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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1915-03-05 · 10 (5.3.1915) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
32 (1915)
Issue
10 (5.3.1915)
Date
1915-03-05
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Dr. Bloch's Wochenschrift Seite 183 Nr. 10 als auch die zahlreichen Besucher aus dem Nichtmitgliederstande so erbaut und befriedigt, daß wir von einer weiteren Veränderung bis fetzt absehen konnten und mit der provisorischen Anstellung eines Aushilfskantors das Auslangen fanden. Es ist somit, trotz der schweren Zeitläufe, manches Vorteilhafte ^geschaffen worden. Es warten jedoch noch mehrere dringende Angelegenheiten der Erledigung, welche große materielle Opfer erheischen werden. Die vor 25 Jahren erbaute Orgel bedarf dringend einer gründlichen Reparatur, soll das schöne Werk nicht bald unbrauchbar werden. Auch die Renovierung der Vundeslade wird im Verlaufe dieses Jahres vorgenommen werden müssen. So schwere Aufgaben der Vereinsleitung harren, hofft dieselbe durch die Opferwilligkeit der Vereinsmitglieder und das Wohlwollen unserer Kultusgemeinde, die es bis jetzt ermöglichten, unsere gottgefällige Einrichtungen zu erhalten, auch künftighin ermöglichen wird, diese Aufgaben in einer unseres Gotteshauses würdigen Weise auszuführen. Auch im abgelaufenen Jahre hat der Tod eine Anzahl treuer Anhänger unserer Kultusvereinigung entrissen. Wir beklagen den herben Verlust unseres verdienstvollen Obmannes Eottlieb Bettelheim, unserer langjährigen ehrenwerten Mitglieder Dr. James Klang, Lmanuel P o l l a k und Hermann Fuchs. Wir alle werden den Heimgegangenen ein ehrendes dankbares Andenken bewahren. Wenn wir schließlich an die geehrte Generalversammlung den dringenden Appell richten, nach Tunlichkeit uns zu unterstützen und in Bekannten- und Freundeskreisen neue Mitglieder zu werben, damit es Ihrem Vorstande ermöglicht wird, für die vielen Bedürfnisse unseres Gotteshauses und eines würdigen Kultus aufkommen zu können, hoffen wir mit Bestimmtheit einer neuen Aera der friedlichen Entwicklung unseres Vereines entgegensehen zu können, zur Ehre unseres G'aub.ns und zum Wohls der jüdischen Bevölkerung unseres Bezirkes. Zum Bericht ergreift das Wort Herr Karl Schön. Er wünscht einen häufigeren Kontakt der Mitglieder mit dem Vorstande, die Abhaltung der Generalversammlung in einem größeren Saale. Er konstatiert einen steten Rückgang der Mitgliederzahl, «was die Bereinsleitung veranlassen sollte, auf eine Besserung der Verhältnisse bedacht zu sein. Gleichzeitig gibt er Anregungen, wie nach seinem Dasürhalten die Frequenz des Gottesdienstes gehoben werden könnte. Herr Ignaz Glück verweist daraus, daß der Redner in der letzten Generalversammlung das gleiche Thema erörtert habe, und/widerlegt in von der Versammlung mit allgemeiner Zustimmung aufgenommener Weise die Ausführungen, die, so gut gemeint sie auch, sein dürften, derzeit nicht am Platze seien. K.-V. Dr. Heinrich Schreiber beglückwünscht den Verein zu der im Einvernehmen mit der Kultusgemeinde gelösten Rübbinerfrage und bemerkt, daß insbesondere in der jetzigen schweren Kriegszeit ein inniges und einträch^ tiges Zusammenwirken der Tempelvereine Mit der Muttergemeinde in höchstem Grade geboten sei, um über die schweren Zeiten hinwegzukommen. Die temperamentvollen und geistreichen Worte des Redners werden mit großem Beifall ausgenommen. Herr Josef Steiner betont, daß die Werbung von neuenMitgliedern nur dann Erfolg haben wird, wenn jedes, einzelne Mitglied sich nach .dieser Richtung betätigen wird. ' Kais. Rat Salamon Beer begrüßt den Verein namens des Tempelvereines im 13. Bezirk. Dr. I. S. Bloch dankt dem Vorsitzenden namens der jüdischen.Presse für die freundliche Begrüßung und konstatiert mit Genugtuung gegenüber einer gegenteiligen Bemerkung eines Vorredners, daß der Besuch der Versanrmlung keineswegs geringer ist, als bei Generalversammlungen anderer angesehener Tempelvereine. 