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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-03-19 · 12 (19.3.1915) · page 6

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
12 (19.3.1915)
Date
1915-03-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Seite 218 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 12 Verwundeten an. Er verlor seine Kaltblütigkeit auch dann nicht, als rings um ihn fast sein ganzes Hilfspersonal verwundet und blutüberströmt am Boden lag. Er verließ den improvisierten Verbandplatz erst, als fein Regimentskommandant ihm befahl, behufs Verbindung der eigenen Wunde den Verbandplatz aufzusuchen. Befördert. Rudolf Pächter, Sohn des Großindustriellen Adolf Pächter in Bodenbach an der Elbe, der seit Anfang August im Felde steht, - wurde zum Oberleutnant befördert. Herr Arthur Gans, Prag, der zu Kriegsbeginn als Leutnant einrückte, wurde zum Oberleutnant befördert und für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Signum laudis ausgezeichnet. Herr Arthur Gans war früher Mitchef der Firma Em. Gans' Söhne, B.-Leipa. Professor Aron Wensdelr. Das Professorenkollegium der königl. ung. staatlichen Oberrealschule in Kremnitz gibt in einer Parte mit innerem Schmerze, aber patriotischem Stolze bekannt, daß chr geliebter Kollege Aron Bensdek, ordentlicher Professor, Reserveleutnant des königl. «ung. 4. Honvedinfanterieregimentes, Besitzer des Signum laudis im dreißigsten Lebensjahre, im fünften Jahre seines eifrigen, erfolgreichen Wirkens als Professor, am 27. November 1914, nachdem er an mehreren Kämpfen teilgenommen hatte, in heldenhaftem Sturmangriff auf dem nördlichen Kriegsschauplätze für das Vaterland gestorben ist, und dortselbst von seinen Kameraden begraben wurde. „In dem Verewigten — heißt es in der Traueranzeige — verliert unsere Anstalt einen mit hervorragendem pädagogischem Gefühl gesegneten, pflichtbewußten Professor, die Jugend einen väterlichen Erzieher und Lehrer, seine Kollegen einen hingebungsvollen Freund und Berufsgenossen und die Gesellschaft einen charaktervollen Menschen. Sein Leben und sein Tod werden auch der späten Nachwelt zum. Muster dienen. Wir schließen sein Andenken pietätvoll in unser Herz!" —Die Chewra-Kadischa veranstaltete vor kurzem eine Trauerandacht zu Ehren der aus Kremnitz stammenden jüdischen Helden, wobei Rabbiner Markus Reichard ganz besonders des aus dem Felde der Ehre gefallenen Professors Aron Bensdek gedachte. An dieser Trauerfeier hat auch das gesamte Professorenkollegium mit den Schillern der achten Klasse, deren Klassenvorsteher der Verstorbene war, teilgenommen. Kanonier Kövesdi. Max Kövesdi, Kanonier, im Zivil Kaufmann in Stuhlweißenburg, wurde für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde mit der sllbernen Tapferkeitsmedaille erster Klasse ausgezeichnet. In den Kämpfen bei Piotrokö ist der Batterie, bei welcher Kövesdi als Feuerwerker dient, die Munition ausgegangen und die Situation wurde infolge des heftigen Feuers des Feindes kritisch. Da untenuchm es Kövesdi, von dem einige Kllometer rückwärts befindlichen Train Munition herbeizuschaffen. Er machte sich auch! auf den Weg und brachte unter dem furchtbarsten Kreuzfeuer drei Wagen Munition zur Stelle. Diese seine Tat hat nicht nur unsere Geschütze gerettet, sondern beeinflußte auch entscheidend die dem Feinde zugefügte Niederlage. Alexander Adler. Alexander A d l e r, Mediziner, 19 Jahre all, Legionär, Kadett-Feldwebel, über dessen schöne Waffentaten wiederholt berichtet wurde, hat sich in den Karpathen abermals ausgezeichnet, weshalb er außertourlich zum Leutnant befördert und von Sr, Majestät für tapferes und erfolgreiches Beinhalten vor dem Feinde mit dem Signum laudis ausgezeichnet wurde. Der Kommandant der vierten Kompagnie der Legion verständigte den Bruder, Arthur Adler, von dieser Auszeichnung und schreibt u. a. : „Alexander Adler kennt jeder im Regiment als das Musterbild der heldenmütigen Tapferkeit und eines von glühender Vaterlandsliebe durchdrungenen Patrioten." Alexander Edler, der noch vor einem Monat gewöhnlicher Zugsführer in der Legion war, ist jetzt schon ein mit dem Signum laudis und der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichneter Leutnant der Legion. Belobende Anerkennung des Erzherzogs. Hermann Berger, Ingenieur, Reserveleutnant im Telegraphenregiment, erhielt für seine auf dem nördlichen Kriegsschauplätze geleisteten hervorragenden Dienste das folgende Anerkennungsschreiben: „Ich spreche dem Leutnant i. d. Reserve Hermann Berger, Zugskommandant der Armee-Telegraphenabteilung 34, für seine viermonatliche, von unermüdlichem Fleiß und nie erlahmendem Pflichteifer getragene Dienstleistung bei den Telegraphenformationen des 4. operierenden Armeekommandos die belobende Anerkennung des Armeekommandos aus. Okocim, am 24. Dezember. 1914. Erzherzog Ios ef Ferdinand m. p." Der gefallene Kantor. Der Kantor der israelitischen Kultusgemeinde in Magyar-Kanisza, Hermann Blumenberg, der im Eperjefer Regiment gedient hat, ist auf dem nördlichen Kriegsschauplätze den Heldentod gestorben. Cr hinterläßt eine Witwe und ein Kind. Der gefallene Held, der im Alter von 30 Jahren stand, war in seiner Gemeinde sowie in Szabadka, wo er vor dem drei Jahre lang gewirkt hatte, als wahrhaft frommer, rechtschaffener und pflichttreuer Mann sehr beliebt: Reichsdeutsche jüdische Kel'den in Budapest. Aus Budapest wird uns geschrieben: In dem hiesigen von dem Fabrikanten Manfted Weisz errichteten Spital befinden sich auf der chirurgischen Abteilung unter anderem auch ungefähr dreißig Mische Helden aus dem Deutschen Reiche in Pflege. Fast alle schmückt das Eiserne Kreuz als Anerkennung chres tapferen, heldenmütigen Verhaltens vor dem Feinde. Die meisten wissen recht interessante Erlebnisse, die Ursachen ihrer Auszeichnung, zu erzählen. Ein Teil hebt mit Stolz hervor, daß er zum Zeichen der Anerkennung zum Unteroffizier befördert wurde. Alle diese jüdischen Soldaten wurden in den Karpathenkämpfen verwundet oder schwer krank. Mancher unter chNen mußte einer schweren Operation unterzogen werden, aber dank der aufopfernden Pflege befinden sich bereits alle außer Gefahr.

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