Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 10 (5.3.1915)
- Date
- 1915-03-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Är. 10 Zeit jene eines Vizepräsidenten bekleidete, appelliert, in dieser schweren Zeit das Präsidium wieder zu übernehmen. Herr kais. Rat Anninger hat diesem Appell mit dallkenswerter Bereitwilligkeit Folge geleistet und wurde in der Vorstandssitzung vom 18. Januar d. I. einstimmig zum Präsidenten gewählt. Herr Dr. I. Samuely wurde an Stelle Anningers zum Vizepräsidenten gewählt und Herr Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Edmund Kornfeld in den Vorstand kooptiert. An unsere Skauöensgeuossen! Von unbekannter Seite wird mit einer ganz unzureichenden und teilweise auch unrichtigen Begründung nach dem Schneeballsystem eine Aufforderung an unsere Glaubensgenossen in Umlauf gesetzt, welche von allen ernsten und ihrer Verantwortung in dieser _ schweren Kriegszeit vollbewußten Faktoren auf das Entschiedenste verurteilt wird. Wenn auch gegen die unerläßliche Pflicht, in diesen Tagen alle Parteigegensätze außer acht zu lassen, leider noch immer von einzelnen Personen oder Organen gesündigt und hiedurch berechtigter Mißmut erregt wird, so darf doch hiesür nicht die staatliche Gesamtheit verantwortlich 'gemacht werden, innerhalb welcher auch wir Juden mit dem Aufgebot all unserer Kräfte zur Verteidigung des Vaterlandes Mitwirken. Wir richten daher an unsere Glaubensgenossen die dringende Bitte, in unbeirrt patriotischer Gesinnung dem weiteren Umlauf jener Aufforderung, welcher übrigens auch gesetzlich. unstatthaft ist, sofort Einhalt zu tun, indem jedermann, dem ein solcher Zettel in die Hände gelangt, denselben ungesäumt vernichtet. Wien, 3. März 1915. Der Vorstand - % der „Desterreichisch-IsraeLitischen Union". Wien. (Generalversammlung.) D.er israel. Tempelverein für Mariahilf und Neubau hält Samstag, den 6. März, abends halb 7 Uhr, im Sitzungssaal des Tempelvereines, 6. Bez., Schmalzhofgasse 3, die 41. ordentliche Generalversammlung ab. Konzert Kon Juchs. Mittwoch, den 24. März l. I., Wiener Konzerthaus (mittlerer Saal), unter dem (Protektorate der Gräfin Johanna von Hartenau zugunsten des Reserve- Spitales Nr. 11 (Orthopädische Anstalt und Jnvalidenschule) und der notleidenden flüchtigen Kantoren aus Galizien und der Bukowina. Aufruf! Von befreundeter Seite und auch von berufener hoher Stelle aufgefordert, mich im öffentlichen Interesse wieder in den Dienst der Nächstenliebe zu stellen, habe ich mich mit Rücksicht auf den großen Erfolg, den mein Konzert am 17. Dezember v. I. hatte, entschlossen — und ich gehe damit einem tiefen Herzensdrange nach, — am 24. März l. I. unter dem Protektorate der Gräfin Johanna von Hartenau ein-Wohltätigkeitskonzert zu veranstalten.- . Ich glaube damit eine hohe, moralische Pflicht zu erfüllen, denn die traurigen Folgen des gegenwärtigen Weltkrieges, in dem unsere Brüder im Felde Gesundheit und Leben opfern, um uns, unsere Frauen und Kinder, unsere Habe und unsere Kultur von der Invasion mordgieriger Horden zu schützen, verpflichten, ja zwingen uns förmlich, alles 'auszubieten, um wenigstens diese Folgen in ihrer bitteren Härte abzuschwächen. Seite 18& Zuvörderst soll sich unser Mitleid und unsere.Obsorge jenen Unglücklichen zuwenden, die