Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 19 (7.5.1915)
- Date
- 1915-05-07
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 19 Dr. Bloch'S Wochenschrlft Seite 3b7 wand von 600.000 Mark in Hufeisenform um euren künstlichen Weiher herum gebaut worden sind, in immer weiterem Aufschwung begriffen. Die Wandelhallen,!zu deren Nischen die Trinkquellen hingeleitet wurden, sind 260 Meter lang und ermöglichen auch bei schlechtem Weiter ein angenehmes Spazierengehen bei den Klängen des Fruhkonzerts. An ferneren Kurmitteln sind zu nennen die über 1000 Meter langen Gradierwerke, das vorzüglich eingerichtete Inhalatorium, das bereits oben erwähnte m e d i z i n i s ch - diagnostische Institut (Elektrokardiographie, photographische Pulszeichnung re.), Röntge nkabinett mit H er zz eiche napparat und Unipulsapparat, Rad iu m-Emanatotorium, ein ganz außerordentlich reich mit Zander- und Herzapparaten ausgestattetes m edico - mechanisches Zanderinstitut, Schweizer Milchkuranstalt usw. Den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Verkehrs bildet das Kurhaus, das, hoch und frei gelegen, den prachtvollen alten Kurpark beherrscht. Von seiner Terasse aus sieht man über weite Wiesenflächen Mischen prächtigen Baumgruppen hindurch die Sprudel springen und die roten Dächer der Badöhäuser durch das Grün leuchten. Die vorzüglichen Konzerte des Winderstein-Orchesters (Leipzig), die entweder auf der Terasse oder in dem 1500 Personen fassenden Konzerthaus stattfinden, bilden einen Hauptanziehungspunkt für das Kurpublikum. Im Theatersaal sind viermal wöchentlich sehr gute Vorstellungen, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Auch für alle möglichen Unterhaltungen und Abwechslungen anderer Art ist die Kurdirektion stets eifrig bemüht. Die Tennisplätze suchen, was Schönheit der Lage und tadellose Instandhaltung anbetrifft, ihresgleichen, ebenso der weite Golfplatz mit seinem entzückenden Golfhaus. Zum Rudern und Angeln bietet der 40 Morgen große Teich Gelegenheit. Im Jahre 1913 wurde Bad Nauheim von 35.000 Kurgästen besucht und es sind 480.000 Bäder abgegeben worden. Fügen wir noch hinzu, daß auch für den israelitischen Gottesdienst und rituelle Beköstigung gewissenhaft gesorgt ist, so bietet sich ein Bild, das auch 'den Lesern dieser Zeitschrift Bad Nauheim als besonders empfehleuswert erscheinen läßt. Pkfsachfest der verwundeten jüd. Soldaten in Hohenems. Die isr. Kultusgemeinde in Hohenems hat anläßlich der Osterfeiertage für die verwiundeten Soldaten jüdischen Glaubens, welche in den Spitälern Vorarlbergs sind, aufs freundlichste gesorgt. Die zwei Sederabende, welche der Herr Rabbiner Ignatz Hauser gab, werden allen, die diesen Sederaben'den beiwohnten, ewig in freundlich-angenehmer Erinnerung bleiben. Zu diesen Sederabenden waren auch sämtliche jüdischen Flüchtlinge aus Galizien und aus der Bukowina, welche sich in Vorarlberg aushalten, geladen. Da in Hohenems die einzige israel. Kultusgemeinde für ganz Vorarlberg ist, gelang es der israel. Kultusgemeinde, bei den Spitalsleitern in Bregenz, Dornbirn und Gözis zu erwirken, die verwundeten Soldaten jüdischen Glaubens für die Osterfeiertage ins Spital nach Hohenems zu beurlauben. Für diese Bemühungen sei an dieser Stelle dem Kultus- Vorsteher Herrn N. El kan der