Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 22 (28.5.1915)
- Date
- 1915-05-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nc. 22 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite iOL waren. Auf das geliebte Schlachtfeld zurückzukehren, war ihm nicht befchieden. Wer den Eduard kannte, feine Wesenheit begriff, der wird nicht zweifeln, ob er gern sein Leben dem Vaterland chingab. Denn sein Streben galt, wie er mir selbst einmal gestand, höheren Zwecken als einem tatenlosen Dasein. Wohl konnte er, zu früh dahingerasst, seine Träume nicht verwirklichen, seine Ziele nicht erreichen. Doch fühlen wir, datz er dem ersehnten.Glücke nahe stand, als er, siegestrunken oorwärtsstürmend, die todbringende Kugel empfing. In einen! Schreiben, das der Bataillonskommandant Freiherr von K o s ch n i tz an die Eltern des Verewigten richtete, beklagt er den Verlust „dieses selten tüchtigen und braven Menschen", den er zu den besten seiner Soldaten zählte. Er zollt dem „ausgezeichneten Reserveoffizier" Dank und Anerkennung, indem er ihn für eine neuerliche hohe Belohnung vorschlägt. Am 27. April meldete das „Verordnungsblatt", datz der Kaiser dem vor dem Feinde gefallenen Leutnant Eduard F r i e d l das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen habe „in Anerkennung tapferen Verhaltens und vorzüglicher Dienstleistung vor dem Feinde"— Theodor Körner beschließt sein vaterländisches Drama „Josef Heyderich" mit den folgenden Worten, deren mein toter Freund sicherlich würdig ist: Vaterland, sieh her! solche Herzen schlagen in deinen Söhnen, solche Taten reisen unter deiner Sonne. — Vaterland, du 'kannst stolz sein! Der erbkindele Iähnrich. Alfred Földes, Fähnrich des 8. Honved-Feldartillerieregimentes, der Monate hindurch auf dem nördlichen Kriegsschauplätze in der Feuerlinie sich befand und durch einen Schrapnellsplitter das Sehvermögen des linken Auges eingebüßt hat, wurde für seine tapfere Haltung vor dem Feinde mit der silbernen Tapferkeitsmedaille erster Klasse ausgezeichnet. Oberst Albert Pohl richtete aus diesem Anlasse die folgenden Zeilen an den ausgezeichneten Krieger: „Lieber Földes! Die Auszeichnung, deren Herablängnng wir schon ungeduldig erwarteten, ist nur ein verschwindend geringes Zeichen unserer Hochachtung und unserer kameradschaftlichen Liebe und nur ein winziger Trost unserem schmerzersülltcn Herzen. Diese Auszeichnung wird jedoch an jene Heroischelk Kämpfe erinnern, an denelk auch Sie teilnahmen, sie wird den schweren Schlag erleichtern, welchen das Schicksal Ihnen, mein lieber Freund, zugemcssen hat. Wir aber denken tvieder an den guten, nun verlorenen Kameraden, mit den: lvir gelncilksam beit Heiligelk Boden unseres Vaterlandes verteidigten. Unsere Gedanken, weilen mit unserer aufrichtigen und stillen Teilnahme bei Jhnelk und lvir freuen uns alle mit Ihnen. Lager, 29. April 1915. Pohl, Oberst.". („Egyenlöseg".) Kelderttod eines jüdischen Motksschuttehrers. Moritz Ke men es, Lehrer an der israelitischen Volksschule, Kadett im 22. Honvedinfanterieregiment, fand nuk 23. April beim Uszoker-Paß den Heldentod. Sein Bataillonskommandant, Oberleutnant Antolk Aczel, richtete an den Oberrabbiner der israelitischelk Kultusgemeinde von Marosvasarhely, wo der Verblichene wirkte, ein Schreiben, in welchem es unter anderem heißt: „Trauererfüllten Herzens verständige ich Sie von dem Tode meines beliebtesten Freiwilligen. Moritz Ke welkes, einer meiner Bravsten