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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-05-07 · 19 (7.5.1915) · page 3

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
19 (7.5.1915)
Date
1915-05-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 19 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 347 iit Palästina kennen, die also selbst dopt waren und sich die Erkenntnis derselben dort persönlich angelegen sein ließen, die Angelegenheit in die Hand nehmen. Hiezu ist jetzt der passende Zeitpunkt, da Herr Rabbiner Horov icz, der Delegierte der holländischen und deutschen Juden, der seit einer Reihe von Jahren -in Jerusalem lebt, infolge der Kriegsverhältnisse sich gegenwärtig hier befindet und mit seinen ausschlaggebenden Ratschlägen einer Versammlung von hervorragenden Palästinafreunden am ersprießlichsten dienen kann. Eine solche Versammlung ist aber hiezu dringend nötig, nicht eine große, sondern von einigen Delegierten aus einzelnen großen Gemeinden bejchickte, die sich oarüber anssprechen und das Resultat ihrer Besprechung in den jüdischen Mättern zur allgemeinen Darnachrichtuna veröffentlichen. Der richtige Mann zur Einberufung einer solchen Versammlung wäre Herr Dr. Grunwald, der Rabbiner der Leopoldstadt in Wien, da derselbe gleichfalls vor kurzem persönlich in Palästina war, Einsicht in die dortigen Verhältnisse gewonnen hat und sich seit seiner Rückkehr von dort bereits große Verdienste um die Palästinaarbeit erworben Hat. Einer Einladung von seiner Seite an die berufenen Persönlichkeiten nicht nur in W i e n, sondern auch in P r a g, Brünn, Graz, B i e l i tz, L i n z, M e r a n und Baden, würde gewiß entsprochen werden, und Herr Rabbiner Horovicz würde es sich gewiß als große Mizwo in der Palästinasache angelegen sein lassen, uns mit Rat und Tat an die Hand zu gehen. So etwas müßte bald und rasch; geschehen, denn bis dat qui cito dar, mrd der richtige Zeitpunkt für die Zusammenkunft märe her 24. Mai a. c., welcher als ein Pfingstfeiertag besonders hiezu geeignet wäre. Was inUngarn diesbezüglich, wenn auch von noch so berufener Seite entschieden worden ist, kann für uns nicht Maßgebend sein. Wir haben für die österreichischen darbenden Glaubensgenossen sn P a k-äj st i n,a zu sorgen und zu diesen gehören in diesen Zeiten unerhörten Druckes rmsere bedauernswerten, mjqrtyrerhaft leidenden Glaubensbrüder galizischer Provenienz. Sie sind ein Opfer des Krieges kat exoclien, die schreiendsten Opfer der Weltnot — ihrem Angstschrei muß Erhörung werden! Baden, den 2. Mai 1915. Oberrabbiner W. Reich. Eine weitere Zuschrift lautet: Da der seh!r ehrenwerte Rabbiner Horovicz in seiner letzten Zuschrift an die „Wochenschrift" auch meiner erwähnt, erlaube ich wir, manches Unklare ins Reine zu bringen und Herrn W. aus Berlin zu berichtigen. — Herr W. ist im Irrtum befangen, wenn er behauptet, „daß die österr.-nng. JsraelitengeMeinde in Jerusalem, der nahezu sämtliche Spenden und die Erträgnisse der Palästina-Stiftungen (?) aus ganz Oesterreich zufließen, die notleidenden und hungernden Juden aus Galizien nicht unterstützt; das geschieht gewiß nicht aus Böswilligkeit, sondern kraft alter Traditionen gegenseitiger einverständlicher Abmachung." Wahr ist, daß die „alten Traditionen" keinen Unterschied zwischen österreichisch-ungarischen und galizischen Juden im Heiligen Lande machen, sondern sie völlig gleichstellen und eine Teilung der Gelder in folgender Weise bestimmen: 45 Prozent der österr.