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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-04-09 · 15 (9.4.1915) · page 10

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
15 (9.4.1915)
Date
1915-04-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Seite 282 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 15 Besonders feierlich wirkten auf die Anwesenden die Sederahende und gar mancher äußerte mit Dankestränen in den. Augen, daß er diese Abende sein Leben lang nicht vergessen werde. An allen drei Ausspeisestellen konnte der Vereinsvorstand sowohl an den Sederabenden, als auch an den übrigen Tagen Vertreter der Kultusgemeinde, Förderer und Gönner des Vereins begrüßen. Bei der Militärausspeisung waren am Lederabend anwesend: Vereinspräsident Bernhard Hofbauer mit mehreren Vorstandsmitgliedern, Erster Vizepräsident der Kultusgemeinde, Landesschulrat Dr. Gustav K o Kn, Feldrabbiner Dr. Frankfurter, welcher an die versammelten jüdischen Soldaten eine erhebende Ansprache hielt, u. m. a. Ueberall, wo die „Einheit" ihr gastliches Zelt aufschlug, herrschte innere Zufriedenheit und, so iveit es die kriegerischen' Zeiten überhaupt zuließen, gehobene Festesstimmung. Das ist der schönste Lohn, der dem Vereinsvorstande zuteil werden konnte. Mögen die Segenswünsche, welche Flüchtlinge und Soldaten während dieses Kriegspessach in rührenden, schlichten Dankesworten an die „Einheit" und ihren aufopferungsvollen Vorstand kleideten, in den Herzen unserer Wohltäter ein tatkräftiges Echo finden, damit der Verein seine segensreiche, täglich wachsende Tätigkeit zum Wöhle unserer Armen sortsetzen könne. Danksagung. Die Landsturmreservisten des Infanterieregimentes Nr. 76, die in der letzten Zeit in Hernals einquartiert waren, danken dem jüdischen Verein „Einheit" in Wien herzlichst für die Versorgung mit ritueller Kost in der Zeit von Mitte Januar bis zu dchn in den nächsten Tagen bevorstehenden Abmarsch ins Feld. Ganz besonders ist chre Erkenntlichkeit für die edelherzigen Bemühungen der Frau Strauß, die keine Anstrengungen gescheut hat, um die Soldaten zu befriedigen. Gruppe Riegle r. Kaiserin ElisabeW-Lehrmädchen- und Arbeiterinnen-Heim. Am ersten Pessachabende fand im Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnen- Heim eine erhebende Sederfeier statt. An derselben nähmen nebst dem Präsidenten Herrn kais. Rat Regimenrsarzt Dr. Krüger, dem Jnspektionsoffizier Herrn Oberleutnant Dr. Groß und einigen Vorstandsdamen sämtliche Schützlinge des Heims sowie sämtliche im Heimspital befindlichen verwundeten und kranken jüdischen Soldaten teil. Nach Vortrag der rituellen Gebete durch die Vorstandsmitglieder Herrn Josef May und Dr. Kanitz wurde sämtlichen Schützlingen und Soldaten ein reichliches Festessen verabreicht. Ein Schützling des Heims trug in wirkungsvoller Weise ein von dem Verwundeten Herrn Rudolf Harrer verfaßtes, auf die Feier bezughabendes Gedicht vor, während namens der Mannschaft ein Soldat in schlichten Worten für die ihm und seinen Kameraden gebotene Festesfreude den Dank aüssprach. - Die schöne Feier, welche auf alle Anwesenden tiefen Eindruck machte, hat wseder gezeigt, daß der Vorstand des Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchen- und Arbeiterinnen- Heims auch in den fetzigen schweren Zeiten seine Fürsorge den Heimschützlingen in ungeschmälerter Weise zu teil werden läßt. W. Skderabend in -er Ariegsspeisrtzalle des Hmnanilätsvrreinrs für die westlichen Bezirke Wiens. Entsprechend der Ausgestaltung des von diesem