Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 15 (9.4.1915)
- Date
- 1915-04-09
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 15 Seite 274 Die Jugendfürsorge setzt bei der SLuglingsfürsorge ein, die sich in naturgemäßer Folge zur FürMge auch für Schwangere und Äöchnerinnen erweitert. Diese Fürsorgetätigleit kann Außerordentliches für die körperliche Regeneration des jüdischen Volkes leisten; ebenso die Fürsorge für Kinder und die dem Kindesalter entwachsenen Minderjährigen. Bei diesen kann auch durch Beratung bei der Berufswahl eine vernünftigere und gesündere berufliche Schichtung der jüdischen Gemeinschaft angestrebt werden. Daß die Pflege^ aufrechter, jüdischer Gesinnung ebenfalls einen Programmpunkt zu bilden hat, bedarf wohl nicht besonderer Erwähnung. Die Fürsorgearbeit für die jüdische Jugend ist aber auch geeignet, Frauen und Mädchen gewisser Mittelstandstreise, die immer mehr den Zusammeichang mit der jüdischen Gemeinschaft lockern und verlieren, zu dieser zurückzuführen. Und noch etwas sehr Wichtiges: Wenn der Wiener Neurologe Dr. Heinrich K aha ne**) von „psychischen Epidemien und Moden" spricht und erklärt, daß „die zunehmende Hysterie und masturbatorische Verirrtheit der Frauen Schlimmes befürchten lasse", kann man sich nicht verhehlen, daß durch diese Bemerkungen viele jüdische Mädchen und Frauen, besonders aus den sogenannten „guten" Häusern, getroffen erscheinen. Uebertriebene Ausübung von Sport und insbesondere ein Uebermaß von Betätigung auf dem Gebiete von Kunst und Wissenschaft von fette vieler, die nicht über die nötige starke künstlerische und wissenschaftliche Begabung verfügen, haben zweifelsohne schon viel Uebles zur Folge gehabt. Die Kinderfürforge, gewiß ein ureigenes weibliches Arbeitsgebiet, erscheint geeignet, gegenüber der drohenden, immer stärker hervortretenden „Entweiblichung" ein Gegengewicht zu bilden. Zielbewußte, straffe Organisation hat sich als ein wichtiges Erfordernis sowohl der Kriegsführung als auch der Abwehr und Milderung der Kriegsfolgen erwiesen. Die organisierte Fürsorge für schutzbedürftige Frauen und Kinder ist eine dringende und wichtige Aufgabe der jüdischen Gemeinschaft geworden. Hier könnten die jüdischen Frauen und Mädchen im Rahmen der durch die- Novelle gebotenen Möglichkeiten wahrhaft Großes leisten. Kataster der Anstalten und Einrichtungen für Kinderschutz und Jugendfürsorge in Niederösterreich, Oöcrösterrcich, Salzburg. Steiermark, Wien, Gerold 1613. **) Tr. Heinrich Hahaue ..Ter Defekte Mensch" Wien 1911 Verlag G. Szelinski. Kriegsdekorationen jüdischer Offiziere und Soldaten. Se. Majestät der Kaiser hat verliehen: das > Militärverdienstkreuz dritter Klasse mit tcr Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde den Leutnants d. R. Emmerich L ö w y, Jnf.-Reg.^Nr. 'd.9, Natan Zins, Jnf.-Reg. Nr. 89, Emanuel Schoßberger, bosn.-herzeg. Jnf.-Reg. Nr. 3; den vor dem Feinde gefallenen Leutnants d. R. Robert K o r a n Y i, Jnf.-Reg. Nr. 2, Oskar Rosen bäum, Landesschützen- Regiment Nr. 1, und dem gleichfalls inzwischen bereits verewigten, als Verfasser patriotischer und jüdischnationaler Gedichte gefeierten Dr. Hugo Zucker mann, Landw.-Jnf. «Reg. Nr. 11; ferner das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes für tapferes und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde den Stabsärzten Dr. Moriz C n g l ä n d e r„ Jnf.-Reg. Nr.^82, Dr. Maximilian Großmann, San.-Chef der 27. Jnf.- Truppen-Division, Dr. Eduard Popper, Res.-Spityl Nr. 3/2; für vorzügliche Dienstleistung dem Vcrpflegsverwalter Moriz Bermann, 43. Landw.-Jnf.-Div.; das goldene.Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille den Regimentsärzten d. R. Dr. Karl Glück, Jnf.-Div.-San.-Anstali Nr. 46, Dr. Friedrich Ruzicka, Feldjäger-Bat. Nr. 13; dem Hauptmann-Rechnungsfich'rer Oswald Reiß, Ulanen-Reg. Nr. 7; das goldene Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille dem Assistenzarzt-Stellvertreter Dr. Benö Fried mann; endlich das Signum laudis am Bande des Militärverdienstkreuzes (kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten den Oberleutnants d. R. Dt* Ludwig Lederer, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 13, Rudolf Ritter von G u t r m a n n, Landw.-Ulanen-Reg unent Nr. 6, Richard Stäuber, Landst.-Jnf.-Reg. Nri 2, Emanuel B e e r, Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 25, Rudolf Popper, Landes- Gend.-Kommando Nr. 5; den Leutnants d. R. Werner- Königs berger (Sohn des Generaldirektors kaiserl. Rat Richard K ö ni g s b e r g e r), Philivv Bachmann, Jnf.-Reg. Rr. 44, Gustav Bader, Korpskommando Nr. 11, Chaim Huppert, Jnf.-Reg. Nr. 22, Max Ungcr, Feldjäger-Bat. Nr. 8, Dr. Paul Schlesinger, Ulanen-Reg. Nr. 6, Rudolf T a u s s i g, Landw. - Jnf.-Reg. Nr. 22, Karl Helle r, Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 38; dem Landst.-Assistenzarzt Dr. Bernhard Neumann, Bat. III/12; dem Oberleutnant-Rechnungsführer Lasar Wernstein, Jnf.-Reg. Nr. 89;. dem Leutnant- Rechnungsführer Leo Rosenheck, Jnf.-Reg. Nr. 20; den Oberärzten Dr. Artur Fischer, Jnf.-Reg. Nr. 50, Dr. Artur Streit, Jnf.-Reg. Nr. 17,-,und Dr. Alfred Schlesinger; dem Regimentsarzt Dr. Karl Löbl, Feldhaub.-Div. II/1; dem Oberarzt Dr,. Richard Steiner, Zahnarzt in Saaz, Korpskommando Nr. 3;