Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 15 (9.4.1915)
- Date
- 1915-04-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 15 Seite 275 Dr. Bloch's Wochenschrift das silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande, der Tapferkeitsmedaille dem Einj.-Freiw.-Medizin er Korporal Robert Markus, Jnf.-Reg. Nr. 23. Silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse: Oberjäger Julius Blech, Jäger-Bar. Nr. 30; Fähnrich d. R. Karl Lederer, Jnf.-Reg. Nr. 75; Korporal Gustav Kleinmann, Jnf.-Reg. Nr. 56; Korporal Jakob Kalmusz und Gefreiter Jakob Diener, beide beim Jnf.-Reg. Nr. 6; Oberjäger Simon Altmann, Jäg.-Bat. Nr. 27; Oberfeuerwerker Jakob Knoll, Felokänonen-Reg. Nr. 30; Oberjäger Alexander- Deutsch, Landesschützen-Reg. Nr. 3. Silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse: Jäger Samuel Schräger und Jäger Moses Wolf Schwarz, Jäger-Bat. Nr. 30; Vormeister Oskar- Lichtblau, Feldhaub. Nr. 1; Korporal Jakob Wolf, Feldhaub. Nr. 14; Vormeister Jona Brand st älter, Fest.-Artillerie-Reg. Nr. 2; Einj.-Freiw. Leo Wahrsager, Feldkan.-Reg. Nr. 32; Zugsführer Josef Wacht e 1, Korporal Salo N e u m a n n und Inf. Josef K u l k a, alle drei beim Jnf.-Reg. Nr. 56; Zugsführer Jakob Haumann, Jnf.-Reg. Nr. 6; Einj.-Freiw. Korporal Otto Katz, Jnf.-Reg. Nr. 10; Feldwebel Oskar Pariser, die Infamer isten Moses Krippel, Wolf W i n g e r, Mar B i e n e n st o ck und Moses K u f l i r. alle fünf beim Jnf.-Reg. Nr. 40; Korporal Ignaz Buchs b.a u m, Gefreiter Juda Wolf, Infanterist Jakob Strammer und Offiziersdiener Schaje Rertig, alle vier beim Jnf.^Reg. Nr. 89; Korporal Kalman Süß- ' m a n n, Ref.-Korporal Ehajim N e u m a n n, die Infanteristen Bernhard E h r e n f a a l, Josef Friedmann, Moses Kirschenbaum und Res.-Jnfanrerift Moses T e i t e l b a u m, ''alle sechs beim Jnf.-Reg. Nr. 90; Inf. Jakob Lewy, bosn.-herzeg. Reg. Nr. 4; Zugsführer Aron Pomeranz, Feldkan.-Reg. Nr. 30; Leutnant d. R. Jakob Kho m, Feldkan.-Reg. Nr. 30; Einj.- Freiw. Zugsführer Siegfried Ei fl er und Korporal Majer Schärf, beide beim Jnf.-Reg. Nr. 41; Titular- Feuerwerker David Lilien, Feldkan.-Reg. Nr. 31; Zugsführer Bernhard Sch all er, Feldkan.-Reg. 40; Zugsführer Desider Löwy, Geb.-Art.-Reg. Nr. 4. Bronzene Tapferkeitsmedaille: Gendarmerieführer Adolf Fleischer, Landes-Gend.-Komm. Nr. 5; Titular-Korporal Julius Tauber, Landw.-Ul.- Reg. Nr. 5. Verleihung des Eisernen Kreuzes. Seine Majestät der deutsche Kaiser hat den Leutnants d. R. Kurt Widrich (bereits mit der goldenen Tapferkeitsmedaille dekoriert) und Karl Kronik, beide von der Artillerietruppe, das Eiserne Kreuz 2. Masse verliehen. Auszeichnung einer jüdischen Krankenschwester. Erzherzog Franz Salvator als Generalinspektor der freiwilligen Sanitätspflege hat der freiwilligen Krankenschwester Berta Hirschfeld (stabiles Reservespitäl in Zvornik) die silberne Ehrenmedaille des Roten Kreuzes mit der Kriegsdekoration verliehen. Beförderungen. Ernannt wurden: zum Hauptmann d. R. der Oberleutnant Max Birnstein, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 13; zu Oberleutnants d. R. die Leutnants Karl Popper, Jnf.-Reg. Nr. 49, Felix Unger, Jnf.-Reg. Nr. 24, Ernst Grünfeld, Jnf.-Reg. Nr. 34, Jsak LewiM, Jnf.