Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 17 (23.4.1915)
- Date
- 1915-04-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Dr. Blüch'S Wochenschrift 17 L'Nk -'12 zieren acht Juden, welche seit dem ersten November zu Oberleurnants ernannt sind. Diese Offiziere sind: Dr. Friedrich K e p p ich, Kommandant der 2. Kompagnie, einer der angesehensten und gesuchtesten Rechtsanwälte der Sradt Gvula. Sein Name wurde auch über die Grenzen seines Vaterlandes bekannt, als er seinerzeit in dem sensationellen Mordprozeß, m welchem der Sohn des Staatssekretärs Zilinski des Mordes, begangen an dem Führer der Bauernsozialisten Andreas Achem, angeklagt und, von Dr. Keppich. verteidigt, freigesprochen wurde. Auch als Kompagniekommandant erfreute er sich des größten Ansehens. Sein chm untergebener Offizier Leopold M e e r ist Kaustnann in Arad, hat wiederholt mit besonderem Heldenmut gegen die Montenegriner gekämpft und sich ganz besonders in dem fünftägigen Kamps bei Trebinje ausgezeichnet. Arthur Beck, Oberleutnant, ist Besitzer einer Dampfsäge. Emil Raucher ist Oberbuchhalter der ungarischen Allgemeinen Versicherungsgesellschaft. Isidor Rado, ein Sohn des verstorbenen ersten Sekretärs der Araber israelitischen Kulrusgemeinde Leopold Rosenberg, hat sich gleichfalls wiederholt ausgezeichnet, ebenso wie Eugen Raiz, Generaldirektor des Araber Waren- und Produktenlagerhauses. Den ärztlichen Dienst verficht Oberarzt Dr. Adolf Mann, einer der beschäftigtesten Aerzte, in Arad. Dr. Mann ist seit Juli 1914 ununterbrochen auf diesem Posten, und es ist bezeichnend, daß er es verstanden hat, immer selbst unter diesen schwierigen Verhältnissen sogar hinsichtlich der Speisegesetze entsprechend den religiösen Vorschriften zu leben. Im November 1914 nahm er auch an den blutigen Kämpfen um Trebinje teil und verrichtete im Schrapnell- und Granatenfeuer übermenschliche Arbeit. Er wurde auch von General Braun in Gegenwart des gesamten Offizierskorps durchs Worte des höchsten Lobes ausgezeichnet. Auszeichnung. Der Wiener Zahnarzt Dr. Emil Steinfchneide r, der seit Beginn des Krieges im Felde stehlt und außertourlich zum Regimentsarzt befördert wurde, ist neuerdings für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vordem Feinde durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes mit der Krone am Bande der Tapserkeitsmedaille und des Ehrenzeichens zweiter Klasse vom Roten Kreuz Mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet worden. Ketdeutod eiurs gewesenen Muses der „Anitas". Auszeichnung nach dem Tode. Vor einigen Tagen hat auf dem Kriegsschauplätze in den Karpathen Assistenzarzt in der Reserve des Infanterieregiments Nr. 40 Dr. Emil Tramer den Heldentod gefunden. Als er .auf dem Hilfsplatze den aus den Schützengräben eingebrachten verwundeten Soldaten ärztliche Hilfe brachte, wurde er von einer feindlichen Granate am Kopfe getroffen und verschied kurze Zeit darauf, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Der auf so tragische Art in treuer Pflichterfüllung gefallene Arzt stand erst im 26. Lebensjahre. Er Marbel Ausbruch des Krieges als Assistenzarztstellvertreter zu seinem Regimente eingerückt und wurde wegen seines tapferen Verhaltens, das er imnrer bekundete, zum Assistenzarzt ernannt. Wie nun das Armeeverordnungsblatt mitteilt, wurde dem jungen, als Helden gefallenen Arzte in Anerkennung