Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 11 (12.3.1915)
- Date
- 1915-03-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 19S Dr. Blochs Wochenschrift. Nr. 11 Dem Oberleutnant i. d. Res. des 3. Ulanenregiments Dr. Ernst Petschek, Sohn des Großindustriellen Herrn I. Petschek in Aussig, wurde für tapferes Verhalten vor dem Feinde das m uum lauuis verliehen. Dr. Ernst Petschek wurde vor kurzem zum Oberleutnant befördert. — Reserveleutnant Erwin Strauß, Beamter der Firma Gebrüder Gutmann, erhielt für seine unerschrockene und tapfere Haltung vor dem Feinde das Signum la uilis. Verliehen wurde: eirdlich das silberne Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille für hervorragendes Verhalten vor dem Feinde dem Rechnungsunteroffizier 1. Klasse Samuel Pseffer, Ulan.-Reg. Nr. 13; dem Oberbefchlagmeister Simon Maurer, Ulan.-Reg. 7; das silberne Verdienstkreuz am Bande der Tapferkeitsmedaille dem Tit.-Zugsführer Alexander Weinberg, Jnf.-Div.-San.-Anstalt Nr. 25. Kriegsauszeichnung des Universtlätsdozenten Ar. Spät. Se. Majestät der Kaiser hat dem Regimentsarzt und Universirätsdozenten an der deutsch-medizinischen Fakultät in Prag Dr. Wilhelm Spät, zugeteilt dem mob. Epidemielaboratorium Nr. 5 (Festung Przemysl), für vorzügliche und aufopferungsvolle Tätigkeit vor dem Feinde das Ritterkreuz des Franz Josef-Ordens am Bande des Militärverdienstkreuzes verliehen. Doktor Spät ist der Sohn des verstorbenen jüd. Matrikenführers in Grodek bei Lemberg, absolvierte seine Gymnasial- und Universitätsstudien unter den schwierigsten Verhältnissen in Lemberg, worauf er sichzunächst der militärärztlichen Karriere widmete. Mehrere Jahre in Dalmatien stationiert, erhielt er für seine den Mohammedanern gewidmete ärztliche Fürsorge den Mesch.'djeorden. Nach Prag versetzt, widmete er sich mit ungewöhnlicher Ausdauer dem Studium der Hygiene, lenkte bald die Aufmerksamkeit maßgebender Persönlichkeiten auf seine Leistungen und veröffentlichte mehrere sehr beachtenswerte Arbeiten, auf Grund deren feine Habilitierung erfolgte. Nachdem er ein Jahr beurlaubt war, wurde er zu Kriegsbeginn mit anderen Professoren einem Epidemielaboratorium zugeteilt. Juden mit der goldenen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Diese seltene und höchste Auszeichnung für Mannschaftspersonen wurde laut Pers.-Verordnungsblattes Nr. 31 an elf Soldaten verliehen, worunter sich nachstehende Glaubensgenossen befinden: Zugssührer Aron Schapira, Ulan.-Reg. Nr. .7 (Erg.-Bezirk Tysmienica in Galizien); Zugsführer Hermann Heller, Jnf.-Reg. Nr. 93; Leutnant d. Res. Dr. Kurt Widrich, reitende Art.--Div. Nr. 2, und Korporal Samuel Ki ß, Jnf.-Reg. Nr. 65. Unter der Ueberschrift „Helden" meldet Roda-Rvda in der „N. Fr. Presse" vom 6. März: Die erste goldene Tapferkeitsmedaille im Korps erwarb sich der Feldwebel Moses Fuß der Landwehr Nr. 18. Er war mit zwei Geschützen zur Unterstützung der Infanterie in die Schwarmlinie vorgeschickt worden. Die Russen konzentrierten chre Artillerie auf chn und zerschossen chm daS eine Geschütz. Dann stürmten sie. Die eigene Infanterie ging zurück. Die Bedienungsmannschaft des Geschützzuges war bis auf einen Mann gefallen. Der Fähnrich mit seinem letzten Kanonier sandte den stürmenden Russen 24 vortempierte Schrapnells entgegen, und er ganz