Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 19 (7.5.1915)
- Date
- 1915-05-07
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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Seite 258 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 19 Schrame k, BeHausvorsteher Theodor K o h n, den Vorstand des polnischen Tempels mit seinem Präsidenten Herrn Alexander Landau an der Spitze, die Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. Karl L i f c z i s, Dr. Josef Zipfer und Dr. Leo Landau, Sch-riftsteller Dr. I. S. Bloch, Direktor Grobtuch, Sekretär Stransky und Verwalter Steiner. Die Trauung vollzog der Vater der Braut. Die kantorale Funktion verstch Kantor Feuer init Chior. Zur Gratulation in der Wohnung des Herrn Rabbiners Mayersohn hatte sich ebenfalls ein sehr großes Publikum eingefunden, darunter auch die Vertreter des Vorstandes. Am Abend veranstaltete Herr Rabbiner M a y e r s o h! n in den Räumen des Mereines„Machsike Hadas" ein Mcchll für 500 Arme, das sehr lustig verlief und bei dem die Vorstandsdamen dieses Vereines keine Mühe scheuten, die armen Gäste vollauf zu befriedigen. Wien. In der am 14. April stattgefundenen Sitzung der Chewra-Kadischa für den 16 und 17. Bezirk hat der rührige Präses Herr Siegfried Stein den Obmann der Bezirkskommission Herrn Dr. Jakob Deutsch als neugewählten Kultusvvrstand, weiters Herrn k. k. Hof-Photograph Salomvn Weitzmann, Obmann des Bethausvorstandes, welcher wegen seiner großen Verdienste in der Flüchtlingsfürsorge zum Ehrenmitgliede des Ausspeisungsvereines für den 16.. und 17. Bezirk ernannt wurde, und schließlich dem Vorsteher Herrn Ottomar Katz anläßlich seiner Beförderung zum k. k. Leutuant ganz besonders herzlichst begrüßt und gratuliert. Die Genannten sind im Bezirke sehr beliebte und allgemein geachtete Männer. Wien. (Leichenbegängnis.) Montag, 3. Mai, fand die Beerdigung der Frau Betti Ab erd am, Gattin des Bankiers Jakob Ab erd am aus Przemysl, unter zahlreicher Beteiligung eines großen Publikums statt. Die Heimgegangene, die wegen ihres Charakters und ihrer Frömmigkeit viele Verehrung genoß, starb im Alter von 46 Jahren und ihr Hinscheiden erregte allgemeine Teilnahme. Herr Oberrabbiner Dr. Caro aus Lemberg hielt an der Bahre eine ergreifende Grabrede, er zeichnete die GharMereigenschaften der Entschlafenen und widmete Trostworte dem Gatten und den Kindern. Herr kais. Rat Rabbiner L e w i n aus Sambor gedachte ihrer Frömmigkeit und der Sorgfalt, mit welcher die Verewigte sich der Erziehung ihrer Kinder widmete. Am offenen Grabe sprach noch Herr Dr. Chlajes einen rührenden Nachruf. Wien. (K.aiserlischer Dank.) An Herrn k. k. Professor Moriz Kanitz, Inspektor für den isr. Religionsunterricht, ist seitens des Bürgermeisters, Seiner Exzellenz Herrn Dr. Weiskirchner, nachstehendes schreiben gelangt: „Euer Hochwohlgeboren! Seine Exzellenz der Herr k. k. Slatchalter für Oesterreich unter der Enns hat im allerhöchsten Aufträge für die von der Vollversammlung der Religionslelhrer der Wiener isr. Kultusgemeinde am 2. d. M. telegraphisch zum Ausdrucke gebrachte alleruntertänigste Loyalitätskundgebung den Beteiligten den allerhöchchsten Dank bekanntzugeben. Ich beehre mich, Euer Hochwohlgeboren zufolge Erlasses der k. k. n.