-ung. Gemeinde, 45 Prozent dem Kolel Galizien und 10 Prozent der russischen Hochschule Talmud Thora Jeschibath Ez Chaim. Die an meine Adresse gelangenden und von mir gesammelten Gelder werden hier in dieser Weise geteilt und gelangen durch das Bankhaus S. M. von Rothschild nach Jerusalem. Ich habe in der allerjüngsten Zeit erst größere Beträge dem erwähnten Bankhaus überwiesen, und zwar 45 Prozent der österr.-ung. Gemeinde, 45 Proz. der galizischen und 10 Prozent der Talmud Thora Jeschibath Ez Ehaim, zusammen mit Beträgen für andere Wohlsahrtsinstitutionen im Heiligen Lande. Lo habe ich unter anderem in der letzten Zeit 2000 Kronen dem jüdischen Mädchen-Waisenhaus, kleinere Betrüge dem israelitischen Blindeninstitut, der allg. Volksküche, Moschab Skenim, Diskin-sche Waisenhaus, Misgab Lädoch- Hospital u. a. überwiesen. Maßgebend ist immer der ny" jnurr die Absicht des Gebers. Als Gabai des jüdischen Mädchen-Waisenhauses und des Blindeninstitutes in Jerusalem kassiere ich alljährlich die Jahresbeiträge und Spenden für die genannten beiden Anstalten ein und sende sie, wenn größere Beträge beisammen sind, an den Bestimmungsort. 'Spenden, die unter dem Titel „für Jerusalem" oder „für Glaubensgenossen im Heiligen Lande" einlaufen, werden gemäß der erwähnten Bestimmungen, Tekanoth, in der erwähnten Weise — 45 Prozent, 45 Prozent und 10 Prozent — in Wien geteilt. Trägt eine Spende aber z. B. den Vermerk „Moschab Skenim", so geht die Spende, wenn ein nennenswerter Betrag beisammen ist, an die gewünschte Adresse. Es kommt aber auch vor, daß Spenden nur für das galizische Kolel hinausgehen, ebenso an „Jechidim". d. h. an einzelne notleidende Glaubensbrüder, welche ebenfalls von Spendern in der letzten Zeit bedacht wurden. Ich werde mir erlauben, zur Auftlärung weiterer Kreise die sogenannte Ehalukah, die Entstehung der Tekanoch geschichtlich zu beleuchten, um alle Mißverständnisse aufzuklären. David Kohn. Nachschrift der Redaktion: „Maßgebend ist imwer die Absicht des Gebers." Darum allein handelt es sich; es soll der Geber nicht durch eine falsche Firma irregeleitet werden. Die Firma „österreichischmngarische Gemeinde in Jerusalem" wäre gerechtfertigt, wenn sie entweder sämtliche Spenden aus Ungarn und Oesterreich gleichmäßig an Ungarn und Oesterreicher (d. h. auch an die aus Galizien) verteilen oder wenn sie die aus Ungarn gesendeten Spenden den Ungarn und die Spenden aus Oesterreich den Oefterreichern bestimmen würde. Der Name läßt nicht vermuten, daß die Ausgabe darin besteht, Spenden aus Oesterreich an die ungarischen Mitglieder zu verteilen. Die Führung der „österr.-ung." Firma rechtfertigt Herr Rabbiner Horovicz mit den Worten: »Die »Ungirische Gemeinde« in Jerusalem umfaßt hauptsächlich die Familen, die aus den ungarischen Heimatsgemeinden stammen. Sie führt aber offiziell den Titel »Oesterreichischungarische Gemeinde«, weil auch die Gemeinden in Böhmen, Mähren, Schlesien und jSiederösterreich, und auf Grundlage eines Uebereinkommens mit der Oesterreichischen (Drohobycz) Kolelgemeinde auch die Gabaimder Wiener Kultusgemeinde, die offiziellen Erez Jisroel-Spenden dieser Verwaltung zuführen.« Und wegen dieses Namens erhält sie durch das Auswärtige Amt auch die Erträgnisse rein österreichischer Stiftungen. Weil >eben alle in dem Wahne befangen sind, daß eine „österr.-ung." Verwaltung ihre Fürsorge auch den Oesterreichern zuwende, und ihre Ausgabe nicht darin erblicken kann, österreichische Gelder den Ungarn zuzuwenden. Es ist gewiß eine hoch anzuerkennende, recht dankenswerte Vorsicht, wenn der hochgeehrte Herr Einsender die an seine Adresse gelangenden Beträge ,chon „hier", „in

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