allein brachte die Russen zum Weichen. Korporal Werner (er ist seither Feuerwerker geworden) kommandiert die Munitionsstassel. Er sieht, daß seine Batterie von rechts aus einer Scheune bei Wilkölaz (15 Kilometer nordöstlich von Krasnik) Feuer bekömmt. Er schleicht mit einem Mann an die Scheune und überrascht dreizehn Russen darin. Auf solch eine Ueberzahl hat er nicht gerechnet. Doch er verzagt nicht; brüllend, mit dem Säbel und der ungeladenen Pistole vor sich, geht er auf die Russen los, und — alle dreizehn ergeben sich. Er hat die goldene Tapferkeitsmedaille bekommen. („N. Fr. Presse", 7. März 1915.) Der Patrouillenführer Titular-Wachtmeister Adam Klein des Gendarmeriekorps für Bosnien und Herzegowina erhielt den Auftrag, einige am jenseitigen Ufer der Drina verankerte Flöße herüberzuschaffen. Er übersetzte den Fluß in einem Kahne und begann, trotz des heftigsten feindlichen Feuers, seine Arbeit. Er führte zuerst ein Drahtseil über die Drina und bekam mit Hilfe dieser -improvisierten Fähre glücklich zwei Flöße auf unsere Seite. Kaum war er am diesseitigen Ufer gelandet, so nahm er wahr, daß sich noch drüben eigene Leute abgetrennt befänden, welche in der höchsten Gefahr schwebten, von den Serben gefangen zu werden. Zweimal' noch fuhr der todesmutige Wachtmeister hinüber und brachte im ganzen 47 Soldaten über den Fluß, welche sonst unrettbar in Feindeshände gefallen wären. Nachdem er die letzten Leute geborgen hatte und er selbst im Kahne zu rudern begann, brachte er zwei Serben, die mittlerweile bereits bis zum Uferrande vorgekommen waren, unter Todesdrohungen dazu, das ausgespannte Kabel am Ufer loszuhauen. Wachtmeister Klein erhielt die goldene Tapferkeitsmedaille. Silberne Tapserkeitsmedaille erster Klasse erhielten: Res.-Jnfanterist Andreas P o l l a k, Jnf.-Reg. Nr. 76; Tit.-Zugsführer Benjamin W i l d e rmann, Jnf.-Reg. Nr. 30; Zugsführer Jsak Schieber und Infanterist Josef Schleicher, Jnf.-Reg. Nr. 59; Nechnungsunteroffizier Osias Feßler, Jnf.-Reg. 65; Feuerwerker Leo Silberbusch, Fest.-Art.-Reg. Nr.3; Vormeister Josef Friedmann, Feldhaub -Reg. Nr. 11; Ers.-Reservist Alois Reich, Jnf.-Reg. Nr. 87; Patr.- Führer Friedrich Mandl, Feldjäger-Bat. Nr. 9; Zugsführer Leo Kraus, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 10; Tit.- Feldwebel Johann Kohn und Offiziersdiener Jakob K u k, Jnf.-Reg. Nr. 17; Kadettaspirant Anton Singer, Jnf.-Reg. Nr. 4. Der in Russisch-Polen verletzte Wachtmeister der 2. Traindivision, Hans Bloch, 9. Bez., Türkenstr. 9, erhielt für sein Verhalten dem Feinde gegenüber die silberne Tapferkeitsmedaille erster Klasse. Silberne Tapferkeitsmedaille zweiter Klasse erhielten: Wilh. S ch w a g e r, 44. Landwehr- Feldkanonendivijion, Sohn des Kultusvorstehers Benedikt Schwager in Linz; CInfanterist ' Moses Beer, Jnf.-Reg. Nr. 63; Einj.-Freiw-Iorporal Berl Jsak Kos und Einj.-Freiw.-Infanterist Jsak Widner, Jnf.-Reg. 41; Zugsführer Markus Salfelner, 9. Jäger-Bat.; Stabsfeldwebel Karl Pollak, Jnf.-Reg. Nr. 19; Korporal Heinrich Grosz, Jnf.-Reg. Nr. 71; Infanterist Ignaz Silber Horn, Jnf.-Reg. 23; Feldwebel Ernst Gold, Eisenbahn-Rg; Zugssührer Bruno Glaser, Jäger-Bat. Nr. 5; Stabswachtmeister Chaim Krug, Ulan.-Reg. 3; Korporal Moses Müller, Ait.-Korporal Sigmund Bardach, Tit.-Gefreiter Samuel Röder, alle drei vom