Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 12 (19.3.1915)
- Date
- 1915-03-19
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 216 . Nr. n Dr. BWHs Wochenschrift. der Juden in: Rayon der Armee und deren Eintritt im R a y o n w e st l i ch der Stad t I a r o slau verboten und Zur Verhinderung eventueller Verleumdungen der friedlichen, mit uns sympathisierenden Bevölkerung seitens der Juden und zur etrvaigen Auffindung von Spionjuden anbefohlen, Geiseln zu nehmen, «auf welche die Strafe auferlegt wird: Todesstrafe durch den Strang. Für jeden einer Strafe seitens der Oesterreicher oder Reichsdeutschen unterworfenen friedlichen Bewohner und für jeden gefangenen Spionjuden werden zwei Geiseln zur Verantwortung gezogen. Diese Maßregel wird ausschließlich im Interesse der friedlichen, mit uns sympathisierenden Bevölkerung zu deren Schutz vor den Aufhetzereien unsres Gegners auf dieselbe auf Grund der Verleumdungen der Juden getroffen und erscheint als erzwungenes Resultat einer sechsmonatigen Geduld und der festen Ueberzeugung von der Illoyalität und Grausamkeitder Juden der Ortsbevölkerung gegenüber." Wir enthalten uns jedes Kommentars über diese an die düsterste Zeit des Mittelalters gemahnende Maßregel. Gin Erlaß des Fcstungskommandantcn von Nowo- Grorgiewsk. Stockholm, 16. März. Der Festungskommandant von Nowo-Georgiewsk erließ an die chm unterstellten Truppen des Festungsrayons folgenden Befehl unter dem 27. November a. St. Nr. 89: In deutschen Blättern find Artikel erschienen, worin davon gesprochen wird, daß die Deutschen in den russischen Juden hoffnungsvollen Verbündeten begegnen, die, abgesehen davon, daß sie für die Verproviantierung sorgen, als die besten, teilweise uneigennützig - sten Spione erscheinen, bereit zu allen Diensten, wenn nur zum Schaden der russischen Interessen. In einem Siege der Deutschen erblicken die Juden ihre Errettung vom Zarenjoche und von der Unterdrückung durch die Polen. Analoge Mitteilungen treffen fortgesetzt auch von den Truppen ein. Züm Zwecke der Sicherung der Truppen gegen die schädliche Tätigkeit der jüdischen Bevölkerung hat der Oberbefehlshaber angeordnet, bei der Besetzung von bewohnten Punkten von derjüdischen Bevölkerung Geiseln zu nehmen und die Bewohner darauf hinzuweisen, daß im Falle verräterischer Tätigkeit irgendeines Ortsbewohners dieGeifeln hingerichtet würden, und zwar nicht nur während der Periode der Besetzung des betreffenden bewohnten Punktes durch unsere Truppen, sondern auch nach dessen RäumNng, falls dies erforderlich werden würde. Bei Besetzung von bewohnten Punkten hat man sich daher durch eingehende Untersuchung zu überzeugen, ob Zubchör für drahtlose Telegraphie vorhanden sei und ob sich eine Signalstation, Brieftaubenstationen, unterirdische Telegraphenanlagen usw. vorfinden. Mit den dabei betroffenen Personen ist nach der ganzen Strenge des Gesetzes zu verfahren. Aus Grund des Telegrammes des Generals Oranowski, Nr. 3432, der Kommandant des Festungsrayons: G. d. K. Bobyr. Der Befehl wurde am 2. Dezember 1914, abends 6 Uhr, von der Druckerei ausgegeben. Unterdrückung der deutschen Sprache in Rußland. Berlin, 16. März. Wie „Rjetsch" mitteilt, werden die Massenbestrafungen in Rußland wegen Deutschsprechens jetzt