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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-04-09 · 15 (9.4.1915) · page 4

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
15 (9.4.1915)
Date
1915-04-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 276 Dr. Bloch's Wochensch rift Är. Wachtmeister Aaron S ch a p i r a wohnte am 5. d. M. im Leopoldstädter Tempel dem Festgoitesdienst bei. Er war Gegenstand vielfacher Aufmertsamkeü nnd Auszeichnung und wurde auch von Herrn Rabbiner Dr. Max G r u n w a l d zu Tische geladen. Sit'öerue Tapferireilsmedaiüe erster Klasse und Eisernes Kreuz zweiter Klaffe. Jakob Gubbi, Fleischhauer aus N^gy Magyar, Preßburger Komirar, wurde sür^'ein heldenmütiges Verhalten vor dem Feinde aus verschiedenen Anlässen mit der Tapferkeitsmedaille erster Klasste und dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Die Tapferkeitsmedaille erster Klasse erhielt er dafür, daß er die Kasse seines Regimentes ohne höheren Befehl aus eigenen Stücken bei einem Rückzug in Sicherheit brachte. Sein Vorgesetzter stellte ihn damals vor das Kriegsgericht, das Kriegsgericht schlug ihn jedoch für sein umsichtiges Handeln für eine Auszeichnung vor, die er auch in Form der Tapferkeitsmedaille erster Klasse erhielt. Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse erhielt er für folgende Heldentat: Er ging im Auftlärungsdienst, neben ihm zwei Unteroffiziere, 16 Mann und ein Oberleutnant. Plötzlich sahen sie sich von Kosaken umzingelt, und es schien, daß sie keinen anderen Ausweg hätten, als sich zu ergeben. Mer Gubbi und ein Unteroffizier, Tot h, erklärten, nur als Leichen in die Hände der Russen geraten zu wollen. Und sie stürmten gegen "die Kosaken los. Sie nahmen von ihnen dreißig gefangen. Der Oberleutnant erklärte dem Major, daß, wenn Gubbi nicht gewesen wäre, sie sich jetzt alle in Gefangenschaft befänden. Der Löhn dieser Heldentat war das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Am 17. Februar drang ihm in einem Gefecht beim Dukla-Paß eine feindliche Kugel in die Nierengegeird ein und Gubbi wurde als Invalide nach Hause geschickt. Sitverue Hapferkeitswedaill'e erster Klaffe. Der Techniker Andor Laszlo befindet sich schon seit Monaten als Sappeur in Westgalizien an der Front. Am 5. d. M. wurde er für sein tapferes, entschlossenes Verhalten, durch welches er anläßlich der Sprengung feindlicher Drahchindernisse die Mannschaft mit sich riß und große Erfolge erzielte, mit der silbernen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Fähnrich Andor Laszlo ist der Sohn des Präsidenten der israel. Kultusgemeinde in Simontorny a. Unerschütterliches Uffichtöeumßtsein. Bela Polgar, Sohn des Szegszarder Bürgerschullehrers Josef Polgar, ist Mediziner des vierten Jahrganges und kam am 4. September von Losoncz, wohin er zur Ausbildung eingerückt war, auf den nördlichen Kriegsschauplatz, wo er sich auch heute noch befindet. Am 7. Januar d. I. teilte er seiner Familie mit, daß er die silberne Tapferkeilsmedaille erhalten habe. Am 15. September 1914 suchte er bei Petrokow inmitten des heftigsten Geschützfeuers die Verwundeten auf dem Kampfplätze ab, und trotzdem acht bis zehn Schritte von ihm entfernt Granaten explodierten, welche ihn mit Erdreich überschütteten und durch, welche er während vieler Stunden die Sprache verloren hatte, setzte er unerschrocken das Verbinden der Verwundeicn fort. Für dieses sein unerschütterliches Pflichtbewußtfein erhielt er die erwähme Auszeichnung. Zugssührer Adolf Kürtler. Zugsführer Adolf Gürtler, ein Kaufmann aus Verebely, hat am 29. August bei Piotrkow, als sein Leutnant verwundet wurde, die Führung seiner Abteilung übernommen. Im heftigsten- Kugelregen kämpfte er mit heldenmütiger Entschlossenheit, aller Mühsale ungeachtet, seine Leute anfeuernd, weiter. Selbst auf die Bitten seiner Mannschaft wich er nicht zurück. Gefreiter Ostroslik bat ihn: „Herr Zugsführer, kehren wir um, ziehen wir uns zurück, denn wir find verloren." Ohne darauf zu achten, stürmte er mit Todesverachtung an der Spitze seiner Abteilung noch 200 Schritte weiter vorwärts. Da wurde er von einer feindlichen Kugel getroffen und verwundet. Für diese seine Heldentat erhielt er die folgende allerhöchste Belobung: ,,K. u. k. 1. op. Armeekommando E. Nr. 1258. An den k. u. k. Zugsführer Adolf Gürtler des k. u. k- Jnfamerieregiments Nr. 12, Standort des 1. op. A.-K. am 29. Dezember 1914. Sie haben sich im Gefechte bei Piotrkow am 29. August sehr mutig benommen und der Mannschaft ein gutes -Beispiel gegeben. Ich spreche Ihnen hie,ür die Belobung im Namen des allerhöchsten Dienstes aus. Dankt m. p." Die Helden des 19. Infanterieregimentes. Dem 19. Infanterieregiment wurde eine hohe Auszeichnung zuteil. Kaiser Wilhelm hat neun Mitglieder des Offizierskorps des Raaber Bataillons mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Unter ihnen befinden sich, wie dem „Egyenlöfseg" gemeldet wird, Fähnrich Aladar Berenyi, Oberarzt Dr. Josef König und Hilfsarzt- Stellvertreter Dr. Eugen Fanto. Die ausgezeichnete Abteilung hat sich diese Auszeichnung bei den in der Nähe von Griböw bei Boskawola neben dem 59. preußischen Infanterieregiment bekundeten heldenmütigen erfolgreichen Kämpfen verdient. Das Regiment wurde zu dieser Auszeichnung vom Feldmarschall Hindenburg telegraphisch beglückwünscht. Km jüdischer Keld an seinen Mruder. Ingenieur Ladislaus Freund, der seit Kriegsbeginn als Oberleutnant an der Front ist, schreibt an seinen Bruder Julius Freund, Schüler der 8. Klasse der Raaber Oberrealfchule, der jetzt vor der Matura steht und zur Musterung kommt, den folgenden herrlichen Brief: „Sei tapfer und verliere Deine Geistesgegenwart nicht. Erhebe Dein Haupt in dem Bewußtsein, daß wir so viele Hunderttausende auf dem Felde des Ruhmes stehen. Ich würde mich! ewig schämen, stünde ich nicht in der ersten Reihe. Ich bin stolz darauf, daß ich mich freiwillig hierher gemeldet habe, sonst könnte ich jetzt noch in Mostar herumlungern. Ich will lieber hier in Ehren sterben, als auf sicherem- Orte untätig faulenzen. Sei tapfer. Das Vaterland ruft, man darf keinen Augenblick zögern. Wir müssen mit Freuden zeigen, daß das Vaterland auf uns stolz sein kann. An Kraft fehlt es Dir nicht, man muß nur wollen und Du wirst sehen. Du wirst es auch ertragen. Es wäre für mich eine große Schande, wenn Du für Dein Leben fürchten würdest. Sieh', meine Leute find 42 jährige Familienväter, alle bis auf den letzten Mann lapfere, fröhliche Helden. Du bist noch jung, mache Deiner Jugend Ehre!"

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