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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-04-23 · 17 (23.4.1915) · page 5

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
17 (23.4.1915)
Date
1915-04-23
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Leite 313 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. .7 Oskar Meif wurde mit Erl. vom 22. März 1915 vom Feldwebel zum Leutnant ernannt und erhielt folgende Belobigung: Vereins-Refervefpital des Roten Kreuzes Prag- Kprolinrnthal. Spitals-Kommandobefehl Nr. 221 für den 4. April 1915. Feldwebel Oskar Reif vom Stande des eigenen Mannschaftsdetachements wurde mit Erl. des k. k. Min. f. L.-V., Präs.-Rr. 4300 IX, vom 22. März 1915, zum Landst.-Leutnant bei Einteilung zur 2./8. Landst.-Erf.- Kompagnie in Prag ernannt. Gelegentlich der Enthebung von seiner Dienstleistung als dienstführender Unteroffizier beim Spitalkonnnando spreche ich demmunmehrigen Herrn Leutnant nebst vneintm Glückvunfch zur Beförderung im Namen des Allerhöchsten Dienstes und des Roten Kreuzes für seine umsichp tige, rastlos fleißige, aufopferungsvolle und von seltener Sachkenntnis zeugende, seit Errichtung der Anstalt bis jetzt, also durch fast acht Monate währende und von vollem Erfolge begleitete Tätigkeit den wärmsten Dank und die -belobende Anerkennung des Spitalkommandos aus. Gesehen: Für die Richtigkeit: Dr. Trnka, Heller, Oberleutnant m. p. Generalstabsarzt m. p. Kauptrnann Keinrich Moldauer. Am 21. März ist in den Karpathenkämpfen Haupt- Mann Heinrich Moldauer vom 39. Infanterieregiment im Alter von 39 Jahren gefallen. Er zog gleich zu Kriegsbeginn ins Feld und wurde am 30. August anläßlich eines Sturmangriffes verwundet. Nach glücklicher Heilung rückte er Ende Oktober wieder zum Regiment ein, ka.m am 1. Dezember neuerlich ins Feld, erhielt ein Bataillonskommando und hat seither alle Strapazen des Winters und zahlreiche Gefeche in der Karpathenfront mitgemacht. Nachdem ihm schon im Herbst das Signum laiul i> verliehen worden war, stand ihm für seine bei der Erstürmung einer Höhe bewiesene besondere Tapferkeit eine neue Auszeichnung in Aussicht. Eine hochbetagte Mutter und mehrere Geschwister sind durch den Tod des heldenmütigen Offiziers schwer getroffen. Hleservelenknanl Eduard Iriedk. Am 2. März starb in Szatmar Nemeti den Tod fürs Vaterland der Reserveleutnant des 9. Feldjägerbataillons Eduard Frickdl. Trotz seiner Jugend, er zählte kaum 23 Jahre, war der Verblichene ein ganzer Mann. Begeistert und todesmutig im wahrsten Sinne, zog er ins Feld, wo er Manche schwere Gefahr zu bestehen hatte. Seine beispielgebende Tapferkeit wurde wiederholt belohnt: er erhielt die große silberne Tapferkeitsmedaille, rückte vom Kadett zum Fähnrich und 'später zum Leutnant vor. Bei einem Sturmangriff in den Karpathenkämpfen holte er sich seine tödlichen Verletzungen, denen er nach wenigen Tagen erlag. Ein Milder Strahl des Trostes verklärt die Trauer seiner gramgebeugten Eltern. Es war ihnen vergönnt, ihn auf seinem Schmerzenslager wiederzusehen und seiner feierlichen Bestattung in vaterländischer Erde beizuwohnen. Dem wackeren Streiter ist ein ehrenvolles Andenken gesichert. Paul G. Gin jüdischer Offizier üöer den Leferungsschwindel. (Aus einem Feldpostbrief.) Dr. Alexander Nobel, Leutnant der Reserve, Adjutant des ersten Feldbataillons des k. u. k. 