verstümmelt vom Schlachtfelde heimgesandt wurden. Sie wollen wir der trostlosen Niedergeschlagenheit, der schwermütigen Verzweiflung, der starren Hoffnungslosigkeit entreißen, wollen sie für den Lebenskampf aufs neue schulen, sie wieder arbeits- und erwerbsfähig machen, ihnen durch tätige Hilfe und freundlichen Beistand neuen Lebensmut und neue Lebensfreude einflößen und sie so dem Staate und der Familie als brauchbare Mitglieder wiedergeben. Als Oberkantor der ersten Kultusgemeinde der Monarchie obliegt mir aber auch die zwingende Pflicht, der armen, unglücklichen Kollegen nicht zu vergessen, die heimatflüchtig, im Elend des Exils, oft bis zu zehn Personen eingepfercht in ein kleines Gelaß, hier darben, frieren und hungern. Unter den Ünbilden des Wetters droht ihnen zudem noch der Verlust ihrer Stimme, der einzigen Grundlage des Familienstandes, /nachdem ihnen Habe und Gut von mordsüchtigen Vandalen geraubt und vernichtet wurde. Von solchen Regungen getragen, lade ich zum Besuche meines Konzertes ein. Die Zwecke, denen es gewidmet ist, sprechen eine beredte Sprache, und im Namen der Unglücklichen, denen sie gelten, bitte ich: Helfen Sie namenloses Unglück, Elend und Not nach Ihren Kräften mildern und mindern, wie das jüdische Herz es Ihnen gebeut. Wenn auch diese große schreckliche Zeit wiederholt den Zehent der Nächstenliebe Ihnen abverlangte, so wollen wir zeigen, daß den Juden der Spruch ihrer Weisen Gesetz geworden ist: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!" Don Fuchs, Oberkantor der isr. Kultusgemeinde (Stadt-Tempel). Hochherzige Ueberzahlungen werden öffentlich ausgewiesen. Karten zu 10, 6, 4, 3, 2, 1.50 Kr. (Stehparterre) find erhältlich im Wiener Konzerthaus, in der Hofmusikalierchandlung Guttmann und beim Konzertgeber Don Fuchs, 1. Bezirk, Postgasse 16. Speuden-Auöweis für die notleidenden flüchtigen Kantoren. Weitere Spenden zugunsten der notleidenden flüchtigen Kantoren aus Galizien und der Bukowina sind bei Oberkantor Don Fuchs eingelaufen: Kultusgemeinde Györ (Raab) Kr. 20.— Kantor Ignaz Koffler, Nagy-Karoly „ 20.— Josef Nossig, Wien, XVII1. „ 5.— Rabbiner Löblovits Berwat, Kiskörös „ 20.— Sammlung des ersten Kantors Margulies, Wien, XXI. : A. Frankl Kr. 2. Eisinger Friedrich .. 4.— Dawid Haas „ 2. - Adolf Reininger, Bethausvorstand „ 3.— Dr. Samuel Ruß * 5.— Betty Schlesinger „ 2.— Rabbiner Dr. Frankfurter „ 6.— Israel. Kultusgemeinde Szenicze (von der Spende des Präses Hermann Deutsch) .. 25.— Das Unterzeichnete Komitee dankt den verehrlichen Gemeinden, Korporationen sowie den einzelnen geehrten Spendern herzlichst und bittet, auch fernerhin im Interesse der guten Sache tätig zu sein. Das Komitee: Don Fuchs Oberkarltor der israelitischen Kultusgemeinde im Stadt-Teuipel. L. Müller, S. L ö w y, Oberkantoren. M. M a t y a s, M. B. Kaufmann, I. Schleifer, G. Margulies, Erste Kantoren. I. S m o t r i tz k y, B. I lm e r, M. Ha r e n d o r f, M. Weißmann, Kantoren. Bei der Redaktion der „ Oesterreichischen Wochenschrift" sind eingelaufen: Israelitische Kultusgemeinde Dunapataj Kr. 50. - * „ Pecs „ 20.— . „ Bajan „ 30. - Bethausverein „Machasike Thora", Wien, V., Wiedner Hauptstraße 83 „ 15.— Salomon Herzl, Seniorchef der Fkrma^Br.sHerzl, Men, I., Spiegelgasse 13. " „ io.— Dr. Bloch's Wochenschrift