-Reg. Nr. 41, Moses Ausländer, Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 22, und Julius Eisler, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 20; zum Leutnant d. R. der mit der silbernen Tapferkeitsmedaille dekorierte Alexander Kremenetzki, Landw.-Ulanen-Reg. Nr. 1. Jüdische Seelsorger i« der*Vekagerte« Kestung H>rzemysl. Unter den in die Kriegsgefangenschaft geratenen Offizieren der Festung Przemysl befindet sich auch der Feldrabbiner D i l l e r, der zunächst der Lemberger Landsturmbrigade zugeteilt, vor Beginn der ersten Belagerung Mil der Festungsseelsorge betraut wurde. Hiebei stand ihm auch der ehrwürdige Gemeinderabbiner Gedalje Schmelkes hilfreich zur Seile, der trotz Bitten seiner Angehörigen ohne Rücksicht auf. seinen leidenden Zustand seine Gemeinde nicht verlassen wollte und mit seltenem 'Pflichteifer seinen Glaubensbrüdern in dieser schweren Zeit die seelsorgerische Fürsorge zuwendere. Manen« achlmeister Aaron Schapira mit der großen Wernen und der goldenen Hapferkeitsrnedaiü'e ausgezeichnet. Es war am 15. Dezember 1914. Der Zugsführer Aaron Schapira der Reserveeskadron des 7. Ulanenregimenrs erhielt den Auftrag, mit sechs Reitern gegen Bochnia aufzuklären. Schapira ritt dorthin und am Wege schon zagten ihm die Zivilbewohner, daß Bochnia vom Feinde besetzt sei. Nichtsdestoweniger ritt er in das Städtchen hinein, nachdem er zuvor einen Meldereiter zur Truppe zurückgeschickt hatte. Vier Mann ließ er in einer gewissen Entfernung zurück und mit nur meinem Reiter sprengte er aus den Marktplatz von 'Bochnia. Dort traf er, wie er später festftellte, 150 Kosaken, an deren Spitze einen Offizier, einen russischen Major. Der Russenmajor ritt unseren Unteroffizier im Galopp an und als er auf Säbelreiche Herankam, versetzte ihm Schapira einen derart wuchtigen Hieb, daß er auf der Stelle kampfunfähig blieb. Die 150 Kosaken erheben hierauf die Hände, worauf Schapira ihnen befahl, die Waffen wegzulegen und er sie gefangennahm. Eine russische Batterie und eine Abteilung Kosaken, die die Gefangennahme der erwähnten Kosakenabteilung bemerkten, jagten in wilder Flucht davon. Die Kosaken sperrte Schapira in die Ortsschule ein und wartete den Eittzug der nachrückenden Truppe ab, welche erst um 6 Uhr abends ankam. Ueber diese Waffentat stellte der Augenzeuge, Bürgermeister Dr. Maiß, dem Zugsführer Schapira folgende Bescheinigung aus: „Es wird hiemit bestätigt, Paß der Zugsführer Aaron Schapira und der Korporal Karl C z u n i a k um 110» Uhr vormittags nach Bochnia geritten gekommen sind und daß sie beide gegen 150 Russen und einen Offizier gefangengenommen haben und dadurch sich eoram pnblico ausgezeichnet haben." Schapira, zuständig nach Wierzbowka, Bezirk Borszczow in Galizien, ist im Jahre 1886 geboren itnd diente drei Jahre beim 2. Dragonerregimente. Anläßlich der Mobilisierung wurde er zur Reserveeskadron des 7. Ulanenregiments transferiert, avancierte zum Zugsführer und erwarb sich bereits in den früheren Gefechten die große silberne Tapferkeitsmedaille. Für die geschilderte Waffenrat in Bochnia wurde er mit der goldenen ausgezeichnet. Er hielt sich durch acht Tage auf Urlaub in Wien auf, um die Spuren seiner in Wierzbowka zurückgebliebenen Frau zu finden. Er hat seit seiner Einrückung von ihr nichts gehört und bittet diejenigen, die etwas von seiner Frau Jelti wissen, um Nachricht an die Redaktion der „Oesterreichischen Wochenschrift". N. F. * * *