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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-07 · 19 (7.5.1915) · page 8

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
19 (7.5.1915)
Date
1915-05-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 352 Nr. 1 Dr. Bloch s Wochenschrift Dr. Fischel war ein Arzt von hervorragerrder, wissenschaftlicher Bedeutung und durch sein liebenswürdiges, sympathisches Wesen, durch seinen vornehmen Charakter erfreute er sich in weitesten Kreisen der größten Beliebtheit und Wertschätzung. Auch als selbständiger Forscher ist Dr. Fischel hervorgetreten und wegen zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen war er unter seinen Fachkollegen schr bekannt. Seit Beginn des Krieges war er in aufopferndster Weise an einem Reservespital in Prag tätig und auf dem Heimwege wurde er vom Tode Ereilt. An seinem Grabe trauern seine greisen Eltern, seine Geschwister und mit ihnen seine zahlreichen Freunde. Infanterist Adolf Josefsberg, Landw.-Jnsanterieregiment Nr. 33, 1. Marschkompagnie, 1. Zug, Feldpost Nr. 86, aus Drohobyez starb am 25. März 1915 im k. u. k. Epidemie-Spital in Kassa, Raktar utca, an Bauchtyphus. Der Vater erhielt vom Spitalskommandanten ein «Schreiben, in dem es hieß: Geehrter Herr! Trösten Sic sich mit den: Bewußtsein, daß Ihr Wohit während Erfüllung seiner Vaterlandspflicht gestorben ist. Der schönste Tod für einen Mann! Er zählt zu denen, die gezeigt haben, daß a u ch d i e I u d e n mit Ehre ihren Säbel gezogen haben, als das Vaterland in Gefahr war. Möge ihm der Allmächtige Ruhe geben! Hochachtend Kassa, am 8. April 1915. Spitalskommandaut. Folgende Feldpostkarten erhielten von ihm die Angehörigen: ., 14. Februar 1915. Liebe Eltern! Die Zeit ist herangekonimen, daß auch ich fürs Vaterland werde kämpfen müssen. Wir gehen dieser Tage weg, ich weiß sogar wohin. Nur keine Angst haben, denn Gott ist mit uns, ich fürchte mich vor keinem Weser: der Welt, nur er wird mir helfen. Das Geld schicke ich noch heute an Euch. Lebt wohl! Meine Feldpostnummer ist jetzt 86, 1. Marschkompagnie, 1. Zug. Grüße Euch Adolf. Seinem Bruder, Einj.-Freiw. Med. I. Josefsberg in Enns, Reservespital 2, schrieb er an demselben Tage: Lieber 'Bruder! 'Jetzt ist die Zeit herangenaht, wo 'Galizien ^befreit wird von den barbarischen Händen. Jetzt greife auch ich zur Waffe und werde tapfer kämpfen; ich setze mein ganzes Leben ein; bis zum letzten Tropfen Blut wird gekämpft. Und es kann aber noch möglich sein, wir sehen uns in kurzer Zeit. Lebe wohl! Schreibe bald, aber schon auf eine andere Adresse, die ich Dir bekanntgeben werde. Grüß' Dich herzlich ___ Adolf. Hm katholischer Ufaner an einen jüdischen Kantor. Heinrich Leopold Földes, Einj.-Freiw.-Titulargefreiter des 33. Infanterieregimentes, ist am 29. März d. I. in der Kampffront von einer feindlichen Kugel tödlich verwundet worden und nach einigen Stunden den Heldentod gestorben; er wurde in der galizischen Gemeinde Zubensko begraben. Der gefallene Held war der einzige Sohn des jüdischen Kantors Adolf Fränkl in Mako, der einzige, welcher seinevr Vater von fünf Löhnen zurückblieb. Sein junges Leben — er war erst 21 Jahre alt — opferte er seinem Vaterlande. Der rönnsch-katholische Pfarrer Dr. Martin M e tz g er, Religionsprofessor am Araber katholischen Gymnasium, der