Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 20 (14.5.1915)
- Date
- 1915-05-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 370 Nr. 20 Dr. BNchs Wochenschrift. Kru lnteresstlnter Wrief eines katholischen Aetdgeisttichen. Leutnant Ludwig Ssteiner hat auf dem nördlichen Kriegsschauplatz? den Heldentod gefunden. Seine Familie erhielt von dem katholischen Feldgeistlichen Zoltan Mayschei-der hierüber das folgende,.'interessante Schreiben: . ,,Galizischer Kriegsschauplatz, 10. März 1915. Sehr geehrter Herr! Sie werden sich wundern, daß Sie anstatt von Ihrem jüngeren Bruder Ludwig einen von fremder Hand geschriebenen Brief erhalten: Er ist leider nicht in der Lage, seinem lieben Verwandten zu schreiben, denn seit dem 6. März ist er nicht mehr unter uns. Gott hat es gewollt, daß Herr Leutnant Ludwig Steiner sich bei ihm zum Dienste melde. Kurz er ist gefallen. Sein Leichnam wurde aus den Bergen herabgcholt und heute, am 10. März, nach israelitischem Ritus in dem Kirchhof von Slawsko zur ewigen Rühe bestattet, wo mit ihm gemeinsam zahlreiche gefallene Helden von einer schöneren, friedlicheren Zukunft träumen. Sein Leichenbegängnis wurde von israelitischen Soldaten nach der^ Anordnung und unter Aufsicht des Zugsführers Ben-- jamin Weiß vollzogen. Geehrter Herr! Ich, als hierherbeorderter Feldgeistlicher, versehe bei den gefallenen und verwundet zu uns heruntergebrachten oder bei dem Brigadesanitätsinstitut verstorbenen Soldaten die letzten seelsorgerischen Agenden. Mit Ausnahme der israelitischen Soldaten, denn wenn ein Soldat israelitischer Konfession stirbt, schaue ich immer darauf, daß er von eigenen Glaubensgenossen nach ihrem Ritus begraben werde. So war es auch jetzt. Da ein anderer abgesonderter Platz nicht vorhanden war, ruht er zwischen den übrigen - gefallenen Helden, in dem Kirchhof von Slawsko. Ich wünsche vom Herzen, daß der gute Gott Ihnen in der großen Trauer und dem tiefen Schmerze, der Sie getroffen. Trost und Erleichterung gewähre. Mit terlnahnrsvoller Hochachtung Zoltan Mayscheider, Feldgeistlicher." Hßerkeutnant Josef Sämeer. Vor wenigen Tagen wurde in Brünn der Oberleutnant der Reserve im 31. Infanterieregiment Joses Sch nee r zu Grabe getragen. Entflammt für die heilige Sache, der er diente, focht' er heldenmütig in mehreren wichtigen Kämpfen auf galizischem Boden. Siegreich überwand er die schwersten Mühen und Gefahren. Da wurde er, kurz nach seiner Rückkehr zum Kader, von einer tückischen Krankheit erfaßt, der er trotz aufopferndster Pflege nicht zu widerstehen vermochte. Er starb im 34. Lebensjahre. Mit der schwergeprüften Familie trauert die große Zahl seiner persönlichen Freunde um den wackeren Offizier. . P. G. Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. (Bisher w«rde«2641 Mitgcterlt.iuder vorliegende« Nummerol, zusammen 2692 ) ' - ' ' ' * * ‘ j'i Eisernes Krcnz 1 Klaffe. MLuHen. Ludwig Levyen, Gefreiter im. 81. Reserve-Infanterieregiment/ Jnnen-Archrt^kt, . Aütinhaber ^her Firma Paul Lange u.'Co^ für große TapferLit auf. dem östlichen Kriegsschauplätze, auch zum Uüteroffizier desörderr. ' Eisernes Kreuz 2. Klaffe. Berlin. Rudolf E ck st e i n, bei einer Belag.-Feldtel.-Abt'., , Dentist; Mar Hermann, Unteroffizier d. R., Mitarbeiter der Conf.