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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-07 · 19 (7.5.1915) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
19 (7.5.1915)
Date
1915-05-07
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 19 Seite 359 Dr. Bloch's Wochenschrift feierte Heuer den Lagbeomar im Festsaale des Continentalhotels zugunsten der Ausspeisung der galizischen Mittelschüler. Nach der Eröffnungsansprache des Dr. Wilhelm Stein, der in markigen Worten den geistigen Zusammenschluß des Ostjudentums mit dem westlichen propagierte, erklärte Rabbiner Dr. Thon (Krakau) die nationale Bedeutung des Tages unter Anpassung an die Lage des Judentums in der Jetztzeit. Opernsänger Chankin, von seiner Gemahlin auf dem Khryier begleitet, sowie der Violinvirtuose G r ü n b e r g e r, den Frl. Sperling accompagnierte, ernteten stürmischen Beifall. Den gelungenen Abend beschloß Doktor Präger durch meisterhaften Portrag jungjüdischer -Dichtungen. Spenden-Ausrveis für die notleidenden flüchtigen Kantoren. Für die geflüchteten notleidenden Kantoren sind ferner eingelaufen bei Oberkantör Don Fuchs fl. Bez, Postgasse 16): In Anerkennung der charitativen Tätigkeit des Oberkantors Don Fuchs, anonym Kr. 300.— Kaiser!. Rat .Siegmund Kauders, Wien, 11. Bez. „ 50.— Jacques K ö n i g, Wien, 1. Bez. „ 50.— Dr. Alfred Stern, Wien, 1. Bez., Kr. 20.—; Leopold Blum, Wien, 13. Bez , 20.—; Kommerzialrat Ernst Klinger, Wien, 1. Bez., 20.—; Anton Beck, Wien, 3. Bez., 20.—; L. Lourie, Wien, 1. Bez., 20.—; Theodor Schur, Wien, 1. Bez., 20:—; Julius Freund, Wien, 1. Bez., 30.—; kaiserl. Rat Paul Lemberger, Wien, 1. Bez., 20.—; Jean Goldstein, Wien, 1. Bez., 20.—; Josef Limon, Wien, 1. Bez., 20.—; ein Nichtgenanntseinwollender, Prag, 10.—; David Kohn, Wien, 9. Bez., 10.—; Hofrätin Oser, Wien, 1. Bez., 10.—; Adolf Duldner, Wien, 1. Bez., 10.—; Johann Klein, Wien, 1. Bez., 10.—; Richard Sch weiger, Wien, 1. Bez., 10.—; Adolf Stern, Wien, 1. Bez., 10.—; Adolf Freund, Wien, 1. Bez., 10.—; Emil Roman, Wien, 19. Bez., 10.—; Doktor Adolf Bachrach, Wien, 1. Bez., 10.—; Karl Lemberger, Wien, 2. Bez., 10.—; Jakob Karpeles, Wien, 7. Bez., 10:—; Dr. Paul Abel, Wien,"!. Bez., 10.—; Dr. Leopold Kohn, Wien, 1. Bez., 10.—; Frau Hedwig Abel, Wien, 1. Bez., 10.—; I. Lichtenstad t, Wien, 1. Bez., 10.—; Martin Kohn, Wien, 9. Bez, 5.—; Moritz P e r l e s, Wien, 2. .Bez., 3.—; Salo M e i s e l, Wien, 2. Bez., 6.—; Ignaz Spitzer, jWien, 1. Bez., 5.—; Jg. Großmann sen. 5.—; D. Allina, Wien, 1. Bez., 5.—; Viktor Schwadron, Stadtbaumeister, 5.—; Franz Rücker, Wien, 5. Bez, 5.—; Morch Löwy, Wien, 1. Bez., 5.—; Sigmund Siebenschein, Wien, 19. Bez., 2.—; S. Glas, Wien, 2. Bez, 1.—; Josef Nobl, Wien, 9. Bez., 1.