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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-04-23 · 17 (23.4.1915) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
17 (23.4.1915)
Date
1915-04-23
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 17 Dr, Bloch's Wochenschrift Brie 321 Bortrag Dr. Franz OMnMiM (Berlin) in der Wiener „Urania". Unter dem Titel „Großstadt und Land" hält Freitag, den 23. d. M., V28 Uhr abends, im großen Saale der „Urania" der bekannte Soziologe und Bodenreformer Dr. Franz Oppenhe im e r, Privatdozent an der Universität Berlin, einen Vortrag, für den sich in weiteren Kreisen lebhaftes Interesse kundgibt. Wien. Das Armen-Ambulatorium des Zionistischen Zentralkomitees für die Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina hat vor acht Wochen auch eine zahntechnische Abteilung ins Leben gerufen. Da dieselbe naturgemäß nur mir relativ hohen Kosten erhalten werden kann, ergeht die höfliche Bitte um Zusendung von alten, außer Gebrauch gesetzten Gebissen. Dieselben können, wenn sie auch ihrem bisherigen Träger wertlos geworden sind, doch noch bei der zahntechnischen Abteilung in einzelnen Bestandteilen nützliche Verwendung finden. Armen- A m b u l a t 0 r i um, II., Taborstraße 20 a, Telephon Nr. A 41630. Für unsere jüdischen Kriegsver wundeten. Der Wiener Zionistische Mädchenverein „Moriah" leitet eine Aktion ein, zugunsten der jüdischen Kriegsverwundeten, die sich in Wiener Krankenanstalten befinden. Die kranken jüdischen Soldaten sollen an bestimmten Tagen besucht und mit kleinen Aufmerksamkeiten, wie Zeitungen, Zigaretten, Büchern, kleinen Erfrischungen, bedacht werden. Der Mädchenverein „Moriah" appelliert an die jüdische Oefsentlschkeit Wiens und bittet um kleine Geld- oder Sachspenden für unsere jüdischen Verwendeten. Spenden sind zu richten an Fräulein Frieda Orender, per Adresse Zionistisches Zentralbüro, Wien, 2. Bez., Zirkusgasse 33, 1. Stock. Großer Perez-Abend. Aus Anlaß des Todes I. L. P e r e z' veranstaltet der jüdischliterarische Klub „I. L. Perez" Mittwoch, am 28. April l. I., im Saale der „Jüdischen Bühne" einen musikalisch-literarischen Abend mit folgendem Programm: 1. Jüdische Volkslieder, gesungen von Frl. Hartstein und dem Tenor der „Jüdischen Bühne" Herrn Deutsch; 2. Vortrag über den Dichter, gehalten von Herrn M. Groß; 3. Deklamation und Vorlesung aus den Werken Perez'; 4. Ausführung des dreiaktigen Dramas „Klesmer" von Perez. Karten in der Buchhandlung Läwitz 1. Bez., Rotenturmstraße, Redaktion der „Jüdischen Zeitung", 2. Bez., Zirkusgasse 33 und im Cafe Weiß, 2. Bez., Taborstraße. Maximilian Kämpf s. A. Der jüngst verstorbene Maximilian Kämpf war der würdige Sohn des berühmten Prager Predigers und Professors Saul Kampf. Jahrzehnte hindurch war er ein treuer, pflichteifriger Kassier des Bankhauses S. M. v. Rothschild und erwarb sich das volle Vertrauen und die Verehrung aller Beamten. Auch seine Militärzeit hat ihm die größten Ehren gebracht und er wurde oft und oft von seinen höchsten Vorgesetzten belobt. In wahrer Verehrung hing er an seinem berühmten Vater, einem der bedeutendsten Kanzelredner und Rabbiner. Mit treuester und innigster Pietät sammelte er seine Werke und Schriften" Sein tadelloser Charakter und seine Herzenseigenschaften verschafften ihm viele aufrickstige Freunde. Er lebte in glücklichster Ehe nrit seiner Gattingeb. Da ich es, und war der Stotz seiner Familie. Zwei Töchter trauern um den geliebten Vater. Die Treue, die er dem Banlhiause Rothschild als Ewed neemon erwiesen hat, wird sicher Anerkennung und Belohnung finden. Treue War der. Grundzug seines Wesens, Treue seinem Berufe, Treue seiner Familie, Treue dem Judentum. Er ist nach langem, schweren Leiden gestorben. Den Nachruf hielt Rabbiner Dr. Feuchtwang. Wien. Am 1. Mai feiert der städt. Volksschullehrer __ und