dr. Weiß und Frau Beer (Brigittenauer Frauenverein), Frau F i s ch l e r-L a n d e i s und Jda Berliner (Ausspeisung XII—XV), Klotilde Benedikt (Frauenhort), Hermine K a d i s ch (Israelitische Volksküche), Frl. Röschen Schur („Weibliche Fürsorge"), Frau G r u b e r (Zukunft), Krishaber (Frauenhilfs-Aktion XIX.), Herr Donath (Kinderstütze), Herr Bardach (Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchenhort), Amtsleiter Rudolf Kraus, Dr. M. Löwy, Leiter der Zentralstelle für das jüdische Armenwesen, und Rechnungsoffizial Theodor Schlag. Ihr Fernbleiben haben entschuldigt: Freifrau Charlotte von. Königswarter, Cr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Grunw a l d und Frau, Herr k. k. Hofsekretär Dr. Mar Lederer und Frau Anica B e n v e n i st i. Die Präsidentin erstattete eingehenden Bericht über die Tätigkeit der Vereinsleitung im abgelaufenen Vereinsjahr, bemerkte, daß die Damen sich nach Tunlichkeit auch an allen Aktionen der Kriegsfürsorge beteiligt haben und daß der Verein auch der wom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde eingeleiteten Notslandsaktion einen Betrag von Kr. 1000.— zugewendet habe. Bei voller Anerkennung der Notwendigkeit aller dieser Aktionen, mußte die Vereinsleitung trotzdem ihr Hauptaugenmerk dem eigentlichen Vereinszwecke, dem Schutze armer, verlassener Kinder, widmen. Sie berichtet auch, daß die Unmöglichkeit, geeignete Pflegeparteien für Säuglinge zu finden, den Vorstand veranlaßt habe, an die Gründung eines Säuglingsheimes zu schreiten und hofft in kurzer Zeit schon die Tatsache berichten zu können, daß dieses Heim seine Tätigkeit begonnen habe. Es sind endlich Verhandlungen im Zuge, daß die Fürsorge für die jüdischen Kriegswaisen vom Vereine übernommen werde. Im Bewußtsein der Schwierigkeiten dieser Aktionen richtet Frau Dr. Krenberger an alle Freunde, Mitglieder und Gönner, insbesondere aber an die Delegierten der Schwesternvereine die dringende Bitte, die Bestrebungen des Vereines in jeder Beziehung zu fördern. Dank zollt die Vorsitzende dem Vorstände der israelitischen Kultusgemeinde für das dem Vereinsvorstande bewiesene Vertrauen und gibt der freudigen Erwartung Ausdruck, daß sich der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde diesen neuen Ausgaben des Vereines, der Fürsorge für diejenigen Waisen, deren Väter für Kaiser und Vaterland ihr Leben geopfert haben, nicht verschließen werde. Mit einem dreifachen Hoch aus unseren vielgeliebten Monarchen Sr. Majestät Kaiser Franz Josef I. schloß die Vorsitzende ihre Ausführungen. Hieraus besprach Herr Rabbiner Doktor .Taglicht in ausgezeichneter Weise die Notwendigkeit, all diesen Kindern zu helfen, um sie vor Verderben zu schützen ünd aus ihnen nützliche Stützen der Menschheit und des Judentumes heranzubilden. Er beantragt der Vereinsleitung das Absolutorium zu erteilen, ein Antrag, der einhellig angenommen wurde. Frau Professor Dr. Roth dankt der Vereinsleitung dafür, daß sie jederzeit die von den Schwesternoereinen empfohlenen Pflegebedürftigen in den Schutz des Vereines genommen hat. Sekretär Ungar bringt der Generalversammlung den vom Vorstande gestellten Antrag auf Aenderung des Vereinstitels auf „Wiener Frauenverein zum Schutze armer, verlassener Kinder" zur Kenntnis und wird dieser Antrag von der Generalversammlung genehmigt. Herr Kultusvorsteher Mar Z i r n e r überbringt als Delegierter des Kultusvorstandes die Grütze desselben. Er führte aus, daß er über den Mut des Vereinsvorstandes staunen müsse, daß er es auf sich