—. Das Komitee drückt allen geehrten Spendern im Namen der wohltätigen Zwecke seinen besten Dank aus und bittet auch fernerhin die unglücklichen. Exilierten nicht zu vergessen. . Das Komitee: Don Fuchs Oberkantor der israelitischen Kultusgemeinde im Stadt-Tempel. M. Matyas, M. B. Kaufmann, I. Schleifer, E. M a r g u l i e s, Erste Kantoren. L. Müller, S. Löwy, Oberkantoren. I. Löwit, Kantor und Chordirigent. I. Sm otritzky, B. Ilmer, M. H arend o rf, M. Weißmann, Kantoren. Ein Mjirer, wie er ftin soll. Eine Dame, die viel Gelegenheit hat, einen Blick in die Heimstätten armer Leute zu tun, teilt uns folgendes mit: * Meine Wanderung galt unlängst einem Haus im 17. Bezirke, in dem eine arme Näherin mit ihrem 12jährigen kranken Knaben wohnen sollte. Der kleine Leopold Spitzer ist ein»unglückliches, buckliges Kind, trotzdem Vorzugsschüler in seiner Klasse. „Das Lernen ist seine größte Freude", sagte mir die arme Näherin; „Sie glauben nicht, wie gern ihn seine Lehrer haben. Voll Stolz breitete sie vor mir verschiedene Briefe aus, die chm seine Lehrer, wenn er kcank wahc und die Schu'.e nicht besuchen konnte, schrieben. Ein Lehrer sandte ihm sogar seine Photographie und wünscht ihm in herzlichen Worten gute Besserung. Oberlehrer Graes hat ihm nach Pelaggio, wo er durch dessen Fürsorge eine sechsmonatliche Ausnahme gefunden, herzliche Briefe geschrieben, in denen er ihn „mein Freund" anredet und dem Briese beigeschlossen einen Ertrabogen, der die lleberschrist trägt: „Unserem lieben Kameraden senden beste Glückwünsche in die Ferne!" Folgen die Unterschriften von 40 Mitschülern. „Ja, unser Oberlehrer Graef", sagte die arme Näherin tiefbewegt, „ist ein seltener Mensch; ihm ist Jud und Christ gleich; er liebt seine Schüler wie ein Vater seine Kinder!" In unserer Zeit, in der so viel über den Antisemitismus in den Schulen geklagt wird, wirkt es Wahrhaft herzerfreuend, zu sehen, wie ein christlicher Lehrer sich eines armen jüdischen Kindes annimmt, für dasselbe sorgt, durch seine Güte einen Lichtstrahl in die trostlose Nacht des armen kranken Kindes gleiten läßt, dem er Freund, (Lehrer, Förderer seit Jahren ist." Wien.- Der „Gegenseitige israelitische Hilfsverein für Handwerker und Kleingewerbetreibende", 2. Bezirk, Große Pfarrgasse 23, der 30 Jahre besteht und dessen hauptsächlicher Zweck in unverzinslicher Darlehensgewährung besteht, hat in seiner letzten Sitzung den Beschluß gefaßt, der heutigen schweren Zeit insoserne Rechnung zu tragen, als derselbe seinen besonders bedürftigen Mitgliedern Unterstützungen gewährt, welche auch den Frauen der im Felde stehenden Mitglieder ausgefolgt werden. Der Verein ist stolz, die Subventionen, die er von seinen vielen Gönnern erhält, in dieser Weise verwenden zu können. Wien (Spenden). Zwecks Beschaffung von Ritualien (Gebetriemen, Schausädenkleider, Taschengebetbücher) für verwundete israelitische Soldaten sind eingegangen bei Frau Dr. Ludwig Rieß, 9. Bez., Alserstraße 50: Herr Wilhelm Kohn, 1 Paar Tefilin; durch Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. M. Rosenmann M. Sch.» 3 Paar Tefilin, 1 Talis; Herr Heinrich Engel, 1 Bild des Kriegsgottesdienstes, Kr. 3.—; Herr Richard Wiener, dto. Kr. 5.—; Dugaressa, A.-G., Leinen für Schaufädenkleider; Ignaz Wiesenberg, Leinen für Schausädenkleider; Flandrak u. Lord, Leinen für Schaufädenkleider; Brüder Felberbaum, Leinen für Schaufädenkleider; Bischofswerder, 20 Sidurim. Alte Talesim und Tefilin sind zu senden an Frau Dr. Ludwig Rieß, 9. Bez., Alferstraße Nr. 50. Verein „Machsike hadath“ II. Wien, Ob. Augartenstraße 40. Dem Verein „Machsike hadath" sind zur Ausspeisung der notleidenden Flüchtlinge nachstehende Spenden zugegangen: Löbl. Israel. Kultusgemeinde Wien als Nachtragssubvention Kr. 200.