Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 13 (26.3.1915)
- Date
- 1915-03-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite Mt Dr. Wach s Wochenschrift Nr. 13 Zudem ich Zhnen nochmals mein Beileid ausdrücke, bleibe ich mit vorzüglicher Hochschätzung Anton Gras Forgach, Honvedhusaren-Oberleutnant in der 38. Infanteriedivision, Feldpost 23. Das in diesem Briefe erwähnte Schreiben des Offiziersdieners ist gleichfalls ein rührendes Dokument hingebungsvoller Liebe für einen tapferen und gleichzeitig gutherzigen Vorgesetzten. Kekdenmut eines galizischen WarKtjuderr. Saul Sandel recte Fingerhul ernährte sich und feine Familie kümmerlich, indem er in der jüdischen Gasse zu Lemberg Obst feilbot. Zu Kriegsbegimr rückte er als Reserveinfanterist zu denr am südlichen Kriegsschauplatz detachierten Bataillon des Jnf.-Reg. Nr. 80 ein. Er zeichnete sich während der Kämpfe an der montenegrinischen Grenze durch ungewöhnliche Bravour und Unerschrockenheit aus und verstand es, in verschiedenen schwierigen Momenten die übrige Mannschaft zu energischem Vorgchen anzueifern. Der Konrpagniekommandant ermahnte ihn wiederholt, sich nicht zu sehr dem Feuer des Gegners auszusetzen, worauf Sandel, der aufrecht den Schützengraben durchschritt, entgegnete, er wolle den Montenegrinern beweisen, daß sie nur schlecht schießen können. Für sein überaus tapferes Verhalten während des Kampfes um die. . . Höhe wurde er zum Unteroffizier befördert und für die silberne Tapferkeitsmedaille vorgeschlagen. — Am Vortage des jüdischen Neujahrsfestes wurde der brave Krieger von seinem Schicksal ereilt: er fiel, von einem Schrapnellgeschoß getroffen. — Obige Episode wurde uns von einem derselben Kompagnie zugeteilt gewesenen Offizier, der als Verwundeter in Wien weilte, mitgeteilt. Ern jüdischer Matrose auf der „Kaiserin ßtisaöeth". Auf S. M Kriegsschiff „Kaiserin Elisabeth", welche bei Tsingtau so ruhmvoll gekämpft hat, befand sich auch, wie „Egyenlösseg" meldet, der jüdische Matrose aus Ungarn Armin Kalmar. Nach dem heldenmütigen Untergang des Schiffes geriet Kalmar mit mehreren feiner tapferen Kameraden in japanische Gefangenschaft. Gegenwärtig wird er in der Stadt Hymeji interniert gehalten. Dieser Tage erhielt seine in Großwardein lebende Schwester Nachricht von ihm. Der interessante Brief lautet: Liebe Schwester Rosa! Einmal schrieb ich Dir bereits, habe jedoch keine Antwort erhalten. Ich weiß nicht, weshalb Deine Antwort nicht gekommen ist. Ich. muß deutsch, schreiben, denn ungarische Briefe werden nicht befördert. Der Brief wird von der japanischen Kriegsleitung^zensuriert uird kann erst dann offen weitergehen. Ich befinde mich wohl, der Aufenthalt hier in Japan, wo man mich bis zum Ende des Krieges gefangen hält, ist nicht schlecht. Mir fehlt nichts, aber ich bekomme gar kein Geld. Ich weiß nicht, wann ich werde nach Hause kommen können, aber ich glaube, daß ich im Juni werde nach Hause fahren können. Ich wünsche alles Gute und seirde viele Küsse und Grüße der ganzen Familie. Meine Freunde grüße ich. Armin. Gleichzeitig mit diesem Briefe sandte Armin Kalmar auch eine interessante Seidenstickerei aus Japan, ein Andenken an die untergegangene „Kaiserin Elisabeths, welches er in Japan gekauft hat. Die als Dienstandenken angefertigte feine Arbeit stellt in der Mitte das Bild der untergegangenen „Kaiserin Elisabeths dar, über welche zwei gestickte Engel das sieghafte ungarische Wappen halten, während über den ausgespannten ungarischen