Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 15 (9.4.1915)
- Date
- 1915-04-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 15 Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 381 6 Kr.: Herr S. Blau; 5 Kr.: Herren Leopold L ö b e n st e i n und Paul Neu m a n n, Frauen Erna Pollak (Salzburg), Emma Braun, F. Iolles: je 4 Kr.: Herren Moriz K arpeles, Josef Süß; je 2 Kr.: Herr Donor Moriz Sch nepp, Frauen Regine Fürst und Karoline Kauslcr;' 50 Kr.: Währinger Israelin. Fraueuverein (Präsidentin Frau Ottilie H o f m a n n), Frau Alice K r a nt e r (im ganzen 100 Kr.); 30 Kr.: Sammlung Frau Rabbiner Dr. Bauer (je 10 Kr.: Herren Baranyi und Bitali; je 5Kr.: Herren Moses G u t h und L. S ch ü l e r); . 20 Kr.: Herr Dr. Julius Monat h, Herr Professor Julius S ch n i tz l e r, Herr Curt Goldschmidt; 17 Kr.: Schülerinnen des Lyzeums und Gymnasiums S o b e l, fünfte Klasse (durch Herrn Professor K a p P e l m a ch e r); 10 Kr.: Dr. Moriz A d l e r, Herren Bücke r u. Co. (durch H. S a b a t), Josef Bruck n e r, Jacob Disceki, Heinrich Eigne r, Moriz Felbe r, Wilhelm Felder, M. H i r s ch m a n n (Hamburg). Franz, Max und Wckly L a n d e s b e r g e r, M. H. W o h l f e l d, Frauen Else K a u f m a n n (Hamburg), kais. Rat Charlotte Klinge r, Joscfine L a tz k o; 6.60 Kr.: Oelwerke S o n n e n b e r g (Hamburg); 5 Kr.: Herrett Alex. Landau, Jacques König, Frauett Sofie Berger und Paula Pollak; 3 Kr.: Frauen Professor Ferdinand A l t, Josef R n p p r e ch t und Frau, Herr Oskar L a n d a u e r, St. Samuel Pick (Marburg); 2 Kr.: Herren Theodor Eißler, Sigmund Kass e l, Frauen Käthe G e i r i n g e r, Sabine Landesb e r g e r, S p i n n g a r n; 1 Kr.: Regine L i n d n e r, A. Haa s. Albert Klein, Marcus Sprecher; im ganzen 827 Kronen 66 Heller, hiezu die ausgewiesenen 21.665 Kronen 75 Heller und 547 Mark, zusammen 22.493 Kronen 35 Heller und 547 Mark. Naturalspenden: löbl. priv. „Phönix" hat über freuttdliche Bermittluttg der Frau F i s ch l e r - L a n d e i s sämtliche Depots gegen Feuer und Einbruch kostenlos versichert. Frau Bertha Donreich drei kostenlose Fuhren Kartoffel. Ein ausführlicher Bericht über die Kartoffelaktiou erfolgt gleichzeitig mit der Rechnungslegung in einer der nächsten Nummern. Berichtigung: Nicht der löbl. Galizische Hilfs- Verein, sondern Herr Dr. Wilhelm Löwy hat als Sammlung ttnter bcu Vorstandsmitgliedern des Galizischen Hilfsvereines 110 Kr. gespendet. ver Dank des Flüchtlings. Wien, am 3. April 1915. Löbl. Redak'ion der »Oesterreichischen Wochenschrift« in Wien. Am 30. März 1. J. war ich bei dem Feste im 20. Bezirk, Wallensteinstraße 72, anwesend. Mit Schmerzens- und Vergnügungstränen in den Augen — beide Gefühle vereinigten sich in mir — bemerkte ich die hunderte armen Flüchtlinge, welche — gleich mir - gewohnt waren, solche Feiertage in ihrem engen Familienkreise fröhlich zuzubringen, während selbe heute vom Schicksal verfolgt und nur die übliche religiöse Zeremonie ausübten, denn vom Feste kann bei den Betroffenen keine Rede sein. Hingegen freute es mich, als ich zusah, wie viele edle Damen ihr Heim verließen und anstatt im eigenen Familienkreise, unter Leitung der Hochwohlpeb. Frau Sofie Grünfeld den Unglücklichen ihre Anwesenheit und Mühe widmeten, um denselben das Elend einigermaßen zu erleichtern. Gelegentlich erinnerte ich mich den Satz unserer heiligen Schrift »Watykach miryam hanwiju achos aron es hatof bejodo, wateceno kol hanoszym achreho besypum uwymcholos«. — Zutrefflich war die Bemerkung des Hochwürden Rabbiners, wo die dortigen sieben Tische zu den sieben Armleuchter der Menora verglichen wurden. Tatsache