Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 32 (1915)
- Issue
- 10 (5.3.1915)
- Date
- 1915-03-05
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
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(Seite 186 Dr. Bloch's Wochenschrift Nr. 10 Wien. (Verband der isr. Religionslehrer ölt den öfterr. Mittelschulen.) Am 23. Februar d. I. fand unter dem Vorsitze des Obmannes, Herrn Rabbiners Dr. M. Rosen mann, die zweite Ausschuß- Sitzung statt, iip derüber-finanzielle Angelegenheiten des Verbandes berichtet wurde. Hierauf gelangte ein aus dem Kreise der galizischen Mittelschullehrer, an den Ausschuß gerichtetes Schreiben bezüglich Eröffnung eines Fortbildungskurses Zur Verlesung, welche Anregung unter Beachtung der Kompetenz' des Ausschusses sympathische Aufnahme fand. Oberbibliochekar Dr. Bernhard Münz. Freunde und.Verehrer des Oberbibliothekars Dr. Bernhard Münz wird es interessieren, daß Herr Dr. Münz am 14. März sein 25jähriges Jubiläum als Bibliothekar der Wiener israel. Kultusgemeinde feiert. Kommunalu. Hleligionslehrer Simon Weiß f. K. Am 25. Februar a. c. starb in Währing Kommunal- und Religionslehrer Simon Weiß im 73. Lebensjahre. Mit ihm schied ein Mann aus dem Leben, dem durch seine besonders schönen Charaktereigenschaften die Liebe und Verehrung aller, die ihn kannten, zuteil wurde. Durch volle 45 Jahre als Kommunal- und Religionslehrer tätig, erwarb er sich durch sein bedeutendes Wissen die Anerkennung seiner Vorgesetzten Behörden, durch sein gewinnendes Wesen die innige Liebe der Kinder, die ihm zur Erziehung anvertraut wären. Sein Bestreben, stets zu helfen, gab ihm oft Gelegenheit, sich auf humanitärem Gebiete zu betätigen. Unendlich trauern um ihn die Gattin, welche in fast 40 jähriger Ehe in treuer Liebe an ihm hing, welche ihm die treueste Lebensgefährtin und während seiner Krankheit die aufopferungsvollste Pflegerin war, vom tiefsten Schmerze erfüllt, trauern um ihn seine Kinder, welchen er der fürsorglichste Vater war und die in inniglicher Liebe und Verehrung stets zu ihm emporblickten. Die Trauerfeier fand Sonntag, den 28. Februar a. c., statt, und die große Teilnahme gab den Beweis, welch großer Verehrung sich der Verstorbene in den weitesten Kreisen erfreute. Es waren erschienen: vom Bethausvorstande für den 18. und 19. Bezirk der Präses Herr Kultusvorsteher Emanuel H o s sm a n n und die Herren Dr. Ignaz Winter, S. I. Stern, Richard Bergmann, I. Grotte, Josef No ssig, der Gesamtvorstand der Chewra-Kadischa, Vertretungen des Vereines Chesed schel Emes, Gomle chrsed, des Lshrervereines Palme, des Lehrkörpers der städtischen Knaben-Volksschule im 17. Bezirk, die Religionslehrer der israelitischen Kultusgemeinde unter Führung des Herrn Inspektor Moritz Kanitz, der Beamtenkörper der israelitischen Kultusgemeinde, für die Firma M. B. Neumanns Söhne der Seniorchef Herr Adolf Edler von Neumann mit dem Direktor Hrn. Rothmüller und Oberbuchhalter Förster und die Beamten, Herr Inspektor Dr. Langfelder, Herr Oberrechnungsrat W o l l n e r, Kollegen aus den Lehrerkreisen u. v. a. Nach den durch Herrn 1. Kantor Serebrenik in Begleitung des Chores in würdevoller Weise zum Vortrage gebrachten Trauergesänge trat Herr Rabbiner Dr. F e u ch t w a n g an die Bahre, um den teueren Verblichenen einen Nachruf zu halten. Seine Worte übten eine tief ergreifende Wirkung auf die Familie und die vielen Trauergäste. Sprach er doch als Mann, welcher den Verstorbenen durch viele Jahre persönlich kannte und dessen schöne Charaktereigenschaften er mit herzlichen Worten aus eigener Ueberzeugung würdigen konnte. Schulinspektor K a n i tz sprach in Vertretung des Kultusoorstandes, im Namen des Ortsschulrates sowie der Religionslehrer und im eigenen Namen Worte des Dankes. In tief ergreifenden Worten kennzeichnete er das Wesen des Verstorbenen, sein Empfinden. als treuer Jude und sein Wirken als Lehrer. Sodann bewegte sich, der Trauerzug zu dem durch den Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde beigestellten Ehrengrabe. Das