beste Dank gesagt. Der Begründer der jüdischen Farmgemeinde Woodbine gestorben. Aus Newyork wird uns berichtet: Fast zur selben Zeit, da der Baron Hirsch-Fonds in Amerika sein fünfzigjähriges Jubiläum feierte, starb in vorgerücktem Alter der Mitbegründer und Organisator der jüdischen Stadt Woodbine und der darin befindlichen Baron Hirschschen landwirtschaftlichen Schule H. L. Schapsowits ch. Professor H. L. Schap/sowitsch genoß das Vertrauen des verstorbenen Baron Hirsch, und nach seinen Plänen wurde auch mit dem Gelde des Baronszur Zeit der großen Judenverfolgungen in den achtziger Jahren die Stadt Woodbine gegründet und in dieser Stadt die seitdem berühmt gewordene jüdische landwirtschaftliche Lehranstalt errichtet. Professor Schapso witsch, welcher Jahrzehnte hindurch Leiter dieser Schule war, hing mit solcher Liebe an seiner Schöpfung, daß er letzthin verfügte, ihn, wo immer ihn auch das Los ereilen möge, in Woodbine zur ewigen Ruhe zu bestatten. Sein Leichenbegängnis, welches am 23. März stattfand, war eine Trauerkundgebung der hervorragendsten Persönlichkeiten anläßlich des Dahinscheidens dieses bedeutenden Mannes. Der unabsehbare Leichenkondukt bewegte sich durch die Hauptstraße von Woodbine, welche Professor Schapsowitsch mit seinem großzügigen organisatorischen Talent entstehen und sich entwickeln half. Woodbine ist bekannt lich vielleicht die einzige Stadt in der Welt, welche einen ausschließlich jüdischen Gemeinderat besitzt und in welcher sämtliche Funktionäre, vom ersten Bürgermeister bis zum letzten Laternenanzünder, Juden find. Vermischtes. Liebesgaben für Verwundete und Kranke im Felde. Wir veröffentlichen eine Reihe uns bekanntgewordener Adressen von Feldrabbinern, denen Liebesgaben für die Soldaten zugesendet werden mögen: Feldrabbiner Adle r, Feldpost 99. Feldrabbiner Dr. Schweiger, Divisionsseelsorger, Feldpost 26. Feldrabbiner Dr. Tauber, Divisionsseelsorger, Feldpost 6. Feldrabbiner Dr. T e m p l e r, Divisionsseelsorger, Feldpost 86. Feldrabbiner Dr. L e m b e r g e r, Feldpost 70. Andere Feldrabbiner wollen zu diesem Zwecke ihre Feldpostadressen der Redaktion unseres Blattes Mitteilen. Als Liebesgaben sind vor allem Zigaretten, Schokolade, Kakes, Seife, ferner jüdische Zeitschriften erwünscht. Bei einem Feldgottesdienste auf dem russich>-Polnischen Kriegsschauplätze wurden von den teilnehmenden Offizieren und Soldaten 70 Kronen gesammelt und diese Summe der Gemeinde Prerau zur Unterstützung galizischer Flüchtlinge eingesendet. Spende für Palästina. Von Herrn Feldrabbiner Dr. Maier Tauber durch Herrn Dr. Grunwald 20 Kronen. Wien. (Trauung.) Sonntag, den 2. Mai 1915, 3 Uhr nachmittags, fand im Tempel, 2. Bez., Leopoldsgasse 29, in Anwesenheit eines Zahlreichen, dichtgedrängten Publikums die, Trauung des Fräulein Dr. Klara M a y e rs o h n, Tochter des Herrn Rabbiners M. M a y e r s o h n, mit Herrn Dr. Samuel Nagelberg statt. Man beimerkte u. a.: Herrn Oberrabbiner Dr. Güdemann samt Frau Gemahlin, Rabbiner M. Kramer und Professor M. Kanitz, sowie mehrere galizische Rabbinen, den ersten Vizepräsidenten der Kultusgemeinde k. k. Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, die Mitglieder des Vertreterkollegium des Wiener Kultusvorstandes, Dr. Leopold Kohn, Dr. Markus Spitzer und kais. Rat Adolf