israelitische Religionslehrer in Wien, Herr Adolf Ehrenfest, seinen 70. Geburtstag und das 50jährige Lehrer-Jubiläum. Er ist noch einer aus der alten Lchrer-Garde, gewissenhaft in seinen Dienstespfüchten, ein Vorbild treuer Pflichterfüllung. Viele seiner Schüler wirken in bedeutenden öffentlichen Stellungen und verabsäumen nie, ihres alten Lehrers und Freundes zu gedenken. Zahlreiche Belobungsdekrete der Behörden anerkannten in schmeichelhaften Worten die Leistungen aus dem Gebiete des Erziehungswesens. Verein „Machsike hadath“ II. Wien, Ob. Augartenstraße 40. Dem Verein „Machsike hadath" sind zur Ausspeisung der notleidenden Flüchtlinge nachstehende Spenden zugekommen: Reichsratsabgeordneter Heinrich Reizes Kr. 500.—, Lhrw. Rabbiner Mayersohn 100.—, D. Hartenstein durch „Beth. Israel" 75.—, S. S. 60.—, CH. Weizenbaum 36.—, Zugsführer Leopold Frommer, Sammlung 10.— und 20.—, 30.—, Jakob Bäckmann, Sammlung 25.—, Moritz Nebenzahl für arme zugereiste Flüchtlinge 20.—, Frau Ettinger 15.—, Frl. Schwarz 10.—, Moritz Erber 9.—, Gebr. Riesz 5.—, Sam. Schwarz 4.—, Alexander Stern, 1/o Goldschmidt 2.—, Nathan Ball 2.—, Berger 2.—, Heinr. Stern, Bielitz 2.—, Sammlung Frau Liebster 30.— und 15.—, 45.—; zusammen Kr. 942.—. i'. -v Spenden werden gebeten an den Obmann unseres Vereines Herrn Jakob März, 1. Bez., Augustengasse 1, oder an den Kassier Herrn Simon Sternberg, 2. Bez., Rembrandtstraße 39, zu überweisen, damit wir in die Lage kommen, das schöne Werk der Nächstenliebe fortsetzen zu können, denn durch die herrschende Teuerung muß dem fortgesetzten Andrange von Flüchtlingen Einhalt geboten werden. Letzten Freitag abend wurde uns die hohe Ehre zuteil, den Reichsratsabgeordneten Herrn Heinrich Reizes in unserem Heim während der Ausspeisezeit zu begrüßen, der lies gerührt, von dem schweren Schicksale der armen Flüchtlinge, längere Zeit bei uns verweilte und bei diesem Anlasse in munifizenter Weise eine Spende von Kr. 500.— widmete. Austritte aus dem Judentum vom 11. April bis 17. April 1915. Bienstock Norbert, Realschüler, geb. 31. Mai 1899 in Wien, II. Bez., Taborstraße 64. Eisler Adelheid Leo geb. Herer, Private, geb. 13. Dezember 1853 in Wien. VIII., Piaristengasse 46. Fisenstädter Otto, Realschüler, geb. 30. August 1898 in Versecz, Ungarn, II., Praterstraße 60. Goldberger Bela, Schüler, geb. 26. Dezember 1898 in Ligetfalu, Ungarn, Am Tabor 12. Goldberger Pepi, Private, geb. 9. August 1869 in Lauschütz, Ungarn, II., Am Tabor 12. Herz Flora, Kontoristin, geb. 3. Februar 1864 in Wien, I., Dori.- gasse 1. Hoffmann Samuel Fritz, Oberkellner, geb. 14. Dezember 1887 in Zwentendorf, Bez. Tulln, V., Storkgasse 7. Kolm Sofie, Private, geb. 17. März 1898 in Wien, II., Rueppg. 8. Löhner Maximilian, Kaufmann, geb. 30. September 1877 in Wildenschwert, Böhmen, IX., Bleichergasse 6. Löwenstein Emil, Kaufmann, geh. 15. November 1887 in Wien, VII., Andreasgasse 1. Megan Oskar, Student, geb. 12. April 1901 in Wien, II. Bezirk, Alliiertenstraße 14. Olbert Josef, Einj.-Freiw., geb. 12. August 1885 in Wien, XVII. Bez., Veronikagasse 16. Singer Emma Klara geb. Feistaner, Private, geb. 8. Februar 1887 in Steinseifen im Riesengebirge, II., Gr. Mohrengasse 27. Strasser Vilxna, Zeichnerin, geb. 24. April 1893 in Berlin, VII. Bez., - B mdgasse 32. Weia°r Otto. S'hriftsteller, geb. 3. September 1895 in Wen, IX., Glast rgttsse 5. Gro^Eu'zersdorf. In der letzten Ausschuß-Sitzung der hiesigen Kültusgemeinde wurde Herrn Kantor und Religionslehrer Julius Fleischmann nach Ablauf des Probejahres das Definitivum verliehen und derselbe mit entsprechender Gehaltserhöhung zum Oberkantor ernannt. Brünn. Auf dem Kriegsschauplätze befindliche jüdische Schriftsteller, Feldrabbiner, werden um Aufgabe ihrer Adresse gebeten. Jüd. Buch- und Kunstverlag, Brünn, Adlergasse 9.

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