—, Präsident der „Chewra - Kadischa" Salo Cohn 100.—, Seide Zitron 50.—, Sammlung Frau Abend 40.—, Telegrammablösung M. Schächter 38.52, Philipp Gomperz 30.—, Sammlung Frau Kurzer 25.—, Sammlung Zugsführer Leopold Frommer (je 10.—) 20.—, Kremenetzki 20.—, Jonas Kreppe! 10.—, Sammlung Tobias GListenfeld 10.—, Redakteur Gelber vom „Neuen Wiener Tagblatt" 10.—, Jakob Klausner, Berlin 15.—, Josef Akir 15.—, S. Sporer 9.—, I. Splitter für März 6.—, I. Splitter für April 6.—, Läufer 5.—, Vereinsbüchsen-Sammlung 3.—, Beruh. Bober 3.—, Tobias Gerstenfeld 2.—, Leopold Schwarz 2.—, Hirsch Tennenbaum 2.—, Jechiek Kutscher 2.—, Mar und Erma Auerbach 2.—; zusammen Kronen 625.52. Spenden werden entgegengenommen beim Obmann des Vereines Herrn Jakob März, 1. Bez., Augustengasse 1, oder beim Kassier Herrn Simon Sternberg, 2. Bez., Rembrandtstraße 39 s. Anläßlich der am 2. d. M. stattgefundenen Hochzeit des Frl. Dr. Khara Mayersohn, Tochter unseres allverehrten Ehrenpräsidenten Rabbiner Mayersohn, mit Herrn Doktor S. Nagelberg, spendete unser Ehrenpräsident zugunsten der 500 Flüchtlinge ein oppulentes Nachtmahl, bestehend aus mehreren Gängen samt Getränke, wobei auch eine Musikkapelle herrliche Piecen vortrug. Die fröhliche Stimmung hielt bis Mitternacht an und erreichte ihren Höhepunkt erst, als ba% verehrte Brautpaar erschien und vom Vorstande, der in pleno anwesend war, auf das ehrfurchtsvollste akklamiert wurde. Herr Dr. Karl L i f c z i s, der ebenfalls zugegen war, hielt an die Flüchtlinge und (an das Brautpaar eine begeisterte Ansprache, die allseits mit großem Enthusiasmus ausgenommen wurde. Zum Schlüsse intonierte die Musikkapelle die österreichische und deutsche Volkshymne, welche von dem ganzen Auditorium stehend mitgesungen uyd mit einem kräftigen dreimaligen Hoch aus unseren vielgeliebten Monarchen und den treu verbündeten deutschen Kaiser ausklang. Austritte ans dem Judentum vom 25. April bis 1. Mai 1915. Aigner Ella, Private, geb. am 10. August 1892 in Wien, II., Liiienbrunngasse 7. Folgen Dr. Otto, Advokaturskandidat, geb. am 28. Februar 1884 in Podwoloczyska, Galizien, IX , Harmoniegasse 10. Hacker Wilhelm, Privatbeamter, geb. am 1. Februar 1877 in Neunkircben, Niederösterreich, IX., Wasagasse 26. Kanitz Ernst, Jurist, geb. am 25. Jänner 1896 in Wien, IX., Peregringasse 3. NettlDr. Pani, geb. am 10. Jänner 1889 in Hohenelbe, II., Rembrandtstraße 10. Schneider Regi, Private, geb. am 8. Mai 1883 in Wien, II., Sterneckplatz 12. Schreyer Aranka geb. Czettel, Fabrikantensgattin, geb. am 14. Oktober 1883 in Budapest, III., Salesianngasse 31. Singer Leopold, Prokurist des Wiener Bankvereines, geb. am 18. April 1869 in Wien, I., Schottongasse 3. Sommer Milada geb. Hawatsch, Private, geb. am 1. Februar 1881 in Freistadt, Oberösterreich, HL, Hintzerstrasse 10. Stoßer Arthnr, geb. am 2. Juni 1897 in Wien, XXI., Jenneweingasse 29.

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