1 Schulrat Prof. Dr. Weiß dankt dem Vorstände für seine außerordentliche Mühewaltung und gibt die Anregung, daß die Predigten abwechselnd am Freitag und Samstag vormittag' abgehalten werden. Herr Kraus macht Vorschläge, in welcher Weise die Werbung , von neuen Mitgliedern gefördert werden könnte. Der Vorsitzende reflektiert aus die gegebenen Anregungen und versichert, daß dieselben, soweit möglich, im Vorstande eingehender Beratung unterzogen werden. Ueber Antrag des Dr. Bloch wird hierauf der Rechenschaftsberichl genehmigt und dem Vorstände das Absolutorium erteilt. Bei den hieraus durch die Skrutatoren Herren Alfred Waizner und Rudolf Forst durchgeführten Wahlakte werden in den Vorstand gewählt die Herren: Dr. Wilhelm Knöpfmacher, Adolf Moser, Komm.-Rat Alfred Winter, Josef Steiner, Ignaz Schulhof. In den Ausschuß werden gewählt die .Herren: Ignaz Glück, Leopold Hendl, Gerson K o r a l e k, Ludwig Lazar, Wilhelm Pappenheim, Fuchs, Dr. Adolf Steiner, Isidor T r e b i t s ch. Mit Dank an die Erschienenen schließt hierauf der Vorsitzende die Versammlung. In der am 1.- März stattgehabten konstituierenden Sitzung konstituierte sich der Vorstand wie folgt: Obmann: Bezirksrat Dr. Moritz Schn epp, Chefarzt; Obmannstellvertreter: Dr. Wilhelm Knöpfmacher, Hof- und Gerichtsadvokat; Schriftführer: Josef Quittner, Fabrikant; Bethaus-Verwalter: Salo Fuchs, k. k. Postmeister i. R., und kaiserl. Rat Jg. Wilhelm; Kassier: Komm.-Rat Alfred Winter; Revisoren: Adolf Mose r, Fabrikant, und Ignatz Schulhof, Fabrikant: Gebäude- Verwalter: Josef Steiner, Realitätenbesitzer. Erleichterungen während der diesjährigen Ostern. Bekanntlich besteht der Brauch, während der Ostern Reis und Mais nicht zu essen. Allein Heuer wird man von diesem Speiseverbot absehen dürfen. Man wird daher — ohne die geringsten Gewissensbisse - - sowohl Reis, ganz und Bruch, als auch Mais während der Pessach'feiertage genießen dürfen. Es wäre allerdings sehr erwünscht, wenn die recht zahlreich geflüchteten Rabbmer diesbezüglich jeglichen Zweifel ihrer einstigen Gemeindemitglieder zerstreuen möchten und eine autoritative, womöglich gemeinsame Erklärung abgeben würden. Mit Rücksicht auf den Aufenthaltsort wären gewiß auch die betreffenden Bezirksrabbiner berufen, ckn erster Reihe das Wiener Rabbinat, zu einer öffentlichen Bekanntgabe einer solchen schwerwiegenden Erleichterung. Mit Rücksicht auf die Pähe der Feiertage müßte diese nötige Aufklärung möglichst rasch geschehen. — Natürlich müßte die charitative und soziale Tätigkeit des Staates (Barackenlager) und der Vereine diese Erleichterung beachten und nicht bloß Kartoffeln als Nahrungsmitteln verteilen. Ein treuer Leser. Jüdisches Kriegsarchiv, Wien, II., Zirkusgasse Nr. 33. Sehr geehrte Redaktion? In Nr. 9 Ihres geschätzten Blattes veröffentlicht Herr Rabbiner Dr. Adolf Altmann einen Artikel „Jüdische Gemeinden, leget Kriegschroniken an", dessen Anregungen ganz unseren Intentionen entsprechen. Umsomehr liegt es uns am Herzen, einen Irrtum zu berichtigen, in den sich Herr Dr. Altmann über unser Institut befindet. Es trifft nämlich wirklich nicht zu, daß uns „nur die apologetische Seite der Sache vorschwebt". Vielmehr gehen wir ganz im Gegenteil von dem Gedanken der Heerschau über die positiven Kräfte der jüdischen Gesamtheit aus und das Apologetische ist auch uns nur ein wertvolles Nebenergebnis auf Höheres gerichteten Wirkens. M Aus diesen Absichten heraus stellen wir urls auch unsere Arbeit nicht als eine schablonenhaft zentralisierte, sondern als eine solche vor, die auf Sammlung tausendfältiger lokaler Beobachtungen abzielt. Und wir werden daher — wenn die von Herrn Rabbiner Dr. A l t m a n n

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