Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 19 (7.5.1915)
- Date
- 1915-05-07
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3020846-3022142-3022162--24113-3049345- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 360 Dr. Bloch's "Wochenschrift Nr. 19 ioref Adolf» Staatsgewerbeschüler, geh. am 2. April 1897 in Wier, I., Dorotheergasse 8. Zoref Isaak Jakob, Vertreter, geh. am 18. August 1858 in Lemberg, I., Dorotheergasse 8. WWHr.-Kronmu. Am 23. April d. I. verschied Hier der von seinen Kollegen Hochgeschätzte Kantor Samuel Lagodzinsky im 57. Lebensjahre. Derselbe war ein treuer Beamter, von der Gemeinde geschätzt und geachtet. Trotz seines Leidens fungierte Kantor Lagodzinsky noch Freitag, den 23. April, beinr Gottesdienste. In derselben Nacht verschied er, umgeben von seinen geliebten Angehörigen. Bei dem am 26. dlpril stattgefundenen Leichenbegängnisse sungierren der Rabbiner und der Kantor aus Kanitz. Unter den Anwesenden war auch der Oberkantor aus Mißlitz. Breslau. Rabbiner Dr. Guttmann feierte seinen siebzigsten Geburtstag. Dr. Guttmann, der nach kurzem Wirken in Breslau viele Jahre das Landrabbinat zu Hildesheim bekleidet Ohurte, wirkt nunmehr als Nachfolger des verstorbenen Dr. Joel seit einer Reihe von Jahren in unserer Gemeinde. Weiteren Kreisen ist der Jubilar als Vorsitzender des deutschen Rabbinerverbandes bekannt. Wie sein Amtsvorgänger Dr. Joel ist auch Dr. Guttmann als Gelehrter namentlich auf dem Gebiete der jüdischen Religionsphilosophie geschätzt. Die preußische Regierung hat diese seine Wirksamkeit durch die Verleihung des Professortitels anerkannt. Wer weiß? Golde Przemrsz aus Przeworsk sucht ihre 18jährige Schwester Kremdla Sternheim aus Przeworsk, Galizien. Gütige Auskunft erbeten an das Rabbinat in Welwarn, Vöhinen. Uli TaUerinz, derzeit in Riegeschlag bei Neuhaus in Böhmen, aus Solotwina, Galizien, sucht seinen Bruder Berel Tallerinz und Frau Riwr Tallrring. Solomon Rvtzöavm mit feiner Frau, Kindern und Enkeln aus Zbaraz werden gesucht von der Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift". Viktor Keitfth rekte Bernstein, Einjahrig-Freiwilliger, k. u. k. Ersatzbataillon Nr. 90 in Szombathely, Ungarn, sucht seine Schwester Riftia Eottdenker aus Wygoda bei Dolina und seine Schwester Manze, Frau des Hermann Wiselthrer aus Stryj. Moritz Bergmann aus Swinaöe bei Trka, wird von seiner Tochter in New-Pork gesucht. Josef Rott, Infanterist im Landwehr-Infanterieregiment Nr. 16, als vermitzt angegeben, wird gesucht von Mendl Schabes in Wolduch bei Rokitzan, Böhmen. Perez Deutsch, Infanterist im k. u. k. Infanterieregiment Nr. 45, wird gesucht von Moses Deutsch in Steinaujezd bei Rokitzan, Böhmen. Mendel David, Neffe des Abraham David aus Sanok, 12 Jahre alt, ging in Muschelabrecz (Ungarn) am 11. November 1914 verloren und wird gesucht von Abraham David in Steinaujezd bei Rokitzan (Böhmen). Rosa Wolkenfeld, Meilech und Isaak Wolkenfeld aus Czudec werden gesucht von P. Wolkenfeld, Berlin N., Kl. Hamburgerftratze 17. Efraim Deutsch, Gefreiter, 5. Komp, 45. Infanterieregiment, Feldpost 319, sucht seinen Vater Markos Mendel Deutsch aus Kombornia oder Verwandte. Citel Schuster, Frau des Mofes Jtzig Schuster; Frieda Pistener, Frau des Ghaim Pistener; Israel Rubinger; Feige Heit, Frau des Jakob Heit; Lhanze Lenz, Frau des Joel Lenz; Berl Gaber; Lieber Hoffmann; Taube Schulwolf, Frau des Jtzig Schulwolf; Jdes Wechsler, Frau des Herz Wechsler; Frau