und Ergebenen, ein dienstfertiger, aufopfernder, tapferer Soldat, hat heute, von einer russischen Granate getroffen,, den Heldelktod gefundeik. Für seine Bestattung werde ich persönlich sorgen, ulld die Pietät seiner Kameraden wird das Andenken dieses Helden der ersten Kompagnie für spätere Zeiten aufbewahren." Der Tod des heldenmütigen jüdischen Lehrers hat in seinem Wirkrmgsorte, in der ganzen Stadt ohne Unterschied der Konfession tiefes Beileid hervorgerufen, denn der kaum 24 jährige junge Mann hat wahrend der Jahre seiner Wirksamkeit nicht nur die vollste Zufriedenheit seiner Kultusgemeinde zu erringen verstanden, sondern auch als wirklicher Künstler des Unterrichtes, wie auch als Sportsmann und als Apostel der Antialkoholbewegung die wohlwollende Aufmerksamkeit der breitesten Schichten auf sich gelenkt. Der Verblichene war eilt Mann von unerschütterlicher Frömmigkeit, welcher dem jüdischen Lehrerstande Ehre machte. („Egyenlöseg".) Nabßinalskundidal Aavid Schwarz. Der Egyenlöfseg" schreibt: Einer der besten Zöglinge des Budapester Landesrabbinerseminars, David S ch lv a r z, hat als Freiwilligen-Korporal am 18. Marz 1915 in der Bukowina bei Chosermitz den Heldentod gefunden. Schwarz war erst 20 Jahre alt,' ging mit großer Begeisterung auf den Kriegsschauplatz, begleitet von den besten Wünschen seiner Professoren urkd Kollegen, bei denen er sehr beliebt war. Am 18. Mürz wurde sein Regiment von den Russen angegriffen, der Angriff wurde blutig abgeschlagen und vor den Grüben türmten sich förnkliche Leichenberge der Russen auf. Dort lag auch ein russischer Hauptmann im Sterben. Der österreichisch-ungarische Hauptmann Ro mo san ging auf den Sterbenden zu, um mit ihm einige Worte zu sprechen, wobei er von einer Kugel tätlich getroffen wurde. Korporal David Schwarz, welcher dies sah, eilte zu seinem Hauptmann, aber kaum bei ihm angelangt, wurde er durch eine Kugel ins Herz getroffen und fiel tot zu Boden. Schwarz wurde auf dem jüdischen Friedhof in Chosermitz zur ewigen Ruhe bestattet. Er war einer der tapfersten Soldaten seiner Kompagnie und für eine größere Auszeichnung und zur Beförderung vorgephlagen. Kadett Ludwig Steiner. Kadett Ludwig Steiner, der einzige Sohn des Nagypaposer .Kaufmannes Leopold Steiner, ist im. Alter vokk 25 Jahren am nördlichen Kriegsschauplätze den Heldentod gestorben. Im Januar schon hatte er eine Schußwunde erhalten, kehrte jedoch nach seiner Genesung auf den Kriegsschauplatz zurück, wo er jetzt sein junges Leben für sein Vaterland opferte. Sein Hauptmann, Stefan C s o r b a, verständigte den unglücklichen Vater mit folgendem Schreiben von dem Tode seines Sohnes: Kriegsschauplatz, 5. März 1915. Lieber Herr Steiner! Ich muß eine schmerzliche und sehr traurige Pflicht erfüllen. Ich bitte den lieben Gott, er möge Ihnen und Ihrer lieben Familie Kraft und Trost verleihen, diesen großen Schlag zu ertragen. .Ihr lieber Sohn Ludwig hat am 26. Februar d. I., - vormittags 8 Uhr, in den Karpathen, östlich der Gemeinde Mikow, im Kampfe um die Höhe 906, als er seine Abteilung zum Sturme führte, von einer feindlichen Kugel am Halse getroffen, in den Armen seines Offiziersdieners Lipies den Heldentod gefunden. Das ist auch für mich ein herber Schlag, denn ich habe in ihm meinen guten Freund und hervorragenden Offizier verloren. Möge der gute Gott Sie und Ihre liebe Familie trösten. Mit patriotischer Hochachtung Stefan C s o r b a, Hauptmann. _ („Egyenlöseg".)