vorzüglicher Dienstleistung vor dem Feinde das goldene Verdien st kreuz mit der Krone am B ande der TapferkeitsMedaille verliehen. Dr. Einil Tramer, ein Frideker von Geburt, absolvierte seine Studien an der Wiener Universität, und war vor Ausbruch des Krieges Sekündararzr des Wiener Allgemeinen Krankenhauses an der Abteilung des Primarius Professor Ehrmann. Mit ihm waren zugleich vier Brüder in den Krieg gezogen. Einer von ihnen, Dr. Rudolf Tramer, Advokat in Mährischi- Ostrau, wurde für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde zum Oberleutnant befördert und mit dem >wnn>» iauilis ausgezeichnet. Der Mutter des gefallenen Arztes, Frau Regine Tramer in Fridek, die von sieben Söhnen fünf an der Front hatte, wendet sich die größte Teilnahme zu. Dr. Tramer wurde in heimatlicher Erde zur ewigen Ruhe gebettet. Der junge Held war ein von hohen Idealen fürfeinen Beruf beseelter Arzt, der sich wegen seiner hervorragenden Charaktereigenschaften der größten Wertschätzung und Verehrung aller, die chn kannten, erfreute. Von glühender Liebe zu seinem Volke durchdrungen, schloß sich Dr. Emil Tramer als junger Student schon der zionistischen Bewegung an, deren eifrigster Förderer er wurde. Er trat in die jüdische akademische Verbindung „Unitas" in Wien und in die Bielitzer Ferialverbindung „Emunah" ein und arbeitete auf allen Gebieten der j u n g j ü d i s ch e n B e w e g u it g mit Hingebung und nie erlahmendem Eifer. Er vertiefte sich in die jüdische Literatur und genoß wegen seiner umfassenden jüdischen Bildung und seines liebenswürdigen, dabei aber echt studentisch strammen Wesens das Ansehen und" die Liebe feiner Couleurbrüder. Er bekleidete in 1>en vielen Semestern, welche er der Verbindung „Unitas" angehörte, verschiedene Chargen und war auch deren Präses: Als solcher hatte er Gelegenheit, das Ansehen der Verbindung den akademischen Behörden gegenüber-immer auf das nachdrücklichste zu vertreten. Mit heißer Leidenschaft trat er zu wiederholtenmalen gegen die Verunglimpfung der jüdischen Akademiker durch den bekannten Waidhofener Beschluß Mit Entschlossenheit und Wut ein, und manchem antisemitischen Studenten hat Dr. Emit Tramer mit seiner glänzend geführten Klinge seine Meinung ins Gesicht geschrieben. Gleich feinem Bruder, Dr. Rudolf, der als Alter Herr der Verbindung „Unitas" angehört, wirkte er auch in der Provinz in agitatorischem Sinne für die jüdische Moderne. Mit Dr. Emil Tramer ist ein junger, für die hohen Ziele seines Volkes durchdrungener, hoffnungsvoller Jude ins Heldengrab gesunken. Sein Andenken wird unter allen, die ihm im Leben nähertraten, in teuer Erinnerung bleiben. Aus vier KriegsschaupLähen gekämpft. Eugen Krauth, Beamter der Ungarischen Kreditbank, stand acht Monate hindurch ununterbrochen im Kampfe. Er h>at an den Operationen aller vier Kriegsschauplätze teilgenommen. Schon in Serbien hatte er sich so sehr ausgezeichnet, daß er außertourlich zum Feldwebel und später zulm Kadettoffizierstellvertreter befördert wurde. Bei einem Sturmangriff ragte er durch seinen Heldenmut und seine Tapferkeit so schir unter den .anderen hervor, daß die Alberne tapserkeitsmedaille erhielt. Letzthin erhielt er bei den Kämpfen in den Karpathen einen Schuß, in die Brust und während ihn Sanitätssoldaten auf einem Tragbette vom Schauplatze des Kampfes forttrugen, traf noch eine Kugel seinen Arm.