Rifka Katz; sämtliche aus Wiznitz, Bukowina, wollen sich melden bei der Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift". Blume Scheiner, zurzeit Eeyl bei Jglau, sucht ihre Mutter Eitje Scheiner aus Solotwina (Galizien). Samuel Weinrauch» zurzeit Eeyl bei Jglau, sucht seinen Vater Schaje Weinrauch aus Rosalna (Galizien). Pinkas Schwarz, derzeit in Unter-Eerekwe (Böhmen), sucht seinen Vater Juda S^varz aus Bohoroczany (Galizien). Iie Anden in Pole« wiihrrrrd drr Kosaken, Tataren-, Kusse«- nnd Schwedenkriege (1648—1660). Vortrag, gehalten am 11. Februar 1915 im Festsaale des Ingenieur- und Architekten-Vereines in Wien über Einladung des Vorstandes der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Von Prof. Dr. Majer Balaban (2. Fortsetzung.) 1. D a s un gl ück v o n N i em i ro w. In Niemirow war die erste größere Judengemeinoe im fernen Osten und dorthin flüchteten sich alle Juden, die aus Pogrebyszcze, Baziowka, Czehryn rc. entrinnen konnten. Gegen diese Stapt schickte Chmielnicki einett seiner Heerführer mit 600 Mann. Die Juden ahnten das Unglück und flüchteten sich in das Schloß und verrammelten die Tore. Die Kosaken setzten sich aber mit der Ortsbevölkerung in Eim Verständnis und diese berichtete den Juden, polnische Truppen seien im Anzüge und forderte sie auf, das Tor zu offen. Die List gelang und nun drangen die Kosaken in das Schloß und richteten unter oen Juden ein förmliches Blutbad an. Frauen und Mädchen wurden geschändet, andere — um der Schändung zu entgehen — stürzten sich in den Schloßteich und wu'rden von den Kosaken mit Steinen und Pfeilen getötet. Dasselbe geschah mit den Männern, die ins Wasser sprangen. Das Wasser wurde rot vom Blute der, Erschlagenen. Den Rabbiner von Niemirow, einen heiligen Mann, Iechiel Michel Ben Elieser,ergriff ein Kosak und wollte ihn töten. Der Rabbiner versprach aber dem Mörder seine verborgenen Schätze auszufolgen und wurde in sein Haus begleitet. Der Kosak nähm das Geld und der Rabbi begab sich zu seiner Mutter und saß mit ihr in einem Versteck bis zum nächsten Morgen. Da sie aber merkten, daß die Kosaken unter Führung der Stadtbevölkerung die Judenhäuser durchsuchten, verließen sie ihr Versteck und flohen auf den Friedhof, um wenigstens auf geweihtem Boden zu sterben. Hier ertappte sie der Ortsschuster und schlug auf den Rabbiner mit einer Keule los. Die greise Mutter flehte den Mördern, er möge sie statt ihres Sohnes töten, aber der Schuster erschlug den Rabbi vor den Augen seiner Mutter und bau» tötete er mit einem Schlage die Greisin. 2. Tulczyn. Die nächste Stadt war T u l c z y n, wohin sich zirka 200 Juden und 600 adelige Polen flüchteten. Die Juden wollten teuer ihr Leben verkaufen, sie bewaffneten sich gehörig und schlossen mit den Adeligen einen Bund auf Tod und Leben. Alle bezogen die kleine Festung nnd ließet: die rulhenische Bevölkerung in der Stadt zurück. Die Wachposten auf den Mauern wurden unter Juden und Adel verteilt, desgleichen die Schießscharten und Bastionen. Die Verteidigung ging gut von dannen, die Kosaken und Bürger von Tulczyn konnten die Festung nicht erstürmen. Da setzte sich der Kosakenführer Krzywonos mit dem Kommandanten der Festung, Fürstet: Czelwerynski, ins Einvernehmen und eröffnete demselben, es handle sich hier nicht, um Christen, sondern nur um die gottvergessenen Juden. Nach einer kürzet: Beratung forderte der Adel die Jude:: aus, sämtliche Waffen ihm auszusolgen, da die Juden keine Waffen