nehme, zu den bisherigen so schweren (Agenden, noch schwierigere anzugreifen, ist aber nach den bisher gemachten Erfahrungen sicher, daß diese schwierige Ausgabe in gewissenhafter Pflichterfüllung eine glückliche Lösung finden werde. Er könne die Versicherung geben, daß der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde die neuen Aktionen des Vereines mit Freude begrüßen und der Vereinsleitung die weitgehendste Förderung gewähren werde. Er selbst stehe nach wie vor dem Vereine treu ßur Seite. Frau Direktor Regine Illlmann dankt namens der „Weiblichen Fürsorge" dafür, daß der Verein seit Gründung dieser Vereinigung als strammer Pionier an den Aufbau dieser Organisation mitgeholsen habe. Insbesondere dankt Frau Ullmann für die Mithilfe anläßlich der Chanukkaseier für die Flüchtlingskinder und bei der Erdäpfelaktion zu Pessach. Sie wünscht dem Verein ^in weiteres Gedeihen und ersprießliches Wirken. Amtsleiter Rudolf Kraus dankt den Damen für die mütterliche Fürsorge, die sie den Schützlingen der israelitischen Kultusgemeinde angedeihen lasse und versichert, daß er weiterhin nicht nur ein Freund, sondern auch ein Mitarbeiter des Vereines bleiben wolle. Der Leiter der Zentralstelle für das jüdische Armenwefen Dr. Mory Löwy berichtet über das höchst ersprießliche Wirken der von der Zentralstelle durchgeführten Notstandsaktion der Wiener israelitischen Kultusgemeinde, die in vielen Fällen einsetzen mtzsse, wo staatliche oder kommunale Aushilfe nicht zu erlangen find. Unter Hinweis auf einige drastische Fälle kommt er zu dem Schlüsse, daß die jüdischen Vereine, so berechtigt unter den gegenwärtigen Verhältnissen ihre Mitwirkung bei allgemeinen Aktionen sei, doch niemals außer Acht lassen dürfen, daß ihre Fürsocgetätigkeit sich in erster Reihe der Bekämpfung jüdischer Not zuwenden müsse. Direktor Dr S. Krenberger berichtet sodann über alle Aktionen die von den Behörden und Körperschaften zur Versorgung der Kriegswaisen geplant und in Angriff genommen seien, und definiert genau und praktisch die Aufgabe, die in dieser Hinsicht dem Hietzinger Frauenverein anheimfalle. Doch müsse der Wiener israelitische Kultusvorstand schon jetzt die örtliche Tagung, d. h. die Wiener Zentralstelle für die Wiener Kriegswaisen sein und deshalb schon jetzt die Funktion arrogieren. Der Hietzinger Frauenverein solle <.»ie Exekutive der Kultusgemeinde bilden. Die Vizeprüsidentin Frau Gisela Z i r n e r-Z w i e b a ck dankt Herrn Direktor Dr. S. Krenberger für sein so ausgezeichnetes Referat und erbittet auch fernerhin seine werktätige Mithilfe. Nachdem die Vorsitzende, Frau Dr. Krenberger, noch allen Gästen für ihr Erscheinen gedankt und nochmals ihre Mithilfe erbeten hatte, wurde diese so überaus schöne Versammlung geschlossen. _ M. U. Berichtigung. Der in der vorigen Nummer erwähnte dekorierte Oberarzt d. Res. Dr. Leopold Arzt gehört nicht dem jüdischen Glauben an. Liebesgaben für Verwundere und Kranke im Felde. . Wir veröffentlichen eine Reihe uns bekanntgelvocdener Adressen von Feldrabbinern, denen Liebesgaben für die Soldaten zugesendet werden mögen: Feldrabbiner Adle r, Feldpost 99. Feldrabbiner Dr. Schweiger, Divisionsseelsorger, Feldpost 26. Feldrabbiner Dr. Tauber, Divisionsseelsorger, Feldpost 6. Feldrabbiner Dr. T e m p l e r, Divisionsseelsorger, Feldpost 86. Feldrabbiner Dr. Lemberger, Feldpost 70. Dr. Leopold Weinsberg, Feftungsseelsorgcr in Krakau. Feldrabbiner Dr. Golinski, t. Armee-Etappenkommando. t I ' I

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