Andenken des Verstorbenen wird stets ein ehrendes sein. Wien. Die Bukowinaer akademische Landsmannschaft „Jordania" in Wien richtete anläßlich des Sieges unserer Truppen in der Bukowina an den Armeekommandanten G. d. K. Freiherrn v. Pflanzer-Baltin nachstehendes Telegramm: „Dem siegreichen Führer und seinen tapferen Truppen ruft voll Dankbarkeit für die Befreiung der teuren Heimat ein helljubelndes Hoch entgegen. Bukowinaer akademische Landsmannschaft „Jordania"." Hierauf langte von Seiner Exzellenz folgendes Telegramm an: „Bukowinaer akademische Landsmannschaft „Jordania", Wien, Universität. Meinen wärmsten Dank für freundliche, mich beglückende Gratulation. General der Kavallerie Pflanzer-Baltin." Kriegstee zugunsten der Flüchtlingsausspeisung im 10. Bezirke. Der vom Fra neu Hilfs-Komitee für galizische Flüchtlinge des 10. Bezirkes im Konzerthaus-Restaurant Pohl am 23. Februar veranstaltete Kriegstee, war von einem distinguierten Publikum sehr gut besucht. Herr Restaurateur Pohl hat in überaus entgegen kommender Weise das Lokal gratis zur Verfügung gestellt. Junge Mädchen der besten Gesellschaft besorgten mit Anmut und lobenswerter Geschicklichkeit die Berienung der Gäste. Mit schöner, volltönender St.mme glänzte Fräulein A u g u st e Hauser durch den Vortrag von Kr:egsgedichien, Fräulein Sofie Kruuals entzückte die Zuhörer durch re.ses, temperamentvolles Klav:erspiel und Frau Olga Dubsky erfreute durch schöne Gesangsvorträge. D n Höhepunkt des Abends aber erreichten die einzig schönen, von echter Künstlerschaft zeugenden Strai s-Lanuer-Weisen des Herrn Konzert m ei st ers Dr. O t o K a p e r l, der seine Kunst, ebenso wie all die übrigen Herrn und Damen, selbstlos in den Dienst der Humanität stellte. Nachdem Frau Ada Lewin Kelsen mit einigen pikanten Cabaret-Vortiägen das Publikum erl eiterte, tanzten vier junge Damen, Fräulein Minute Taglicht, Fräulein Dora und Grete Weiß und Fräulein Else Mittler, einen liebltchen, anmutigen Tulpenreigen Auch Herr Prof. Blumel und H rr Kapellmeister Blum trugen durch die ausgezeichnete Begleitung des gesanglichen Teiles zum vollen Erfolge des Festes bei Jda Berliner. Kriegshilss-Spital an der k. k. Technischen Hochschule in Wien. (Danksagun g.) Wien, 2. März 1915. Sehr geehrter Herr Redakteur! Anläßlich des Sonntag staitgefundenen Purimfestes wurden uns durch Seine Ehrwürden Herrn Prof. Dr. Rosenfeld, Rabbiner in W'en, als Sammlungs- Ergebnis unter seinen Schülern Liebesgaben für uns verwundeten Kriegern überwiesen. Für diese hochherzige Spende bitte ich, sehr geehrter Herr 'Redakteur, im Namen her verwundeten Soldaten des Kriegshilfs-Spitales an der k. k. Technischen Hochschule in Wien, 4. Bezirk, in einer dem Herrn Redakteur geeignet erscheinenden Form den tiefgefühltesten Dank auszusprechen und dies in Ihrem gesch. Blatte gef. aufzunehmen. ' Hiefür bestens dankend, zeichne im Namen aller Verwundeten unseres Spitales ergebenst Franz Fischer, Feuerwerker, Feldkanonen-Reg. 18/2. Wien. Das Purim fest in der Toynbeehalle (Josefine Mendl-Wohlfahrtshans) ist wunderbar ausgefallen. Die von den geschätzten Damen verabreichte Jause hat den Kindern, trotz Kriegsbrotes, ausgezeichnet gemundet. Die Aufführungen, die mit einer Volkshymne und einem Gebete für den Kaiser, von einem kleinen Hortzögling vorgetragen, begonnen haben und mit einem Hoch auf Se. Majestät ihren Abschluß fanden, waren diesmal zumeist patriotisch und schön, wie noch nie zuvor. Das distinguierte Publikum war entzückt und kann der Veranstalter und feine Gattin auf die Leistungen der Fortzöglinge stolz sein. Selbstverständlich haben Frau Lehrer Zwirn und Frau Verwalter Klein das ihrige geleistet. ■ Wien. Lin sehr interessanter Vortragsabend fand am 24. v. M. in der Wiener jüdischen Toynbeehalle statt. Wie der Obmann Herr Dr. S a m u e l y bei der ' Eröffnung des Abends hervorhob, war es das erste Mal, daß unsere alten heiligen Gebete, erläutert 4n Wort und Melodie, dem großen Publikum zugänglich gemacht wurden. Und der große Meister Oberkantor