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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-21 · 21 (21.5.1915) · page 14

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
21 (21.5.1915)
Date
1915-05-21
Page
– (sequence 14)
Language
German
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Seite 894 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 21 dern, da war er dabei. Und.seine Wohltaten wurden t, ftiU und rein gegeben". In all seinem Tun und Lassen stand ihm die brave Gattin vertrauensvoll und hingebend zur Seite. Sie verstand ihn und arbeitete mit ihm und für ihn. Das Reden war nicht nach ihrem Geschmack, aber das Arbeiten. Mit Bienenfleiß ging sie zu Werke, unermüdlich und geräuschlos, sei es im Hause, sei es in der künstlerischen Ausführung von Handarbeiten, in denen sie Meisterin war, sei es im Wohltun, sei es in der Liebe zu den Kindern. Die beiden kannten nur ein Ziel: sich für andere einzusetzen. Und das lohnte "ihnen Gott, indem er sie ohne Todeskampf und ohne den Schmerz des Abschiedes eingehen ließ in die Ewigkeit. „iSecber zadik lib’oscholi“ — wird von ihnen allezeit gesagt werden. I. L. Austritte aus dem Judentum vom 9. bis 15. Mai 1915. Czerwenka Margarethe, Kl eidermacherin, geb. 20. Apr il 1899 in lglau, XII., Aßmayergasse 20. Flener Stefan, Handelsagent, geb. 11. Juli in Wien, IX., Bergg. 6. Glncksam Franz, Goldarbeitergehilfe, geb. 1873 in Lemberg, V., Grobgassse 3. Lederer Karl, Hochschüler, geb. 16. August 1894 in Wien, IV. Bez., Karlsgasse 7. _ Laut Zuschrift der k. u. k. Militärseelsorge Temesvar wurde Dr. Julius Kühl, dzt. Oberarzt in Vinkovci (Slavonien), .geb. im Jahre 1874 zu Pisek, in Vinkovci am 9. Mai 1915 getauft und in die katholische Kirche ausgenommen. Baden. Das rituelle Speisehaus Hermine Eichner in Baden, Rolletgasse 7, hat mit Beginn der diesjährigen Saison den Betrieb wieder eröffnet. Hebräische. Zensurgruppe. Behufs rascherer' Expedition der Korrespondenzen unserer Kriegsgefangenen ersucht die Hebräische Zensurgruppe des Kriegsgefangenenbureaus die p. t. Glaubensgenossen um leihweise Ueberlassung einer Schreibmaschine beliebigen Systems für die Kanzlei der oberwähnten Gruppe. Allfällige diesbezügliche Mitteilungen sind zu adressieren an die Hebräische Zensur gruppe, Wien, 1. ÄG., Seitzergasse 6, Tuchlaubenhof (Mezz.). Osijek-Unterstädten. (Todesfall.) Ehren-Kultuspräsident der hieß isr. Kultusgemeinde Josef Krausz ist im 77. Lebensjahre gestorben. Er wurde unter großer Teilnahme beerdigt. Die Leichenrede hielt Oberrabbiner Dr. Simon Ungar, indem er die großen Verdienste des Verstorbenen um die Kultusgemeinde und seine überaus große Friedensliebe hervorhob. Prerau. Bei dem Feldgottesdienste auf dem russischen Kriegsschauplätze wurden von den teilnehmenden Offizieren und Soldaten 70 Kronen gesammelt und diese Summe der Kultusgemeinde Prerau zur Unterstützung galizischer Flüchtlinge eingesendet. Pisek (Böhmen). Die letzten Monate waren in der hiesigen Kultusgemeinde zum größten Teile der Flüchtlingsfürsorge gewidmet, welche siich zu einer recht umfangreichen Aktion entwickelte. Demnächst gedenken wir einen Tätigkeitsbericht zu veröffentlichen. Das Komitee für Kriegsflüchtlinge im Bezirk Pisek konstituierte sich folgendermaßen: Präses k. k. Statthaltereirat V. Kendik in Pisek, Vizepräses V. Spirhanzl, Bürgermeister der Stadt Pisek, und. Dr. R. K o h n, Vorsteher der isr. Kultusgemeinde Pisek, Geschäftsleiter Rabbiner S. Grünberger, Pisek. Budapest. Die Beliebtheit angesehener Persönlichkeiten bricht