-ö. Statthalterei am 17. Avril 1915, Pr. Z. 631, hievon Kenntnis Hu geben. Der Bürgermeister: Weis'kirchner." Wien. (Verein zur Beförderung de rHandwerke unter den i n l ä n d i sch e n Jsraelite n, Wien, 9. Bez., Grüne torgas se 26.) Am 18. Juni!. I., als den Sterbetag des Sigmund Edlen von Wertheimstcin, gelangen die Interessen der diesen Namen führenden Stiftung als Pränrien an die sittlichsten und tüchtigsten Gesellen zur Verteilung. Bewerber um diese Prämien haben ihre stempelfreien mit Arbeitsnachweis belegten Gesuche bis 10. Juni l. I. obigem Verein einzusenden. Wsten. Der Hietzinger Frauenverein zum Schutze armer, verlassener Kinder halt am 11. Mai 1915 im Saale des „Wissenschaftlichen Klubs", 6. Bez., Dreihufeisengasse Nr. 1, die neunte Generalversammlung ab. Wien. (Warnung.) Vor einem Schwindler, der als' Relijgionsleihrer Be vgl er besonders im >18. und 19. Bezirk in Meinem Namen bettelt, wird dringend gewarnt. Rabbiner Dr. Feuchtwang. Herr Moses Jakob, Religionslehrer in Krakau, hat zwei Stammbäume angefertigt, die er Sr. Majestät dem Kaiser und dem Thronfolger geschickt hat. Darauf erhielt er folgende zwei Dankschreiben: Zahl: 13.876/pr. — Lemberg, den 19. Juni 1914. Herrn Moses Jakob, Lehrer der mosaischen Religion in Krakau Seine kais. und königl. Apostolische Majestät hat mit Allerhöchster Entschließung vom 1. Juni 1. J. allergnädigst den von Ihnen zusammengestellten und anläßlich des Regierungs- Jubiläums Seiner Majestät vorgelegten genealogischen Baum der habsburgischen Dynastie (im Original) und des israelitischen Volkes (in Abschrift) als würdig den Sammlungen der k. u. k. Familien-Fideikommis-Bibliothek einverleiht zu werden anzuerkennen und anzuordnen geruht, daß Ihnen aus diesem Anlasse der Allerhöchste Dank ausgedrückt werde. Gemäß Zuschrift des Oberst-Kämmerer-Amtes vom .6 Juni 1914, Z. 1206, werden Sie hievon, unter Anschluß der Beilage des betreffenden Majeslätsgesuches, iu Kenntnis gesetzt. Der k. k. Statthalter: Korytowski m. p. Wörtliche Abschrift. Kammervorstehung Sr. k. u. k. Hoheit des durchl. Herrn Erzherzogs Carl Franz Joseph L. S. Wohlgeboren Herrn Moses Jako b, Religionslehrer, dzt. Wien, Im Höchsten Aufträge teile ich in Erledigung Ihres Ansuchens vom 15. Dezember 1914 höflichst mit, daß Seine k. u. k. Hoheit der durchlauchtigste Herr Erzherzog Carl Franz Joseph von Oesterreich-Este die beiden vorgelegten Stammbäume sehr g<>rne entgegenzunehmen und mich zu beauftragen geruhten, Euer Wohlgeboren für die Widmung dieser so fleißigen Arbeit Höchstseinen besten Dank zum Ausdruck zu bringen. Scbönbrunn, am 9. April 1915. L. S. Kammervorstehung Sr. k. u. k. Hohen, d. d. H. Erzherzogs Carl Franz Jos ph von Oesterreich-Este Viktor Groß m. p., I. Sekretär. Zweiter jungjüdischer Abend. Die jüdische „Wiener Morgen-Zeitung" veranstaltet am 15. Mai 1915 den zweiten jungjüdischen Abend unter per Leitüng des Herrn I. A. L o u b e tz k y. Zur Aufführung gelangt auf der Jüdischen Bühne, Wien, 2. Bez., Taborstraße 12, „Familie Zwi" von D. Pinsky. Das Reinerträgnis wird zugunsten der neugegründeten Jüdischen Lesehalle in Wien verwandt. Karten zu Kr. 3, 2, 1.40 und —.80 sind erhältlich in der Redaktion der jüdischen „Wiener Morgen-Zeitung", 2. Bez., Taborstraßc 52 b, Buchhandlung L ö w i t, 1. Bez., Rotenturmstraße 22, und an der Tageskassa der Jüdischen Bühne. Wien. (Lagbeomarfeier.) Dieser altjüdische Gedenktag, der im jüdischen Volke in Palästina derzeit noch fortlebt, runter der westlandischen, speziell der Wiener Iudenheit, aber nahezu in Vergessenheit geraten ist, hat noch gewisse Merkmale unter der galizischen Iudenheit zurückgelassen. Während in Palästina große jüdische Massen zum Grabe des berühmten Rabbi Simon ben Jochay wandern und mehrtägige Feierlichkeiten abhalten,- pflegte an diesem Tage die galizische Schuljugend unter Aussicht der Lehrerschaft mit „Pfeil und Bogen" ausgerüstet, ins Freie zu ziehen, woselbst der ärmere Teil gelabt und „zu Ehren des Tages" beschenkt wurde. Speziell feiert die Krakauer Iudenheit den auf Lagbeomar fallenden Sterbetag ihres großen Meisters Rabbi Moses Jsserls sei. And. (Remah gest. 5633), aus welchem Anlasse eine größere Anzahl seiner Verehrer aus der Provinz herbeiströmen. Auch Wien