43. Infanterieregimentes, in Zivil Physikal des Komitatsmunizipiums des Krasso-Szörenyer-Komitates, welcher im Schützengraben aus einem ungarischen Blatte von dem großen Militärlieferungsschwindel in Ungarn erfuhr, gibt in einem Feldpostbrief an die Redaktion des „Egyenlösseg" seine Entrüstung und die seiner jüdischen Kameraden im Felde in Worten kund, welche hier wiedergegeben zu werden verdienen, umsonwhr, als der jüdische Offizier Gewicht darauf legi, daß die Anschauung der im Felde stehenden jüdischen Soldaten die weiteste Verbreitung erhalten. Leutnant Dr. Nobel schreibt in seinem vom 23. März d. I. datierten Briefe unter anderem: Der beste und gesündeste Teil der ungarisch-jüdischen Jugend steht seit Monaten im Felde. Nach oberflächlicher Schätzung kämpfen bloß im Reserveoffizierskorps nahezu 3000 Juden mit der gleichen Selbstaufopferung und ebensolchem Heldenmut wie die in kriegerischen Tugenden hervorragenden Söhne Ungarns, weiche .anderen Konfessionen angehören. Es gelang uns in kurzer Zeit, den Beweis zu erbringen, daß wir ebenso wertvoll sind wie die übrigen, ebenso widerstandsfähig für den Kampf geschaffen, heldenmütig und unser Leben opfernd. Die Karikatur des jüdischen Reserveoffiziers ist verschwunden, das enge Zusammenleben hat uns den Berufsoffizieren nähergebracht, die Vorgesetzten haben uns ebenso liebgewonnen wie die übrigen, die gemeinsame Gefahr, die gemeinsamen Leiden haben eine großartige Gleichheit geschaffen und seit acht Monaten fiel kein ernstes Wort, welches auf unseren geringeren Wert auch nur augespielt hätte. Wir wurden gewogen und gewichtig befunden. Und diese mit unserem Blute erworbene Wertschätzung wird uns nun von den Armeelieferungshyänen entrissen. Es gibt nicht genug schwere Worte, Flüche und Beschimpfungen, mit denen wir kämpfenden ungarischen Juden diese Bestien belegen möchten. Denn wir wissen es leider zu gut, daß in der allgemeinen Beurteilung nicht diese wenigen ehrlosen Juden die Schufte sein werden, sondern infolge der uns als fluchwürdiges Erbstück überkommenen Verallgemeinerung alle Juden diese Beurteilung finden werden. Gar bald werden die unter unbezeichneten Gräbern ruhenden jüdischen Helden vergessen fein, niemals aber die Freveltat einiger reichgewordener jüdischen Lieferanten. Und wir wissen, daß das Verbrechen dieser niedrigen Menschen viel größer ist, als die öffentliche Meinung es glauben möchte. Wer fähig ist, dem für sein Vaterland kämpfenden Soldaten Stiefel, welche in einigen Tagen zerfetzt sind, wertlose Bekleidung oder Lebensmittel von zweifelhaftem Werte zu liefern, ist ein größerer Mörder, als der Mörder, der seinen Mitmenschen umbringt. Man muß nur ein einzigesmal eine Schwarmlinie auf der steinhart gefrorenen Scholle auf dem Bauche gegen den Feind kriechen sehen, mit aniehen, wie sie Nächste und Tage fast regungslos so verbringen, man braucht nur einmal einen Wachtposten des Morgens an einem Baum gelehnt, bis an die .Knochen erfroren tot auffinden — und es gibt keinen Pardon für diese Verbrecher. — Am Schlüsse seines Briefes spricht Dr. Nobel die Erwartung aus, daß die Juden Ungarns alles aufksteten werden, um diese Gewissenlosen, welche sich nicch nur an ihrem Vaterlande, sondern auch an ihrer Glaubensgemeinschaft so schwer vergehen, aus der öffentlichen Gesellschaft zu verdrängen.

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