war, wie es in dem Satz heißt, »weel pnei hamnoru jouri szywas hanejros«, denn die Augen der Anwesenden richteten sich nur auf Se. Ehrw. Rabbiner Dr. Guttmann und Hochwohlgeb. Frau Sofie Grünfeld, sowie auf alle edlen Damen und Herren, welche eben die Ergänzung der Menora bildt ten. Das Zusehen dfr zarten Güte begeisterte mich, meine Dankbarkeit der Hochwoblgeb. Frau Sofie Grünfeld zu beweisen. Nun fragte ich mich, wie ich es ausüben könnte; ein Anerkennungsschreiben an Hochwohlgeb. Frau Sofie Grünfeld zu richten, finde ich meinerseits als für unrichtig, weil »mi unochi aszer elech weadaber«. Dafür beschloß ich, die löbl. Redaktion anzusuchen, den mitlolgenden Kelch, welcher zirka handelt Jahre alt ist and ich von meinen Großeltern erhielt, noch in der Lage war in der Eile bei meiner Flucht von Galizien ihn mitzunehmen, der Hochwoblgeb. Frau Sofie Grünfeld zum Andenken gütigst übermitteln lassen zu wollen. Ich hoffe, daß Hochwohlgeb. Frau Sofie Grünfeld in ihrem reichlichen Silberschrank den Kelch zu reservieren die Güte haben wird, an welchem der Auszug der Juden von Aegypten ersichtlich ist, wo sie viel Trost von ihrem Führer Moses erhielten, analog die Flüchtlinge von Galizien unter Leitung der Hochwohlgeb. Frau Sofie Grünfeld. An Stelle dieses Kelchs, werde mir einen prägen lassen, auf welchem der Sederabend im 20. Bezirk, Wallensteinstraße 72, Wien, im Jahre 1915 ersichtlich sein wird, und werde beim Seder das Bild meinen Nachkommen erläutern, und sonach wird die Erzählung lauten: Es war im Jahre 1915 . . . Es war in Wien . . . Es war im 20. Bezirk . . . Es war ein Sederabend . . . Es war eine Frau Sofie Grünfeld . . . Es waren viele edle Damen . . . Es waren viele edle Herren . . . Es war . . . Es waren usw. . . usw. . . . Nach Beendigung dieser Erzählung werden die Nachkommen — gleich mir — antworten. Gott vergelts!! Ergebenster Moses Spatz, Flüchtling aus Sambor (Galizien) derzeit Wien, IX., Pich'ergasse 1/17. Den mit vorstehendem Schreiben uns überbrachten Silberpokal, ein schönes Kunstwerk, haben wir Frau Dozent Sofie G r ü n f e 1 d übersendet. Prsfach in der „Einheit". Der Verein „Einheit" hat. Wie bereits berichtet, anläßlich des verflossenen Pessachsestes außer den alljährlich gewohnten und in der Wiener jüdischen Bevölkerung schon sprichwörtlich gewordenen Einrichtungen, ganz besondere Vorkehrungen getroffen. Denn abgesehen von den zahllosen Flüchtlingen, hat die große Teuerung zahlreiche jüdische Familien der Möglichkeit beraubt, wie sonst, einen Pessachhaushalt zu führen, und alle diese fanden in der ,,Einheit" den Familientisch wieder, den sie zu Hause anszugeben gezwungen waren. Außerdem übertrug die israel. Kuliusgemeinde im Einvernehmen mit der Militärverwaltung der „Einheit" die vollständige Pessachausspeisnng von 500 jüdischen Soldaten und auch der Leopoldstädrer Verein , Kinderschutz" erschien mit 30 Schützlingen über Pessach in der „Einheit" zu Gaste. Zur Befriedigung all dieser Anforderungen erwiesen sich die großen, prachtvoll eingerichteten Speisesäle zu klein und der Vereinsvorstand hat daher zwei große Säle der „Talmud-Thora" (Malzgasse 16) und übrerdies einen großen Saal im Hause Bauernmarkt 21 zu modernen Äpeisesälen umgewandelt. Der Zuspruch zu diesen Ausspeisungsstellen hat selbst die gehegten Erwartungen übertroffen. In der Vereinszentrale, 2. Bez., Malzg. 12, wurden an den Sederabenden je 1100 Personen, in der ,,Talmud-Thora" je 800 Personen und an den übrigen Tagen je 3506/ Personen ausgespeist. Die Soldaten wurden während der Pessachtage mit vollständiger Kost (Frühstück, Mittagmahl und Abendbrot' versehen.