Vereine erhaltenen Freitisches zu einer öffentlichen Kriegsausspeisungsstelle ging die diesmalige Feier des Sederabcnds in erweitertem Rahmen vor sich. Es wohnten dem im Frcitischlokäle, VI., Esterhazygasse 30, veranstalteten Abend außer mehreren Vorstandsmitgliedern und Freunden des Vereines die täglichen Frequentanten der Speisestelle bei, darunter galizische Flüchtlinge, verwundete Soldaten und die Freitischkinder, insgesamt etwa 120. Personen. Alle Anwesenden folgten in weihevoller Stimmung dem Vortrage der Hagadah durch Herrn Rabbiner Doktor Drobinsky, welchem zum Schlüsse der Feier durch Herrn W assertrillin g der wärmste Dank der Teilnehmer ausgesprochen wurde. Die Sederfeier im Verein „Machsike Hadajh". Am 29. und 30. März veranstaltete dieser rührige und überaus wohltätig wirkende Verein in seinem Ausspeisungsheime, 2. Bezirk, Obere Äugartenstraße 40, unter der Leitung des Obmannes Herrn Jacob März eine Sederfeier, die einen würdigen, feierlichen Verlauf nahm. An dieser Sederfeier nahmen je 500 Personen, teils Flüchtlinge aus Galizien und der Bukowina, teils Soldaten und vom Kriegsschauplatz heimgekehrte Rekonvaleszenten, teil und hielt der Gelehrte Herr Jsak T h umim an die Sedexgäste eine ergreifende, die Bedeutung des Pessachfestes mit der damaligen Zeit vergleichende Festrede, welche auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck zurückließ. Wenn inan bedenkt, daß an den beiden ersten Pessachtagen sowohl zum Seder, als äuch beim Mittagessen je 500 Personen, also täglich 1000 Personen, zu verköstigen waren, so kann man sich kaum den richtigen Begriff von der immensen Arbeitsleistung machen, ch'e das nimmermüde Komitee zu bewältigen hatte. Diesem gehörten die Damen: Frau A b gn d, Frau Baba d, Frau Dr. B e r n st e i n. Frl. Agnes B l u m. Frau Dachinge r, Frau Dr. Dobsch i tz, Frau E d e l st e i n, Frau Et t i n g,e r, Frau S. F r a n z o s, Frau .F x o m - mer, Frl. Charlotte Feldstein, Frau Laura Golds ch in i d t, Frau K u r z c r, Frau Klei n m a n n, Frau kais. Rat Rabbiner L e w i n, Frau Bella L i e b st e r, Frau Rabbiner Maycrsohn, Frau Ernestine März. Frau Anna März, Frau kais. Rat Rosenfeld, Frau Schwarz, Frau Laura Splitte r, Frau Käthe Sporer, Frau Jeanette Sternerg. Frau Wiener, Frau Wortsmann und Frau M. Thum im an. Der Verein „Krankenbesuch" veranstaltete wie alljährlich auch Heuer in dem schmucken Tempel im Allgemeinen Krankenhlaus an beiden Vorabenden des Pessachfestes einen festlichen S e d c r. Die zahlreich! erschienenen Krank-'n und Verwundeten wurden von den anwesenden Vorstandsdamen Frau Caroline Reitz und Fräulein Pauline S i n g e r reichlich mit Wein und Zigaretten beschenkt und alle derzeit im Krankenhanse untergebrachten jüdischen Patienten eichielten von dem Verein ein feiertägliches Abendessen. Seder in der Volksküche. Dank der unermüdlichen Fürsorge der Wiener iirael. Kultusgememde fand im Hause der „Israel. Volksküche" ein feierlicher. Festabend (Seder), verbunden mit einem überaus reichlichen Festmahle für die Soldaten israelitischer Konfession statt, der unter der Leitung des Rabbiners Prof. Dr. K. Kupfer abgehalten wurde. Die religiöse Feier gestaltete sich zu einer patriotischen Kundgebung von einigen hundert jüdischen Soldaten. Feldrabbiner Dr. Frankfurter begrüßte die Soldaten und verrichtete das Gebet für Kaiser und Vaterland. Im weiteren Verlaufe hielt Dr. Kupfer eine zündende patriotische Ansprache, in der auch des 75. Geburtstages

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