auch auf den Gebrauch des jüdischen Jargons ausgedehnt, da dieser der deutschen Sprache Ähnlich ist. Sämtliche jüdisch geschriebenen Briefe werden von den russischen Postämtern vernichtet. Ein Auftrag des Großfürsten Nikolaj. Der Spezialberichterstatter des „Pesti Hirlap" erfährt über den Plan der russischen Kriegsleitung, 1500 jüdische Familien über die Feuerlinie abzuschieben, von maßgebender Seite folgendes: Die unerhörte Brutalität des russischen Kommandanten hat ihren Ursprung in einem Auftrag des Großfürsten Nikolaj Nikolajewitfch, der unter allen Großfürsten Rußlands der grausamste Judenverfolger ist. (Dom Jahrmarkt des Lebens. Kriegsdekorationen jüdischer Wiziere und Soldaten. Se. Majestät der Kaiser hat verliehen: das Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit der Kriegsdekoration für tapferes Verhalten vor dem Feinde dem Oberleutnant d. Res. Max Birn stein, Landst.-Jns.- Reg. Nr. 29; dem Leutnant d. Res. Wilhelm Glück, Jnf.-Reg. Nr. 63; das 8iß-num lau is am Bande des Militärverdienstkreuzes (kaiserliche belobende Anerkennung) für tapferes Verhalten dem Oberleutnant d. Res. Mendel B e r g - grün, Eisenb.-Reg.; dem Oberarzt Dr. Alfred Eisenstädter, Jnf.-Reg. Nr. 83; dem Assistenzarzt Dr. Alexander Weisz, Jnf.-Reg. Nr. 71; den Leutnants d. Res. Julius Schlesinger, Jnf.-Reg. Nr. 5, Emil Salz, Feldkanonenregiment Nr. 22, Max Brachtet, Jnf.-Reg. Nr. 65; dem Landsturmleutnant EliasHirsck-t Horn, Feldhaub.-Reg. Nr. 11; das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande der Tapferkeitsmedaille dem Stabsarzt Dr. Ignatz Kaud.er, Kommandant der ,K.-Tr.-)D. Nr. 6; das goldene Verdienfikreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille für vorzügliche Dienstleistung vor dem Feinde dem Fähnrich d. Res. Victor Lazarus, Eisenb.- Reg., und dem Assistenzarzt-Stellvertreter Dr. Nissen Doller, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 22; das silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille dem Feldwebel Josef Braun, Jnf.-Reg. Nr. 63; dem Landst. -Wachtmeister Hermann Pollak, Landst.-Jnf.-Reg. Nr. 2; dem Rechnungsunteroffizier 1. Kl. Jakob Schwarz, Landw.-Ulanen-cReg. Nr. 1; dem Feldwebel Wilhelm Fleischmann, San.- Anstalt 3/2; das silberne Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille dem Bandagenträger Gefr. Rubin Hahn, Landst.-Bat. 1/33; dem Zugsführer Samuel Hubel, mob. Res.-Spital 5/10; dem Feldwebel Max Klein, Jnf.-Reg. Nr. 68. Silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse: Fähnrich d. R. Erich Roth, Jnf.-Reg. Nr. 1; Korporal Leo Cifenberg, Jnf.-Reg. Nr. 56; Gefreiter Josef Kaufmann, Sapp-Bat. Nr. 14; Fähnrich d.R. Hermann Grosz, Jnf.-Reg. Nr. 65; Kadett d. R. Alexander Kremenetzky, Landw.-Ulanen-Reg. Nr. 1; Vormeister Josef Salzmann, schwere Haub.-Div. 11; Feldwebel Philipp Gelles, Sapp.-Bat. Nr. 11; Zugsführer Heinrich Munzberg, Jnf.-Reg. Nr. 21; Einj.- Freiw. Salomon Aschkenasy, Jäg.-^Bat. Nr. 32. Silberne TapferkeitsMedaille zweiter Klasse: Kadett d. R. Dr. ■ Samuel S dyt esinger, Landst.-Marsch-Bat. 11/36; Fähnrich d. R. MaxMund, Landw.-Marsch-Bat. 11/12; Zugsführer- Jakob Leib Würzberg und Korporal Elias Kammermann, Landw.-JnfZReg. Nr. 33, Tit.-Zngsführer Adolf Weiser, ung. Landst.-Bat. III/8; Kokett d. Res. Julius