sich unwillkürlich Bahn nach außen, selbst bei intimen Festlichkeiten, die für einen kleinen Kreis berechnet sind. So fand kürzlich hier eine Trauung statt, die die Herzlichkeit der Beziehungen bewährte,, welche ein Jahrzehnt überdauert haben. Herr Adolf Raab, das hervorragende Vorstandsmitglied des Kullusvorstandes in Baden bei Wien, durch feine Herzensgüte und Wohltätigkeit weithin ausgezeichnet und wohlbekannt, hatte — um in diesen schweren Kriegszeiten Aufsehen zu vermeiden — bestimmt, die Trauung seiner Tochter mit dem Fabrikanten Herrn Fuchs Lajos in Budapest auch in diesem Orte im stillen Kreise vollziehen zu lassen. Kaum aber wurde es von dieser bevorstehenden Trauung bekannt, als sich ein zahlreicher Kranz von * Gästen in der Synagoge der orthodoren Gemeinde gusammenfand, um an derselben teilzunehmen. Obwohl schon gehn Jahre seit der Zeit vorüber sind, daß Herr Adolf Raab die Gemeinde Budapest verlassen hatte, wurden ihm in Erinnerung seiner hiesigen philantropischen Wirksamkeit Ovationen bei dieser intimen Festlichkeit in iw ehestem Sinne des Wortes zuteil. Die Trauung selbst bot noch ein besonderes Interesse durch die Persönlichkeiten, die sie vollzogen. Das sogenannte „Bedeckan" vollführte der ehrwürdige Herr Oberrabbiner königl. Rat Koppel Reich, der Akt der Trauung selbst jedoch wurde durch seinen Bruder, den Herrn Oberrabbiner von Baden vollzogen. _ I- L. Wer weiß? Taube Wiesen, derzeit Klein-Otschehau bei Podersam, Böhmen, Post Eroß-Otschehau, sucht ihre Mutter Chana Zelda Wahl aus Tarnobrzeg und ihre Schwestern Süsse/ Fe»chel aus Tarnobrzeg und Eenendel Rosen aus Rozwadow. Josef Dompf aus Lubycza (Galizien) sucht seine Familie. Zuschriften an Eetzl Sojfer, Rabbiner in Szucsany (Ungarn). Seide Kaswiner, welche aus Bohorodcsany (Galizien) geflüchtet ist und derzeit in Königinhof a. Elbe (Böhmen), Klazargasse Nr. 1035, wohnt, ersucht um gefl. Nachricht über ihren Gatten Mechel Kaswiner aus Tysmiczun bei Nadworna (Galizien), welcher Korporal beim k. u. k. Infanterieregiment Nr. 58, 6. Kompagnie, ist. Feuilleton. Die Juden in Pole« Wahrend der Kosaken-, Tataren-, §ta|fcn- «nd Schniedenkrieg» (1648-1660). Vortrag, gehalten am 11. Februar 1915 im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines in Wien über Einladung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Von Prof. Dr. Maser Balaban. (4. Fortsetzung.) III. Die Posener und Krakauer Juden wähnten sich ganz sicher in ihren Häusern und ahnten nicht, daß das Unglück erst jetzt beginne und daß sie bald gemeinsam mit den Flüchtlingen ihr Haus Verlässen werden. Und doch wiesen Zeichen und Wunder darauf hin, daß ein neues Unheil eben über diese Lande herannahe. Im Juli 1654 war eine Sonnenfinsternis und die aufgeregte Phantasie sah in ihr ein böses Omen. Jakob Ben Ezechiel Halevy aus Flatow erzählt in der Einleitung zu seinem Sefer Schern Jakob, daß er und andere gehört haben, wie die Toten geweint und gejammert. . . und wie tote jüdische Kinder unter der heiligen Lade in den Synagogen gesessen und ihre Hände über die Köpfchen zusammengeschlagen hätten. Die geängstigte Phantasie wollte sogar die Zahl des unheilvollen Jahres auf der Stirn der Menschen gesehen haben. Im Herbst des Jahres 1654 brach in Großpolen die Pest aus und die Leute flohen aus den Städten in Dörfer und Wälder, um dem Unheil zu entgehen. Bald kamen neue Feinde ins Land. Chmielnicki konnte mit den Polen für die Dauer nicht einig werden und ergab sich dem Zaren, und bald

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