Fahnen in Goldbuchstaben die Ueberschrift steht: „Zmn Andenken an ineine Reife und meinen Dienst." Auszeichnungen jüdischer Krieger mit dem Kisernen Kreuze. (Bisher wurden 2284 mitgeteilt, in der vorliegenden Nummer 63, zusammen 2347.) - Aachen. Musketier im Reserve - Infanterieregiment 251 Walter Wolfs, Sohn des tönigl. preuß. Ober-Gütervorsteyers Wilhelm Wolf, hier, zurzeit leicht verwundet im Lazarett Cöthen. Annaberg im Erzgebirge. Heinrich C h a n a n g e, Vizewachlmeifter im tönigl. sächsischen Feldartillerieregiment 63, Sohn des Gemeindepräses und Stadtverordneten. Arnstadt. Hugo Ehrlich, Vizeseldwebel, Ingenieur. Afchassenburg. Dr. med. Kahn, Stabsarzt d. R. Augsburg. Josef Heilbconner, Vizeseldwebel im bayrischen Reserve-Infanterieregiment 17; Kurt S i l b e r m a n n, Oberleutnant der Landwehr-Feldartillerie. Berlin. Dr. jur. Rudolf B r o d n i tz, Rittmeister d. L. bei den Krastfahrtruppen einer Armee; Erich Petz; Wilhelm Rothenberg, Vertreter; Dr. Paul Sandstein, Mitglied des freiwilligen Motorbootskorps (gefallen); Oskar Weil, Kriegsfreiwilliger; Dr. med. Benno Bochner, Bataillonsarzt in einem Reserve-Ersatzregiment; Kurt Silber st ein, Unteroffizier d. R. im 2. Garderegiment zu Fuß. Berlin-Friedenau. Dr. phil. I a c o b s s o h n, Essen (Ruhr) beim Reserve-Infanterieregiment 67, unter gleichzeitiger Beförderung zum Vizefeldwebel. Berlin-Wilmersdorf. E r n st E h r e n h a u s, Ingenieur. Bernburg. Dr. med. K l e e st a d t. Breslau. Alfred Cohn, Offiziers-Stellvertreter im 11. Reserve-Infanterieregiment, 2. Bataillon, 5. Kompagnie, erhielt das Eiserne Kreuz an seinem Geburtstage, 2. März; Siegfried Nutz im Landwehr-Infanterieregiment 10, hat seit Beginn des Krieges viele Gefechte in Rußland milgemacht, ist auch zum Gefreiten befördert; Dr. Isidor Sand.elowsty, Oberarzt im Infanterieregiment 23, Spezialarzt für innere Krankheiten. Charlottenburg. Hans G u m p e r t, Unteroffizier in einem Feldartillerieregiment, Referendar. Dresden. Dr. S e w a l d I a f f ö, Leutnant im Landwehr- Infanterieregiment 16, Rechtsanwalt. Dülken. Kaufmann Paul Stern, Vizefeldwebel, zurzeit im Lazarett Saargemünd. Franlfurl a. M. Gold m a n n, im 88. Infanterieregiment, Referendar Mar Wiesbader (außerdem erhielt er die Hessische Tapferkeitsmedaille); Referendar Mar Maier. Freiburg i. Br. Vizefeldwebel im Infanterieregiment 113, Viktor Weil (früher hat Weil bereits die Silberne badische Tapferkeitsmedaille am Bande des Karl Friedrichordens erhalten); Vizeseldwebel im Infanterieregiment 113, Emil Levy, bereits Inhaber der Silbernen badischen Tapferkeitsmedaille am Bande des Karl Friedrichordens; Arthur Levi, Architekt. Gießen. Obermatrose L e o K a n n. Glogau. Georg Blum, unter gleichzeitiger Beförderung zum Sanitätsfeldwebel, Sohn des Kaufmannes Blum, Veteran von 1670/71. Görlitz. Martin N. Wolfs, Kaufmann. Greiz. G u st a v Brinkmann, Unteroffizier der Landwehr, Ingenieur. Grünau. Gqorg Königsberger, Bootsoffizier im freiwilligen Motorbootskorps, Regierungs-Baumeister. Hamburg. Willy Wartenberg, Unteroffizier. Hamm (Westfalen). Offiziers-Stellvertreter Rechtsanwalt Dr. Erich Samuelsdorf, Sohn des H. M. Samuelsdorf in Wattenscheid. Hellenthal (Eise!). Adolf Heumann, cheim 2. Seebataillon. Karlsruhe. Walter Türk, Ingenieur-Praktikant. Bad Kissingen. Stabsarzt Dr. Siegfried Wahle. Leopoldshall. Benno Gottheiner. Mainz. Markus Lehmann, Unteroffizier der Reserve im Infanterieregiment 221, bei den Kämpfen in den Karpathen,