früher viele Jahre hindurch auch in Mako wirkte und Oeit Jungen von Kindheit auf kannte, richtete das folgende Schreiben an den tiefgebeugten Vater: Sehr geehrter Herr Kantor! Mit aufrichtigem Schmevze las ich die Nachricht von dem Tode Ihres lieben Sohnes, meines jungen Freundes. Er starb jung, voll Begeisterung und Heldenmut den schönsten Tod. Oft sprach ich hier mit ihm, H erwies mir vielfache Freundschaftsdienste. Als Soldat sehnte er sich nur auf den Kriegsschauplatz und er war erbittert, daß er so länge darauf warten mußte. Als er von dannen zog, nahm ich von ihm mit den Wörter Abschied: „Und dann, mein Junge, kehren Sie baldigst und siegreich zurück." Diesen Freundschaftsdienst hat er mir nicht getan. Ich weiß ' es, daß es Ihnen viele Schmerzen bereitet, denn er /war ja noch so jung. Aber er war ein Held. Sein Name wird mit jenen zusammen genannt werden, aus deren Heldenasche das neue unbesiegbare Ungarn sMporblühen wird. Seien Sie stolz auf Ihren Sohn, er war vom Scheitel bis zur Sohle ein Held. Möge Gott Ihren Schmerz lindiern, möge sein Segen auf Ihnen und auf der Mutter des Jungen ruhen, die Sie für das Vaterland einen solchen Söhn zu opfern verimiojchlten'. Gott beschütze Sie! Mit aufrichtiger Teilnahme bin ich Ihr alter Freund Dr. Martin Metzger m. p. Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Eisernen Kreuze. (Bisher wurde» 2610 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer . 31, zusammen 2641.) Berlin. Dr. Abraham, Stabs- und Regimentsarzt; Fritz Herbert Blumenthal beim 2. Leibhusarenregiment; Dr. med. Georg Guttmann, Arzt, Sohn des verstorbenen Geheimen Sanitätsrats Dr. S. Guttmann; Rechtsanwalt Guido Hirsch; Alfred Holzmann, Gefreiter; Dr. Emil Heymann, Oberarzt; stud. med. Dagobert Kurzweg, Kriegsfreiwilliger im Reserve-Infanterieregiment 20; Unteroffizier Hans Panofsky, Einjähriger bei einem bayr. Reserve-Infanterieregiment (gefallen); Dr. Hans Reiner; Dr. med. S. Schragenheim, Oberarzt; Walter Tobias, Bootsoffizier beim Freiwilligen Motorbootkorps; Dr. Richard Zimmt, Bataillonsarzt. Berlin-Friedenau. Gefreiter Wolfgang I s e n st e i n. Berlin-Laukwitz. Dr. Simon, Assistenzarzt in einem Feldlazarett. Breslau. Dr. Georg Goldschmidt, Oberarzt d. R., Spezialarzt für Zahn- und Mundkrankheiten; Richard Wendriner, Sanitäts-Unteroffizier im Lazarett 31, VI. Armeekorps. Bruhl bei Köln. Stabsveterinär d. L. L e v y, Vorstand des Pferdelazarettes in Eharleroi. Eharlottenburg. Dr. R. Cohn, Oberarzt in einem Feldlazarette. Cöpenik. Rechtsanwalt Dr. Schüler, Leutnant d. R. und Kompagnieführer im bayr. Referve^Jnfanterieregiment 10, R. d. bayr. Verdienstordens mit Schwertern, gefallen bei einem Sturmangriff am 4.—5. November 1914, Bruder Sally als Unteroffizier im Felde. Culmfee. Dr. Joel, Oberstabsarzt d. L., Sanitätsrat. Frankfurt a. M. Pfeiffer, Vizefeldwebel. Hamburg. Edgar Ealmon, beim Stabe eines Reserve-Armeekorps, Sohn des Generaldirektors Alfred Ealmon; Franz Koppel, Vizefeldwebel. Insterburg. Feldrabbiner Dr. Sonderling. Köln. Arthur Bauer, Unteroffizier d. R. beim Genie-Kom. des VIII. Refervekorps, Referendar. Mainzlar bei Gießen. Wehrmann Jakob Nathan, für hervorragende Leistungen als Radfahrer beim Regimentsstab und für besonders tapferes Verhalten bei einem Sturmangriff.

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