-Fa. See IM & /Cohn, Nesse des Mitinhabers Seeler; Feldwebelleutnant und Kompagnieführer im Reserve-Infanterieregiment Nn 3 Martin Mende'lsohn, Sohn des Kaufmanns Magnus Mendelsohn; Dr. Mar Schulhof, Assistenzarzt. Berlin-Friedenau. Dr, Mar Schönenberg, Assistenzarzt beim Stabe einer Reserve-Trainabteilung; Felir Mo-ral, Feldintenda-nturrat, Zivilingmäeur und vereid. Sachverständiger. Berlin-Tempechosi. Dr. Abel, Korpsstabsapotheker. Berljn-Wihnersdots. Dr. med. Rud. Riegner, Stabs- und Regimentsarzt. Birkenfeld. Dr. Emil Weiß. Bremen. Oberarzt Dr. Samuel Schragenheim. (Breslau? Dr. med. Artur Guttmann, Sohn des Rabbiners, Spezialarzt für Ohren-, Nasen- und Halskrankheiten, Neue Tafchenstratze 13; Dr. Emil Weiß, prakt. Arzt Und Zahnarzt» früher in Birkenthal, Neudorfstrgße 77. ■< n . Cassel. Dr. Julius Nagel, Unterarzt im Landwehr-Infanterieregiments Nr.. 19, Sohn des Herrn Eottkreb Nagel!. Eharlottenburg. Dr. Stein, Jng.-Aspirant d. R. Danzig. Die Brüder Wachtmeister Paul. Anker und Georg Anker. .; Detmold. Unterarzt Bernhard Hallen st ein. ' Ekelsdorf. Landm. Ad. Salomo n. Frankfurt a. O. Wilhelm Rosenthal, Vizefeldwebel in einem Ersatz-Bataillon; Dr. med. Jsaac. Fürftenwalde. Georg G o l d schm i d t, Mitglied der Freiw. San.-Kol. vom Roten Kreuz. Großolbersdorf (Erzgebirge). Kurt Heymann, Unteroffizier im Landwehr-Infanterieregiment Nr. 102, Mitinhaber der' Firma Heymann, Spielwaren-Fabrik. Halke. Dr. Mar K a u f f m an n, Stabsarzt, Privatdozent für Nervenkranke an der medizinischen Fakultät der Universität.; Hamburg. Vizefeldwebel Franz Koppel im Infanterieregiment Nr. 150.^ Haynau. Tbeod. Prinz, Krieg^reiwilliger-Unterofsizier, Inhaber eines' 'Weiß- und Wollwarengeschäftes. Auch sein Sohn steht' im Felde. Heckkingen (Anhall). Kurt Schneider, 3. pandwehr-Re- - giment 66, zum Gefreiten befördert, Kaufmann, Sohn der Witwe Malwfne geb. Danziger in Thorn, hat aus dem Granatfeuer ein Maschinengewehr herausgeholt und wichtige Meldungen überbracht, durch eine Mine verwundet, Neffe des Herrn Moritz Danziger (i. Fa. D. Zweig u. Co., Breslau). Jena. Fritz Rosenkranz, Kriegsfreiwilliger. Königsberg i. Pr. Georg Jablonski, Oberapotheker, 2. Infanteriedivision, 2. Sanitätskompagnie. Köpenick. Michael Sender, Ersatzreservist, Bureauvorstand. Konstanz. Offizier-Stellvertreter Kaufmann Isidor Guggenheim, bereits Inhaber der Badischen Silbernen Verdienstmedaille. Leipzig. Dr. Josef Fre,rman n, Stabs- und Bataillonsarzt. Lichtenau. Regimentsarzk'^Dr. Jakob R o o s in Straßburg, Sohn der Witwe Samuel Rhos. Ljiebe-iau (Hannover). Siegfried WeinHerg im Reserve- Infanterieregiment Nr. 74. Lipche (Oberschlesien). Herbert Markiewitz, Gefreiter, 9/61, Magdeburg. Vtzefeldwebel der Reserve im Infanterieregiment Nr. 66 Artur Gabbe, Sohn des Herrn Jsibör Gabbe. Mühlhekm-Ruhr. Oberarzt der Reserve Dr. med. Bla n k. iMLLiho'm. (Baden). Unteroffizier Julius Moses, bereits Inhaber der Badischen Verdienstmedaille. München. Unterarzt Dr. Julius Ad^ler, im Landwehr-Infanterieregiment -Nr. 124, Sohn der Fräw 'Witwe M. L. (Adler. , Nürnberg. Oskar Rosenfelder, Mitinhaber d. Verein. Klosetpapiersabrik, G. m. V. H. Oberehnheim (Elsaß). Kriegsfreiwilliger Gefreiter David B l o chl, Sohn unseres Rabbiners Dr. A. Bloch. Rüsselsheim. Bertram Mayer, Vizefeldwebel, Landwehr-Jn-'' fanterieregiment 116.